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| EINE
DEUTSCHE LEIDENSCHAFT NAMENS NUDELSALAT
& andere Geschichten
(erscheint im Juni 2011) |
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| DAS
GEHEIMNIS DES
KALLIGRAPHEN - Hör-CD |
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| WAS
ICH SCHAFFE,
ÜBERDAUERT DIE ZEIT |
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| REISE
ZWISCHEN NACHT UND MORGEN |
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| DIE
DUNKLE SEITE DER LIEBE |
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| DIE
DUNKLE SEITE DER LIEBE
21 CD's |
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| DER
GEHEIME BERICHT ÜBER GOETHE ... |
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| DIE
FARBE DER WORTE
Doppel-CD |
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| MALULA'
DAN MASALLAR
-In türkischer Sprache- |
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| DAMASKUS
IM HERZEN ... |

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Bücher v. RAFIK SCHAMI
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| 1946
Am 23. Juni wird der Bäckersohn einer christlich
aramäischen Familie als Suheil Fadél in
Damaskus[1]
geboren. Er hat fünf Geschwister.
1950er[2]
Verbringt als Kind ca. zweieinhalb Jahre in einem
Kloster, wo die besondere Liebe zu Büchern gedeihen
kann.
1964(5?)[3]-70
Mitbegründung und Leitung der Wandzeitung
Al-Muntalek (Der Ausgangspunkt) im alten Stadtviertel
von Damaskus.
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|
1971
Emigration
in die Bundesrepublik Deutschland[4].
1970er
Studium der Chemie und Pharmakologie in Heidelberg.
1979
Promotion
zum Dr. rer. nat.
1971-77
Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien,
in arabischer und deutscher Sprache. |
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| 1971-79
Tätigkeit als
Aushilfskraft in
Fabriken, Kaufhäusern,
Restaurants und Baustellen. |
1978
Andere Märchen[5].
Bonn 1978. |
| 1980
Mitbegründer
der Literaturgruppe Südwind und des PoLiKunst-Vereins. |
| 1980-85
Mitherausgeber und Autor der Reihe Südwind-Gastarbeiterdeutsch
sowie der Reihe Südwind-Literatur (insgesamt
13 Bände). |
1982
Das Schaf im Wolfspelz. Mit Zeichn. von Barbara Rieder. Dortmund
1982.
Beginn der Tätigkeit als freier Schriftsteller. |
1983
Luki. Die Abenteuer eines kleinen Vogels, Kinderbuch. Göttingen
1983. |
1984
Das letzte Wort der Wanderratte, Märchen, Fabeln und phantastische
Geschichten. Kiel 1984. |
1985
Der Fliegenmelker und andere Erzählungen aus Damaskus.
Taschenbuchausgabe: Berlin 1985. Neu hgg. als gebundene Ausgabe
unter dem Titel Der Fliegenmelker. Geschichten aus Damaskus.
München 1997.
Der erste Ritt durchs Nadelöhr. Noch mehr Märchen, Fabeln
und phantastische Geschichten. Kiel 1985.
Weshalb darf Babs wieder lachen?, Göttingen 1985.
Rafik Schami wird mit dem Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis
für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. |
1986
Bobo und Susu, Kinderbuch. Wien 1986. Text: Rafik Schami, Bilder:
Erika Rapp.
Der Kameltreiber von Heidelberg, Hörspiel (RIAS) Berlin
1986.
Ausgezeichnet mit dem Thaddäus-Troll-Preis des Förderkreises
deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg für Der
Fliegenmelker. |
1987
Eine Hand voller Sterne, Roman. Weinheim 1987.
Märchen aus Malula. Kiel 1987.
Als die Puppen aus der Reihe tanzten, Theaterstück.
Regie G. Naasan. Uraufführung: München im Dezember 1987.
Ausgezeichnet mit dem Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis Die
blaue Brillenschlange für Eine Hand voller Sterne.
Ausgezeichnet mit dem ZDF-Leseratten-Preis für Eine Hand
voller Sterne.
Ausgezeichnet durch die Aufnahme in die österreichische Ehrenliste
des Staatspreises für sein Gesamtwerk. |
| 1988
Die Sehnsucht fährt schwarz. Geschichten aus der Fremde.
