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IVAN VLADISLAVIĆ
(* 1957)
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IVAN VLADISLAVIC (*1957)

1957
wird Ivan Vladislavic in Pretoria geboren; er ist irisch-kroatischer Abstammung[1].

1970er
Studium von Afrikaan und Englisch in Johannesburg an der University of the Witwatersrand.

1980er
Lektor des oppositionellen Verlags Ravan Press.
Mitherausgeber des Staffrider magazine.

1988
Bibliografische Angabe Ten Years of Staffrider. Hgg. v. Andries Oliphant u. Ivan Vladislavic.

DAS AKTUELLE BUCH:
VLADISLAVIC: Johannesburg.Insel aus Zufall bei amazon bestellen
JOHANNESBURG:
INSEL AUS ZUFALL
Kurzbeschreibung
1989
Bibliografische Angabe Missing persons (dt: Die Terminal-Bar und andere endgültige Geschichten : Erzählungen aus Südafrika; Übersetzung: Gabriele Cenefels. Ffm 1994)[2]
Absatz Beginn der Arbeit als freier Lektor und freier Schriftsteller.
1991
Ivan Vladislavic wird mit dem in Südafrika für junge Talente vergebenen Olive Schreiner Preis für Missing Persons ausgezeichnet.
1993
Bibliografische Angabe The Folly (dt: Der Plan des Baumeisters; Übersetzung: Marion Walter. Ffm 1998), Roman. Kapstadt 1993
Absatz Ivan Vladislavic wird mit dem südafrikanischen CNA Award für The Folly ausgezeichnet.
1994
wird Ivan Vladislavic mit dem südafrikanischen Thomas Pringle Preis für die beiden Kurzgeschichten Propaganda by monuments und The Whites Only Bench ausgezeichnet.
1997
Ehrenhafte Erwähnung der Kurzgeschichte Propaganda by monuments beim Noma Award for Publishing in Africa.
1998
Bibliografische Angabe Blank-- : architecture, apartheid and after. Hgg.v Hilton Judin und Ivan Vladislavic. Kapstadt 1998
Absatz Einjähriger Aufenthalt in Deutschland mithilfe eines Stipendiums der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, vermittelt durch J.M. Coetzee. Während dieser Zeit Arbeit an Portrait with Keys. Joburg and What-What.
1996
Bibliografische Angabe Propaganda by monuments[3] & other stories (Propaganda durch Denkmäler & andere Geschichten), Erz. Kapstadt 1996.
2000
Bibliografische Angabe T’kama-Adamastor. Essaysammlung[4] v. Cyril Coetzee, hgg. Ivan Vladislavić.
2001
Bibliografische Angabe The restless supermarket[5] (Der rastlose Supermarkt), Roman. Kapstadt 2001
2002
Bibliografische Angabe
Absatz Ivan Vladislavic wird mit dem südafrikanischen Sunday Times Fiction Prize für The Restless Market ausgezeichnet.
2004
Bibliografische Angabe Exploded View (Einzelteildarstellung). Kapstadt 2004.- Vier Geschichten, die sich um vier Männer in Johannesburg drehen, die mit der Situation nach dem Fall der Apartheid umzugehen versuchen: einem Statistiker, zuständig für die Volkszählung, einem Ingenieur mit Beziehungen zum Stadtrat, einem Künstler, der sich mit Völkermord und einem Bauunternehmer, der sich mit der Anbringung von Werbeflächen beschäftigt.
2005
Bibliografische Angabe Willem Boshoff, a monograph on the South African conceptual artist (Willem Boshoff, Eine Monographie über den südafrikanischen Konzeptkünstler). New York/Johannesburg 2005.
2006
Bibliografische Angabe Portrait with Keys: The City of Johannesburg Unlocked (auch: Portrait with Keys. Joburg and What-What; dt: Johannesburg: Insel aus Zufall; Übersetzung: Thomas Brückner. München 2008)[6]. Kapstadt 2006. - 138 Kurztexte - Passagen -, in denen die Stadt Johannesburg in der Konfrontation mit dem Wechsel beschrieben wird.

