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ABBAS KHIDER
( * 1973)
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ABBAS KHIDER (*1973)


1973

wird Abbas Khider in Bagdad geboren.

1993-1995
Zwei Jahre Haft "nachdem ich Flugblätter gegen Saddam Hussein verteilt hatte"[0].

1996
Entlassung aus der Haft; anschließend Flucht aus dem Irak.

1996-1999
Illegaler Aufenthalt als Flüchtling in verschiedenen Ländern, wie Jordanien, Libanon, Libyen, Türkei, Griechenland und Italien[1].

DAS AKTUELLE BUCH:
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DIE ORANGEN DES PRÄSIDENTEN
Beschreibung siehe hier ->
2000
Beginn des Asyls in Deutschland[2]; Studium der Literatur und Philosophie in München und Potsdam.
2005
Bibliografische Angabe Khakismus - Intellektuelle Verbrechen im Irak[3], Sachbuch (in Arabisch). Köln 2005.
2008
Bibliografische Angabe Der falsche Inder[4], Roman. Hamburg 2008. - Der Roman erzählt die Geschichte eines jungen Irakers, der sich nach politischer Haft als Illegaler durch Nordafrika und Europa auf der Flucht befindet. Dieser konkrete Inhalt wird eingefasst von einem quasi mystischen Rahmen: Im ICE-Zug Berlin-München findet sich ein Manuskript, das dem Entdecker seine eigene Geschichte in acht Versionen enthüllt.
2009
Beginn des Arbeitsstipendiums des deutschen Literaturfonds (bis 2010).
Absatz Ausgezeichnet
mit dem Alfred-Döblin-Stipendium.
2010
Ausgezeichnet mit dem Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis 2010[4] für den Roman Der falsche Inder.
Absatz Beginn der Mitgliedschaft im PEN.
Absatz Ausgezeichnet mit der Ehrenurkunde für Literatur der irakischen I.C.S.A.
2011
Bibliografische Angabe Die Orangen des Präsidenten, Roman. Hamburg 2011. Neuauflage im Sommer 2011 in Frankfurt/Main (Büchergilde). - Im Mittelpunkt des Romans Die Orangen des Präsidenten steht der frisch gebackene Abiturient Mahdi. Am Tage des Abiturs - man schreibt das Jahr 1989 - wird er gemeinsam mit seinem Klassenkameraden Ali von Sadamm Husseins Geheimpolizei unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer staatsfeindlichen Organisation verhaftet. Für beide beginnt eine zweijährige Leidensgeschichte. Mahdis psychisches Überleben gelingt nur durch die Flucht in die Welt der Phantasie und der Vergangenheit. Er erzählt Geschichten, die den Irak der 80er- und 90er-Jahre lebendig werden lassen.
Bibliografische Angabe Der finstere Barbare war Elektroinstallateur, S. 38, Text in: Los Superdemokraticos: eine literarische politische Theorie / hrsg. von Rery Maldonado und Nikola Richter. Berlin 2011
Absatz Anfang des Jahres ist Abbas Khider bei den Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz in Kairo dabei[5].
Absatz Ausgezeichnet mit Villa Aurora-Stipendium in Los Angeles, USA, 2011 (Oktober bis Dezember).
Absatz Ausgezeichnet mit dem Arbeitsstipendium der Robert Bosch Stiftung.
Abbas Khider lebt in Berlin.
STIMME(N):

(Noch nicht aufgenommen)

ANMERKUNGEN:
0) Vgl. Integration als Schelmenroman, a.a.O.
1) Vgl. Interview v. Johanna Adorján, a.a.O.
2) Acht Jahre später wird A. K. seinen ersten Roman veröffentlichen, in deutscher Sprache. In einem Interview wird der Autor gefragt, warum er in Deutsch schreibe, seine Antwort: "Schriebe ich auf Arabisch über meine Themen, dann fände ich doch nie einen Verleger. Zudem habe ich festgestellt, wenn ich auf Arabisch schreibe, beschreibe ich nur das Leid, aber das hat keinen literarischen Gehalt. Wenn ich aber in der mir fremden deutschen Sprache schreibe, erlebe ich Distanz und Verfremdung zugleich, die verhindern, dass Schmerz und Leid alles überlagern. So wird es mir viel eher möglich, literarisch zu schreiben." - Vgl. Interview auf nw-news, a.a.O.
3) Über die Militarisierung der irakischen Gesellschaft unter der Herrschaft von Saddam Hussein.- Lesenswerter Auszug daraus: Die Farbe Khaki, im Tagesspiegel v. 27.04.2007.

4) Knapp zwei Jahre nach Erscheinen des Romans Der falsche Inder wird dieser mit dem Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet. In seiner Laudatio bei der Preisverleihung am 04.03.2010 sagt Hubert Spiegel, Khider erzähle "in einer äußerst lebendigen, oftmals lakonischen Sprache, die immer wieder durchdrungen ist von grimmigem Humor. Keine Spur dabei von moralinsaurer Schwere, die sich bleiern auf den Leser legte. Nein, Der falsche Inder ist ein radikal unsentimentaler Report aus der Hölle. So ist der Schrecken der Flucht zwar immer präsent, wird aber nie explizit ausgestellt. Es bleibt genug Platz für eine Lebenslust, die ansteckend wirkt, und für viele kleine Beobachtungen, ebenso präzise wie entlarvend."- Inzwischen wurde Der Roman dramatisiert und soll kommenden Jahres (Mitte 2012) am Münchner Volkstheater unter der Regie von Nicole Oder Premiere feiern.

5) In einem Interview beschreibt Abbas Khider, wie er nach dem erfolgreichen Aufstand in Tunesien in Erwartung einer Fortsetzung nach Beirut flog und schnell realisierte, dass der Arabische Frühling in Ägypten seine Fortsetzung nehmen würde. Er sagt dazu: "Ich muss nach Kairo. Wir waren nur drei Leute im Flugzeug - alle anderen flogen in dieser Zeit aus Ägypten aus. Als ich ankam, dachte ich sofort, jetzt mache ich mit. Das war ein historischer Moment, da wollte ich dabei sein. Ich musste auch gar nicht mehr nach Revolutionären suchen, es waren Tausende von ihnen auf der Straße. Es war unglaublich." - Vgl. Vgl. Interview v. Johanna Adorján, a.a.O.  

Wichtigste Quellen:
Wie eine neue Geburt, Interview v. Johanna Adorján, in FAS, 12.03.2011
Abbas Khider: "Meine kämpferische Seele ist zurück" Interview auf nw-news.de (Online Portal der Neuen Westfälischen Zeitung).
Integration als Schelmenroman, in: DIE ZEIT v. 3.11.2010.
www.abbaskhider.com/ - Offizielle Seite des Autors
Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

LINKS:
Abbas Khiders Verlag: Nautilus
Abbas Khider: Die Farbe Khaki, in: Tagesspiegel v. 27.04.2007.
Offizielle Seite des Autors, in arabischer, deutscher u. englischer Sprache. 
2011 © by Janko Kozmus
REZENSION(EN)
(noch nicht aufgenommen)
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