München 1988.- Über "Gastarbeiter"-Schicksale.
|
1989
Erzähler der Nacht, Roman. Weinheim 1989. - Damaskus' bester
Geschichtenerzähler ist verstummt. Nur sieben besondere Gaben,
überreicht innerhalb einer 3-Monatsfrst, können das Talent
des Kutschers Salim zurückbringen. Seine sieben Freunde denken
sich besondere Geschenke für ihn aus, doch erst acht Tage vor
Ablauf der Frist kommen sie auf die Idee, jeder könne ihm seine
schönste Geschichte vortragen.
Ausgezeichnet mit dem niederländischen Smelik-Kiggen-Preis
für sein Gesamtwerk. |
1990
Der Wunderkasten. Weinheim 1990. Illustriert von Peter Knorr.
Neuauflage: Weinheim 2006.
Ausgezeichnet mit dem Rattenfängerpreis der Stadt Hameln für
Erzähler der Nacht.
Ausgezeichnet mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar
für Erzähler der Nacht. |
1991
Vom Zauber der Zunge. Reden gegen das Verstummen. Frauenfeld
(Schweiz) 1991.
Der fliegende Baum. Die schönsten Märchen, Fabeln und
phantastischen Geschichten. Illustriert von Root Leeb. Taschenbuchausgabe:
Kiel 1991. Neu hgg. als gebundene Ausgabe: München 1997.
Ausgezeichnet mit dem us-amerikanischen Kinderbuchpreis Mildred
L. Batchelder Award für A Hand Full of Stars (Eine
Hand voller Sterne). |
1992
Geburt des Sohnes Emil.
Der ehrliche Lügner. Roman von tausendundeiner Lüge.
Weinheim 1992. |
1993
Ausgezeichnet mit dem Adalbert-von-Chamisso-Preis für
sein Gesamtwerk. |
1994
Das ist kein Papagei. Illustriert von Wolf Erlbruch. München
1994.
Der brennende Eisberg. Eine Rede, ihre Geschichte und noch
mehr. Frauenfeld (Schweiz) 1994.
Ausgezeichnet mit dem Hermann-Hesse-Preis für Der
ehrliche Lügner. |
1995
Der Schnabelsteher. Illustriert von von Els Cools und Oliver
Streich. Hamburg 1995.
Reise zwischen Nacht und Morgen[6].
Roman. München 1995. |
1996
Fatima und der Traumdieb. Illustriert von von Els Cools und
Oliver Streich. Hamburg 1996.
Ausgezeichnet mit dem frz. Prix de Lecture für Der
Schnabelsteher. |
1997
Gesammelte Olivenkerne. Aus dem Tagebuch aus der Fremde. München
1997.
Milad. Von einem der auszog, um einundzwanzig Tage satt zu werden.
München 1997. Taschenbuchausgabe: München 2000.
Albin und Lila. Illustriert von Els Cools und Oliver Streich.
Hamburg 1999.
Zu Besuch bei Harry Heine, Hörspiel. (SDR) Stuttgart 1997
Ausgezeichnet mit dem Hans-Erich-Nossack-Preis für sein
Gesamtwerk.
Ausgezeichnet mit einem Ehrentitel des us-amerikanischen Storytelling
World Award für Fatima and the Dream Thief (Fatima
und der Traumdieb). |
1999
Wie kam die Axt in den Rücken des Zimmermanns. Zürich
1999. - "Ein Kompendium der Ignoranz, Schlamperei und Unverschämtheiten,
unter denen wir alle leiden, die wir unser Haus nicht allein bauen,
unsere Post nicht persönlich ausliefern und unsere Toten nicht
selbst begraben können." (Verlagstext)
Der geheime Bericht über Goethe. Der eine Prüfung auf
einer arabischen Insel bestand. (Arabische Edition: Al Takrir
al Sirri ´an al Scha´ir Goethe[7].
Berlin 2005). Gemeinsam mit U. M. Gutzschhahn. München 1999.
Sieben Doppelgänger, Roman. München
1999. - Der Autor Rafik Schami sieht sich durch fortwährende
Einladungen zu Lesungen überfordert. Die Idee, gleich sieben
Doppelgänger für diese Tätigkeit zu engagieren, scheint
einen Ausweg aus dieser Misere anzubieten, doch entwickeln sich
die Dinge anders als erhofft...[8]
Der geheime Bericht über den Dichter Goethe wird im
Februar von der Volkacher Akademie als Buch des Monats ausgezeichnet.
