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1956[1]
wird Najem (auch: Najm) Wali in der südirakischen
Stadt Basra geboren.
1970er
Studium der deutschen Literatur an der Universität
Bagdad.
1976
Am 14. Juli, dem frz. Nationalfeiertag kommt Najem
Wali mit dem Wunsch, Filmregie zu studieren und mit 200
Dollar in der Tasche mit Irakian Airlines in Paris
an. Bereits nach zwei Monaten zwingt ihn Geldnot, in die
Heimat zurückzukehren.
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1978
Abschluss des Studiums, anschließend wird Najem Wali
zum Militärdienst eingezogen. |
1980
Sechs Wochen vor Ausbruch des iranisch-irakischen Krieges ist
Walis Wehrdienst regulär beendet. Bei Ausbruch des Krieges
am 22. Sept. wird ein Teil seines Jahrgangs erneut einberufen.
Najem Wali fälscht sein Wehrheft und reist illegal aus[2];
Emigration nach Hamburg. |
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1980er
Germanistikstudium und Abschluss in Hamburg.
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1987
Umzug nach Madrid, um spanische Literatur zu studieren. |
1989
Der
Krieg im Vergnügungsviertel[3],
Roman. Hamburg 1989. |
1990
Rückkehr nach Hamburg.
Hier
in dieser fernen Stadt. Hamburg 1990. Erz. |
1993
Studienaufenthalt in Oxford. |
1995
Studienaufenthalt in Florenz.
Laylat
Mary al-akhirah, Roman. Kairo 1995. |
1997
Makan
ismuhu Kumait (dt: Ein Ort namens Kumait), Roman. Kairo
1997. |
1999
Fâs
maa Mâtîldâ (Waltzing Mathilda),
Erzählungen. Damaskus 1999. |
2004
Nach über 20 Jahren der Abwesenheit besucht Najem Wali seine
Heimat; Wiedersehen mit der Familie. |
2005
Tal
al-lahm: qisat marayâ Sayid Muslat-riwâyah[4]
(dt: Die Reise nach Tell al-Lahm; Übersetzung: Imke
Ahlf-Wien. München 2004), Roman[5].
- Der Erzähler des Romans kehrt vom Militärdienst nach
Hause zurück und erfährt von einer Nachbarin, seine
Frau sei mit ihrem Ehemann durchgebrannt. Gemeinsam machen sie
sich auf eine bizarre Reise, um die Durchgebrannten zu suchen
und erzählen sich dabei ebenso bizarr-düstere Geschichten
voneinander und von Menschen, deren Lebenswege sie gekreuzt haben.
Waltzing
Matilda, Erz., in: Writing the World on Globalization,
Hg.: David Rothenberg/Wandee J. Pryor
Sûrat
Yûsuf : hikâyât hânat al-madînah
(dt: Jussifs Gesichter. Roman aus der Mekka-Bar; Übersetzung:
Imke Ahlf-Wien. München 2008), Roman.- Die beiden Brüder
Jussif und Junis sind in ihrer Jugend in dasselbe Mädchen verliebt.
Nachdem dieses sich für Jussif entscheidet, gibt Junis ihr
einen Kuchen mit Nägeln zu essen. Sie stirbt, aber nicht Junis,
sondern Jussif kommt dafür ins Gefängnis. Seitdem ist das
Verhältnis der Brüder eine ewige Konkurrenz. Im Krieg wird daraus
tödlicher Ernst. Als Junis nach dem Aufstand gegen Saddam Hussein
verschwindet, nimmt Jussif seinen Namen an, ohne zu ahnen, dass
sein Bruder als Henker gesucht wird. Niemand lässt sich von
seiner Unschuld überzeugen. |
2008
Wars in distant lands, Erz., in: Harper's Magazine v. Febr.
2008, S. 75-80.
Journey
into the Heart of the Enemy (dt: Reise in das Herz des Feindes;
Übersetzung aus dem Arabischen von Imke Ahlf-Wien. München
2009), Buch über eine Reise nach Israel.[6]
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| Najem
Wali lebt als Journalist und freier Autor in Berlin. |
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(Noch nicht aufgenommen)
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| 1)
Im
deutsch- und englischsprachigen
Internet tauchen zwei Geburtsdaten
von Najem Wali auf. Zum Einen der 20. Okt. und zum Anderen der
1. Juli. Beide Daten erscheinen in Walis autobiografisch gefärbten,
aber fiktiven Text Waltzing Matilda.
