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AFRIKA-CHRONIK |
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LANDESCHRONIKEN |
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SYRIEN |
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Paradies
und Hölle
Die literarische Bedeutung des Sendschreibens über
die Vergebung ist laut Stefan Weidner, Rezensent
der FAZ, durchaus mit der Divina Commedia vergleichbar.
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KulturSchock
Vorderer Orient
Syrien, Libanon, Jordanien, Palästina
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CHRONIK
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Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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SYRIEN
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| 26.
Dezember |
973 |
Im
syrischen Maarrat an-Numan wird der künftige arabische
Dichter Abu l-Ala al-Maarri geboren.
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| 10
(21?). Mai |
1057 |
In
seinem Geburtsort Maarrat an-Numan stirbt der mit vier Jahren
erblindete arabische Dichter Abu l-Ala al-Maarri. Er war ein
Kritiker sozialer und politischer Missstände. Mit seinem
Sendschreiben über die Vergebung Risalat al-Ghufran
schuf er ein Werk, das, Satire und Häresie zugleich, die
Vorstellung des jenseitigen Lebens parodierte: eine arabische
Divina Commedia. |
| 27.
Oktober |
1331 |
Im
Alter von 57 Jahren stirbt im syrischen Hama der in Damaskus
geborene arabische Geschichtsschreiber Abu l-Fida. Der Prinz
aus dem Hause der Aijubiden verfasste eine Geschichte der Menschheit
sowie eine Geographie der damals bekannten Welt.
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| 19.
März |
1641 |
In
Damaskus wird der künftige arabische Gelehrte und Reisende
Abd al-Ghani an-Nabulusi geboren.
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| 5.
März |
1731 |
14
Tage vor seinem 90. Geburtstag stirbt in seiner Geburtstadt
Damaskus
der arabische Gelehrte und Reisende Abd al-Ghani an-Nabulusi.
Über 200 Werke im Bereich der Theologie und der schönen
Literatur werden ihm zugeschrieben. Beachtet sind seine Reiseberichte
über Palästina, Ägypten, Libanon und Arabien
aus islamisch-arabischer Sicht.
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1923 |
In Damaskus wird der künftige Dichter, Prosaautor und
Literaturtheoretiker →
Nizar
Kabbani geboren.
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| 9.
März |
1924 |
Der künftige Schriftsteller →
Hanna
Mina
(auch: Hanna Minna) wird in der Hafenstadt Lattakia geboren.
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1. Januar |
1930 |
In dem Dorf Qassabin nahe Lattakia wird
als Sohn eines Imams und Landwirts Ali Ahmed Said Esber geboren.
Unter dem Pseudonym Adonis wird er als Dichter Weltruhm erlangen.
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1935 |
Der künftige Schriftsteller →
Walid
Ikhlassi
wird in der Hafenstadt Alexandretta (heute: das türkische
Iskenderun), die seit 1920 (bis 1938) zu Syrien gehört,
geboren.
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1936 |
Der künftige Schriftsteller →
Haidar
Haidar
wird in dem Dorf Husain-al Bahr, in der Nähe von Tartus
geboren.
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| 4.
Dezember |
1936 |
In Kafroun wird der spätere Schriftsteller →
Halim
Barakat
in eine griechisch-orthodoxe arabische Familie hinein geboren.
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1942 |
Die künftige Journalistin und Schriftstellerin →
Ghada
al-Sammanr
wird in Damaskus geboren.
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| 23.
Juni |
1946 |
In Damaskus wird der Bäckersohn Suheil Fadél in
eine christlich-aramäische Familie hinein geboren. Er wird
später als der syrisch-deutsche Schriftsteller →
Rafik
Schami v.a. in seiner neuen Heimat Deutschland berühmt
werden. |
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1959 |
Mit
ihrem Werk Ayyam Maahou (Die Tage mit ihm) schockiert
die 1931 geborene syrische Schriftstellerin Colette Khoury
die arabische Öffentlichkeit. Erstmals geht eine Autorin
in einem Roman offen mit dem tabuisierten Thema Liebe um.
Inspiriert war das Buch von Khourys Liebesgeschichte mit dem
großen syrischen Poeten →
Nizar Qabbani [auch:
Kabbani, J.K.].
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9. Mai |
1967 |
Der spätere Romancier Fadi Koshakji wird geboren.