Der geheime Bericht über den Dichter Goethe wird im
März ausgewählt für Besten 7 Bücher für
junge Leser von Focus u. Deutschlandradio.
Im August Auszeichnung Fällt aus dem Rahmen der Zeitschrift
Eselsohr für Der geheime Bericht über den Dichter
Goethe. |
2000
Die Sehnsucht der Schwalbe. Kinderbuch. München 2000.
|
2001
Angst im eigenen Land. Israelische und palästinensische Schriftsteller
im Gespräch[9].
Hgg. v. Rafik Schami. Zürich 2001. |
2002
Mit fremden Augen. Tagebuch über den 11. September und den
Palästinakonflikt. Heidelberg 2002.
Damaskus. Der Geschmack einer Stadt. Oasen der Sinne. Gemeinsam
mit Marie Fadél. Zürich 2002. - Ein "Kochbuch",
das weit über das Vermitteln von Kochrezepten hinausgeht, indem
es über Tradition und Kultur dieser Stadt berichtet.
Die Farbe der Worte. Gemeinsam mit Root Leeb. Cadolzburg 2002.
Beginn der Mitgliedschaft in der Bayerischen Akademie der Schönen
Künste.
Ausgezeichnet mit dem Kinderbuchpreis Heidelberger Leander. |
2003
Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm[10].
Kinderbuch. Illustrationen: Ole Könnecke. München
2003.
Dem Morgen begegnen, heißt Hoffnung haben. 7 Bemerkungen eines
hoffnungsvollen Pessimisten, Rede zum 9. Bundeskongress für
Politische Bildung im März 2003.
Ausgezeichnet mit dem von Schülern
vergebenen und mit 6000 EUR dotierten Weilheimer Literaturpreis
[11].
Ausgezeichnet mit dem mit 10.000 EUR dotierten Kunstpreis Rheinland-Pfalz,
der höchsten Auszeichnung des Landes für Kulturschaffende. |
2004
Die dunkle Seite der Liebe, Roman. München 2004. - Der
knapp 900 Seiten umfassende Roman erzählt die "Romeo und
Julia"-Geschichte von Rana und Farid, der jüngsten Sprößlinge
zweier verfeindeter Sippschaften in Damaskus. Beide Familien, die
Schahins und die Muschtaks, gehören dem christlichen Glauben
an, die eine dem orthodoxen, die andere dem katholischen. Ihre geistige
Haltung speist sich jedoch aus dem arabisch-islamischen Ehrbegriff
und dem Klandenken[12].
Ausgezeichnet mit dem Illustrationspreis des Gemeinschaftwerks
Evangelischer Publizistik für Kinder- und Jugendbücher
wird der Zeichner Ole Könnecke für seine Illustrationen
zu Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm von Rafik Schami.
|
2006
Damaskus im Herzen und Deutschland im Blick. Beobachtungen eines
syrischen Deutschen[13].
Essays u. Reden. München Wien 2006.
Der Kameltreiber von Heidelberg. Kinderbuch. München 2006.
Ausgezeichnet wurde Der Kameltreiber von Heidelberg als Kinderbuch
des Monats April von der Deutschen Akademie für Kinder-
und Jugendliteratur Volkach e.V. |
2007
Lob der Ehe. Ein weltliterarisches Treuebuch (Hrsg.). München
2007.
Am 6. September wird von der Dortmunder Stadtverwaltung bekannt
gegeben, dass Rafik Schami der diesjährige mit 15.000 €
dotierte Nelly-Sachs-Preis[14]
für sein Gesamtwerk zugesprochen wird. |
2008
Das Geheimnis des Kalligraphen. München 2008. Roman[15].-
Die Geschichte einer Liebe zwischen einer Muslimin und einem Christen,
zwischen Nura und Salman. Er ist der Lehrling ihres Ehemannes, des
berühmten Kalligraphen Hamid Farsi, der eine radikale Reform
der arabischen Schriftsprache plant.
