|
April |
1921 |
In
der britischen Kronkolonie Nigeria, dem Bundesstaat Delta, in
Bomadi, wird der spätere anglophone Dichter und Romancier
Gabriel Okara geboren. |
| 26.
September |
1921 |
Im
nigerianischen Westen, in Minna, wird der spätere anglophone
Schriftsteller Cyprian Ekwensi geboren. |
18.
Februar |
1930 |
|
Mabel Aig-Imoukhuede wird in Ondo, Nigeria, geboren.
Sie wird später unter dem Namen Mabel Segun
als Sportlerin sowie als Dichterin und Kinderbuch-Autorin
von sich reden machen.
Mabel
Segun u. Neville J.H. Grant (Hg.)
Under the Mango Tree: Bk.1:
Songs and Poems for Primary Schools
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|
|
| 15.
November |
1930 |
In Ogidi, im Osten Nigerias, wird als fünftes von sechs
Kindern → Albert
Chinualumogu Achebe geboren. Sein Vater ist Katechist und
Lehrer der Church Missionary Society, die Familie gehört
dem Volk der Ibo an. |
| 18.
Januar |
1931 |
In
Oguta, im zentralen Osten Nigerias, wird als Tochter des wohlhabenden
und einflussreichen Lehrerehepaares Christopher Ijeoma und Martha
Nwapa Florence Nwanzuruahu Nkiru Nwapa
geboren,
die später unter ihrer Namenskurzform → Flora
Nwapa als Vorreiterin afrikanischer Frauenliteratur Berühmtheit
erlangen wird. |
| 16.
August |
1932 |
Im
östlichen Nigeria, in Ojoto, wird der spätere Lyriker
→ Christopher Okigbo
in eine katholische Familie hinein geboren. |
| 13.
Juli |
1934 |
In Isara bei Abeokuta, in Westnigeria, wird als zweites von
sieben Kindern eines Schulrektors und einer Mutter, die einen
Kleinhandel betreibt, → Akinwande
Oluwole Soyinka geboren. |
| 6.
April |
1935 |
John
Pepper Clark, der spätere nigerianische Dramatiker engl.
Sprache, wird geboren. |
| 21.
Juli |
1944 |
In Nigerias Hauptstadt Lagos wird als Tochter der Alice Okwuekwu
Emecheta und des Eisenbahnarbeiters Jeremy Nwabudike die spätere
Schriftstellerin → Buchi
Emecheta geboren.
|
| 16.
Juni |
1946 |
Babafemi
Adeyemi Osofisan, der spätere nigerianische Schriftsteller,
wird in
Erunwon, im Bundesstaat Ogun, geboren.
Als Femi Osofisan wird er in erster Linie als Dramatiker bekannt
werden, seine Sücke werden zu den meistgespielten in Nigeria
zählen. |
| 29.
September |
1947 |
In
Benin City, der Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates
Edo wird der künftige Schriftsteller → Festus Iyayi
geboren. |
|
Oktober - November |
1947 |
Die
Marktfrauen und (Klein-)Gewerbetreibenden im nigerianischen
Abeokuta, zu denen auch Wole Soyinkas Mutter zählt,
erheben sich gegen die sie betreffenden willkürlichen Steuererhöhungen.
→
Wole
Soyinka, der als 13-jähriger Bote zwischen den Organisatorinnen
pendelt, wird sich in seinen Erinnerungen Aké. Jahre
der Kindheit später an dieses Schlüsselerlebnis
erinnern, das zu seiner Politisierung mit beitrug. Eine der
Hauptinitiatorinnen der Steuerrevolte ist Funmilayo Ransome-Kuti,
die mit der Familie Soyinka befreundet ist. |
| 21.
Februar |
1959 |
Uraufführung des Soyinka-Dramas The Lion and the Jewel
(dt: Der Löwe und die Perle) am Art Theatre Ibadan,
Regie: Geoffrey Axworthy. |
| 15.