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"Wie
Nachrichten reisen: Anschauungsunterricht für Syrien"
betitelt die englischsprachige Ausgabe des libanesischen
Wochenblatts An-Nahar eine kleine Exkursion über
Nachrichtenübermittlung im Nahen Osten.
Die Zeitung berichtet von einer großen Zahl von sensationellen
Meldungen über Geschehnisse im Nahen Osten, die das Nachrichtenblatt
erreichten -"und so häufig wie nicht, landen sie im Papierkorb".
Die dahinter liegende Vorsicht begründet An-Nahar
mit einem Beispiel dafür, wie Nachrichten in der Region
ihren Weg nehmen. Das Wochenblatt bedankt sich beim Beirut
daily Middle East Reporter für folgende Kompilation
von Radionachrichten, deren Kernaussage beinhaltet, dass gut
3.000 Mann der syrischen Truppen, die im →
Libanon
als Teil der arabischen Friedenstreitkräfte stationiert
waren, nach Syrien zurückgezogen wurden, um an den Kämpfen
in Hama teilzunehmen.
Der Rückzug wurde am Morgen des 16. Februar verkündet
von der dem rechten Flügel der Christlichen Phalanx zuzuordnenden
Voice of Lebanon, "kein Freund der Syrer". Es wurden
nicht benannte diplomatische Quellen zitiert. Gegen 13.30 Uhr
desselben Tages nahm der Arabische Dienst von Radio Israel
die Nachricht auf. Sie wurde erneut übertragen um 17.15
Uhr von der Voice of Lebanon, welche diesmal Radio
Israel als Quelle benannte. Einige Minuten früher,
um 17.00 Uhr, sendete Radio Baghdad dieselbe Story als
eines ihrer Hauptthemen und um 18.45 Uhr benutzte Voice of
Free Lebanon, betrieben von Israel-gestützen Milizen
im Südlibanon die Nachricht und gab als Quelle Radio
Baghdad an. Später am Abend wurde die Nachricht von
Voice of America gesendet, und am nächsten Morgen
wurde sie erneut von Voice of Free Lebanon übertragen,
die Voice of America als Quelle angab.
· (An-Nahar, ÜE:
J.K.) |
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1983 |
Das Erscheinen des Romans Walimah li A'ashab al-Bahr
(A Feast for the Seaweeds) des syrischen Schriftstellers Haidar Haidar
sorgt in islamisch-klerikalen Kreisen für Unruhe; er
wird in verschiedenen arabischen Ländern auf den Index
gesetzt.
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31. März |
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Wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer kommunistischen
Partei wird der Dichter und Journalist → Faraj Ahmad Bayrakdar
von der militärischen Abwehr des Landes inhaftiert. Bis
zu diesem Zeitpunkt hat er die beiden Gedichtbände Du
bist nicht allein und Ein neuer Tanz im Hof des Herzens
veröffentlicht.- Vgl. www.icorn.org u. www.enlischpen.org
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17. Oktober |
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Nachdem der Dichter und Journalist Faraj Ahmad Bayrakdar
fast sieben Jahre lang isoliert gehalten und während
der Haft gefoltert
wurde, wird er er zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt.-
Vgl. www.icorn.org u. www.enlischpen.org
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| 27.
März |
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Aus Anlass des - 1963 eingeführten - Welttheatertages
der UNESCO richtet der syrische Dramatiker Saadallah Wannous
als erster arabischer Autor die Grußadresse an die Weltheatergemeinde.
In seiner Rede spricht er von einem "umfassenden Dialog
zwischen Einzelpersonen sowie zwischen Nationen." Das
Theater könne der Ausgangsort für einen solchen
Dialog sein. Als "Pionier des modernen arabischen Theaters"
übernahm er selbst "die Verteidigung des Theaters
gegen die entwürdigenden Kräfte, die die moderne
Kultur bedrohen". "Theater", sagte er, "ist
nicht nur Ausdruck der Zivilgesellschaft, sondern auch eine
notwendige Bedingung für ihre Errichtung und ihren Wachstum",
weil es kein wahres Theater außerhalb der Zivilgesellschaft
gebe so wie es keine Zivilgesellschaft gebe bei Abwesenheit
von Demokratie und dem Respekt der Individualrechte. (Vgl.