Was ich schaffe, überdauert die Zeit. Eine Geschichte
von der Schönheit der Schrift. München 2008.
|
| 2010
Im
Sommersemester hat Rafik Schami die Brüder-Grimm-Professur
am Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität
Kassel
inne[16]. |
2011
Zur
Monatswende März April wird Rafik Schami in mehreren deutschsprachigen
Zeitungen zu den Protesten in Syrien
interviewt[17] .
Rafik Schami wird für sein Schaffen mit dem seit 2005 vergebenen
und mit 7.500 Euro dotierten Preis "Gegen Vergessen - Für Demokratie"
ausgezeichnet. Die Preisübergabe findet am 30. Oktober in Bremen
statt.
Ende Oktober wird Rafik Schami in Bremen für seinen Einsatz
für Demokratie und Menschenrechte vom gleichnamigen gemeinnützigen
Verein mit seinem Vorsitzenden Joachim Gauck mit dem Preis Gegen
das Vergessen - Für Demokratie ausgezeichnet.
Ende November warnt Rafik Schami vor einem Bürgerkrieg in Syrien[18]
|
| Rafik
Schami lebt mit seiner Familie in dem pfälzischen Dorf Marnheim. |
| |
| (noch
nicht aufgenommen) |
| |
| 0)
Pseudonym: "Rafik" bedeutet im Arabischen "Gefährte"
od. "Kamerad" und "Schami" "der aus Damaskus
kommt".
1) In einem Gespräch
mit Corinna Spies sagt Rafik Schami dazu: "Wir lebten (z.
B.) in einem christlichen Viertel, nicht in einem Ghetto, denn
es war durchlässig. Aber es war bekannt, daß das hier
das christliche Viertel war. Die Schule war christlich..."
Seine Eltern seien sehr religiös gewesen: "Mein Vater
war in allen katholischen Vorständen mit dabei. Meine Mutter
war aber religiöser als mein Vater, sie war nicht in den
Gremien, aber sie praktizierte ihren Glauben, vor allem die Verherrlichung
der heiligen Maria." - Rafik Schami im Gespräch mit
Corinna Spies, BR, Sendetag: 03.04.1998, 20.15 Uhr.
2) Im o. g. Gespräch
mit Corinna Spies erzählt Rafik Schami, er sei in der Zeit
im Kloster "zehn bis zwölf Jahre alt" gewesen.
Diese Zeit endete, als er "sehr krank wurde: Ich bekam die
Meningitis".
3) Unterschiedliche
Angaben in den Quellen.
4) In einem
Interview mit der ZEIT wird Rafik Schami gefragt: "Sie
haben den Traum, eines Tages nach Damaskus zurückzukehren,
wo Sie Ihre Jugend verbrachten. Wann werden Sie ihn realisieren
können? Die syrischen Machthaber sind Ihnen nicht wohl gesonnen."
Seine Antwort:
"Ich habe diesen Traum nicht mehr so intensiv wie in früheren
Jahren. Das ist so eine Art Idylle, die sich im Exil im Kopf bildet.
Ich weiß, dass ich enttäuscht wäre, würde
ich das reale Damaskus heute sehen. Ganz abgesehen davon, dass
es mich als Mensch stören würde, meine Meinung dort
nicht öffentlich äußern zu können."-
Vgl. in: Durch die Hintertür nach Syrien
. Achim Fehrenbach für die ZEIT (47/2002) im Gespräch
mit dem Autor.
5) Das erste in
dt. Sprache geschriebene Buch des Autors, der im o. g. Gespräch
mit Corinna Spies zum Sprachverständnis sagt, sein Französisch
und Englisch, "das ich in der Schule gelernt habe",
habe ihm den Zugang zur deutschen Sprache leichter gemacht: "Die
deutsche Sprache war wirklich nicht schwierig für mich. Sie
ist eine begnadete Sprache wegen ihrer Logik. Nur, mein Problem
fing dort an, als ich den allerhöchsten Anspruch der Sprache
erobern wollte, beim Schreiben von Literatur."
6) "Die ganze
Geschichte ist ein Dialog zwischen einem Europäer und einem
Araber", sagt Schami über seine Reise zwischen Nacht und
Morgen, "der Europäer aber hat einen arabischen Ursprung,
und der Araber ist deutsch erzogen. Dieser Dialog zwischen den
Personen findet auch im Aufbau des Romans statt: Ich habe die
Geschichte von dem Orientalen wie Mosaikbilder aufgebaut, während
die Geschichte von Valentin zielstrebig verläuft wie die
europäische Erzählweise, also auf ein logisches Ende
hin." - Rafik Schami, zitiert nach: "Geschichten sind
wie Freunde" v. Angelika Ohland, in: Sonntagsblatt 6/1996.
