| 23.
Januar |
1235 |
In
seiner Geburtstadt Kairo stirbt der arabische**
mystische Dichter Omar Ibn al-Farid. Er beschrieb in lyrischer
Form seine mystizistischen Erfahrungen als Sufi. Er wurde 52
oder 53 Jahre alt. Als Geburtsdatum werden der 22.3.1181 wie
auch der 11.3.1182 angegeben. |
| 18.
Februar |
1372 |
In
Kairo wird der künftige arabische**
Traditions- und Rechtsgelerhte Ahmed ibn Ali (ibn Mohammed)
al-Asqalani → Ibn Ha(d)jar
geboren. |
| |
1449 |
Im
Alter von 77 Jahren stirbt in seiner Geburtsstadt Kairo der
arabische** Traditions- und Rechtsgelerhte
Ahmed ibn Ali (ibn Mohammed) al-Asqalani Ibn Ha(d)jar.
Er verfasste Kommentare zur Traditionskunde und biographische
Werke zu ihren Überlieferern sowie zu Gelehrten und Richtern
seiner Zeit. |
| 20.
August |
1888 |
In
Mansoura, im Nildelta gelegen, wird der künftige Journalist,
Politiker und Schriftsteller →
Muhammad Husayn Haykal (auch: Mohammed
Husain (Hussein) Haikal) geboren. |
| 14.
November |
1889 |
In
einfachen Verhältnissen wird der spätere Schriftsteller
Taha Hussein in dem oberägyptischen Ort Maghaghah geboren.
|
| 9.
Februar |
1892 |
In
Kairo wird der künftige Dichter →
Ahmed Seki Abu Schadi geboren. |
9.
Oktober |
1898 |
Als
Sohn eines angesehenen Richters und einer türkischen Mutter
wird in Alexandria der künftige Schriftsteller und Dramatiker
→ Tawfiq
al-Hakim geboren. |
| 11.
Dezember |
1911 |
Als
jüngstes von sieben Kindern wird in einem Kairoer Altstadtviertel
der spätere Schriftsteller und Nobelpreisträger → Nagib Machfus
geboren.
|
| 19.
März |
1913 |
In
Kairo wird Aischa Bint asch-Schati geboren. Als Aischa Abd ar-Rahman
wird sie künftig in ihrer wissenschaftlich-literarischen
Arbeit die Rückbesinnung auf die freie Frau im frühen
Islam in den Mittelpunkt stellen. |
| 3.
November |
1913 |
→
Albert Cossery,
künftiger ägyptischer Schriftsteller französischer
Sprache, wird in Kairo als Sohn koptischer Eltern geboren. |
| 16.
März |
1926 |
Der
spätere Romancier, Literatur- und Kunstkritiker Edwar
al-Charrat wird in Alexandria in eine koptische Familie
hineingeboren, der Vater stammt aus Akhmeem in Oberägypten,
die Mutter aus al-Turranah, westlich des Nildeltas. |
| 08.
August |
1923 |
Die
künftige Schriftstellerin →
Latifa al-Zayyat wird in Damiette, im
Nildelta geboren. |
| 14.
Juni |
1929 |
In
der im Nildelta gelegenen Ortschaft Zagazig wird der künftige
Dramatiker →
Alfred Farag geboren. |
| 5.
Juni |
1930 |
In
eine wohlhabende türkisch-ägyptische Familie hinein
wird in Kairo die künftige Frauenrechtlerin und Erzählerin
Alifa Rifaat geboren. |
| 3.
Mai |
1931 |
In
Zagazig wird der spätere Dichter Salah Abd as-Sabur geboren.
|
| 27.
Oktober |
1931 |
In
dem bei Kairo gelegenen Dorf Kafr Tahla wird die künftige
Ärztin und Schriftstellerin → Nawal El Saadawi
geboren; ihr Vater ist Zivilbediensteter im Bildungsministerium,
ihre Mutter gehört der Oberschicht an. |
| 21.
Juli |
1932 |
Der
1871 im oberägyptischen Dhababija geborene Schriftsteller
Mohammed Hafis Ibrahim stirbt in Kairo. Er war Redakteur von
→
Al-Ahram und Bibliothekar der Kairoer Staatsbibliothek.
