1989
Missing persons (dt: Die Terminal-Bar und andere endgültige
Geschichten : Erzählungen aus Südafrika; Übersetzung:
Gabriele Cenefels. Ffm 1994)[2]
Beginn der Arbeit als freier Lektor und freier Schriftsteller.
1991
Ivan Vladislavic wird mit dem in Südafrika
für junge Talente vergebenen Olive Schreiner Preis für
Missing Persons ausgezeichnet.
1993
The Folly (dt: Der Plan des Baumeisters; Übersetzung:
Marion Walter. Ffm 1998), Roman. Kapstadt 1993
Ivan Vladislavic wird mit dem südafrikanischen CNA Award
für The Folly ausgezeichnet.
1994
wird Ivan Vladislavic mit dem südafrikanischen Thomas
Pringle Preis für die beiden Kurzgeschichten Propaganda
by monuments und The Whites Only Bench ausgezeichnet.
1997
Ehrenhafte Erwähnung der Kurzgeschichte Propaganda by
monuments beim Noma Award for Publishing in Africa.
1998
Blank-- : architecture, apartheid and after. Hgg.v Hilton
Judin und Ivan Vladislavic. Kapstadt 1998
Einjähriger Aufenthalt in Deutschland mithilfe eines Stipendiums
der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, vermittelt durch J.M. Coetzee.
Während dieser Zeit Arbeit an Portrait with Keys. Joburg
and What-What.
1996
Propaganda by monuments[3]
& other stories (Propaganda durch Denkmäler & andere
Geschichten), Erz. Kapstadt 1996.
2000 T’kama-Adamastor. Essaysammlung[4]
v. Cyril Coetzee, hgg. Ivan Vladislavić.
2001
The restless supermarket[5]
(Der rastlose Supermarkt), Roman. Kapstadt 2001
2002
Ivan Vladislavic wird mit dem südafrikanischen Sunday
Times Fiction Prize für The Restless Market ausgezeichnet.
2004
Exploded View (Einzelteildarstellung). Kapstadt 2004.- Vier
Geschichten, die sich um vier Männer in Johannesburg drehen,
die mit der Situation nach dem Fall der Apartheid umzugehen versuchen:
einem Statistiker, zuständig für die Volkszählung,
einem Ingenieur mit Beziehungen zum Stadtrat, einem Künstler,
der sich mit Völkermord und einem Bauunternehmer, der sich
mit der Anbringung von Werbeflächen beschäftigt.
2005
Willem Boshoff, a monograph on the South African conceptual artist
(Willem Boshoff, Eine Monographie über den südafrikanischen
Konzeptkünstler). New York/Johannesburg 2005.
2006
Portrait with Keys: The City of Johannesburg Unlocked (auch:
Portrait with Keys. Joburg and What-What; dt: Johannesburg:
Insel aus Zufall; Übersetzung: Thomas Brückner. München
2008)[6].
Kapstadt 2006. - 138 Kurztexte - Passagen -, in denen die Stadt
Johannesburg in der Konfrontation mit dem Wechsel beschrieben
wird.
2007
Ivan Vladislavic wird mit dem mit R 75.000 dotierten
Sunday Times Alan Paton Award for Nonfiction für
Portrait with Keys: The City of Johannesburg Unlocked
ausgezeichnet.
ST
Lit Speech: Ivan Vladislavic
(Dankesrede
zur Verleihung
des Alan Paton-Preises
der südafrikan. Sunday Times)
2008
Aufenthalt in Rantum auf Sylt als Stipendiat der Stiftung KUNST:
RAUM SYLT QUELLE. William Kentridge: Tapestries. (William Kentridge: Wandteppiche)
Hgg. von Carlos Basualdo, Gabriele Guercio u. Ivan Vladislavić.
New Haven 2008.
2010/2011 TJ: Johannesburg Photographs 1948-2010/Double Negative,
Ivan Vladislavic u. David Goldblatt (Fotograf), Fotografien u.