März |
1959 |
In der westnigerianischen Stadt Minna wird der spätere
Schriftsteller → Ben
Okri geboren. |
| 1.
Oktober |
1960 |
Am Tag der Unabhängigkeit Nigerias von Großbritannien
wird das Soyinka-Drama A Dance of the Forest (dt: Tanz
der Wälder) in Ibadan uraufgeführt. Regie führt
Wole Soyinka selbst, der dieses Stück eigens für die
Unabhängigkeitsfeiern verfasste, jedoch alle Erwartungshaltungen
frustriert, da er nicht eine romantisierte, präkoloniale
Ära offeriert, sondern auch diese als einen fortwährende
Verkettung von Unterdrückung und Herrschaft entlarvt. |
| |
1961 |
In Ibadan wird von einer Gruppe von Schriftstellern und anderen
Künstlern der Mbari Club gegründet. Neben den einheimischen
Schriftstellern und Lyrikern
→ Wole
Soyinka, John Pepper Clark und Christopher Okigbo
sowie dem Designer und Architekt Demas Nwoko, dem Maler Uche
Okeke gehört Ulli Beier, der Herausgeber des Literaturmagazins
Black Orpheus zu den Gründungsmitgliedern. Der südafrikanische
Schriftsteller Ezekiel Mphahlele, der als
→ ANC-Mitglied
1957 nach Nigeria emigrierte, ist der erste Präsident des Clubs. |
| |
1963 |
Im Alter von ungefähr 60 Jahren stirbt mit Daniel Olorunfemi Fagunwa
der Begründer des Romans in der Sprache der Yoruba. Fünf
Jahre später wird Wole Soyinka, der diesen Autor schon
als Schüler bewunderte, sein Werk Ogboju Ode Ninu Igbo
Irunmale frei ins Englische übersetzen: The Forest
of a Thousand Daemons: A Hunter's Saga (Der Wald der tausend
Dämonen: Eine Jägersaga). |
|
Oktober |
1965 |
Aktive Beteiligung Soyinkas gegen Vorwahl- und Wahlfälschungen
in der Western Region; am Wahlabend überfällt er mit
einer Pistole bewaffnet den lokalen Rundfunk, zwingt den Techniker
die Siegesrede des Premiers Akintola durch ein Band mit dem
"Aufruf an das Volk zum Aufstand" zu ersetzen. Nach der Rückkehr
von einer zweiwöchigen, daran anschließenden "Dienstreise"
wird er in Gewahrsam genommen und vor Gericht gestellt, aber
freigesprochen.** |
| September |
1967 |
Im Alter von 35 Jahren fällt Christopher Ifekandu Okigbo, Major
der Armee Biafras, die sich im Krieg mit den nigerianischen
Truppen befindet. Diese starteten am 6. Juli ihren ersten Angriff
gegen Biafra, das in Person des Militärgouverneurs Chukwuemeka
Odumegwu, Angehöriger der Igbo, am 30. Mai seine Unabhängigkeit
von Nigeria erklärt hatte. Voraus gegangen waren Pogrome von
moslemischen Volksgruppen im Norden Nigerias an christlichen
Igbos, die zur Abwanderung dieser in den Osten, wo hauptsächlich
christianisierte Igbos leben, führten.
Bis zum Kriegsausbruch betrieb Okigbo gemeinsam mit → Chinua Achebe
einen Verlag und publizierte unter dem Namen Christopher Okigbo
- viel beachtete - Gedichte u.a. in dem von Ulli Beier herausgegebenen
Literaturmagazin Black Orpheus. Als Buchveröffentlichungen
erschienen zu seinen Lebzeiten: Heavensgate (Himmelstor). Ibadan
1962
Limits (Grenzen). Ibadan 1964
Silences (Stillen, 1965) |
| 13.