In seinen Schriften kam das Streben nach nationaler Unabhängigkeit
zum Ausdruck. Seine Lyrik (→ Diwan)
umfasste 3 Bände, die in den Jahren 1901-1937 erschienen.
|
| 22.
Juli |
1932 |
Erste
Veröffentlichung einer Kurzgeschichte von → Nagib Machfus:
Fatrah min Al-Shabab (A Period of One's Young Age), in:
Al-Siyasa, Kairo. |
| 3.
März |
1935 |
In
einem nordägyptischen Dorf bei Tanta wird der künftige
Schriftsteller Ibrahim Aslan geboren. |
| . |
1939 |
Said
al-Kafrawi, der spätere Schriftsteller, wird in Kafr Higazi,
in der Nähe von Al-Mahalla im Nildelta gelegen, geboren.
|
| 17.
Oktober |
1941 |
In Kairo stirbt die Frauenrechtlerin und Verfasserin bedeutender
Briefwechsel May Ziadeh [auch: Ziade oder Ziadé
oder Ziada].
Der Briefwechsel der im palästinensischen Nazareth geborenen
Ziadeh mit der ägyptischen Frauenrechtlerin Bahithat al-Badia
sowie mit dem libanesischen Schriftsteller → Khalil Gibran
wird große Bedeutung erlangen. |
| 18.
September |
1944 |
Erste Kritik eines Prosawerks von → Nagib Machfus,
des Romans Kifah Tiba (Ein Kampf um Theben):
"Obwohl ich mich zurückzuhalten versuche, diesen Roman
mit Lob zu überschütten, bin ich ergriffen von überwältigendem
Enthusiasmus und von Freude; ein Gefühl, das ich dem Leser
gestehen muss in der Hoffnung, dieses Geständnis werde
mir erlauben, den Roman so nüchtern und objektiv zu bewerten
wie es sich für jede Kritik ziemt."
(Sayed Qot in: Al-Risalah, Kairo, zitiert nach Al-Ahram
Weekly v. 13.12.2001, ÜE:
J.K.) |
| 9.
Mai |
1945 |
Im
oberägyptischen Guhaina wird der spätere Schriftsteller
→ Gamal
al-Ghitani geboren. |
|
26.
Mai |
1946 |
"Während
die Studentenrebellion von pro-britischen Autoritäten auf
der berühmten Abbas-Brücke in Manial [Kairo] brutal
niedergeschmettert wird," wird mehr als ein halbes Jahrhundert
später Youssef Rakha in der ägyptischen Zeitung Al Ahram
schreiben, "wird Radwa [Ashour] in einem 'vom Nil umgebenen
Haus' geboren,
nur wenige Schritte vom Massaker entfernt." (Youssef Rakha
in seinem Portrait der ägyptischen Schriftstellerin Radwa
Ashour, in: Al-Ahram Weekly Nr. 466 v. 27. Jan. - 2.
Feb. 2000, ÜE:
J.K.) |
| 2.
Dezember |
1946 |
In
Alexandria wird der künftige Schriftsteller Ibrahim Abdel-Meguid
geboren. |
| 15.
Mai |
1948 |
Wegen
politischer Aktionen gegen die britische Besatzungsmacht wird
der spätere Romancier, Literatur- und Kunstkritiker Edwar al-Charrat
verhaftet. Er wird fast zwei Jahre in Lagerhaft verbringen müssen.
|
| 23.
März |
1950 |
Als
Tochter akademischer Eltern wird die zufünftige Schriftstellerin
→ Ahdaf
Soueif
in Kairo geboren. Ihre Mutter, Fatma Moussa, unterrichtet
Englische Lliteratur und ihr Vater, Mustafa Soueif, Psychologie. |
| |
1955 |
Im
Alter von 63 Jahren stirbt der ägyptische Dichter Ahmed Seki
Abu Schadi in Washington (D.C). Der ausgebildete Mediziner verfasste
zwischen 1910 und 1948 mehrere → Diwane
mit unterschiedlichen Themen. 1932 begründete er die Apollo-Gesellschaft,
der bedeutende ägypt. Dichter angehörten. 1946 wanderte
er in die USA aus. |
| |
1956 |
Im
Alter von 68 Jahren stirbt in Kairo der Politiker und Schriftsteller
Muhammad Husayn Haykal (auch: Mohammed Husain (Hussein) Haikal).