Sa'dallah Wannous: A Life in Theater v. Manal A. Swairjo,
in: Al Jadid, Vol. 2, No. 8, Juni 1996, ÜE:
J.K.)
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15. Mai |
|
In Damaskus stirbt im Alter von 56 Jahren mit Saadallah Wannous
der wohl bekannteste Dramatiker Syriens.
Wannous stammte aus ärmlichen Verhältnissen, er
wurde in dem Dorf Husayn al-Bahr bei Tartous geboren. Berühmtheit
in der arabischen Welt erlangte er mit Haflat samar min
agl hamis haziran (Abendgala für den 5. Juni), seinem
ersten Theaterstück in den 60er Jahren - gleichzeitig
ein entscheidender Beitrag zur Entstehung des politischen
arabischen Theaters -, das unter dem verheerenden Eindruck
der arabischen Niederlage gegen Israel im sog. Sechstagekrieg
von 1967 entstand.
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| 4.
Januar |
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In seiner Geburtstadt Al-Haffeh, nahe der Hafenstadt Lattakia
gelegen, stirbt der syrische Journalist, Romancier und Drehbuchautor
Khaled al-Shariqi. Der 1934 geborene Jurist graduierte 1963
an der Universität von Damaskus. In seiner frühen Jugend begann
er schon mit dem Schreiben von Lyrik. Seine ersten Gedichte
publizierte er in syrischen und libanesischen Zeitungen und
Magazinen in den 50er Jahren. In derselben Periode begann er
mit dem Schreiben von Erzählungen. Seine erste Story, The
small son, wurde 1957 veröffentlicht. Es folgten zahlreiche
Prosaveröffentlichungen: Neben den Kurzgeschichtenbänden Love
and Anger und The Bride of the Golan auch der preisgekrönte
Roman A Tale in Lost Time (Abul Qassem al Shabbi Prize).
(Vgl. Writer in Focus, in: Syria Times v. 08.05.2004).
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| zeit |
los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
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Einer
der populärsten Dichter der arabischen Welt, der syrische
Dichter →
Nizar
Kabbani ist
tot. Im Alter von 75 Jahren stirbt er in seiner Londoner Wohnung.
Der marokkan. Schriftsteller → Tahar Ben Jelloun
gedenkt seiner in einem Nachruf in der frz. Tageszeitung Le
Monde.
Der im Jahre 1923 geborene Nizar Kabbani, ein ehemaliger Diplomat,
habe die Frau gefeiert, den Körper der Frau, die geheime
Liebe, die fiebrige Leidenschaft ... "Man liebte ihn wegen seiner
Kühnheit, seiner Besessenheit für die Liebe der Frauen,
für seine genauen Beschreibungen der Blicke und Bewegungen
der Liebe in einer Gesellschaft, wo man der Frau misstrauisch
begegnete." (...) · (Vgl.
Le Monde v. 08.05.2006, ÜF:
J.K.)
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| |
|
Nachdem im Juni Hafiz al-Assad nach langer Krankheit verstorben
ist, wird sein Sohn Baschar al-Assad am 10. Juli durch ein
Referendum mit 97,29 % der Stimmen zum Präsidenten gewählt.
Mitte November erlässt er eine Amnestie für politische
Gefangene, von der über 600 Häftlinge betroffen
sind.
Einer
dieser politischen Gefangenen ist der Dichter und Journalist
Faraj Ahmad Bayrakdar, der am 16. November, vierzehn
Monate vor Ablauf seiner fünfzehnjährigen Haftstrafe,
freikommt.