Oktober |
1967 |
Im Norden Nigerias, in Kafanchan, wird der spätere Schriftsteller
Biyi Bandele-Thomas geboren. |
|
November |
1967 |
→
Helon Habila, späterer
Schriftsteller, wird im nigerianischen Kaltungo geboren. |
| 5.
Januar |
1975 |
In Lagos wird der künftige Schriftsteller Jude Dibia geboren. |
| 15.
September |
1977 |
Die spätere Schriftstellerin → Chimamanda Ngozi Adichie
wird in Abba, im nigerianischen Bundesstaat Enugu, als drittes
von sechs Kindern von Grace und James Adichie geboren; ihr Vater
ist Statistik-Professor und Vizekanzler der University of
Nigeria, Nsukka, an derselben Universität ist die Mutter
tätig. |
| 19.
Oktober |
|
Der regimekritische nigerianische Journalist u. Begründer
des Wochenmagazins Newswatch Dele Giwa wird durch eine
Briefbombe getötet. Frau u. Tochter, die sich zu dem Zeitpunkt
im Haus befinden, bleiben unverletzt.
15 Jahre später wird es der damalige Diktator Ibrahim Babangida
verweigern, vor einer Menschenrechtskommission zu dem Attentat
Stellung zu beziehen. |
| |
1991 |
|
Die 1969 in Ibadan geborene Autorin
Toyin Adewale-Gabriel ist maßgeblich an der Gründung
der Organisation Women Writers of Nigeria beteiligt.
Toyin
Adewale:
Flackernde Kerzen:
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|
|
| 16.
November |
|
Mit Termitenhügel in der Savanne habe → Chinua Achebe
ein mehr als 20jähriges Schweigen als Romanschriftsteller
durchbrochen, schreibt Joachim Sartorius in der taz.
Das komme einer Sensation gleich. Denn Achebe "gilt als
wichtigster Romancier Nigerias, wenn nicht ganz 'Schwarzafrikas'."
(Joachim Sartorius, taz) |
| 26.
Juli |
|
Die taz berichtet über den seit vier Wochen andauernden
Streik der Ölarbeiter in Nigeria. Damit werde die vom Ölexport
abhängige Wirtschaft des Landes lahm gelegt.
"Am Sonntag schaltete sich auch Literaturnobelpreisträger
→ Wole
Soyinka in die Proteste ein: Er leitete mit einigen hundert
Anhängern einen 'Marsch für die Freiheit' durch Lagos."
(taz) |
| zeit |
los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
|
| 19.
September |
1993 |
Die taz meldet aus Lagos, der nigerianische Literatur-Nobelpreisträger
Wole Soyinka sei lt. Angaben des Menschenrechtskomitees CDHR
unter Hausarrest gestellt worden. ·
(taz) |
| |
1993 |
Im
Alter von 62 Jahren stirbt mit Flora Nwapa eine Vorreiterin
afrikanischer Frauenliteratur.
Nwapa, hatte neben ihrer Tätigkeit als Pädagogin
- sie lehrte u.a. an us-amerikanischen Universitäten
wie der New York University - auch Verwaltungsämter
inne.
Ihre Karriere als Schriftstellerin englischer Sprache begann
im politischen Krisenjahr 1966 mit der Veröffentlichung
ihres ersten Romans Efuru; gleichzeitig das einzige
Buch der Autorin, das in dt. Übersetzung erschien (Efuru.
Göttingen 1997): Vor einer ländlichen Idylle wird
das Leben der Heldin Efuru beschrieben, die sich gezwungen
sieht, gegen männlich dominierte Traditionen, einen neuen
- selbständigen - Weg zu beschreiten. Das Schicksal der
- nigerianischen - Frau spielt auch in weiteren Werken Nwapas
eine herausragende Rolle, wie beispielsweise in ihrem zweiten
Roman Idu (1970) oder den Erzählungssammlungen
Wives at War and Other Stories (Frauen im Krieg) und
Women Are Different (1986, Frauen sind anders). Ihr
letzter Roman The Lake Goddess (1995), den sie kurz
vor ihrem Tod fertiggestellt hatte, erschien posthum.