7)
Der Autor äußert sich in einem Interview auf den Hinweis,
dass seine Bücher in 22 Sprachen übersetzt seien, aber
seine Heimatsprache fehle, folgendermaßen: "Im nächsten
Jahr sollen meine Werke beim Verlag Al-Kamel (Köln) erscheinen.
Dass es sich dabei um einen Exilverlag handelt, zeigt wieder das
Verhältnis der syrischen Machthaber zu meiner Person. In
China hat man meine Bücher zugelassen, nicht aber in Syrien.
Die arabischen Ausgaben werden in Köln produziert und gelangen
dann auf leisen geduldigen Sohlen von Kamelen auch nach Syrien.
Es freut mich, durch die Hintertüre in mein Land zurückkehren,
ohne dass meine Freunde dort mich auf Französisch oder Englisch
lesen müssen. Sie werden meine Stimme hören, ohne dass
ich körperlich dort sein muss." - Vgl. o. g. Interview:
Durch die Hintertür nach Syrien.
Aus einem Gespräch Schamis mit Christiane
Schwalbe für Radio Bremen geht ergänzend hervor,
der Kölner Verlag werde sein Gesamtwerk in arabischer Sprache
herausbringen - der "Goethe"-Band sei nur der Anfang
- und mit seinen vielen Beziehungen zur arabischen Welt in den
dortigen Buchhandel bringen.
8)
Anekdotischer und laut Kritik untypischer Roman des Autors Rafik
Schami, der nicht dessen "orientalische Erzählkunst"
widerspiegelt.
9) Angst im eigenen
Land kann als ein beeindruckendes Dokument für Rafik Schamis
Eintreten für einen Dialog zwischen Palästinensern und
Israelis gelten. Neun SchriftstellerInnen und Intellektuelle israelischer
und palästinensischer Herkunft folgten seiner Einladung im
Jahr 2000 und diskutierten an der Eidgenössischen Technischen
Hochschule in Zürich, um neue Wege des Dialogs zwischen Israelis
und Palästinensern zu erkunden. Die Ergebnisse der
Debatten liegen mit diesem Buch in schriftlicher Form vor.
10)
Der Titel erinnert sehr deutlich an das 1997 im frz. Original
und 1999 in dt. Übersetzung erschienene Buch Papa,
was ist ein Fremder? des in Frankreich lebenden marokkanischen
Schriftstellers Tahar Ben Jelloun.
11) Der Weilheimer
Literaturpreis wird alle zwei Jahre vergeben. Der auf Schami
folgende Preisträger des Jahres 2005 ist Wole Soyinka;
die Verleihung erfolgt in diesen Tagen (Juni 2006) durch Bundespräsident
Köhler, der auch die Laudatio hält.