Sein 1914 veröffentlichtes Werk Zainab gilt als
der erste Roman der modernen arabischen Schriftsprache; das
Buch wurde u.a. ins Deutsche übertragen.
Haykal studierte Jura und promovierte 1912 an der Pariser Sorbonne.
Nach der Rückkehr in seine Heimat arbeitete er zehn Jahre
als Anwalt. 1922 wird er Gründungsmitglied der Liberal-Konstitutionellen
Partei und Chefredakteur des Parteiorgans As Sijasa.
In den Jahren 1937-1944 mehrmaliger Bildungsminister. Seine
Skepsis dem westlichen Modell gegenüber führte zur
Rückbesinnung auf den Islam; diese fand ihren Ausdruck
auch im Verfassen einer Biographie über das Leben des Propheten
Mohammed in den 30er Jahren. |
| 26.
Mai |
1957 |
Als
Sohn des Anwalts und Schriftstellers Abbas →
al Aswani wird Alaa geboren,
der später ebenfalls als Schriftsteller Anerkennung finden
wird. |
| 4.
August |
1958 |
Der
1889 in Kairo geborene Salama Moussa, Journalist und Schriftsteller,
stirbt nach schwerer Krankheit.
Bekannt geworden ist der koptische Christ in seiner Heimat durch
seinerzeit provokante Schriften über beispielsweise die
Evolutionstheorie oder die Rolle der Frau (Die Frau ist nicht
das Spielzeug des Mannes, 1956), v.a. aber auch als Mentor
von → Nagib Machfus.
|
| 11.
Dezember |
1961 |
Der
ägypt. Schriftsteller → Nagib Machfus
wird 50 Jahre alt. - Das Geburtstagsfest wird in den Redaktionsräumen
der ägypt. Zeitung Al-Ahram abgehalten.
Zugegen sind u. a. der als Erneuerer der ägypt. Literatur
im 20. Jh. geltende → Tawfiq Al-Hakim
sowie - für das Geburtstagskind überraschend - die
legendäre ägypt. Sängerin Umm Kulthum.
· (Al-Ahram
Weekly, ÜE:
J.K.) |
| 27.
September |
1962 |
Im
Zentrum von Kario wird der künftige Schrftsteller Khaled
al-Khamissi geboren; sein Großvater ist der Dichter und
Schriftsteller Moufid El Choubachi. |
| 18.
September |
1964 |
In
Kario wird Fatima Sayyid Muhammad Hasan Naoot geboren, die unter
ihrer Namenskurzform Fatima Naoot als Dichterin bekannt werden
wird. |
| 30.
November |
1966 |
In
dem in der Nildelta-Region gelegenen Dorf Mit 'Adlan wird die
zukünftige Dichterin Iman Mersal geboren. |
| 13.
Dezember |
1966 |
Im
Kairoer Stadtviertel Helwan al-Hammamat wird der künftige
Filmer und Autor →
Mustafa
Zikri
geboren. |
| August |
1967 |
Gemeinsam
mit zwei Freunden trifft der zweiundzwanzigjährige →
Gamal
al-Ghitani im Kairoer Café al Fishawi auf →
Nagib
Machfus.
Die Drei reden über das, was passiert war und was noch
passieren könnte, plötzlich macht Machfus eine Bemerkung.
Sie sehen zu ihm, er sagt:
"Ich werde euch meine Meinung sagen, und ich weiß,
sie könnte euch verstören." Sie lauschen noch
hingebungsvoller. Er sagt:
"Wenn wir nicht das Potenzial haben, Israel militärisch
zu begegnen, müssen wir versuchen, ein Mittel zu finden,
ein Abkommen zu Wege zu bringen".- Gamal al-Ghitani, zitiert
nach seinem Buch The Mahfouz-Dialogs in der engl. Übersetzung
v. Humphrey Davis. |
| 20.
Juni |
1968 |
In
der ägypt. Provinz Sharqiya wird die spätere Autorin
→ Miral al-Tahawi
als jüngstes von acht Kindern einer sesshaften Beduinenfamilie
geboren; der Vater ist Chirurg. |
18.
