TSEGAYE
GABRE-MEDHIN (1936 - 2006) |
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1936
Am 17. August wird Tsegaye Gabre-Medhin (auch: Gebremedhin; Gebre-Medhin)
in dem Dorf Boda, in der Nähe der äthiopischen Stadt
Ambo geboren. |
1950er
Grund-
und Sekundärschulbildung in Äthiopien.
Erlernen mehrerer Sprachen, neben der Muttersprache Oromifa u.a.
Amhari, Geez und Englisch.
Höhere
Schulbildung in den USA. |
1952
Ye Dem Azmera (Bluternte), Drama. - Im Alter von 15 Jahren[1]
verfasst der Schüler Tsegaye sein erstes Stück. |
1957
Belg (Herbst), Drama. Uraufführung: Addis Abeba 1957. |
1959
Yeshoh
Aklil
(Dornenkrone), Drama. Uraufführung: Addis Abeba 1959.
Askeyami
Lijagered
(Das häßliche Mädchen), Drama. Uraufführung:
Addis Abeba 1959.
Akademischer
Abschluss: Bachelor of Law an der Blackstone School
of Law, Chicago.
What
Does World Brotherhood Mean To Me
(Was bedeutet die Weltbruderschaft für mich), Essay. Ausgezeichneter
Beitrag des Fullbright Fellowship Wettbewerbs. |
1959-60
Studium des experimentellen Theaters am Royal Court Theatre,
London und an der Comedie Francaise in Paris. |
1961-71
Künstlerischer Direktor des Äthiopischen Nationaltheaters.
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1964
Oda oak oracle, Versdrama. Uraufführung: Addis Abeba
1964; Buchveröffentlichung Oxford University Press, London
1965.
Azmari, Drama, Uraufführung: 1964, Addis Abeba, Abdruck
in: Ethiopian Observer, vol. 10, Nr. 10, Addis Abeba 1966.
Poems. Addis Abbeba 1964. |
1966
trifft Tsegaye Gabre-Medhin als Kulturdelegierter seines Landes
beim First World Negro Arts Festival auf Léopold
Senghor.
Yekermo
Sew
(The Seasoned), Drama. Uraufführung: Addis Abeba 1966.
Tewodros,
Drama, Abdruck in: Ethiopian Observer, vol. 10, Nr. 3,
Addis Abeba 1966.
Ausgezeichnet
mit dem Emperor Haile-Selassie I International Prize for Amharic
Literature. |
1968
Hamlet,
Drama v. W.
Shakespeare, Übersetzung ins Amharische
[2] v. T. G.-M.;
Uraufführung: Addis Abeba 1968; Buchveröffentlichung:
Addis Abeba, Oxford University Press 1972.
King
Lear,
Drama v. W.
Shakespeare, Übersetzung ins Amharische
v. T. G.-M.;
Uraufführung: Addis Abeba 1968.
Macbeth,
Drama
v. W. Shakespeare, Übersetzung ins Amharische
v. T. G.-M.;
Uraufführung: Addis Abeba 1968.
Petros die. Drama. Uraufführung: Addis Abbeba 1968.
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1970
Erstes Zusammentreffen mit Cheikh
Anta Diop beim Afro-Skandinavischen Seminar in Kopenhagen. |
1971/72
Als wissenschaftlicher Stipendiat an der Universität von
Dakar, Senegal. |
1973
Issat wey Abeba (Feuer oder Blume), Drama, 1973.
Africa as Origin of Greek Theater [3](Afrika
als Ursprung des Griechischen Theaters). Essay, päsentiert
anlässlich des International Congress of Africanists
in Addis Abeba 1973. |
1974
Ha hu basedest war (ABC in 6 Monaten), Drama. Uraufführung:
Addis Abeba 1974. |
1975
Enat Alem Tenu (Mutter Courage), Drama v. B. Brecht, Übersetzung
ins Amharische: T. G.-M. Uraufführung: Addis Abeba 1975. |
1976
wurde Tsegaye Gabre-Medhin vom damaligen Regime von Mengistu Haile
Mariam ohne formelle Anklage inhaftiert.[4] |
1977
Collision of Altars: a conflict of the ancient Red Sea gods:
a play based on the fall of the third greatest power in the world,
Emperor Kaleb’s Axumite Ethiopia of sixth century (Kollision
der Altäre: ein Konflikt der Götter des Roten Meeres
im Altertum: ein Drama, basierend auf dem Niedergang der drittgrößten
Macht der Welt, Kaiser Kaleb Axumite [Dynastie der Habashat] aus
Äthiopien im 6. Jh.), Drama, London 1977.