Das Skript ihres ersten Romans Efuru hatte Nwapa an
→ Chinua Achebe
geschickt,
der dieses an Heinemann Educational weiterleitete, wo der
Roman angenommen wurde. Nach der Veröffentlichung ihres
zweiten Romans im selben Verlag war Flora Nwapa jedoch
mit der Förderung ihrer Bücher unzufrieden und gründete
1974 mit Tana Press, Ltd einen eigenen Verlag. 1977
folgte mit Flora Nwapa Books eine weitere Verlagsgründung.
Fortan veröffentlichte sie, neben anderen Werken, ihre
eigenen Bücher in diesen beiden Verlagen, dazu gehörten
auch etliche Kinderbücher.
|
| 22.
November |
1994 |
Mithilfe einer List, so die taz, sei es Wole Soyinka
endlich gelungen, Nigeria zu verlassen. Ihm sei durch die Behörden
seines Landes die Ausreise mehrmals verweigert worden.
"Soyinka hält sich jetzt in Paris auf. Er hatte am
Wochenende Nigeria heimlich verlassen. Aus französischen
Diplomatenkreisen war zu erfahren, daß der Autor über
den Nachbarstaat Benin ausgereist sei, wo er ein französisches
Visum bekommen habe." (taz)*** |
| 26.
Mai |
|
"Ein
leidenschaftlicher Ruf aus einem nigerianischen Gefängnis".
So betitelt die südafrikanische Wochenzeitung Mail &
Guardian einen Brief des nigerianischen Schriftstellers
und Umweltaktivisten Ken Saro-Wiwa, der diesen der Redaktion
aus einem Militärhospital seines Landes zukommen ließ.
→
mehr dazu
·
(Mail & Guardian, ÜE:
J.K.) |
|
1. November |
1995. |
Die taz berichtet, dass der alternative Nobelpreisträger
Ken Saro-Wiwa gestern in Nigeria mit drei Mitstreitern
zum Tode verurteilt worden ist. So verhindere das Militärregime
den Kampf gegen die Ölkonzerne um das ölreiche Ogani-Land
im Niger-Delta ...
Dazu der Literaturnobelpreisträger → Wole
Soyinka, den die taz zitiert: "Abacha wird erst
zufrieden sein, wenn er alles zerstört hat, was er geistig
nicht fassen kann." (taz) |
| 9.
November |
1995 |
Bestätigung des Todesurteils gegen Ken Saro-Wiwa durch
das nigerianische Militärregime trotz weltweiter Proteste.
"Die nigerianische Militärjunta scheint fest entschlossen,
der Opposition im Lande das Genick zu brechen: Am Mittwoch hat
das Regime das Todesurteil gegen den Schriftsteller Ken Saro-Wiwa
einstimmig bestätigt ... Das Todesurteil gegen Saro-Wiwa
... war weltweit scharf kritisiert worden..." Die taz
nennt die Menschenrechtsorganisationen amnesty international
und Human Rights Watch Africa, den Börsenverein
des deutschen Buchhandels, außerdem "zahlreiche
Schriftstellerkollegen, darunter der nigerianische Nobelpreisträger
Wole Soyinka. Ken Saro-Wiwa war unter fadenscheiniger Beweislage
des Mordes an vier Mitstreitern des Mosop beschuldigt worden.
Zwei Belastungszeugen gaben später an, sie seien bestochen
worden." (taz) |
| 11.