Knapp
zwei Wochen später gibt Faraj Ahmad Bayrakdar
vor der Presse eine Erklärung ab, in der er sich überglücklich
preist und dafür bedankt, dass er durch die Aufmerksamkeit
seiner journalistischen Kollegen und anderer Personen und
Organisationen in den Genuss der Freiheit gekommen ist, erinnert
jedoch daran, dass viele noch in Unfreiheit seien, in seinem
Land und an zahlreichen anderen Orten.- Vgl. www.icorn.org
u. www.englishpen.org
|
| |
2001 |
In der Nummer 426 ihres Publikationsorgans veröffentlicht
die Arabische Schriftstellervereinigung eine Liste der 100
besten arabischen Bücher des 20. Jahrhunderts; tatsächlich
sind es
jedoch 105. Darunter befinden sich etliche Bücher syrischer
Autoren:
| Haidar
Haidar: |
Az-Zaman
al-Muhish (The Desolate Time), Roman 1973. |
| Ghada
as-Samman: |
Kawabiss
Beirut (dt: Alptraum in Beirut; Übersetzung:
Veronika Theis. Göttingen 1988), Roman. 1977. |
| Hanna
Mina: |
al-Shera'
wal-Asefa (The Sail and the Storm), Roman 1966. |
| Nabil
Suleiman: |
The
Cycles of the East |
| Abdul-Karim
Nassif: |
Legislation of Al Murr |
| Walid
Ikhlassi: |
House
of Pleasure |
| Halim
Barakat: |
Ta'ir
al-Howm (engl.: The Crane; Übersetzung: Bassam
Frangieh and Roger Allen. Kairo 2008) Autobiografischer
Roman 1988 |
| Ahmed
Youssef: |
Crazy
Paradise |
| Abdel-Salam
Ajili: |
Hearts
on a Wire |
| Qamar
Kilani: |
The
Whirlpool |
| Yasin
Rifa’ieh: |
Ras
Beirut |
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| 9.
September |
|
Die
syrische Regierung vergebe verschiedene Stipendien, schreibt
die liberianische Tageszeitung The Inquirer.
Sieben liberianische Studenten hätten kürzlich das
Land verlassen, um an verschiedenen Institutionen der Syrischen
Arabischen Republik Islamische Wissenschaften zu studieren.
Die Vergabe der Stipendien erfolgte im Rahmen einer Anfrage,
die die liberianische Regierung an den Generalkonsul der Syrischen
Arabischen Republik in Monrovia, Mohammed Idriss, gerichtet
habe.
Dieser versprach "alles in seiner Macht stehende zu tun, um
sicherzustellen, dass die Anfrage von seiner Regierung berücksichtigt
werde, weil dies seiner Meinung nach eine der wichtigsten Hilfestellungen
sei, die ein wahrer Freund Liberias dem Land während dieser
sehr schwierigen Zeiten anbieten könne". (...) · (Inquirer,
ÜE:
J.K. ) |
|
3. April |
|
In Damaskus stirbt der 1934 in Salamiya, Provinz Hama, geborene
Dichter, Dramatiker und Essayist Muhammed al Magut.
|
|
5. April |
2006 |
Im Alter von 88 Jahren stirbt der syrische Erzähler,
Lyriker und Romancier, Politiker und Arzt Abdul-Salam Ojeili.
"Dr. Ojeili ist ein Arzt", schrieb die Syria
Times vor zwei Jahren, "und er sagt, das Schreiben
sei sein Hobby". 1936 veröffentlichte er mit Nouman
in der damals populären ägyptischen Zeitschrift
Ar-Risaleh seine erste Kurzgeschichte. Die Hauptfigur
Nouman ist ein Wegelagerer, der Regierungsvertreter beraubt,
wenn sie auf dem Lande ihren Aufgaben nachgehen. Als ihm eines
Tages ein Regierungsvertreter als Beduine mit noblen Werten
entgegentritt, gibt er seine Profession auf.
"Dr. Ojeili schreibt Literatur in seiner Freizeit. Er
arbeitet mehr als zehn Stunden täglich in seiner Klinik.
Er macht lieber selbst Literatur, als darüber zu reden,
aber in seiner Freizeit ... Er ist nun ungefähr 90 Jahre
alt."
In den nächsten Tagen werden Nachrufe in arabischen wie
auch in westlichen Zeitungen erscheinen, bis hin zur New
York Times.
Die Khaleej Times in den Vereinigten Emiraten wird
schreiben: "Syrien hat eine große literarische
Persönlichkeit verloren ... Ojeili publizierte 40 Werke,
hauptsächlich Kurzgeschichten und Romane, und er war
bekannt für seinen reichen Erfahrungsschatz und seine
Traurigkeit, die sein Werk charakterisierte. Zu seinen berühmtesten
Werken zählen Basima Between Tears, Hearts
On Wires und sein letzter Roman Land of the Lords."
(Vgl. Syria Times v. 29.04.2004 u. Khaleej
Times, VAE v. 06.04.2006)
|
| 11.
April |
|
Italienischer
"Mittelmeerpreis der Poesie" an Fuad Rifka.