2007
Ivan Vladislavic wird mit dem mit R 75.000 dotierten Sunday Times Alan Paton Award for Nonfiction für Portrait with Keys: The City of Johannesburg Unlocked ausgezeichnet.

 

ST Lit Speech: Ivan Vladislavic

(Dankesrede zur Verleihung
des Alan Paton-Preises
der südafrikan. Sunday Times)

2008
Aufenthalt in Rantum auf Sylt als Stipendiat der Stiftung KUNST: RAUM SYLT QUELLE.
Bibliografische Angabe William Kentridge: Tapestries. (William Kentridge: Wandteppiche) Hgg. von Carlos Basualdo, Gabriele Guercio u. Ivan Vladislavić. New Haven 2008.
Ivan Vladislavic lebt mit seiner Familie in Johannesburg, im Stadtteil Kensington[7].
STIMME(N):

"Ich bin ja kein 'Gentleman of Pleasure', der mit hinter dem Rücken zusammengelegten Händen herumflaniert. Das Blasierte fehlt mir auch, hoffe ich. Ich finde, der Spaziergang passt ganz gut zu meinem Temperament als Schriftsteller. Ich habe mich schon immer mehr für die Kleinteiligkeiten interessiert, und die sieht man besser, wenn man geht. Ich habe eben keine große epische Vision." - Vladislavić über Vladislavić, in: Tagesspiegel-Interview, 2008