Roman. 2010 Double Negative[8],
Roman. Kapstadt 2011.
Ivan Vladislavic gewinnt mit seinem Roman Double Negative
den mit R. 60.000 dotierten Hauptpreis für Creative Writing
der Universität von Johannesburg 2010/2011.
Nominiert (Shortlist) für den M-Net Literary Award 2011
mit dem Roman Double Negative.
Nominiert (Shortlist) für den Sunday Times Fiction Prize
2011 mit dem Roman Double Negative.
Ivan
Vladislavic
lebt mit seiner Familie in Johannesburg, im Stadtteil Kensington[7].
"Ich
bin ja kein 'Gentleman of Pleasure', der mit hinter dem Rücken
zusammengelegten Händen herumflaniert. Das Blasierte fehlt mir
auch, hoffe ich. Ich finde, der Spaziergang passt ganz gut zu
meinem Temperament als Schriftsteller. Ich habe mich schon immer
mehr für die Kleinteiligkeiten interessiert, und die sieht man
besser, wenn man geht. Ich habe eben keine große epische Vision."
- Vladislavić über Vladislavić, in: Tagesspiegel-Interview,
2008
1)
Gefragt
von dem Interviewer Christopher Warnes nach
der Herkunft seines Nachnamens, antwortet I.V.: "Der Name
ist kroatisch. Meine Großeltern vätererlicherseits
waren kroatische Immigranten. Meine Vater wurde in Südafrika
geboren. Und mütterlicherseits ist mein Hintergrund irisch
und englisch mit einem deutschen Einschlag. Ich bin zweite Generation
Südafrika, auf beiden Seiten." - Vgl.
Interview with Ivan Vladislavic v. Christopher Warnes.
2)Missing Persons, die erste Veröffentlichung des Autors,
ist eine Kurzgeschichtensammlung.
In einem Interview wird Ivan Vladislavić gefragt, ob er eine
bestimmte Literaturform bevorzuge, seine Antwort: Kurzgeschichten
seien gut, um mit dem Schreiben anzufangen. "Ich dachte eine
Weile lang, dass Short Stories am besten zu mir passten, aber
später stellte ich fest, dass meine Ideen über das kleine
Format hinauswucherten. Nun habe ich keine Vorliebe. Ich versuche
nur meiner Intuition zu folgen, was die Form angeht, wie jeder
andere. Zu hoffen ist, dass die Form meinen Anliegen folgt. Es
ist weniger die Entscheidung, einen Roman schreiben, um dann herausfinden
zu wollen, worum er sich dreht, als mehr oder weniger ein Nebeneinander
von dem, was ich schreiben will und welche Form es annehmen soll".
- Vgl. Interview Pamela Jooste.
3)
Die
Titelgeschichte Propaganda by monuments handelt von der
"Demontage des Kommunismus"- Vgl. Interview with Ivan
Vladislavic v. Christopher Warnes.
4)
Sammlung
von Essays über eine monumentale narrative Leinwand von Cyril
Coetzee.
5)
Der
satirische Roman spielt in den letzten Tagen der Apartheid im
Johannesburger Stadtviertel
Hillbrow;
ein
Abgesang auf die Zeit der Apartheid
und als solcher von der Kritik überwiegend als literarisch
überzeugendster bezeichnet.
6)
Befragt
in einem Interview, was die größte Herausforderung
beim Verfassen dieses Buches gewesen sei, antwortet der Autor:
"Schwierig zu sagen. Ich glaube, eine der Herausforderungen
war es, aus der Sammlung ein kohärentes Buch zu schaffen,
weil es in einer solch langen Zeit geschrieben wurde" -.
Vgl. Tales of the City, Interview der Sunday Times, S.A. v. 27.05.2007;
Übersetzung: J.K. - Acht Jahre dauerte übrigens nach
Ivan Vladislavićs Angaben die Fertigstellung dieses Bandes.