Asssistenzprofessur
am Fachbereich Bildung an der Universität von Addis Abeba.
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1977-78
Gründung
des Fachbereichs Theaterkünste an der Universität von
Addis Abeba und anschließende Leitung. |
1978-79
Generalsekretär des Ethiopian Peace, Solidarity and Friendship
House. |
1982
Ausgezeichnet
mit dem Gold
Mercury Award ad personam. |
1985
Ausgezeichnet mit dem Fulbright Senior Scholar Resident Fellowship
Award der Columbia Universität, New York. |
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199?
Collected Poems. Addis Abeba 199?.
HaHu wayem PaPu. Addis Abeba 199?.
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1993
Beginnend mit diesem Jahr Konzentration auf die Arbeit an der
Studie Kazaba Africa[5]
über Vorklassische Afrikanische Kultur sowie Afrikanische
Ursprünge der Religion. |
1994
Ausgezeichnet mit dem Human Rights Watch Free Expression Award
in New York . |
1997
Ausgezeichnet mit dem Honorable Poets Laureate Golden Laurel
Award des Congress of World Poets and United Poets Laureate
International in Buckinghamshire. |
1998
Eine schwere Krankheit zwingt Tsegaye Gabre-Medhin zur Ausreise
nach New York, um sich in medizinische Behandlung zu begeben.
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2003
Anlässlich seines 67. Geburtstags wird Tsegaye Gabre-Medhin
in Washington D. C. mit dem Preis für Herausragende
Professionalität von der Äthiopischen Gesellschaft in
der Diaspora (SEED) ausgezeichnet. |
2006
Am 25. Februar stirbt nach langem Leiden Tsegaye Gabre-Medhin
im Alter von 69 Jahren in New York. Überführung nach
Äthiopien und Bestattung am 6. März in Addis Abeba.
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"...
Tsegaye was seated in front of an upright piano, his injured
leg elevated. Around his stooped shoulders was a white shema.
With his distinguished forehead and piercing eyes, he looked
like a biblical sage. " - Wendy Belcher anlässlich
eines Interviews, in: Ethiopian Review, Sep-Okt 1998.
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1)
Die
Zeit- bzw. Altersangabe in den Quellen differiert erheblich:
In der NEW YORK TIMES v. 09.03.06 schreibt JESSE McKINLEY,
Tsegaye Gabre-Medhin habe sein erstes Drama im Alter von 13 Jahren
verfasst. Wendy Belcher schreibt in ihrem Interview
in der Ethiopian Review, er sei 15 gewesen und zu guter
Letzt gibt der Experte Prof. Negussay Ayele an, "barely a
teen" habe er 1942 dieses erste Stück geschrieben. Ich
gehe davon aus, dass es sich beim Online-Eintrag "1942"
um einen Tippfehler handeln muss, da es höchst unwahrschenilich
erscheint, dass T. G.-M. im Alter von 5-6 Jahren ein Drama verfasst
haben kann. Geht man also von 1952 anstelle von 1942 aus, so würde
das übereinstimmen mit der Altersangabe von 15 in der Ethiopian
Review. Über ein Detail sind sich alle Quellen einig:
Das Stück wurde in Anwesenheit von Kaiser Haile Selassie
I. aufgeführt! Gehen wir mal davon aus, dass es sich hierbei
nicht um Zitate handelt, die als solche nicht gekennzeichnet sind!-
J. K. |
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2) Eine von vielen
Übersetzungen europäischer Dramen, es folgten weitere
von Shakespeare (z.B. Othello, unveröffentlicht),
aber auch von Molière (Tartuffe, unveröffentlicht)
oder von Brecht: Enat Alem Tenu (Mutter Courage). |
| 3)
Thematisch
ein Hauptanliegen des Wissenschaftlers Tsegaye Gabre-Medhin. In
einem Interview kommt er mehrfach darauf zu sprechen. Zunächst
in der Beantwortung der Frage, wann er das erste Mal auf Cheikh
Anta Diop - den afrikanischen Ägyptologen
u. Afrikanisten - getroffen sei. Er erzählt, er habe diesen
persönlich bei einem afro-skandinavischen Seminar in Kopenhagen
kennengelernt und beschreibt dann,
dieser habe seine, T. Gabre-Medhins wissenschaftlichen Thesen
wiederholt verteidigt, u. a. die These von den afrikanischen Ursprüngen
des griechischen Theaters bei besagtem Afrikanisten-Kongress in
Addis Abeba 1973. Er kommt noch einmal auf die Bedeutung dieser
These für ihn zurück, als er nach seinen gegenwärtigen
Projekten - das Interview wurde 1993 geführt - gefragt wird.
