|
PAUL
FREDERICK BOWLES
(1910-1999) |
TANGER
TELEGRAMM
Herausgegeben von
Florian Vetsch u. Boris Kerenski
Beschreibung siehe unten
|
| |
|
1910
Am
30.
Dezember wird Paul als Sohn des Zahnarztes Claude Bowles
und dessen Frau Rena, geb. Winnewisser in Jamaica, Long
Island, New York geboren; die Eltern geben ihm den
Doppelnamen Paul Frederick.
[1]
1915
schreibt Paul Bowles seine erste Geschichte[2].
1917
Eintritt in die Model School in Jamaica.
1918
Beginn des regelmäßigen Musikunterrichts. |
|
|
1924
Ende Januar Wechsel in die Highschool in Flushing. |
1925
Im Herbst Wechsel in die näher gelegene Highschool in Jamaica.
|
1926
Im Mai erscheint Waterfall in The Oracle, der
Schülerzeitung der Highschool Jamaica.
Ab Oktober Redakteur der Schülerzeitung. |
1928
Im Januar schließt er die Highschool ab.
Spire Song, surreales Stück, in: Transistion
(frz. Avantgarde-Zeitschrift), Nr. 12 vom März.
Im September Beginn des Musikstudiums an der University of
Virginia in Charlottesville. |
1929
unternimmt Paul Bowles seine erste Reise nach Paris[3].
|
1929-1932
Kompositionsunterricht bei Aaron Copland in New York und auf
Reisen. |
1930
Veröffentlichung von Gedichten in This Quarter
(Paris) und in der Anthologie du Groupe Moderne d'Art
(Liège).
A White Goat's Shadow, Textauszug aus Without
Stopping, in: Argo, An Individual Review.
Paul Bowles bricht sein Studium ab. |
1931
Im Frühjahr zweite Reise nach Paris, wo Paul Bowles Gertrude
Stein[4]
und Alice Toklas kennen lernt.
Gemeinsam mit Copland Weiterreise nach Berlin, wo er u.a. Christopher Isherwood
kennen lernt.
Besuch
bei Kurt Schwitters in Hannover.
Reise mit Freunden nach Marokko,
u.a. nach Tanger. |
1938
|
Paul Bowles heiratet die Schriftstellerin Jane Auer. |
|
|
1938-40
Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei der USA. |
1941
leben Jane und Paul Bowles gemeinsam mit Golo Mann, Benjamin
Britten und W.H. Auden in einem Künstlerhaus in New York.
Ausgezeichnet mit der Guggenheim fellowship. |
1942-46
schreibt Paul Bowles Musikkritiken für die New York
Herald Tribune. |
| 1947
lässt sich Paul Bowles gemeinsam mit seiner Frau endgültig
in Tanger, in Marokko nieder. Auf Reisen durch die Sahara
beginnt er mit der Niederschrift seines ersten Romans.
Dreams that Money can Buy (Träume zu verkaufen),
Film, Musik: Paul Bowles, Regie: Hans Richter, USA 1947. |
| 1949
The Sheltering Sky (dt: Himmel über der
Wüste, Übersetzung: Maria Wolff, Hamburg 1952;
Taschenbuchausgaben: Reinbek 1990; München 1995 u. 2000),
Roman. London, New York 1949; New York 1978; London 1981;
Taschenbuchausgabe: New York 1990.
- Das Ehepaar Kit und Port Moresby reist gemeinsam mit seinem
Freund Tunner in die Sahara. Was als Versuch des Paars, einander
wieder näherzukommen, beginnt, endet mit der Bestätigung
einer unüberbrückbaren Kluft. Während Port
die absolute Leere[5]
des Äußeren als ein Abbild seines Inneren akzeptiert
und folgerichtig tödlich erkrankt, schreckt Kit vor einer
solchen Konsequenz zurück. Sie verlässt ihren Mann,
flieht in die Wüste, wird gerettet, aber gleichzeitig
versklavt. |
1950
A Little Stone (Ein kleiner Stein), Erzählungen.
London 1950.
The Delicate Prey (Die leichte Beute), Erzählungen.
New York 1959, 1972 und 1990; Taschenbuchausgabe: New York 1990.
wird Paul Bowles mit dem National Institute of Arts and Letters
grant in Literature ausgezeichnet. |
1950er
Wiederholte Besuche von Freunden wie Tennessee Williams, Truman
Capote, Gore Vidal, Jack Kerouac, Allen Ginsberg[6]. |
1952
Let it Come Down (dt: So mag er fallen, Übersetzung:
Maria Wolff, Hamburg 1953; Taschenbuchausgabe München 1990),
Roman. London 1952, New York 1952, Santa Barbara, CA 1980, London
1984; Taschenbuchausgaben Santa Barbara, CA 1983, London 1990.