Der in Syrien geborene und im →
Libanon
aufgewachsene Lyriker nimmt den mit 10.000 € dotierten
Preis heute in Treviso entgegen. Geehrt wird er für sein
Gesamtwerk, mit dem er einen zentralen Bezug zu dieser Region
herstellt.
Der emeritierte Professor der Philosophie an der Amerikanischen
Universität Beirut hat sich als Neuerer der arabischen Lyrik
und als Übersetzer - insbesondere deutscher Dichtung -
verdient gemacht. |
| 9.
Januar |
|
"Die
Schriftstellerin Colette Khoury wird die erste syrische Botschafterin
im →
Libanon
sein",
heißt es in der libanesischen französischsprachigen
Tageszeitung L'Orient Le Jour. →
mehr dazu,
· (L'Orient Le Jour,
Libanon, ÜF:
J.K.) |
|
Juli |
2010 |
"Religiöse
und säkulare Oppositionsführer entlassen",
heißt es in der Online-Ausgabe der englischsprachigen in Damaskus
ansässigen Monatsschrift Syria Today.
Die syrischen Behörden haben eine Anzahl von säkularen und islamistischen
Oppositionsführern im vergangenen Monat freigelassen, heißt
es konkretisierend. "Die Führer Akram Bunni, Jabr al-Shufi und
Ahmed Tomeh des National Council of the Damascus Declaration
(NCDD, Nationalrat der Damaszener Erklärung) wurden gemäß einer
Darstellung der in London ansässigen Gruppe The Syrian Observatory
for Human Rights am 13. Juni aus dem Gefängnis entlassen,
nachdem sie 30 Tage unter Gefängnisbedingungen verbracht haben."
Das NCDD-Mitglied Fidaa Horani sei nach 30 Tagen Haft am 16.
Juni entlassen worden. Ali al-Abdallah**,
ein fünftes NCDD-Mitglied, das am selben Tag entlassen werden
sollte, sei stattdessen neuen Anschuldigen wegen "Schwächung
der Nationalen Moral" ausgesetzt worden, wie die Nachrichtenagentur
Reuters berichtet habe.
Die Fünf seien Teil einer Gruppe von 12 Aktivisten gewesen,
die wegen Anschuldigungen der Beschädigung des Staates und nationaler
Gefühle zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt worden waren. Zum
Zeitpunkt der Veröffentlichung sei noch unklar gewesen, ob die
sieben anderen Aktivisten freigelassen worden waren.
Alle Zwölf seien Unterzeichner eines Dokuments, das als die
Damaszener Erklärung bekannt und 2005 verkündet worden sei und
einen radikalen demokratischen Umbruch verlangt habe. Eine Auswahl
von säkularen und religiösen Oppositionsgruppen hätten die Erklärung
unterstützt.
"The Syrian Observatory for Human Rights berichtete im
vergangenen Monat auch, dass die Regierung eine Gruppe von islamistischen
Gefangenen freigelassen hat, von denen einige mehr als 30 Jahre
im Gefängnis verbracht haben." Einer Darstellung der Gruppe
zufolge hätten die Männer der Muslemischen Bruderschaft angehört,
einer in Syrien verbotenen islamistischen Gruppe. Die genaue
Anzahl der entlassenen Gefangenen sei nicht angegeben worden.-
Vgl. Syria Today 07/2010.- ÜE:
J.K.
**Bei Ali al-Abdallah
(vereinfacht auch: Ali Abdallah) handelt es sich um einen bekannten
syrischen Autor und Journalisten. Siehe auch die → Meldung
vom 17.07.2011 |
| 16.
Dezember |
2010 |
Der libysche Romancier →
Ibrahim
al-Koni
wird in Kairo mit dem mit $ 18000 dotierten Arabischen Romanpreis
ausgezeichnet, berichtet auf seiner Webseite der in den Vereinigten
Arabischen Emiraten ansässige Nachrichtensender Al Arabiya.
Das
Preisgeld soll Tuareg-Kindern in → Mali
und Niger zugute kommen.
Der
Vorsitzende der Jury, der syrische Kritiker Sobhi Hadeedi, sagte
in seiner Begründung: "Koni wurde wegen seiner Begabung
ausgewählt, der Wüste auf menschlichen, natürlichen,
spirituellen und mythologischen Level Leben einzuhauchen".