Okt.
|
1973 |
Taha
Hussein, eine der größten Gestalten des modernen
literarischen Ägypten, stirbt in Kairo. Zu den bedeutendsten
Werken des im Kindheitsalter Erblindeten zählt seine auch
in Deutsch erschienene dreibändige Autobiographie al-Ajjam
- Kindheitstage, Jugendjahre in Kairo, Weltbürger
zwischen Kairo und Paris. |
| 24.
Oktober |
1978 |
Im
Alter von nur 46 Jahren stirbt der ägypt. Dramaturg, Schauspieler
und Schriftsteller Najib Soror.
1958-64 studierte er in der UdSSR. Sein Regiedebut gab er mit
Tschechows Kirschgarten. Von 1964 bis Mitte der 70er
Jahre lehrte er Theaterwissenschaften, "als er in wiederkehrenden
Abständen unter starken Depressionen zu leiden begann."
Zu Sorors Vermächtnis zählen Theaterstücke, Lyrik
und wissenschaftliche Schriften, wie beispielsweise Rihla
fi Thulathiyat Naguib Mahfouz (Eine Reise in Nagib Machfus'
Trilogie, 1960), (Vgl. Syria Times v. 12.04.04) |
| |
|
Als
"komplex, leidenschaftlich und lyrisch" bezeichnet
das ägyptische Wochenblatt Egyptian mail den neuen
Roman von → Nagib Machfus:
The Beggar ist ein fesselnder Roman, der in Kairo kurz
nach der Revolution von 1952 spielt.
Das Buch beschreibe die psychischen Qualen eines Mannes, der,
nachdem sein Gewissen verstummt ist, die Bedeutung seiner Existenz
zu erforschen suche. "Machfus zieht den Leser nicht nur ins
Innere des Geistes seines Protagonisten, sondern auch ins Gewissen
einer Nation, die versucht ihren Weg zu finden zwischen häufig
widersprüchlichen Zielen von Kunst und Wissenschaft, von
Idealismus und Realismus."
Die Kairoer Zeitung bezeichnet Nagib Machfus als den "berühmtesten
Romancier Ägyptens", seine führende Rolle innerhalb
der arabischen Literatur sei unangetastet ... Schon wegen seines
Einflusses auf die arabische Welt, müsse er als ein Autor
von internationaler Bedeutung betrachtet werden. ·
(Egyptian mail, ÜE:
J.K.) |
|
|
| |
1987 |
In
Kairo stirbt mit dem 1898 in Alexandria als Sohn eines wohlhabenden
Anwalts geborenen Tawfiq Al-Hakim der bedeutendste Dramatiker
des Landes.
Dem deutschsprachigen Lesepublikum wurde Al-Hakim durch seinen
Roman Jaumiat naib fi-l-ariaf (1937; dt: Staatsanwalt
unter Fellachen, 1961 u. 1982) bekannt. |
| 14.
Oktober |
|
Datiert mit "Stockholm, 13. Oktober", meldet die Frankfurter
Allgemeine Zeitung auf der ersten Seite von der Wahl des
Nobelpreises für Literatur, die auf den Ägypter → Nagib Machfus
gefallen ist. "Er ist der erste mit dem Nobelpreis ausgezeichnete
Schriftsteller mit der Muttersprache Arabisch." Sein Werk, fährt
der Bericht fort, umfasse 40 Romane und Novellensammlungen.
Machfus habe, zitiert die Tageszeitung die Begründung des
Komitees, "durch nuancenreiche Werke von bald scharfsinniger
Wirklichkeitsnähe, bald suggestiver Vieldeutigkeit eine
arabische Romankunst von allgemeinmenschlicher Gültigkeit
geprägt". Der Preis ist mit umgerechnet knapp 725.000 DM
dotiert. · (FAZ) |
| |
1988 |
In der frz. Tageszeitung Le Monde geht der marokkanische
Schriftsteller → Tahar Ben Jelloun
auf den ägyptischen Romancier → Nagib Machfus
ein, auf den die Wahl für den diesjährigen Literaturnobelpreis
gefallen ist. Er schreibt, der ihm zugesprochene Nobelpreis
habe Nagib Machfus nicht verändert. Er habe seine Gewohnheiten
sogar gefestigt und seine Bescheidenheit verstärkt. "Machfus
ist einfach geblieben, er fährt fort, ein geregeltes Leben
zu führen und die Treue zu seinen Freunden ist ihm absolut
wichtig. Er frequentiert dasselbe Café, schreibt zu denselben
Stunden, nimmt sich die Zeit, stehenzubleiben und die Leute
seines Viertels zu grüßen, die ihm sicher als Vorlage
gedient haben für seine Romanfiguren. "Und",
so Ben Jelloun, "der ägyptische Schriftsteller wird nicht
in Stockholm sein, um seinen Nobelpreis in Empfang zu nehmen.
