Ende
1960er
Studium der Soziologie[1]
an der der Lyoner Universität angegliederten Ecole Supérieure
des Lettres in Beirut.
1971
Heirat einer maronitischen Christin und Beginn einer journalistischen
Laufbahn nach väterlichem Vorbild. Zunächst bei der
libanesischen Tageszeitung An-Nahar (Der Tag). [2]
1975
sucht Amin Maalouf bald nach Ausbruch des Bürgerkriegs Zuflucht
in dem Bergdorf, aus dem seine Familie stammt.[3]
1976
emigriert Amin Maalouf wegen des Bürgerkriegs über Cypern
nach Paris[4].
Seine Ehefrau Andrée, die gerade das 3. Kind geboren hat,
kommt zwei Monate später mit den Kindern Ruchdi, Tarek und
Ziad nach.
1976-79
Journalistische Tätigkeit bei der frz. Zeitschrift Jeune
Afrique.
1979-81
Leitung der Pariser Redaktion von An-Nahahr arabe et internationale.
1981-85
Erneute Tätigkeit bei der frz. Zeitschrift Jeune Afrique.
1983
Les Croisades vues par les Arabes (dt: Der Heilige Krieg
der Barbaren. Die Kreuzzüge aus Sicht der Araber, Übersetzung:
Sigrid Kester, München 1996), Essay, Paris 1983 u. 1992.
1985
Amin Maalouf beendet seine journalistische Tätigkeit, um
sich ganz der Arbeit an seinem ersten Roman widmen zu können.
1986
Léon l'Africain (dt: Leo Africanus. Der Sklave des
Papstes, Übersetzung: Bettina Klingler u. Nicola Volland,
München 1988 u. Ffm. 2000), Roman, Paris 1986 u. 1987.- Fiktive
Biographie der historischen Figur des Leo Africanus, des Verfassers
der Schrift Descrittione dell'Africa um 1525. Sein bewegtes
Leben führte ihn von Granada über verschiedene Stationen
in Afrika schließlich in den römischen Vatikan, wo
er eine hohe Funktion bekleidete.
Für Leo Africanus wird Amin Maalouf mit dem Prix
de l'Amitié franco-arabe ausgezeichnet.
1987
Ausgezeichnet mit dem Grand Prix de la Méditerranée
für Leo Africanus.
Ausgezeichnet mit dem Prix France-Liban für Leo
Africanus.
Ausgezeichnet mit der Medaille d'argent du Prix Paul Flat der
Académie française für Leo Africanus.
1988
Samarcande (dt: Samarkand, Übersetzung: Widulind
Clerc-Erle, München 1990 u. Ffm 2001), Roman, Paris 1988
u. 1989.- Im Mittelpunkt des Romans steht das fiktive "Manuskript
von Samarkand". Sein Besitzer, der Amerikaner Benjamin O.
Lesage, berichtet von dessen Entstehung im 11. u. 12. Jahrhundert
in Persien und von seinem Verschwinden in den Wirren der mongolischen
Invasion. Vor diesem Hintergrund spielt vornehmlich der erste
Teil des Romans, in dessen Mittelpunkt der islamische Gelehrte
Omar Khajjam steht. Im zweiten Teil, im späten 19. u. frühen
20. Jh., geht es um die Suche nach der Originalhandschrift in
Persien durch den amerikanischen Protagonisten.
Ausgezeichnet mit dem Prix de Maison de la Presse für
Samarkand.
1991 Les Jardins de lumière (dt: Der Mann aus Mesopotamien,
Übersetzung: Gerhard Meier, München 1992 u. 1994), Roman
Paris 1991 u. 1992. - Biographischer Roman über den im 3.
Jh. in Mesopotamien lebenden Propheten, Arzt und Maler Mani, in
dem die bruchstückhafte Information über die historische
Figur mit Fiktion aufgefüllt wird.
Ausgezeichnet mit dem Grand Prix de l'UNICEF für
Der Mann aus Mesopotamien.