-
Vgl. Al Arabiya New Channel (www.alarabiya.net) v. 16.12.2010. |
| |
2011 |
Die englischsprachige Online-Ausgabe der halbamtlichen ägyptischen
Wochenzeitung Al-Ahram berichtet:
"Abdallah
hat bis zum Mai vier Jahre dafür im Gefängnis verbracht, dass
er die Politik des syrischen Präsidenten kritisierte."
ahramonline
bezieht sich in ihrem Bericht auf die Nachrichtenagentur Reuters,
sie schreibt:
"Syrische Streitkräfte verhaften den prominenten Schriftsteller
Ali Abdallah, einen scharfen Kritiker der staatlichen Anwendung
von Gewalt im Zuge der Bekämpfung der Aufstände gegen die vier
Dekaden währende autokratische Herrschaft", sein Sohn habe in
einem Telefongespräch mit Reuters aus seinem Washingtoner
Exil angegeben:
"Zehn Soldaten betraten das Haus meines Vaters in dem Damaszener
Vorort Qatana gegen 9 Uhr morgens und nahmen ihn mit. Er war
erst vor drei Wochen am Herzen operiert worden."
Abdallah, ein 61-jähriger säkularer Denker, war im Mai nach
vier Jahren Gefängnis wegen der Beteiligung an der Damaszener
Erklärung, einer prodemokratischen Gruppe von Intellektuellen
und Oppositionellen, und seiner Kritik an Präsident Bashar al-Assads
Allianz mit den klerikalen Führern des Iran entlassen worden.
- Vgl. ahramonline (http://english.ahram.org.eg) v. 17.07.2011.
ÜE:
J.K. |
|
1.
November |
2011 |
"Der
Ägyptische Schriftstellervereinigung in solidarischem Protest
mit der syrischen Revolution",
heißt es in der Überschrift
zu einem Bericht der ägyptischen Zeitung Al-Ahram Online.
Das Arabische Kommitee für (Auswärtige) Beziehungen
in der Ägyptischen Schriftstellervereinigung (Egyptian
Writers’ Union, EWU) habe im
Schulterschluss mit dem syrischen Volk zu
Protest und zu einem Marsch zum Hauptquartier der Arabischen
Liga am Mittwoch aufgerufen.
→ mehr dazu
·
(Al-Ahram Online,
ÜE:
J.K.) |
| 25.
November |
2011 |
"Rafik
Schami warnt vor Bürgerkrieg in Syrien",
"Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Situation
in → Ägypten
und in Syrien spricht Michael Krons IM DIALOG mit dem syrischen
Schriftsteller Rafik Schami.
Der Schriftsteller →
Rafik Schami
warnt vor einem drohenden Bürgerkrieg in seinem Heimatland Syrien.
'Die Machthaber geben nicht die Macht ab, sondern tun alles,
damit es in einen Bürgerkrieg rutscht', sagte der in Deutschland
lebende Autor in der PHOENIX-Sendung IM DIALOG. Die Folgen einer
solchen Eskalation seien unabsehbar. Syrien sei ein 'wichtiger
Dominostein' in der Region.
Ein Bürgerkrieg ließe sich seiner Ansicht nach allerdings verhindern,
wenn der Westen sich stärker hinter die syrische Oppositionsbewegung
stellen würde. Zudem müsse die bisherige Unterstützung des Regimes
durch Russland und China aufhören. Darauf solle der Westen 'hinter
den Kulissen, in der diplomatischen Grauzone' hinwirken, ohne
die syrischen Machthaber durch eine UNO-Verurteilung mit dem
Rücken zur Wand zu stellen. Um den Konflikt friedlich zu lösen,
müsse dem Regime eine Rückzugsmöglichkeit eingeräumt werden.
Gelingt die Stärkung der Opposition und die Verhinderung eines
Bürgerkrieges, ist Schami optimistisch, dass es zu einer demokratischen
Stabilisierung Syriens kommt, von der seiner Ansicht nach auch
der Iran profitieren würde.
IM DIALOG spricht Michael Krons mit Rafik Schami außerdem über
die Entwicklung des arabischen Frühlings in Ägypten und die
Einflussmöglichkeiten als Schriftsteller im Exil."
(Mitteilung
phoenix.de) |
| . |
. |
|
| .. |
. |
Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
| .. |
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Quellen
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| .. |
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Sach-
und Personenregister |
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