- Der Protagonist, der Amerikaner Nelson Dyar, entflieht dem
Überdruss der modernen Zivilisationsgesellschaft. Ausgerechnet
in der Schmuggel und andere dubiose Geschäfte fördernden
Internationalen Zone von Tanger will er seinen Existenznöten
entgegentreten. Doch Indifferenz und der Mangel einer positiven
Perspektive machen dies schier unmöglich. In dem Marokkaner
Thami glaubt er zeitweise einen Verbündeten zu erkennen,
im Kif-Rausch jedoch wird dieser ihm zum Feind.
The Lost Trail of the Sahara, Übersetzung (aus
dem Französischen) des Romans v. Roger Frison-Roche. New
York 1952 |
1954
Enge Bekanntschaft mit William S. Burroughs, der zwei Jahre
zuvor nach Tanger gezogen war[7].
Senso (Senso), Film, Regie: Luchino Visconti, Italien
1954; Dialoge der engl. Fassung v. Paul Bowles u. Tennesse Williams:
The Wanton Countess (Die zügellose Gräfin);
England 1957. |
1955
Im ersten Halbjahr, während er am Roman The Spider's
House weiterschreibt, reist Paul nach Asien, zunächst
mit Jane auf die von ihm gekaufte, zu Ceylon gehörende
Insel Taprobane, dann mit Ahmed Yacoubi weiter nach Singapur,
Hongkong und Kyoto in Japan.
The Spider's House (dt: Das Haus der Spinne,
Übersetzung: F.R. Wendhousen, Hamburg 1959; Taschenbuchausgabe:
München 1989), Roman. New York 1955; London 1957; Santa
Barbara, CA 1982; London 1985; Taschenbuchausgaben: Santa Barbara,
CA 1982, London 1986. - Vor dem historischen Hintergrund des
marokkanischen Widerstands des Jahres 1954 gegen die frz. Kolonialmacht
begegnen sich drei sehr unterschiedliche Charaktere in Marokkos
Königsstadt Fes: Molly, die us-amerikanische Touristin,
ihr Landsmann und Schriftsteller Stenham und der gläubige
Moslem Amar. Als die marokkanischen Nationalisten Bombenanschläge
auch gegen die eigenen Landleute verüben, gerät die
Welt der sich zufällig Begegnenden ins Wanken, allerdings
aus ganz unterschiedlichen Gründen. |
1957
Reise nach Taprobane; während sich Paul auf der Rückreise
via Westafrika befindet, erleidet Jane in Tanger einen schweren
Schlaganfall.
Yallah (dt: Yallah, Übersetzung: Maria
Wolff, Zürich 1956), Reise-Essays, New York 1957.
8 x 8, Film mit Paul Bowles als Darsteller; Regie:
Hans Richter, USA 1957. |
1958
Die politisch unruhige Situation in Tanger zwingt Paul und Jane,
Marokko zu verlassen. Zunächst reisen sie nach Lissabon
und Madeira. Paul reist weiter nach Spanien, später im
Jahr nach Hollywood und New York, wo er Jack Kerouac kennenlernt.
No Exit: a Play in One Act
(dt: Bei/Hinter geschlossenen Türen, auch: Geschlossene
Gesellschaft), Adaption[8]
(aus dem Französischen) des Stückes Huis Clos
v. Jean-Paul Sartre v. Paul Bowles. |
1959
The Hours Afternoon (dt: Die Stunden nach Mittag,
Marokkanische Erzählungen. Auswahl aus Collected Stories
[das gleichnamige Original ist um diverse Erz. erweitert], Übersetzung:
Pociao. München 1989), Erzählungen. London, Melbourne,
Toronto 1959.
Rückkehr nach Tanger.
Paul Bowles erhält ein Rockefeller Stipendium, das
ihm eine Reise durch Marokko ermöglicht, um traditionelle
Musik aufzunehmen, die als umfangreiche Sammlung in die Library
of Congress aufgenommen wird. |
2004-2010
© by Janko Kozmus |
| |
|
Weiteres
Portrait eines us-amerikanischen Autors auf der Marabout-Seite |
|
|
Denis Johnson,
USA
|
|
|