Siehe hierzu Anmerkung 5. Vgl. Interview
v. Teklu Tabor. |
| 4)
Genauere
Angaben über Dauer und Anklagepunkte sind nicht zu eruieren.
Im Tabor-Interview sagt Tsegaye lediglich:
die Inhaftierung habe "in connection with my creative works"
stattgefunden. |
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5)
Auf
die Frage von Teklu Tabor im oben erwähnten Interview v.
1993, was er gegenwärtig plane, antwortet Gabre-Medhin,
er arbeite an dem Buch Kazaba Africa, dem "Wiederaufbau
der ältesten kulturellen Brücke der Menschheit, die
auf der frühesten äthio-ägyptischen
Religion der Wiederauferstehung basiert und auf den afrikanischen
Ursprüngen des griechischen Theaters". Eine Arbeit,
die ihn annähernd 30 Jahre gekostet habe.
Vgl.
Interview v. Teklu Tabor.
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Wichtigste
Quellen:
Interview
v. Teklu Tabor, in: Ethiopian Review, Aug. 1993
Interview v. Wendy Belcher, in: Ethiopian Review, Sept-Okt.
1998
Online-Katalog der Library of Congress, Washington
www.doollee.com |
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| Gedichte
- in Englisch - v. Tsegaye Gabre-Medhin! |
| Interview
v. Teklu Tabor, in: Ethiopian
Review, Aug. 1993 [Inzwischen - 01/2009 - ist wohl noch
die Zeitschrift online vertreten nicht aber das zitierte Interview.
J.K.] |
| Interview
von Wendy Belcher, in: Ethiopian Review, Sept-Okt. 1998
[Inzwischen - 01/2009 - ist wohl noch die Zeitschrift online vertreten
nicht aber das zitierte Interview. J.K.] |
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Weitere
Autorenportraits aus dem subsaharischen Afrika (Auswahl) |
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Mongo Beti, Kamerun
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Syl Cheney-Coker, Sierra Leone |
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Amma Darko, Ghana
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Fatou Diome, Senegal
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Unity Dow, Botsuana
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Nuruddin Farah, Somalia |
Abdulrazak Gurnah, Sansibar |
Helon Habila, Nigeria |
Ahmadou Kourouma, Côte d'Ivoire |
Alain Mabanckou, Republik Kongo |
Jack Mapanje, Malawi |
Meja Mwangi, Kenia |
Patrice Nganang, Kamerun |
Ngugi wa Thiong'o, Kenia |
Yvonne Vera, Simbabwe |
Abdourahman A. Waberi, Dschibuti/Frankreich |
Binyavanga Wainaina, Kenia |
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| (noch
nicht aufgenommen) |
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03/2006
© by Janko Kozmus
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Addis Tribune, Rastafaris fördern alternative Landwirtschaft,
Äthiopien, 2003 |
Addis Tribune, Über die kostenlose Verteilung von
antiretroviralen Medikamenten in Äthiopien, 2003 |
Addis Tribune, Über die Verurteilung eines Mannes
zum Tode durch Erhängen, 2003 |
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