November |
1995 |
Trotz weltweiter Proteste sind am gestrigen Freitag, so die
Berliner Zeitung, "neun zum Tode verurteilte Vertreter
der Ogoni-Minderheit in Nigeria (...) hingerichtet worden, darunter
auch der Autor und Bürgerrechtler Ken Saro-Wiwa. Das Urteil
ist um 11.30 Uhr MEZ im Gefängnis von Port Hartcourt vollstreckt
worden. Die Bundesregierung nahm die Nachricht mit Entsetzen
und Bedauern auf."
(Berliner Zeitung) |
| 14.
November |
1995
|
Die tageszeitung dokumentiert eine Erklärung des
Internationalen Schriftstellerparlaments zum Todesurteil gegen
den nigerianischen Schriftsteller Ken Saro-Wiwa ...
→
mehr dazu ·
(taz) |
| 10.
April |
|
Die Berliner Zeitung berichtet von wachsendem Druck auf
Nigerias Regime. Während die Regierung die demokratische
Fassade aufgibt, indem sie eigene Truppen ein Hotel in der nigerianischen
Stadt Port Harcourt abriegeln lässt, so dass Vertretern
der Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volkes, die
mit einer Menschenrechtsdelegation der UNO sprechen wollten,
der Zutritt verweigert ist, formiert sich der Widerstand nach
der Hinrichtung von Ken Saro-Wiwa und 8 anderen Oppositionellen
neu:
13 demokratische Oppositionsgruppen Nigerias haben auf Parallel-Tagungen
in Johannesburg und Oslo beschlossen, die "Vereinigte Demokratische
Front Nigerias" (UDFN) als Dachorganisation zu gründen,
Motor dieses Beschlusses ist der nigerian. Nobelpreisträger
→ Wole
Soyinka, den die Berliner Zeitung mit folgenden Worten
zitiert: "Wir haben keine Zeit mehr (...) Jeden Tag werden Regimegegner
ins Gefängnis geworfen, werden Landsleute gefoltert, wird
Nigeria von den korrupten Herrschern ruiniert." Soyinka befürchtet,
dass weitere inhaftierte Ogoni-Führer vor ein Sondertribunal
gestellt und hingerichtet werden könnten und ermahnt die
Welt endlich einzugreifen.·
(Berliner Zeitung) |
| 22.
August |
1996 |
Die taz meldet sich aus London, wo der Literaturnobelpreisträger
Wole Soyinka sich im BBC-Fersehen zu Angriffen nigerian. Geheimdienstler
äußerte. Er selbst sei bereits zum Ziel der nigerianischen
Militärdiktatur geworden. "Er
fürchte sich besonders vor Säureangriffen ins Gesicht.
In Nigeria werde dies häufig getan, um Oppositionelle zum
Schweigen zu bringen. Ein früherer Agent bestätigte
vor der Kamera, daß das Militär Mitglieder der Demokratiebewegung
im Ausland verfolge. Die nigerianische Botschaft wies die Vorwürfe
zurück." ·
(taz) |
| 27.
September |
1996 |
Der Exstaatschef von Nigeria würde einen guten UN-Generalsekretär
abgeben, stellt Marion Gräfin Dönhoff in der Zeit
respektvoll fest:
"Was für ein Wahnsinn: Da gibt es kaum eine Handvoll
wirklicher Staatsmänner in Afrika, aber unter dem Militärdiktator
von Nigeria wird der neben Nelson Mandela wichtigste Mann zu
fünfzehn Jahren Haft verurteilt. Olusegun Obasanjo - 'Das
Gewissen der Nation', unermütlicher Streiter gegen Korruption
und für Gerechtigkeit und Demokratie, wurde auf dem Flugplatz
von Lagos verhaftet, als er im vorigen Jahr vom Weltsozialgipfel
in Kopenhagen zurückkam. Er wurde in einem Geheimprozeß
wegen eines angeblichen Putschversuches verurteilt; der Hauptzeuge
war schwer gefoltert worden..."