Am 10. Dezember wird er mit seinen Freunden im Café sein."
(...)
· (Le Monde, ÜF:
J.K.) |
| 1.
August |
|
Im
Alter von 64 Jahren stirbt in London der ägyptische Schriftsteller
Youssef Idris - auch: Yusuf Idris - an Herzversagen.
Mit seinem erzählerischen Talent hat er vor allem der Kurzgeschichte
hohe Anerkennung innerhalb der arabischen Literatur verschafft.
Sein erster Erzählband Archas layali (Die billigsten
Nächte) ist unter dem Titel Cheapest Nights and other
stories auch in englischer Übersetzung erschienen.
|
| 1.
September |
|
Enthusiastische
Besprechung der Erstveröffentlichung der Lyrikerin Iman Mersal
durch den ägypt. Autor und Literaturkritiker Edwar
al-Charrat in der in London herausgegebenen arabischen Zeitung
al-Hayat. Ittisafat (Charakterisierungen) lautet der
Titel des im Vorjahr erschienenen Gedichtbandes der ägypt.
Dichterin. |
| 8.
Juni |
|
In
Ägypten wird der Schriftsteller, Kolumnist und Menschenrechtsaktivist
Farag Foda von zwei islamischen Fundamentalisten erschossen.
Bei dem Anschlag werden Passanten und auch Fodas Sohn schwer
verletzt.
Der Autor islamkritischer Werke hatte auch in zahlreichen Zeitungsartikeln
auf Schwachpunkte innerhalb der islamischen Lehre, besonders
in ihrer aktuellen Auslegung, hingewiesen. Er war bereits vor
der Ermordung zum Apostaten (Abtrünnigen) und zum Feind
des Isalm erklärt worden. |
| |
1992 |
"Ägypten
ohne Märchen"
Unter diesem Titel schreibt der marokkanische Autor → Tahar Ben Jelloun
in der frz. Tageszeitung Le Monde über seinen
ägyptischen Kollegen Sonallah Ibrahim anlässlich
der Übersetzung seines ersten Romans Cette odeur-là
(Jener Geruch) ins Französische:
"Lange Zeit inhaftiert, zensiert, verboten schrieb Sonallah Ibrahim
eine Literatur, die sich gegen die traditionelle Emphase der
arabischen Rhetorik' richtete. Vielleicht hätte Sonallah
Ibrahim nicht geschrieben, wenigstens nicht in solch entblößender
Weise, wäre er nicht von Nasser in den Jahren 1959 bis
1964 ins Gefängnis gesteckt worden", mutmaßt Ben Jelloun.
Man müsse sich von jenen Ansichten des intellektuellen
arabischen Bevölkerungsteils verabschieden, die glauben
ließen, der Marxismus würde den Armen und Entrechteten
Gerechtigkeit bringen, schreibt Ben Jelloun weiter. "Sonallah
Ibrahim hat sich eingesetzt, er hat Risiken in Kauf genommen
und einen hohen Preis für seine Ideale bezahlt." (...)
·
(Le Monde, ÜF:
J.K.)
Der Roman - Originaltitel: Tilka l-râ'iha - erschien
in Ägypten erstmalig 1966 und wurde sofort nach seinem
Erscheinen verboten und konnte erst wieder 20 Jahre später
erscheinen. |
zeit
|
los |
Arabische Sprüche und Weisheiten:
|
| 17.