12) Von der Kritik
überwiegend hoch gelobter Roman des Autors. Die Rede reicht
von "großes Epos" (Martin Halter, FAZ) über
"Zauberteppich", der aus "Blutrache, Stammesfehden und
Familienzwist" (Fritz J. Raddatz, DIE ZEIT) geknüpft sei,
bis zu "kunstvolles Mosaik" (Ulrich Baron, SZ). Denis
Scheck (druckfrisch, ARD) meint dazu: "Dass dieses Märchen
sich so wunderbar entfaltet, hat möglicherweise damit zu
tun, dass Schami seit über 30 Jahren in Deutschland lebt
und schreibt."- Eine Besonderheit bietet das letzte, das
sog. "Making-of-Kapitel" wie Petra Kohse in ihrer Rezension
für die FR es nennt. Man müsse, habe der 16-jährige
Schami gedacht und es in diesem Kapitel niedergeschrieben, "einen
Roman über alle Spielarten der verbotenen Liebe in Arabien
schreiben". -
Rafik Schami selbst sagt in o. g. Gespräch mit Christiane
Schwalbe zu diesem Buch, an dem er 30 Jahre gearbeitet hat und
dessen erzählte Zeit 110 Jahre und drei Generationen umfasst,
es sei eigentlich dokumentarisch. Er habe in seiner syrischen
Heimat recherchieren lassen, habe sich beispielsweise Stadtpläne
seiner Heimatstadt aus allen Perioden schicken lassen, habe nachvollzogen
wie Damaskus, das, als er es verließ, 400.000 und heute
4 Mio. Einwohner zählt, strukturell verändert habe,
habe auch ehemalige Gefangene interviewen lassen oder habe sich
von einem Schweizer Psychiater, der in den 60er Jahren in Damaskus
gearbeitet habe, genau die damals üblichen Medikamente benennen
lassen usf. All diese Details, fasst Christiane Schwalbe zusammen,
führten zu dem "authentischen Charakter" des Buches.-
Vgl. Schwalbe, Radio Bremen
13) Damaskus
im Herzen und Deutschland im Blick sei eine "wunderbare
Liebeserklärung an seine Stadt Damaskus", schreibt der
Rezensent der schweizerischen Zeitung DER BUND. "In ihren
Gassen hat Schami die sinnliche orientalische Erzählweise
erlernt und zu unserem Vergnügen so kunstvoll auf die deutsche
Sprache übertragen. Doch sei sich der Autor "der Gefahr
kitschiger Verklärung durchaus bewusst"; er schreibe
dazu: "Im Exil verwandeln sich die Städte der Kindheit
in Idyllen, ihr Staub in Perlen, und die düsteren Gassen
werden von goldenem Licht durchflutet". Mit diesem Satz beginnt
das Buch, eine Sammlung von Publikationen der vergangenen Jahre.
Neben Reden und Essay stehen Kindheitserinnerungen, Plädoyers
für den Dialog zwischen Ost und West sowie die Beschreibung
eines fiktiven Besuchs bei Heine.
14) Zu den früheren
PreisträgerInnen zählt die südafrikanische Nobelpreisträgerin
Nadine Gordimer,
der der Preis 1985 zugesprochen wurde.
15) Renée
Zucker, der Rezensent von INFOradio,
geht zunächst auf die Faszination ein, die der Roman Das
Geheimnis des Kalligraphen für die arabische Schrift
zu vermitteln wisse; sie sei "Musik für das Auge".
Selbstverständlich handele es sich bei dem Buch um "keine
theoretische Abhandlung über die Kunst der Kalligraphie",
doch beinhalte deren "Freiheit und Schönheit" eine
Gefahr in sich für die Vertreter des Fundamentalismus. Darüber
lernten wir viel in Schamis Roman, "während wir so leichtfüßig,
wie es der Schriftsteller erlaubt, durch das Geschichtengeflecht
einer Nachbarschaft in der Damaszener Altstadt wandern. Wir halten
inne bei Nura, der herzensklugen und gebildeten Frau des Kalligraphen
und ihrem rührenden und ebenso gutherzigen wie tapferen Liebhaber
und Freund, dem Christen Salman. Und bei dem gierig geilen Nassri
und der Hure Asmahan mit dem Sinn für Geld und Poesie."
Es sei "nach seinem letzten großen Roman Die andere Seite
der Liebe wieder ein herrliches und zumal herrlich dickes
Buch, das der große erzählende Mann, der aus Damaskus kommt, uns
geschenkt hat.".
16) "Mit
Schami lädt die Universität Kassel einen Literaten ein,
der sich seit Jahren bemüht, die Welten von Orient und Okzident
einander näher zu bringen", heißt es in der Pressemitteilung
der Universität. Zu Schamis Vorgängern der Brüder-Grimm-Professur
zählten u.a. Guntram Vesper, Sarah Kirsch und die rumäniendeutsche
Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin des Jahres 2009 Herta
Müller.
17)
28. März, NZZ Online: "Kinder
haben die syrische Revolution gezündet", Interview:
Isabelle Imhof. - Rafik Schami zeige sich vom Schwung der Revolte
in Syrien überrascht. Was die Opposition seit Jahrzehnten
nicht fertig gebracht habe, sei nun einer neuen Generation gelungen:
Die Überwindung der Angst vor einem brutalen Regime.
