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Quelle:
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ZK: J.K. --> Zitiert u. kommentiert v. Janko Kozmus ©
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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
18. Mai 1985
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Deutschland ·  
In der Frankfurter Allgemeinen stellt Renate Schostack Nadine Gordimers neuen Erzählband vor: Eine Stadt der Toten, eine Stadt der Lebenden.

Renate Schostack schließt aus einer Aussage der südafrikanischen Autorin, "daß sie, indem sie schreibend Kritik an den bestehenden Verhältnissen übt, eine politische Funktion erfüllt". Die "bestehenden Verhältnisse" seien von der rassistischen Apartheidpolitik der weißen Regierung des Landes geprägt.

Diese Welt - die "Welt der Widerstandskämpfer und der selbstzufriedenen Nutznießer des Systems" - werde in den vorliegenden Erzählungen beschrieben. In der herausragenden Titelgeschichte Out there - so der englische Originaltitel des Buches - denke man gleich "an Kafka, wenn da von einem zunächst rätselhaften Tier die Rede ist, schwarz und menschenähnlich, das die weiße Bevölkerung durch Raub, Diebstähle, Überfälle ängstigt und verstört."

Der andere Blickwinkel richte sich auf die Guerilla-Kämpfer, die "da draußen", eng aufeinander sitzend sich "im Warten üben, ohne einander - das schreibt der revolutionäre Verhaltenskodex vor - als Menschen näherkommen zu dürfen, die ihre Selbstzweifel mit Diskussionen ersticken, deren gegenseitige Fremdheit plötzlich in ein von der Gefahr genährtes euphorisches Glücksgefühl umschlagen kann, diese Beschreibung grenzt ans Wunderbare."

In anderen Geschichten, entdeckt Renate Schostack, einen gelasseneren, leiseren Ton (...)

"Die von einem unauffälligen rhythmischen Wohllaut fließende Sprache ist karg und schmucklos ... die Beschreibung der Menschen ist aufs Äußerste verknappt ..."

Die Rezensentin wünscht sich angesichts der Kargheit des Stils dieser Erzählungen von Nadine Gordimer, diese möge der "Ironikerin, die sie (auch) sein kann, manchmal ein bißchen die Zügel schießen lassen ...". Angesichts der "Meisterhaftigkeit dieser Erzählungen" trete dieser Gedanke allerdings in den Hintergrund.
  (Renate Schostack, FAZ; ZK: J.K.) 
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