1992
Le premier siècle après Béatrice (dt:
Die Wiederkehr des Skarabäus, Übersetzung:
Gerhard Meier, München 1993), Roman, Paris 1992 u. 1994.-
Aus dem Jahr 2040 berichtet ein Insektenforscher rückblickend
von der durch ein Genexperiment hervorgerufenen katastrophalen
Entwicklung vergangener Jahrzehnte. Die Bevölkerungsentwicklung
war zugunsten männlicher Geburten manipuliert worden, so
dass sich ein massives Ungleichgewicht der Geschlechter herstellte.
Der Skarabäus als Symbol männlicher Dominanz.
1993
Le Rocher de Tanios (dt: Der Felsen von Tanios, Übersetzung:
Gerhard Meier, München 1994 u. 1997), Roman, Paris 1993 u.
1996.
Vorwort zur frz. Taschenbuchausgabe v. Le Prophète
v. Khalil Gibran.
Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt für Le Rocher
de Tanios (dt: Der Felsen von Tanios) .[5]
1996
Les Echelles du Levant (dt: Die Häfen der Levante,
Übersetzung: Bernd Schwibs, Ffm 1997 u. 1999), Roman, Paris
1996 u. 1998.
1998
Les identités meurtrières (dt: Mörderische
Identitäten, Übersetzung: Christian Hansen, Frm
2000), Essay, Paris 1998 u. 2001.
Ausgezeichnet mit dem Premio Nonino.
1999
Für Mörderische Identitäten wird Amin Maalouf
mit dem Europäischen Essaypreis Charles Veillon ausgezeichnet.
2000
Le Périple de Baldassare (dt: Die Reisen des Herrn
Baldassare, Übersetzung: Ina Kronberger, Ffm 2001), Roman,
Paris 2000 u. 2002.
2001
L'Amour de loin (Die Liebe aus der Ferne), Libretto (zur gleichnamigen
Oper, Musik: Kaija Saariaho, Uraufführung am 15.08.2000 bei
den Salzburger Festspielen)[6] .
Amin Maalouf erhält die Ehrendoktorwürde der Katholischen
Universität Löwen, Belgien.
2003
Ausgezeichnet mit dem spanischen Premio Antonio de Sancha.
2004
Origines (dt: Die Spur des Patriarchen, Übersetzung:
Ina Kronenberger. Ffm 2005). - Das Buch beschreibt die Suche des
Autors nach den Spuren seiner Familie und erzählt insbesondere
die Geschichte seines Großonkels Gabriel, der in Kuba sein
Glück versuchte und im materiellen Sinne auch fand sowie
von Amin Maaloufs Großvater Botros, der im Libanon
blieb und seinem Bruder detailliert von der Familie erzählen
musste. [7]
Adriana Mater, Libretto (zur gleichnamigen Oper, Musik: Kaija
Saariaho, Welturaufführung im März 2006 in l'Opéra
de la Bastille, Paris)
Quatre instants : for soprano and piano, Musik: Kaija Saariaho;
Text: Amin Maalouf.
Ausgezeichnet mit dem Prix Méditerranée
für Origines. Nominierung für den mit 100 000
EURO dotierten irischen Literaturpreis IMPAC 2004 für
Die Reisen des Herrn Baldassare. [8]
2006
La Passion de Simone, Libretto (zur gleichnamigen Oper, Musik:
Kaija Saariaho, Welturaufführung 2006 in Wien)
2009
Am 25. Februar wird Amin Maalouf 60 Jahre alt.
2010 Le dérèglement du monde (dt: Die
Auflösung der Weltordnungen; Übersetzung: Andrea
Spingler) Essay. Paris 2010. - Der libanesische Christ
und Kenner der nahöstlichen Verhältnisse Amin Maalouf
nennt in seinem Buch die Gegensätze, "von der der Westen
ebenso wie der Nahe Osten aus unterschiedlichen Gründen betroffen"
ist, die "Entregelung" oder "Deregulierung
der Welt".