18)
"Der Schriftsteller Rafik Schami", heißt es in
einer Mitteilung des Senders phoenix, "warnt vor einem drohenden
Bürgerkrieg in seinem Heimatland Syrien. 'Die Machthaber
geben nicht die Macht ab, sondern tun alles, damit es in einen
Bürgerkrieg rutscht', sagte der in Deutschland lebende Autor
in der PHOENIX-Sendung IM DIALOG. Die Folgen einer solchen Eskalation
seien unabsehbar. Syrien sei ein 'wichtiger Dominostein' in der
Region."
29. März, WELT ONLINE: "Abgesehen von Deutschland leistet
der Westen Hilfe", Mara Delius und Alan Posener. - Schami
spreche über die Aufstände in seiner Heimat Syrien.
Deutschland im Merkel-Westerwelle-Format habe für ihn einen
Rückschlag erlebt.
30. März, FR online: "Ein neues Zeitalter", Interview:
Thomas Wolff - Untertitel: "Der Schriftsteller Rafik Schami
über die Revolte in seinem Heimatland Syrien, den Machtverlust
arabischer Sippen und einen historischen Fehler der Bundesregierung"
- Nicht zuletzt auch in diesem Interview wird Schami ganz persönlich,
wenn er von einem alten Freund erzählt, der wie seine Schwester
in Damaskus lebe. Er mache sich Sorgen um die Beiden. Mit seiner
Schwester telefoniere er bis zu zweimal täglich.
31. März, FAZ.NET "Die arabischen Diktatoren ähneln
Kernkraftwerken", Das Gespräch führte Eren Güvercin
- Rafik Schami habe lange ein düsteres Bild seines Heimatlandes
gezeichnet. Jetzt sei der Schriftsteller überrascht, wütend
und doch voller Hoffnung. Der politische Frühling in Syrien
sei endlich angebrochen.
4. April, taz online: "Schneller
als die Geheimdienste", Interview ANDREAS FANIZADEH,
"...über die Situation in seiner alten Heimat, die unglaubwürdige
Rolle der Muslimbrüder und die politischen Fehler des Westens".
Wichtigste Quellen:
Rafik Schami im Gespräch mit Corinna Spies, BR, Sendetag:
03.04.1998, 20.15 Uhr.
Achim Fehrenbach: Durch die Hintertür nach Syrien. ZEIT (47/2002)
Christiane Schwalbe porträtiert den syrischen
Autor, Radio Bremen |
| |
| Dokumentation
der Rede zum 9. Bundeskongress für Politische Bildung: Dem
Morgen begegnen, heißt Hoffnung haben. 7 Bemerkungen eines
hoffnungsvollen Pessimisten. |
| Rafik
Schami erzählt aus seinem Roman Die dunkle Seite der Liebe,
Soundfile. |
| Rafik
Schami erzählt aus seinem Roman Die dunkle Seite der Liebe,
Soundfile,
2. Teil. |
| taz
online: "Schneller
als die Geheimdienste", Interview ANDREAS FANIZADEH v.
4.04.2011. |
|
NZZ Online: "Kinder
haben die syrische Revolution gezündet", Interview:
Isabelle Imhof. |
| Christiane
Schwalbe porträtiert den syrischen Autor, Radio Bremen
(mit vielen Sounddateien!) |
| 2006
- 2011 © by Janko Kozmus |
| |
| (noch
nicht aufgenommen) |
| |
Alaa al Aswani, Ägypten |
Tahar Ben Jelloun, Marokko |
|
Assia Djebar, Algerien
|
Tarek Eltayeb, Sudan |
Gamal al-Ghitani, Ägypten |
|
Khalil Gibran, Libanon
|
Mohammed Khaïr-Eddine, Marokko |
Yasmina Khadra, Algerien |
Sahar Khalifa, Palästina |
|
Abbas Khider, Irak/Deutschland
|
|
Elias Khoury, Libanon
|
|
Ibrahim al-Koni, Libyen
|
|
Amin Maalouf, Libanon
|
|
Nagib Machfus, Ägypten
|
|
Alia Mamduch, Irak
|
|
Nawal El Saadawi, Ägypten
|
Boualem Sansal, Algerien |
Hamid Skif, Algerien |
Ahdaf Soueif, Ägypten |
|
Miral al-Tahawi, Ägypten
|
Najem Wali, Irak |
Mustafa Zikri, Ägypten |
| |
|