Und fast ins Schwärmen für den Exstaatschef von Nigeria
gerät Marion Gräfin Dönhoff, wenn sie sagt, wie
schön es wäre, "wenn er als Nachfolger von Butros-Ghali
Generalsekretär der UN würde: ein Mann, dem es gelungen
ist, ohne Gewalt ein Militärregime in eine zivile Regierung
zu verwandeln, der Mitglied vieler internationaler Kommissionen
war, dem mehrere Ehrendoktorwürden verliehen wurden und
den die Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Menschenrechtspreis
1996 auszeichnete. " ·
(Zeit) |
| 2.
Oktober |
1996 |
In einem Artikel von Ortrun Egelkraut berichtet die Berliner
Zeitung von Wole Soyinkas Theaterstück The Beatification
of Aerea Boy (Die Seligsprechung des Area-Jungen),
das am heutigen Tag im Berliner Podewil Deutschlandpremiere
habe.
Wole Soyinka verbinde in dem Stück, "traditionelle
Mythen mit modernen Stilmitteln, hinterfragt kritisch alte und
neue Götter, soziale und politische Konflikte". (...)
Mit einem Hinweis auf Wole Soyinkas politisches Engagement schließt
der Bericht: Wole Soyinka versuche "unermüdlich"
die westliche Welt zu Sanktionen gegen das Militärregime
in seiner Heimat Nigeria zu bewegen. ·
(Berliner
Zeitung) |
| . |
. |
|
| 13.
März |
|
"Der
nigerianische Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka und
14 weitere Nigerianer sind wegen Landesverrats angeklagt worden",
meldet die taz aus Lagos. In Abwesenheit von Soyinka
und drei seit kurzer Zeit im Exil lebenden Angeklagten wurde
die Anklageschrift verlesen. "Die 15 Nigerianer sind angeklagt,
'Explosionen in verschiedenen Teilen Nigerias' verursacht zu
haben mit dem Ziel, die Staatsführung einzuschüchtern."
(taz) |
| 8.
Juni |
1997 |
Der
nigerian. Erzähler Amos Tutuola, 1920 in Abeokuta in ärmlichen
Verhältnissen geboren, stirbt in Ibadan, Nigeria.
Als sein Hauptwerk gilt der 1952 erschienene Roman The palm-wine
drinkard (dt: Der Palmeintrinker). |
| 2.
Juli |
1997 |
"Lassen Sie mich gleich sagen", zitiert die taz
→ Wole Soyinka,
"Folter der schlimmsten, unvorstellbarsten Art ist in Nigeria
eine feste Einrichtung geworden." Soyinka geht auf das
Beispiel von Bello Fadile ein, der im Zusammenhang eines angeblichen
Putschversuchs verhaftet worden war. Er sei sinnlos gefoltert
worden, "bis er zusammenbrach und gegen Obansanjo aussagte".
Obansanjo, das ehemalige Staatsoberhaupt, sei, so die taz,
in dieser Sache verhaftet worden.
Soyinka fährt in seiner schonungslosen Kritik fort: "Auch
Oberst Lawan Gwadabe wurde gefoltert, auf brutale, schmutzige,
obszöne Weise. Er wurde an den Füßen aufgehängt,
mit Fäkalien überschüttet und bekam Elektroschocks.
Dann holte man seine Freundin, die zusehen mußte. Auch
sie wurde, so weit ich weiß, kurze Zeit festgehalten.
Wir haben es also mit dem Abschaum der Menschheit zu tun, wenn
wir von denen reden, die zur Zeit mit der sogenannten Kunst
des Regierens in Nigeria beschäftigt sind. Hauptzweck all
dessen ist natürlich, der gesamten Opposition zu zeigen,
daß Abacha vor nichts und niemandem haltmacht. Das wollen
sie jedem ins Gedächtnis brennen." (taz) |
| 1.