Oktober |
|
Die
tageszeitung berichtet vom Anschlag auf den ägyptischen
Literaturnobelpreisträger → Nagib Machfus:
Unmittelbar vor seinem Haus wurde Machfus, nachdem er die Wohnung
verlassen hatte, niedergestochen. "Zweimal stieß
der Täter ein Messer in die rechte Nackenseite des 83jährigen
Schriftstellers, dann flüchtete er in einem gelben Mercedes
in Richtung der Kairoer Außenbezirke ... Obwohl sich bisher
niemand für den Anschlag verantwortlich erklärt hat,
wird der Täter in den Kreisen der militanten Islamisten
vermutet."
Der Täter sei inzwischen zusammen mit sechs Komplizen gefaßt
worden, verlautete aus dem Innenministerium. Die Festnahme habe
einen Toten und einen Verletzten gefordert. ·
(taz) |
| . |
. |
|
| 19.
Oktober |
1994 |
Der
Mordversuch vom 14. Oktober an → Nagib Machfus,
Nobelpreisträger von 1988, hat den marokkanischen Schriftsteller
→ Tahar Ben Jelloun
in Aufruhr versetzt. "Sind wir wahnsinnig geworden, der hohen
arabisch-islamischen Kultur unwürdig?" fragt er in der
heutigen Ausgabe von Le Monde. Er fragt im Namen der
"arabischen Schriftsteller, die der islamischen Kultur oder
der christlichen angehören, die es ablehnen, gleichgültig
zu bleiben angesichts dieses mörderischen Wahnsinns". Es
sei an uns, ruft Ben Jelloun geradezu beschwörend aus,
"den arabischen Schriftstellern und Intellektuellen der islamischen
wie der christlichen Kultur, sich den Gehalt des Titels des
vortrefflichen Romans des letzen Literaturnobelpreisträgers
Kenzaburô Oe zu eigen zu machen: Sagt uns, wie sollen wir in
unserem Wahnsinn überleben?" (...)
(Le
Monde, ÜF:
J.K.) |
| 20.
Oktober |
1994 |
In
Kairo hat die ägyptische Polizei im Verlauf einer Razzia,
die im Zusammenhang mit dem Anschlag auf → Nagib Machfus
unternommen worden war, acht mutmaßliche Islamisten erschossen.
Aus Kairo verlautete, die Islamisten hätten das Feuer auf
die Beamten eröffnet, nachdem diese am Vorabend in einem
Dorf in Oberägypten ein Haus umstellt hatten. Die meisten
der Opfer seien Studenten. · (taz/AP) |
| 5.
Dezember |
1994 |
"Kairo (AFP) - Nach sieben Wochen hat der Schriftsteller
(→ Nagib Machfus)
gestern das Krankenhaus verlassen. Er war am 14.Oktober von
einem Fundamentalisten niedergestochen worden." ·
(taz) |
|
30. März |
|
"Zwei des Attentats auf den ägyptischen Literaturnobelpreisträger
→ Nagib Machfus
für schuldig befundene Islamisten, sind gestern in einem
Kairoer Gefängnis hingerichtet worden."
Gemäß Beweislage hatten Nadji Mustafa und Muhammad
Mahlawi den 83jährigen Schriftsteller am 14. Oktober attakiert
und durch Stiche in den Hals schwer verletzt. Ihre Handlung
sei religiös motiviert gewesen; sie warfen Machfus Gotteslästerung
vor. "Der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak,
dem allein das Recht auf Begnadigung zusteht, hatte die Urteile
im vergangenen Monat nochmals bekräftigt." Damit habe
sich die Zahl der in Ägypten hingerichteten radikalen Islamisten
auf 46 erhöht." (taz/AP) |
November

in
engl. Spr.
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|
1995 |
Für ihre Granada-Trilogie wird die ägyptische Schriftstellerin
Radwa Ashour mit dem ersten Preis der - ersten - Buchmesse für
arabische Autorinnen in Kairo ausgezeichnet. Alle drei Romane
- Granada, Manama und Al-Rahil (Die Abreise)
spielen um das Jahr 1492 herum, als das Ende der arabischen
Vorherrschaft in Andalusien sich abzuzeichnen beginnt.