Was den 1. Juli angeht, wird nach
einer scherzhaften Bemerkung der Titelfigur Mathilda in
einer Fußnote erläutert,
es habe einen Erlass von König
Faisal II gegeben, demzufolge alle Iraker, die vor 1958 geboren
waren, den 1. Juli, den Geburtstag des Herrschers, als offiziellen
Geburtstag zu führen hätten. Tatsächlich wurde
Faisal II am 2. Mai (1935) geboren. Nach Mathildas Bemerkung zum
1. Juli antwortet "fast
automatisch" der Ich-Erzähler
"Wednesday, the twentieth of October, at 10:33". Sein
Großvater, seines Zeichens Inspektor der Datenproduktion
in der Basra-Gegend, habe als einzige Großtat in seinem
Leben sein, des Ich-Erzählers Geburtsdatum samt Geburtsstunde
notiert. |
| 2)
Vgl. Najem
Wali im Gespräch mit Armin Kratzert, br-online v. 9.01.2006.-
Einige
Internetquellen sprechen davon, der Autor sei in der Sadam Hussein-Ära
gefoltert worden und habe deshalb das Land verlassen. Diese Angabe
konnte nicht eindeutig bestätigt werden. In dem genannten,
sehr persönlichen Gespräch des BR
ist von Folter jedenfalls nicht die Rede. Najem Wali habe das
Land verlassen, weil er - wie oben beschrieben - wieder eingezogen
werden sollte. Er wird mit folg. Gedanken zitiert:: "Nein, das
ist nicht mein Krieg, kein Krieg ist mein Krieg und ich werde
nicht hingehen". |
| 3)
Das
englischsprachige Magazin arabischer Literatur Banipal
gibt an, dieser Roman sei nach der deutschen Ausgabe in Arabisch
erschienen, genaue Daten konnten nicht ermittelt werden. |
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4) Der
Roman Die Reise nach Tell al-Lahm wurde von der Literaturkritik
widersprüchlich aufgenommen. Die Attribute, mit denen er
bedacht wurde, reichen vom kritischen "mileugerecht"
über "märchenhaft und burlesk" bis zu "märchenhaft
wie aus Tausendundeiner Nacht". Der Rezensent der linken
Wochenzeitung Freitag Ingo Arend schreibt:
"Sätze wie 'Die Gegenstände pulsierten vor Leben, die Geheimnisse
seufzten. Jedes Ding hat sein Geheimnis, und zuweilen gleiten
sie ineinander', erinnern an den magischen Realismus eines Gabriel
Garcia Marquez. Hier wie da funktioniert der bildmächtige, verrätselte
Roman als rückholende Erinnerung einer vergangenen Zeit - mit
dem negativen Patriarchen Hussein in der Mitte. (...) (Doch) in
der Summe ist Walis Buch (mehr) eine großartige Mischung aus postmoderner
Reflexion über das Erzählen und vitaler Erzählkraft selbst."
Vgl. "Najem Walis Roman Die Reise nach Tell al-Lahm" v. Ingo
Arend, in: Freitag v. 8.10.2004.
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| 5)
Dieser
Roman ist zunächst in dt. Übersetzung und erst danach
im arabischen Original erschienen und bald darauf in mehreren
arabischen Staaten verboten worden. |
| 6)
Carsten
Hueck, der Rezensent vom DEUTSCHLANDRADIO findet nur lobende Worte
für dieses wichtige Buch, das der Autor einem jüdisch-irakischen
Arzt widmete, der ihm einmal als Kind das Leben gerettet habe.
Die Widmung, so C. Hueck, gebe den Grundton des Buches an. "Wali
sucht und findet das Verbindende zwischen Juden und Arabern. (...
) Im Kontext der Lebensgeschichten von Menschen, die ihm dabei
begegnen, zeichnet er immer wieder Etappen des historischen Konflikts
zwischen Arabern und Israelis nach. Insbesondere geht er auch
auf die Situation im Irak, im Libanon und in Syrien ein."
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Wichtigste
Quellen:
Najem Wali im Gespräch mit Armin Kratzert, br-online v.
9.01.2006
"Der Irak ist ein Irrenhaus" Interview mit Najem Wali
v. Katja Reimann im Berliner Tagesspiegel v. 19.03.08
Banipal, Magazine of Modern Arab Literature
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Waltzing
Matilda, Prosatext des Autors (Auszug), in engl. Sprache,
übersetzt aus dem Arabischen v. Marilyn Booth. |
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"Der
Irak ist ein Irrenhaus" Interview mit Najem Wali v. Katja
Reimann im Berliner Tagesspiegel v. 19.03.08 |
| Najem
Wali im Gespräch mit Armin Kratzert, br-online v. 9.01.2006
m |
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2008-2010
© by Janko Kozmus
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(noch nicht aufgenommen) |
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Alia Mamduch, Irak
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Alaa al Aswani, Ägypten |
Tahar Ben Jelloun, Marokko |
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Assia Djebar, Algerien
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Tarek Eltayeb, Sudan |
Gamal al-Ghitani, Ägypten |
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Khalil Gibran, Libanon
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Yasmina Khadra, Algerien
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Mohammed Khaïr-Eddine, Marokko |
Sahar Khalifa, Palästina |
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Elias Khoury, Libanon
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Ibrahim al-Koni, Libyen
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Amin Maalouf, Libanon
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Nagib Machfus, Ägypten
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Nawal El Saadawi, Ägypten
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Boualem Sansal, Algerien |
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Rafik Schami, Syrien/Deutschland
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Hamid Skif, Algerien |
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Miral al-Tahawi, Ägypten
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Mustafa Zikri, Ägypten
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