Émilie, Libretto (zur gleichnamigen Oper, Musik: Kaija
Saariaho, Welturaufführung 2010 in Lyon)
Ausgezeichnet mit dem mit 50.000 € dotierten spanischen Prinz-von-Asturien-Preis[9]
in der Sparte Literatur für sein Gesamtwerk.
Amin Maalouf lebt in Paris und auf der Kanalinsel Yeu.
1)
In der Einleitung zu einem Interview von Rima Jureidini sagt Amin
Maalouf zu seiner Studienwahl: "Heute frage ich mich, warum
ich nicht Geschichte studierte habe, was mich am meisten interessierte".
(Vgl. Entretien avec Amin Maalouf, in: La
Revue du Liban v. 27.07.1996)
2) In seiner Funktion
als Journalist hat er über 60 Länder bereist, um beispielsweise
aus Vietnam oder vom Irak-Iran-Krieg zu berichten. (Vgl. u.a.
A son of the road, in: The Guardian v. 16.11.2002.)
3)
Vgl. A son of the road, ebd. Dort heißt es weiter:
Er erinnere sich, in den Bergen "Explosionen gehört
zu haben von einem Krieg, in dem er sich weigerte Position zu
beziehen ..."
4)
In einem Interview von 1996, in dem Amin Maalouf gefragt wird,
ob er sich in Frankreich als Fremder gefühlt habe, antwortet
er: "Überhaupt nicht. Das ist eine Frage der Wahl. ...
Ich habe ein für alle Mal beschlossen, dass diese Frage für
mich nicht existiert. Ich bin ein menschliches Wesen, das quer
durch die ganze Welt reist, sein Gepäck abstellt, und dort
etwas aufzubauen versucht, wo er sich niederlässt."
(Vgl. Entretien avec Amin Maalouf, in: La
Revue du Liban v. 27.07.1996)
5)
Die Verleihung dieses Preises habe ihm "immense Freude"
bereitet, gleichzeitig auch Furcht, nie mehr dieselbe Gelassenheit
zu haben oder mit derselben Unschuld wie zuvor zu schreiben. Vgl.
A son of the road, ebd.
6)
Der New York Times-Kritiker Anthony Tommasini bezeichnete es als
das beste Libretto seit Jahren.
7)
In
einem Interview sagt Amin Maalouf von seinem Großvater:
"Mein Großvater war eine Art Rebell und gewiss sehr
modern in seiner Einstellung. Er träumte davon die Länder
des Ostens zu modernisieren ohne die westlichen zu kopieren."
(Vgl. In Search of Roots, in: Arab News v. 03.07.2004)
- Die Spur des Patriarchen ist "eine wundervolle Familiensaga,
die Mitte des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf zwischen
Beirut und Damaskus beginnt, um ein Jahrhundert später in
Massachusetts zu enden."(Le Magazine Littéraire)
8)
Der
IMPAC 2004 ging schließlich an den marokkanischen Autor
frz. Sprache Tahar Ben Jelloun für seinen Roman Das
Schweigen des Lichts.
9)
In
der Begründung wurde Amin Maalouf als Stimme der Toleranz
in der Welt des Fundamentalismus bezeichnet. - Zu den Preisträgern
vergangener Jahre zählten u.a. Margaret
Atwood (2008) und Doris
Lessing (2001).
Wichtigste Quellen: La Revue de Liban A son of the road, in: The Guardian v. 16.11.2002.
Solon, Pascale: Amin Maalouf, in: KLfG
(Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition
text+kritik)
La
Revue du Liban, libanesisches Wochenblatt (in frz. Sprache),
das mehrere Hintergrundberichte zu Leben und Werk v. Amin Maalouf
online gebracht hat .
Der
Spurenleser, Rezension v. Bernhard Schmid zu Origines,
in: Jungle World (dt. linkes Wochenblatt).