ANMERKUNGEN:
1) Gefragt von dem Interviewer Christopher Warnes nach der Herkunft seines Nachnamens, antwortet I.V.: "Der Name ist kroatisch. Meine Großeltern vätererlicherseits waren kroatische Immigranten. Meine Vater wurde in Südafrika geboren. Und mütterlicherseits ist mein Hintergrund irisch und englisch mit einem deutschen Einschlag. Ich bin zweite Generation Südafrika, auf beiden Seiten." - Vgl. Interview with Ivan Vladislavic v. Christopher Warnes.
2) Missing Persons, die erste Veröffentlichung des Autors, ist eine Kurzgeschichtensammlung. In einem Interview wird Ivan Vladislavić gefragt, ob er eine bestimmte Literaturform bevorzuge, seine Antwort: Kurzgeschichten seien gut, um mit dem Schreiben anzufangen. "Ich dachte eine Weile lang, dass Short Stories am besten zu mir passten, aber später stellte ich fest, dass meine Ideen über das kleine Format hinauswucherten. Nun habe ich keine Vorliebe. Ich versuche nur meiner Intuition zu folgen, was die Form angeht, wie jeder andere. Zu hoffen ist, dass die Form meinen Anliegen folgt. Es ist weniger die Entscheidung, einen Roman schreiben, um dann herausfinden zu wollen, worum er sich dreht, als mehr oder weniger ein Nebeneinander von dem, was ich schreiben will und welche Form es annehmen soll". - Vgl. Interview Pamela Jooste.
3) Die Titelgeschichte Propaganda by monuments handelt von der "Demontage des Kommunismus"- Vgl. Interview with Ivan Vladislavic v. Christopher Warnes.
4) Sammlung von Essays über eine monumentale narrative Leinwand von Cyril Coetzee.
5) Der satirische Roman spielt in den letzten Tagen der Apartheid im Johannesburger Stadtviertel Hillbrow; ein Abgesang auf die Zeit der Apartheid und als solcher von der Kritik überwiegend als literarisch überzeugendster bezeichnet.
6) Befragt in einem Interview, was die größte Herausforderung beim Verfassen dieses Buches gewesen sei, antwortet der Autor: "Schwierig zu sagen. Ich glaube, eine der Herausforderungen war es, aus der Sammlung ein kohärentes Buch zu schaffen, weil es in einer solch langen Zeit geschrieben wurde" -. Vgl. Tales of the City, Interview der Sunday Times, S.A. v. 27.05.2007; Übersetzung: J.K. - Acht Jahre dauerte übrigens nach Ivan Vladislavićs Angaben die Fertigstellung dieses Bandes. Die Produktionsdauer eines Werkes besagt an sich noch nichts über seine Qualität. Eine einigermaßen vorurteilsfreie Bewertung von Portrait with Keys. Joburg and What-What, der literarischen Beschreibung einer Stadt in 138 Passagen, gestaltet sich recht schwierig, was durch die Gattungszuordnung "Nonfiktion", die einen "literarischen Wert" auszuschließen scheint, nicht gerade erleichtert wird. Hier zeigt sich m. E. einmal mehr das Problem der Zuordnung "Sachbuch", im Deutschen mehr als im Angelsächsischen, weil dort keine scharfe Trennung zwischen "hoher" und "unterhaltender" Literatur erfolgt und insofern das literarische Element nicht von vorneherein ausgeschlossen wird. Vielleicht ist dies mit ein Grund, dass der Begriff "nonfiction" weniger einschläfernd wirkt, als die Sachbuchzuordnung im Deutschen, die - trotz der Nähe zur Autobiografie - sogleich ein mindestens unterdrücktes Gähnen evoziert, was diesem Buch mit Sicherheit Unrecht tut, da die Besprechungen allesamt positiv, ja begeistert ausfallen. Johannesburg sei nach der Zäsur, der Abschaffung der Apartheid und damit der - rigorosen - Ordnungsmacht zunehmend eine Stadt der Gewalt geworden, beschreibt beispielsweise Axel Timo Purr, der Rezensent der Süddeutschen Zeitung, den Inhalt des Buches. Auf seinen Spaziergängen kehre Vladislavić immer wieder an dieselben Orte zurück, berichte - mal "mit essayistischer Schärfe, dann wieder mit lyrischen Untertönen" vom Verfall weißer Kultur und erzeuge so eine "morbide Spannung". Wie hier kann der aufmerksame Leser auch in den anderen Kritiken unschwer herauslesen: Dieses Werk ist Nonfiktion mit hohem literarischem Wert.- J.K.
7) In einem Interview mit dem Berliner TAGESSPIEGEL erzählt Vladislavić vom Wohnen in diesem Stadtteil: "Wir leben dort seit 16 Jahren. Es ist ein traditionelles Mittelklasseviertel, das in den letzten Jahren durch massive Zuwanderung stark verloren hat. Kensington ist bereits seit der Stadtgründung im Jahr 1886 ein Wohnviertel. Während Downtown in die Höhe gebaut ist, stehen bei uns Einfamilienhäuser mit großen Gärten …" "… die man von der Straße aus nicht sehen kann, weil sie hinter Mauern sind.", hakt die Interviewerin Esther Kogelboom nach. I. V. antwortet: " Ja. In letzter Zeit erholt sich Kensington wieder etwas: Anwohner eröffnen Pensionen – die Stadt subventioniert solche Bemühungen, weil wir zur Fußball-WM Unterkünfte brauchen und das Ellis-ParkStadion ganz in der Nähe ist." Vgl. Tagesspiegel-Interview.
Wichtigste Quellen:
In den Straßen von Johannesburg, Interview v. Esther Kogelboom mit
Ivan Vladislavić, in: Tagesspiegel v. 25.05.2008
Interview with Ivan Vladislavic v. Christopher Warnes, in: Modern Fiction Studies - Volume 46, Number 1, Spring 2000 (Das Interview fand am 8. Jan. 1999 in Johannesburg statt)
Pamela Jooste in conversation with Ivan Vladislavic, bei LitNet 9. März 2005
Tales of the City, Interview der Sunday Times, S.A. mit Ivan Vladislavić v. 27.05.2007
LINKS:
Zur Verleihung des Sunday Times Fiction-Award, Sunday Times v. 21.07.2002, Afrika-Chronik
Video-Interview mit Ivan Vladislavić, Sunday Times, annlässlich der Shortlist-Nominierung f. den Alan Paton Award, 2007.
In den Straßen von Johannesburg, Interview v. Esther Kogelboom mit Ivan Vladislavić, in: Tagesspiegel v. 25.05.2008
Pamela Jooste in conversation with Ivan Vladislavic, bei LitNet 9. März 2005
Erinnern und Schreiben nach der Apartheid, v. Ivan Vladislavić, übersetzt v. Thomas Brückner, Mai 1997
2008 © by Janko Kozmus
REZENSIONEN
(noch nicht aufgenommen)
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