Mit dem zweiten Preis wird die algerische Romanschriftstellerin
Ahlam Mosteghanemi für Dhakirat al-Jasad (Das Gedächtnis
des Leibes) geehrt. Der erste in Arabisch geschriebene Roman
einer Algerierin handelt von einer Liebesgeschichte vor dem
Hintergrund politischer Kämpfe und anschließendem
Exil.
Der dritte Preis ging an die →
irakische Schriftstellerin
Bouthaina al-Nasiri mit ihrem Erzählband Watan Akhar
(Ein anderes Heimatland). |
| |
1996 |
Im
Alter von 63 Jahren verstirbt die politische Aktivistin und
Schriftstellerin Latifa al-Zayyat. In diesem Jahr wurden ihr
zwei große literarische Ehrungen zuteil: Sie wurde für
ihren Roman The Open Door mit der Nagib Machfus-Medaille
ausgezeichnet und wenige Monate vor ihrem Tod mit dem ägyptischen
Staatspreis für Literatur. |
24.
Dezember
|
|
Die ägyptische Wochenzeitung Al-Ahram meldet den
diesjährigen Gewinn der nach → Nagib Machfus
benannten Medaille für Literatur. Gestiftet wird der Preis
von der Amerikanischen Universität in Kairo für die
beste arabische Romanneuerscheinung. Er geht in diesem Jahr
an die algerische Schriftstellerin Ahlam Mosteghanemi für
ihren Roman Dhakirat Al-Jasad (Das Gedächtnis des
Leibes)
· (Al-Ahram
Weekly, ÜE:
J.K.) |
| 24.
Juli |
|
Im Alter von 78 Jahren stirbt in Kairo mit Shoukry Ayyad einer
der weltweit angesehensten Poetologen. Der Ägypter hat
über 20 Werke zu arabischer Lyrik und zum arabischen Theater
veröffentlicht, u.a. The Hero in Literature and Fables
(Der Held in der Literatur und im Märchen). |
| 11.
November |
1999 |
Unter dem Titel
"Der
private***
Taha
und die Heuschrecken-Kinder" |
bringt das ägyptische Wochenblatt Cairo Times einen
Bericht über den Dichter Ahmed Taha. Im Untertitel heißt
es: "Ein 73-jähriger Veteran, der seinen Nationalismus
hinter sich ließ, hat die alte Literaturgarde auf den
Kopf gestellt - buchstäblich." →
mehr dazu ·
(Cairo
Times, ÜE:
J.K.) |
| |
|
Unter
dem Titel "Phantomkameraden"
geht Mohamed El-Assyouti in der englischsprachigen Al-Ahram
Weekly aus Kairo detailliert auf die Zusammenarbeit des
Regisseurs Osama Fawzi und des Drehbuchautors → Mustafa
Zikri ein.
→ mehr dazu
· (Al-Ahram,
ÜE:
J.K.) |
| 7.
Juni |
2000 |
Der ägyptische Autor Salah Helal nimmt als einer von "fünfzehn
Poeten" in →
Hannover im Rahmen der
EXPO 2000 an dem Projekt Blumen für Schwitters. Nachdichtungen
von Anna Blume von und mit fünfzehn Poeten aus
aller Welt teil. |
| 3.
August |
2000 |
"Angeklagt
und für schuldig befunden, den Islam verhöhnt zu haben"
Unter diesem Titel berichtet Fatemah Farag, Reporter der englischspr.
Al Ahram Weekly, über ein strittiges Gerichtsurteil
gegen den Romancier Salaheddin Mohsen.
→ mehr dazu
· (Al-Ahram,
ÜE:
J.K.) |
| . |
. |
|
| .. |
. |
Anmerkungen:
Quellen
allgemein, siehe → Chronik-Startseite
*
inkl. arabischer Raum
** Bei den hier aufgenommenen arabischen
Persönlichkeiten handelt es sich selbstverständlich
nicht um Ägypter im engen Sinn. Vielmehr sind es arabische
Gelehrte, Dichter etc., die vorwiegend im Gebiet des heutigen
Ägypten lebten, meist dort geboren u. gestorben sind.
***) "Private Taha", Wortspiel
im engl. Original mit der Doppelbedeutung: "private"
im Sinne v. "persönlich" sowie "Private
(soldier)" = Gefreiter
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
| .. |
. |
Quellen
|
| .. |
. |
Sach-
und Personenregister |