August |
1997 |
"Der nigerianische Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka
wird in seinem Heimatland wegen 'Landesverrats' mit Haftbefehl
gesucht", meldet die taz. Soyinka und drei andere
führende Vertreter der Exil-Opposition wurden am Mittwoch
von der nigerian. Militärdiktatur zur Fahndung ausgeschrieben.
"Der Haftbefehl ist die Grundlage für Auslieferungsanträge."
(taz) |
| |
1997 |
50.
Geburtstag des in Benin City geborenen Schriftstellers Festus Iyayi.
Nach dem Studium der Ökonomie in Kiew und in Bradford,
wo er promovierte, kehrte Iyayi 1980 in seine Heimatstadt
zurück, wo er an der dortigen Edo State University
(veraltet: Bendel State U.) bis zum heutigen Tag lehrt
und sich in der radikalen Union der Universitätsangestellten
(Academic Staff Union of Universities, ASSU) organisiert;
1986 wurde er Vorsitzender der ASSU. Ein Jahr darauf wurde
er als Oppositioneller für kurze Zeit inhaftiert.
1986 erschien nach Violence (London 1979) und The
Contract (London 1982) mit Heroes (London 1986)
Iyayis dritter und vorerst letzter Roman. 1987 wurde Heroes
mit dem nationalen Buchpreis der Association of Nigerian
Authors (ANA) und 1988 mit dem Commonwealth Writers'
Prize ausgezeichnet. 1996, während der Zeit der Militärdiktatur
des Sani Abacha, erschien in Lagos die Kurzgeschichtensammlung
Awaiting Court Martial (Warten auf's Kriegsgericht).
Iyayis Schreiben ist dem sozialen Realismus verpflichtet und
lehnt sich an die marxistische Begrifflichkeit an. Heroes
wird gelegentlich als der erste proletarische Roman Nigerias
bezeichnet.
|
| 13.
Oktober |
1997 |
Der nigerianische Schriftsteller Biyi Bandele-Thomas wird
30 Jahre alt. Schon vor diesem Geburtstag hat das vielseitige
Talent zahlreiche Bücher - Theaterstücke, Romane sowie
Lyrik - veröffentlicht. Im deutschsprachigen Raum bekannt
geworden ist der Autor mit seinen beiden Romanen Bozo David
Hurensohn und Kerosin Mangos, wovon der letztere
als das reifere Werk gilt. |
| 2.
Januar |
|
Manfred Loimeier begrüßt in der taz das
Erscheinen der deutschen Übersetzung von Sozaboy,
einem Roman des nigerianischen Schriftstellers und Umweltaktivisten
Ken Saro-Wiwa. →
mehr
dazu ·
(Manfred
Loimeier, taz)
|
| 1.
Mai |
1998 |
Für die inhaftierte nigerian. Journalistin Christina
Anyanwu, die seit 1995, "nachdem sie einen kritischen
Artikel über die Miltärregierung geschrieben hatte"
in Haft ist, empfing ihr Landsmann → Wole Soyinka
den von der UNESCO gesponserten Press Award, der für
Beiträge zur Verteidung der Pressefreiheit übergeben
wird,
"insbesondere solche, die ein Risiko beinhalten".
·
(BBC
World)
|
| 10.
Juni |
1998 |
Anlässlich des überraschenden Todes des nigerian.
Militärmachthabers Sani Abacha, der einem Herzanfall erlegen
sein soll, so die Berliner Zeitung, meldete sich der
renommierte nigerian. Schriftsteller Wole Soyinka vor Reportern
in Jerusalem zu Wort. Die Berliner Zeitung zitiert ihn:
"Die Nigerianer haben die Militärdiktatur satt."
Abachas Tod sei "eine Gelegenheit für die nigerianische
Gesellschaft und für das nigerianische Militär", zur
Demokratie zurückzukehren. Eine Sicht, die die Regierungen
der USA, Großbritanniens und Deutschlands teilen; sie
fordern den neuen Militärmachthaber General Abdulsalam
Abubakar zur Rückker zur Demokratie auf.