Die Produktionsdauer eines Werkes besagt an sich noch nichts über
seine Qualität. Eine einigermaßen vorurteilsfreie Bewertung
von Portrait with Keys. Joburg and What-What, der literarischen
Beschreibung einer Stadt in 138 Passagen, gestaltet sich recht
schwierig, was durch die Gattungszuordnung "Nonfiktion",
die einen "literarischen Wert" auszuschließen scheint,
nicht gerade erleichtert wird. Hier zeigt sich m. E. einmal mehr
das Problem der Zuordnung "Sachbuch", im Deutschen mehr als im
Angelsächsischen, weil dort keine scharfe Trennung zwischen
"hoher" und "unterhaltender" Literatur erfolgt und insofern das
literarische Element nicht von vorneherein ausgeschlossen wird.
Vielleicht ist dies mit ein Grund, dass der Begriff "nonfiction"
weniger einschläfernd wirkt, als die Sachbuchzuordnung im
Deutschen, die - trotz der Nähe zur Autobiografie - sogleich
ein mindestens unterdrücktes Gähnen evoziert, was diesem
Buch mit Sicherheit Unrecht tut, da die Besprechungen allesamt
positiv, ja begeistert ausfallen. Johannesburg sei nach der Zäsur,
der Abschaffung der Apartheid und damit der - rigorosen - Ordnungsmacht
zunehmend eine Stadt der Gewalt geworden, beschreibt beispielsweise
Axel Timo Purr, der Rezensent der Süddeutschen Zeitung, den
Inhalt des Buches. Auf seinen Spaziergängen kehre Vladislavić
immer wieder an dieselben Orte zurück, berichte - mal "mit
essayistischer Schärfe, dann wieder mit lyrischen Untertönen"
vom Verfall weißer Kultur und erzeuge so eine "morbide Spannung".
Wie hier kann der aufmerksame Leser auch in den anderen Kritiken
unschwer herauslesen: Dieses Werk ist Nonfiktion mit hohem literarischem
Wert.- J.K.
7)
In
einem Interview mit dem Berliner TAGESSPIEGEL erzählt Vladislavić
vom Wohnen in diesem Stadtteil: "Wir leben dort seit 16 Jahren.
Es ist ein traditionelles Mittelklasseviertel, das in den letzten
Jahren durch massive Zuwanderung stark verloren hat. Kensington
ist bereits seit der Stadtgründung im Jahr 1886 ein Wohnviertel.
Während Downtown in die Höhe gebaut ist, stehen bei uns Einfamilienhäuser
mit großen Gärten …" "… die man von der Straße aus nicht
sehen kann, weil sie hinter Mauern sind.", hakt die Interviewerin
Esther Kogelboom nach. I. V. antwortet: " Ja. In letzter
Zeit erholt sich Kensington wieder etwas: Anwohner eröffnen Pensionen
– die Stadt subventioniert solche Bemühungen, weil wir zur Fußball-WM
Unterkünfte brauchen und das Ellis-ParkStadion ganz in der Nähe
ist." Vgl. Tagesspiegel-Interview.
8)
Der
Roman erschien zunächst in einem gemeinsamen Band mit Bildern
des Fotografen David Goldblatt; er beschreibt das Aufeinandertreffen
des Studienabbrechers Neville Lister mit dem - fiktiven - Fotografen
Saul Auerbach in der Ära der Apartheid.
Wichtigste
Quellen:
In den Straßen von Johannesburg, Interview v. Esther Kogelboom
mit Ivan
Vladislavić, in: Tagesspiegel v. 25.05.2008
Interview with Ivan Vladislavic v. Christopher Warnes, in: Modern
Fiction Studies - Volume 46, Number 1, Spring 2000 (Das Interview
fand am 8. Jan. 1999 in Johannesburg statt)
Pamela Jooste in conversation with Ivan Vladislavic, bei LitNet
9. März 2005
Tales
of the City, Interview der Sunday Times, S.A. mit
Ivan Vladislavić v.
27.05.2007