· (Berliner
Zeitung) |
| 16.
Oktober |
1998 |
Die tageszeitung zur Rückkehr des nigerian. Nobelpreisträgers
Soyinka in seine Heimat: Am Mittwoch abend haben Tausende von
Oppositionsanhängern → Wole
Soyinka in Lagos begrüßt: "Sie trugen ihn auf
den Schultern und riefen Parolen wie 'Willkommen unser König!'"
Vorerst wolle Soyinka ein bis zwei Wochen in Nigeria bleiben.
Die taz verweist auf die politische Dimension dieses Ereignisses,
denn der Besuch Soyinkas unterstreiche die Liberalisierung des
Landes, die es seit dem Tod des Militärdiktators Sani Abacha
erlebe. Dessen Nachfolger Abdulsalam Abubakar wolle nach Wahlen
im Februar 1999 die Macht am 29. Mai an einen gewählten
Nachfolger abgeben. "Doch ausgerechnet jetzt beginnt das
politische Klima sich wieder zu verdüstern. Oppositionsgruppen
klagen über Unregelmäßigkeiten bei der Wählerregistrierung
..." · (taz) |
| 29.
August |
|
Norimitsu Onishi schreibt in der New York Times: "Dinge
ändern sich"
→ Chinua Achebe,
der nigerianische Schriftsteller, dessen Roman Things Fall
Apart einer der meistgelesensten Werke afrikanischer Literatur
in den Vereinigten Staaten sei, kehrte nach 9-jähriger
Abwesenheit für einen Besuch in sein Geburtsland zurück.
"Der 69-jährige Achebe verließ Nigeria, in
dem kürzlich nach 16 Jahren die erste Zivilregierung
ihr Amt übernahm, um sich in Amerika einer medizinischen
Behandlung zu unterziehen, die nach einem Autounfall notwendig
geworden war, bei dem er von der Hüfte abwärts gelähmt
wurde. Obwohl er nicht als Exilant betrachtet wird, wurde
Achebes Ankunft als ein Schritt positiver Entwicklung gewertet
in einem Land, dessen Militärmachthaber wenig Kritik
tolerierten und 1995 international geächtet wurden, nachdem
sie den Schriftsteller und politischen Kritiker Ken Saro-Wiwa
gehängt hatten." (NYT,
ÜE:
J.K.)
|
|
November |
1999 |
Nachdem Nigeria fünfzehn Jahre militärischer Herrschaft
hinter sich gelassen hat, lernt der 1967 geborene Schriftsteller
Helon Habila mit dem Dichter Odia Ofeimun einen seiner literarischen
Heroen kennen. - Vgl. Granta Writers Diary 2010. |
| 6.
November |
|
"Literarische Diaspora trinkt auf das Wohl einer der ihren",
betitelt SOMINI SENGUPTA seinen Artikel für die New
York Times. Am 3. u. 4. November trafen sich Kollegen und
Freunde des nigerian. Romanciers Chinua Achebe zu Ehren seines
70. Geburtstags am New Yorker Bard College, wo dieser unterrichtet.
Die Veranstaltung zog "einflussreiche schwarze Schriftsteller
und Dozenten" an. Unter ihnen befanden sich Toni Morrison,
Wole Soyinka, → Ngugi
wa Thiong'o, K. A. Appiah, → Nurrudin
Farah und viele andere (...) ·
(NYT) |
| . |
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| .. |
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
** Angaben nach Soyinkas Erinnerungen:
Ibadan. Streunerjahre. Siehe dazu auch den spannenden Bericht
von Gerd Meuer, dem deutschen Übersetzer Soyinkas Die
penkelemes years in Ibadan.
*** Dieser Eintrag war bis zum heutigen
Tag - 16.02.2008 - irrtümlicherweise dem Jahr 1993 zugeordnet.
Ich bitte dies zu entschuldigen. - J. K.
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |