AKÈ. JAHRE DER KINDHEIT
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OGUN - ABIBIMAN
Zweisprachige Ausgabe
Vorzugsausgabe mit einer
signierten Radierung
von Thomas Rug,
vom Nobelpreisträger
Wole Soyinka
und Thomas Rug
im Impressum signiert
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1934
Am
13. Juli wird Wole Soyinka in Isara bei Abeokuta in Westnigeria
als zweites von sieben Kindern einer christlichen Familie
geboren; der Vater ist Schulrektor, die Mutter betreibt
einen Kleinhandel. Woles voller Name lautet: Oluwole Akinwande
Babatunde Oludeinde Isola Soyinka.
1938
Eintritt in die Volksschule in Abeokuta, an der sein Vater Rektor
war.
1946
geht Wole Soyinka nach Ibadan, Eintritt ins Government College.
1947
protestieren vornehmlich Frauen in der sog. "Steuerrevolte"
von Abeokuta;
ein
Schlüsselerlebnis für die Politisierung Wole Soyinkas.
[0]
1952
Eintritt in die University of Ibadan. Studium der Fächer
Griechisch, Englisch und Geschichte.
1954
verlässt Wole Soyinka seine Heimat und geht nach Großbritannien,
wo er Theater- und Literaturwissenschaften an der University
of Leeds studiert.
1957
Akadem. Abschluss: Bachelor of Arts.
1958
Abbruch des Studiums vor Erlangung des Master of Arts,
Wechsel nach London, im September erste Regie eines eigenen Theaterstücks:
The Swamp Dweller (Die Sumpfbewohner), Uraufführung
beim Annual University of London Drama Festival.
1958-60
Dramaturg und Schauspieler am Royal Court Theatre, London.
Heirat mit einer Engländerin und Scheidung; aus dieser Ehe
geht Soyinkas erster Sohn Olaokun hervor.
1959,
21. Februar, Uraufführung von The Lion and the Jewel
(dt: Der Löwe und die Perle) am Art Theatre Ibadan,
Regie: Geoffrey Axworthy.
Uraufführung von A Dance of the African Forest und
The Invention (Tanz der afrikanischen Wälder, Die
Erfindung) am Royal Court Theatre London, Regie: Wole Soyinka
1960
Gemeinsam mit dem Sohn Rückkehr in die Heimat als Rockefeller
Research Fellow, Forschungsgebiet: das traditionelle nigerianische
Theater.
Übernahme der Herausgeberschaft des 1957 von Ulli Beier und
Janheinz Jahn in Ibadan gegründeten Magazins Black Orpheus.
A Journal of African and Afro-American Literature, gemeinsam
mit Ezekiel Mpahlele.
Gründung der Theatergruppe The 1960 Masks.
Uraufführung von The Trials of Brother Jero (Die
Anfechtungen des Bruder Jero) am Art Theatre, Ibadan,
Regie: N. N.
Uraufführung von A Dance of the Forest (dt: Tanz
der Wälder) in Ibadan am Tag der Unabhängigkeit
Nigerias
von Großbritannien, am 1. Oktober, Regie: Wole Soyinka.[1] My Father's Burden (Meines Vaters Last), Fernsehspiel,
Erstsendung
Nigeria im August. Camwood on the Leaves (Rotholz auf den Blättern),
Hörspiel, Erstsendung Nigeria im November, Regie: N. N.
1961 The House of Banigegi (Banigegis Haus), Fernsehspiel, Erstsendung
Nigeria.
Im Juli begründet Wole Soyinka gemeinsam mit anderen Schriftstellern
und Künstlern den Mbari
Club in Ibadan.
11.
- 17. Juni1962
Auf der von dem südafrikanischen Schriftsteller Ezekiel Mphahlele
organisierten ersten African Writers Conference am Makarere
College der Universität von Kampala, Uganda,
fällt der später berühmt gewordene Begriff der
Tigritude.[2]
1962-67
Lehraufträge an den Universitäten Ife, Ibadan und Lagos.
1963 A Dance of the Forest (dt: Tanz der Wälder,
in: Stücke Afrikas. Hg. v. Joachim Fiebach, Berlin,
DDR 1974), Drama, London, Ibadan. The Lion and the Jewel (dt: Der Löwe und die Perle,
Berlin, DDR 1973), Drama, London, Ibadan. Three Plays: The Swamp Dwellers, The Trials of Brother
Jero, and The Strong Breed, (Drei Stücke: Die Sumpfbewohner,
Die Anfechtungen des Bruder Jero, Das starke Geschlecht.), Ibadan;
London 1969; New York 1974.
1964
Mitbegründer der Vereinigung Drama Association of Nigeria
sowie der Theatergruppe Orsun Theatre, die politische
Stücke spielte.
Zweite Heirat. Aus dieser Ehe entspringen 3 Töchter und
1 Sohn. Five Plays: A Dance of the Forests, The Lion and the
Jewel, The Swamp Dwellers, The Trials of Brother Jero and
The Strong Breed, (Fünf Stücke: Tanz der Wälder,
Der Löwe und die Perle, Die Sumpfbewohner, Die Anfechtungen
des Bruder Jero, Das starke Geschlecht.), Dramen, London, Ibadan.
Uraufführung
von The (New) Republican (Der (neue) Republikaner) in
Ibadan im März, Regie: Wole Soyinka You
in Your Small Corner (Ihr in eurer kleinen Ecke), Fernsehspiel,
Erstsendung Nigeria.
1965
Aktive Beteiligung Soyinkas gegen Vorwahl- und Wahlfälschungen
in der Western Region; am Wahlabend überfällt er mit
einer Pistole bewaffnet den lokalen Rundfunk, zwingt den Techniker
die Siegesrede des Premiers Akintola durch ein Band mit dem "Aufruf
an das Volk zum Aufstand" zu ersetzen. Nach der Rückkehr
von einer zweiwöchigen, daran anschließenden "Dienstreise"
wird er in Gewahrsam genommen und vor Gericht gestellt, aber freigesprochen.[3] The Interpreters (Die Ausleger,
Olten 1983, aus dem Englischen v. Inge Uffelmann), Roman, London;
London 1967; London 1970 (AWS 76); New York
1971; London 1972; London 73. - Fünf junge Männer, die
von ihrem Auslandsstudium ins unabhängig gewordene Nigeria
zurückgekehrt sind, diskutieren die Lage im Lande. [4] The Road (dt: Die Straße, in: Stücke
Afrikas, Hg v. Joachim Fiebach, Berlin, DDR 1974), Drama,
London, Ibadan.
Uraufführung von Before the Blackout (Vor dem Blackout)
in Ibadan im April, Regie: Wole Soyinka
Uraufführung von Kongi's Harvest (Kongis Ernte) am
National Theatre Lagos, im August, Regie: Wole Soyinka
- Satire auf Kwame Nkrumah. Dem einst gefeierten Kämpfer
für die Unabhängigkeit der "Goldküste"
und ersten Präsidenten Ghanas, wurde immer deutlicher diktatorischer
Führungsstil vorgeworfen. 1966 wurde er durch einen Armeeputsch
gestürzt.
Uraufführung von The Road (Die Straße) am Theatre
Royal Straford East im September, Regie: N. N. The Detainee (dt: Der Häftling), Hörspiel,
Erstsendung BBC London im September, Regie: Wole Soyinka, dt.
Erstsendung WDR 1969, Regie: Heinz Wilhelm Schwarz.
1966
Verleihung des Literaturpreises: John Whiting Award.
1967
Erneute Verhaftung. Vorwurf, die Parteigänger für ein
- mehrheitlich von christlichen Ibo bewohntes - unabhängiges
Biafra unterstützt zu haben. Isolationshaft im Gefängnis
von Kaduna, ohne je offiziell angeklagt worden zu sein (Aug. 1967
- Okt. '69).[5] Idanre and Other Poems (Idanre und andere Gedichte), London. Kongi's Harvest (Kongis Ernte), Drama, London, Ibadan,
Nairobi; New York (1968).
Uraufführung von The Strong Breed (Das starke Geschlecht)
am Greenwich Mews Theatre New York im November, Regie:
N. N.
1968 The Forest of a Thousand Daemons: A Hunter's Saga (Der
Wald der tausend Dämonen: Eine Jägersaga), freie Übersetzung
von D.
O. FagunwasOgboju Ode Ninu Igbo Irunmale aus
dem Yoruba, London; London 1982; New York 1983.
"The New Statesman" Jock Campbell Award für Die
Ausleger
1969
Im Oktober wird Wole Soyinka nach 29 Monaten aus der Haft entlassen. Poems from Prison (Gedichte aus dem Gefängnis), London
Vorsitz am Department of Dramatic Art an der Universität
von Ibadan.
1970
Uraufführung von Madmen and Specialist (dt: Die
Verrückten und die Spezialisten) am Eugene O'Neill
Theatre Centre Waterford im August, Regie: W. S. Kongi's Harvest (Kongis Ernte), Film Nigeria, Text und
Darsteller: Wole Soyinka, Regie: Ossie Davis.
1971
verlässt Wole Soyinka aus pol. Gründen Nigeria und geht
nach Europa. A Shuttle in the Crypt (Ein Weberschiffchen in der Gruft),
Gedichte, London; New York Madmen and Specialists (dt: Die Verrückten und
die Spezialisten, in Wole Soyinka: Stücke, Berlin
DDR 1987), Drama, London; New York 1971.
Uraufführung von Madmen and Specialist (dt: Die
Verrückten und die Spezialisten), überarbeitete
Fassung am University of Ibadan Theatre im März, Regie:
Wole Soyinka.
1972
Herausgabe der Zeitschrift Transition in Ghana. Before the Blackout (Vor dem Blackout), Ibadan; New York
1974. The Man Died: Prison Notes of Wole Soyinka (dt: Der Mann
ist tot. Aufzeichnungen aus dem Gefängnis,
Zürich 1979), London; New York 1973; Harmondsworth 1975.
1973
The Bacchae of Euripides: A Communion Rite (dt: Die Bakchen
des Euripides, in: Wole Soyinka: Stücke, Berlin
DDR 1987), Drama, London; New York 1974. Season of Anomy (dt: Zeit der Gesetzlosigkeit,
Berlin, DDR 1977; Die Plage der tollwütigen Hunde,
Feiburg 1979), Roman, London; New York 1974. - Der Roman stellt
eine freie Adaption des Orpheusmythos dar. Der Sänger Orpheus
ist hier der Werbefachmann Ofeyi, der nach seiner von einem
Kartell entführten Iriyise sucht. Camwood on the Leaves (Rotholz auf den Blättern),
Drama, London; New York (1974). The Jero Plays (Die Jero-Stücke) mit: The Trials
of Brother Jero (Die Anfechtungen des Bruder Jero), Jero's
Metamorphosis (Jeros Metamorphose), London. Collected Plays 1 (Gesammelte Stücke 1), mit: A
Dance of the Forests (dt: Tanz der Wälder),
The Swamp Dweller (Die Sumpfbewohner), The Strong
Breed (Das starke Geschlecht), The Road (dt: Die
Straße), The Bacchae of Euripides (dt: Die
Bakchen des Euripides), London.
Ehrendoktor der Universität Leeds, Großbritannien. The Bacchae of Euripides (dt: Die Bakchen des Euripides),
aufgeführt am National Theatre London im August,
Regie: Roland Joffé.
1973/74 Overseas Fellow des Churchill College in Cambridge
und parallel Gastprofessur an der Universität von Sheffield.
1974 Collected Plays 2 (Gesammelte Stücke 2), mit: The
Lion and the Jewel (dt: Der Löwe und die Perle),
Kongi's Harvest (Kongis Ernte), The Trials of Brother
Jero (Die Anfechtungen des Bruders Jero), Jero's Metamorphosis
(Jeros Metamorphose), Madmen and Specialists (dt: Die
Verrückten und die Spezialisten), London.
Ehrendoktor der Yale-University, New Haven.
nominiert für den Neustadt-Literaturpreis der University
of Oklahoma.
1975
kehrt Wole Soyinka nach Nigeria
zurück.
Ernennung zum Generalsekretär der Union of Writers of
African Peoples.[6] Death and the King's Horseman (Der Tod und der Reitergeneral
des Königs), Drama, London; New York 1975.
1976
Lehrstuhl an der Universität Ile-Ife. Myth, Literature and the African World (Mythos, Literatur
und die afrikanische Welt), Studie, London; London 1978. Ogun Abibiman (dt: Ogun Abibiman. Übersetzung:
Melanie Walz und Hans Dieter Schäfer; Illustrationen von Thomas
Rug. Signierte Ausgabe. Neumarkt 2007),
Gedichtzyklus, London.
Uraufführung von Death and the King's Horseman (Der
Tod und der Reitergeneral des Königs) am University Theatre
Ife im Dezember, Regie: W. S.
nominiert für den Neustadt-Literaturpreis der University
of Oklahoma.
1977
Maßgebliche Beteiligung am Panafrikanischen Kulturfestival
FESTAC.
Uraufführung der Opera Wonyosi (Die Wonyosi-Oper),
eine Adaption von Brechts Dreigroschenoper, am University of
Ibadan Theatre im Dezember, Regie: Wole Soyinka.
1981
Aké. The Years of Childhood (dt: Aké. Jahre
der Kindheit. Aus dem Englischen v. Inge Uffelmann), Autobiographie,
London; New York 1982.- Erstaunlich, mit welcher Klarheit Wole
Soyinka im Alter von knapp fünfzig Jahren die Bilder seiner
Kindheit erstehen lässt. Weniger erstaunlich ist die Zärtlichkeit,
in die er die Portraits seiner liebevollen Eltern und Geschwister
einhüllt, ohne jemals ins Sentimentale oder gar Rührhafte
abzurutschen. Ein liebes Kerlchen wird dem Leser vorgestellt,
das schon früh Persönlichkeit zu entwickeln beginnt.
Trotz großer Wissbegierde - er konnte es kaum abwarten,
eingeschult zu werden und schaffte es auch, vor der Zeit angenommen
zu werden - war Wole auch ein ganz normaler Lausejunge, der jedoch
immer seine Lauscher aufstellte. So wurde er bald für die
Nöte der Menschen sensibilisiert, auf die er traf. Wenn er
beispielsweise Kurierdienste für die Marktfrauen von Abeokuta,
zu denen auch seine Mutter zählte, erledigte, schärfte
deren Widerstand gegen geplante Steuererhöhungen nicht nur
seinen Sinn für Gerechtigkeit, sondern auch das Bewusstsein
für die Möglichkeit und Notwendigkeit, dagegen vorzugehen,
wo immer diese verletzt wurde. Opera Wonyosi (Die Wonyosi-Oper
[7]),
Drama, London, USA 1981.
Uraufführung von Jero's Metamorphosis (Jeros Metamorphose)
am National Theatre Lagos im März, Regie: Wole Soyinka.
1982
Die Still, Rev. Dr. Godspeak! (Sterben Sie in Frieden, Rev.
Dr. Gottsprich!), Erstsendung: BBC African Theatre London, im
Dezember.
1982/83
Requiem for a Futurologist (Requiem für einen Futurologisten),
Regie: Wole Soyinka.
1983
Unlimited Liability Company (Gesellschaft mit unbeschränkter
Haftung), Schallplatte, Texte und Musik von Wole Soyinka. [8]
1984
Aufgabe der Professur an der Universität Ile-Ife wegen Repressalien.
A Play of Giants (Ein Spiel der Giganten), Drama. Six Plays (Sechs Stücke), mit: The Trials of Brother
Jero (Die Anfechtungen des Bruder Jero), Jero's Metamorphosis
(Jeros Metamorphose), Camwood on the Leaves (Rotholz auf
den Blättern), Death and the King's Horseman (Der
Tod und der Reitergeneral des Königs), Madmen and Specialists
(dt: Die Verrückten und die Spezialisten), Opera
Wonyosi (Die Wonyosi-Oper), London.
Uraufführung von A Play of Giants (Spiel der Giganten)
am Yale Repertory Theatre, New Haven im November, Regie:
Wole Soyinka.
1984-85
Blues for a Prodigal (Blues für einen verlorenen Sohn)
Film Nigeria, Text und Regie: Wole Soyinka.
1984-88
Präsidentschaft am Internationalen Theater Institut in Paris.
1985
Ten Years After (The Man Died: Prison Notes of Wole Soyinka, Mit
einem Vorwort des Verfassers), New York. Requiem for a Futurologist (dt: Requiem für einen
Futurologisten, in Wole Soyinka: Stücke, Berlin DDR 1987),
Drama, London.
Ehrendoktor der Universität Paul-Valéry-Montpellier
III.
1986
wird er für den Neustadt-Literaturpreis der University
of Oklahoma nominiert.
Am 8. Dezember nimmt Wole Soyinka als erster Afrikaner den Nobelpreis
für Literatur entgegen. Seine Preisrede, die Nelson Mandela
gewidmet ist, trägt den Titel:
This Past Must Address Its Present (dt: Diese Vergangenheit
muß sich ihrer Gegenwart stellen, aus dem Englischen
v. Inge Uffelmann. Zürich 1988), Nobelvorlesung.
1987-90
Gastprofessur an der Cornell University, Ithaca, New York.
Vorsitz der Road Safety Commission in Nigeria
1988
Rückkehr nach Nigeria, lebt als freier Schriftsteller in
Abeokuta. Mandela's Earth and Other Poems (Mandelas Erde und andere
Gedichte), New York. Art, Dialogue and Outrage. A Collection of Essays (Kunst,
Dialog und Wut. Eine Aufsatzsammlung). Ibadan.
1989
Isara. A Voyage Around Essay[9](dt:
Isara. Eine Reise um Essay, Zürich 1991, aus dem Englischen
v. Inge Uffelmann), New York; Taschenbuchausgabe: Ffm 2002.
ausgezeichnet mit dem nigerianischen Ehrentitel: Akoogun of
Isara.
1990
Dritte Heirat. Continuity and Amnesia. A Collection of Essys (Kontinuität
und Amnesie. Eine Aufsatzsammlung), Abeokuta.
Nigerianische Auszeichnung zum Kommandeur des Ordens der Ehrenlegion.
1991
The Credo of Being and Nothingness, Studie über Religion
in Nigeria.
1992
From Zia, With Love, Drama. A Scourge of Hyacinths, Drama.
1993
The Blackman and the Veil - Beyond the Berlin Wall.
1994 Ibadan: The Penkelemes Years, A Memoir: 1946-1965 (dt:
Ibadan, Streunerjahre. 1946-1965. Erinnerungen, Zürich
1998, aus dem Englischen von Irmgard Hölscher, Gerd Meuer
und Ilse Strasmann), Autobiographie. Ibadan 1994 - Sehr frisch
zu lesende Erlebnisse des Jugendlichen und des jungen Mannes Wole
Soyinka. Sein Sinn für Gerechtigkeit - so ist für den
Leser zu erspüren - führt ihn fast beiläufig und
gleichzeitig zwangsläufig hin zu einer Politisierung, die
im Nigeria der 1960er bei entsprechendem praktischem Engagement,
dem der Ich-Erzähler niemals aus dem Weg geht, erhebliche
Gefahren in sich birgt. Wiewohl die Lebenslust des Wole Soyinka
diese nahezu ausblendet und ihr Vorhandensein eher in Genuss einmünden
lässt, was an den jugendlichen Streuner, ja Abenteurer gemahnt,
der nichtsdestoweniger ein strebsamer Schüler war. Spannend
und mit Humor erzählt, präsentiert sich Wole Soyinka
nicht unbescheiden, gleichzeitig weit entfernt von jeglicher Prahlerei,
ein Typ, den man gern zum Freund gehabt hätte.
Ernennung zum UNESCO Goodwill Ambassador.
Nachdem er wiederholt von der Militärregierung des Sani Abacha,
der seit kurzem an der Macht ist, an der Ausreise gehindert wurde,
flieht Soyinka im November über Benin[9a]
nach Paris.
1995
The Beatification of Area Boy (Die Seligsprechung des Area-Jungen),
Drama. - Ein Stück über die verbliebene Hoffnung der
Area Boys, der Slum-Kinder.
1996
The Open Score of a Continent:A Personal Narrative of the Nigerian
Crisis, New York. - Der Inhalt dieses Buchs kreist um ein
Datum, den 23. Juni 1993. An diesem Tag ließ der nigerian.
Militärdiktator General Sani Abacha die 2 Wochen früher
statt gefundenen freien Wahlen annulieren und den Sieger Moshood
Abiola inhaftieren.
2. Oktober
Deutschlandpremiere von The Beatification of Area Boy,
als Gastspiel einer internationalen Produktion, aufgeführt
vom West Yorkshire Playhouse aus Leeds mit nigerian. Schauspielern.
Ehrendoktor der Emory University in Atlanta.
1997
Gastprofessur an der Harvard University, Cambridge, Mass.,
USA. Robert W. Woodruff Professor of the Arts an der Emory
University in Atlanta, USA.
1998
Gastprofessur an der Stanford University, Kalifornien.
Nach dem Tod des Staatchefs Sani Abacha hebt sein Nachfolger Abubakar
die Urteile gegen Oppositionelle auf, darunter die Hochverratsklage
gegen Soyinka, der im Oktober, begrüßt von Tausenden
von Oppositionsanhängern, für einen Kurzbesuch in Lagos
eintrifft. Early Poems (new ed. 1998, Frühe Gedichte, Neuauflage). The Burden of Memory, The Muse of Forgiveness (dt: Die
Last des Erinnerns, Aus
dem Englischen von Gerd Meuer.
Düsseldorf 2001).
2000
ausgezeichnet mit dem Fonlon-Nichols Award.
[10] Meeting Mumia, in Autodafé, Journal der Internationalen
Schriftstellervereinigung PEN, Herbst 2000. [11]
2001 King Baabu, Drama. Uraufführung: Lagos' National
Arts Theatre. 2001. - Politische Satire auf die autokratische
Herrschaft General Abachas in Nigeria.
2003
Lehrstuhl für Vergleichende Literaturwissenschaften an der
Emory University in Atlanta[12].
Samarkand and Other Markets I have known, Poetry (dt: Samarkand
und andere Märkte, Gedichte, engl. u. deutsch, Übersetzung:
Klaus Laabs, Zürich 2004). - Reisegedichte von den Märkten
der Welt, die sich nicht darauf beschränken, romantische
Bilder vom Orient zu evozieren, sondern auch andere Plätze
- wie beispielsweise die Börse - mit einschließen,
an denen sich unterschiedlichste Menschen begegnen.
2004 Salutation to the Gut (Gruß an den Magen), Essay,
Nigeria. - Eine Zelebration der Yoruba-Kultur, insbesondere der
Kochkunst.
Am 03. Februar tritt Wole Soyinka als Gastreder neben Richard
von Weizsäcker in Berlin auf. Anlass ist die Eröffnungsveranstaltung
zur Africome 2004-2006, einem dreijährigen Afrika-Schwerpunkt
der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)[13]. Im Juni präsentiert W. S. persönlich
seinen Zyklus Samarkand und andere Märkte in Berlin.[14] Climate of Fear: The BBC Reith Lectures (dt: Klima der
Angst, Übersetzung: Gerd Meuer, Zürich 2005), Politische
Essays.[15]
2005
Absage einer Ausstralien-Reise aus Protest gegen altersdiskriminierende
Visa-Bestimmungen.[16]
Am 20 Juli eröffnet Wole Soyinka das XV. Poesie-Festival
im kolumbischen Medellin.[17]
2006
Ausgezeichnet mit dem Weilheimer Literaturpreis.[18] You Must Set Forth at Dawn: A Memoir (dt: Brich auf
in früher Dämmerung: Erinnerungen; Übersetzung:
Inge Uffelmann. Zürich 2008), Autobiographie. New York 2006.
- Soyinka knüpft an seine autobiographischen Werke an, die
seine Kindheit und Jugend beschreiben. Beginnend mit der Rückkehr
in seine Heimat im Jahre 1998 nach dem Tode des Diktators Sani
Abacha springt Soyinka vorwärts und rückwärts in
seinen Erinnerungen und reflektiert seine Rolle als Schriftsteller
und politischer Aktivist in Nigeria und in der Welt. Doch der
Nabel, der Mittelpunkt - das spürt der Leser auf jeder Seite
- das ist die Heimat des Nigerianers und in der Verlängerung
des Elternhauses sind das die Freunde und Landsleute. Die Familie
des Autors, Angehörige der Bildungsschicht, kannte, so jedenfalls
der Eindruck, der entsteht, jedermann und jedefrau, die ein gewichtiges
Wort im Lande mitzureden hatten. Der Ich-Erzähler erwehrt
sich jedoch jeglicher Umarmungsversuche, sei es Bevormundung in
der Familie, was seine Partnerinnenwahl angeht oder seine politische
Kritik an Menschen, die im Elternhaus ein- und ausgingen. So kann
der Leser mit dem Autor großen Persönlichkeiten begegnen,
wie z.B. Nelson Mandela, dem Wole Soyinka seine Nobelpreisrede
widmete.[21]
2007
Am 29. April erscheint in der nigerianischen Tageszeitung The
Guardian ein politischer Forderungskatalog von Wole Soyinka,
der die Annulierung der Gouverneurswahlen vom 14. April und der
Päsidentschafts- und Parlamentswahlen vom 21. April beinhaltet.
Weiterhin fordert Soyinka den Gewinner Umar Yar'Adua auf, das
"falsche" Präsidentschaftsmandat abzulehnen und
der Generalinspektor der Polizei Ehindero müsse seine Männer
im Zaum halten. An erster Stelle aber steht die Forderung: "Asari
Dokubo darf nicht in Haft sterben".[19]
Am 1.-2. Juni findet an der Berliner Akademie der Künste
eine Diskussion zum Thema „Perspektive Europa“ statt, an der u.a.
Wole Soyinka teilnimmt.[20]
2008
Wole Soyinka wird mit dem ersten Markgräfin-Wilhelmine-Preis
der Stadt Bayreuth für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt
ausgezeichnet. Der mit 10.000 € dotierte Preis wurde
ihm am 17. Oktober in Bayreuth verliehen.
2009
Ausgezeichnet mit dem Plate Award der us-amerikanischen Academy
of Achievement Golden. Das erste Exil. The First Exile, Essay, Englisch und Deutsch (Übersetzung: Gerd Meuer). Offsetlithographien Jürgen Brodwolf. Neumarkt 2009.
Am 13. Juli wird Wole Soyinka 75 Jahre alt.
Wole Soyinka lebt derzeit in den USA
und hat die Elias Ghanem Professur für Kreatives Schreiben
an der University of Nevada in Las Vegas inne.
"Der
Hausherr schnattert wie eine Ente durch das Wohnzimmer seines
Hauses auf dem weitläufigen Campus der University of Ile-Ife
in West-Nigeria. Es ist seine Art, das Geplapper einer überaus
lebendigen Kinderschar zu imitieren. Die tollen wild herum, froh,
endlich der Enge und dem Dreck der nigerianischen Hauptstadt Lagos
entflohen zu sein. Es sind die Neffen und Nichten des wohl bekanntesten,
kreativsten und ganz sicher politisch mutigsten afrikanischen
Schriftstellers, des Nigerianers Wole Soyinka; eine seiner Schwestern
war mit ihrem halben Dutzend Plagen für ein langes Wochenende
bei ‚Onkel Wole' auf dem idyllischen Campus eingebrochen."
Gerd Meuer, Übersetzer und früher Wegbegleiter Soyinkas,
Juli 1977.
"I
am always surprised when I look at my father and know that he
has spent so many years on earth. He looks so young, so energetic.
Wole Soyinka is just going on and on ..." Dr. Olaokun Soyinka,
Wole Soyinkas Sohn, anlässlich eines Interviews zum 70. Geburtstag
seines Vaters.
"We
suddenly have one of the great adventurers and discoverers of
the twentieth century here on campus. He's very much like Vaclav
Havel in Eastern Europe. He's one of those statesmen-artists who
clears away the distress of history and forces us both aesthetically
and morally to come to terms with what we believe the twenty-first
century should be." Vincent Murphy, Künstlerischer Direktor
des Emory Universitäts-Theaters
"Wole
Soyinka ist kein Exote, sondern ganz klar ein Dramatiker, der
die Gegenwart universal verstehbar darstellt und zwar anhand von
Yorubagöttern, Bettlern und Verrückten." Joachim
Fiebach, Soyinka-Übersetzer, Professor in Berlin
"Some
people think the Nobel Prize makes you bulletproof. I never had
that illusion." Soyinka über Soyinka
0)
In Aké. Jahre der Kindheit sagt Wole Soyinka,
die Steuerrevolte sei "das erste Ereignis, an das ich mich
erinnere, bei dem ich von einer Woge von Aktivismus getragen
wurde und die implizierten Prinzipien begriff."
Die nigerian. Historikerin Judith Byfield sagt über das
Ereignis: "Die 1947er Revolte in Abeokuta war nicht der
erste von Frauen geführte Steuerprotest, aber er beinhaltete
einen weiten Querschnitt von Frauen mit den verschiedenesten
Hintergründen, insbesondere aus ländlichen Gegenden.
Die Frauen hatten auch ein viel weiteres Engagement im politischen
System als dies in der Vergangenheit der Fall war." Sie
fügt hinzu: Als ein Resultat des Erfolgs der Revolte hätten
Frauen aus anderen Teilen des Landes oft Rat bei den Führerinnen
der Revolte gesucht, um ihre eigenen politischen Bewegungen
zu organisieren. - Übertragen v. J.K. Der Originaltext
v. Judith Byfield ist zu finden auf der Online-Seite
des Dartmouth College.
1) Soyinka hat
das Stück A Dance of the Forest eigens für
die Unabhängigkeitsfeiern verfasst, jedoch alle Erwartungshaltungen
frustriert, da er nicht eine romantisierte, präkoloniale
Ära offeriert, sondern auch diese als eine fortwährende
Verkettung von Unterdrückung und Herrschaft entlarvt.
2) Ein Tiger
laufe ja auch nicht herum und verkünde seine Tigritude,
er springt, soll Wole Soyinka geäußert haben, als
Replik auf den von Lépold Senghor geschaffenen Begriff
der Négritude.
In der Essaysammlung Myth, Literature and the African
World (1976) hat sich Wole Soyinka ausführlich mit
der Idee der Négritude auseinandergesetzt: "Die
Vision der Négritude sollte in keinem Fall unterschätzt
oder herabgesetzt werden. Was mit ihr falsch lief ..."
(zitiert nach Inge Uffelmann zu W. S. in: KLfG)-
Siehe auch den Eintrag zur ersten African
Writers Conference in der Afrika-Chronik>>.
3) Angaben nach
Soyinkas Erinnerungen: Ibadan. Streunerjahre. Diese enden allerdings
am Vorabend des Urteilsspruch. Siehe dazu auch den spannenden
Bericht von Gerd Meuer, dem deutschen Übersetzer und zeitweiligen
Wegbegleiter Soyinkas Die penkelemes
years in Ibadan.
4)Die Kritik
warf dem Theatermann Wole Soyinka Dialoglastigkeit vor, das
KLfG weiss zu berichten: "...
weniger als zehn der insgesamt 250 Seiten enthalten völlig
dialogfreie Erzählpassagen".
5) Beschrieben
in den Gefängniserinnerungen: The
Man Died
6) Als Generalsekretär
der Union der Schriftsteller erreichte Wole Soyinka die Durchsetzung
eines obersten Ziels: die Übersetzung der Werke ihrer Mitglieder
in Ki-Swahili. Siehe hierzu auch den Text
von Gerd Meuer.
7) In Yoruba
bedeutet der Titel: Der Dummkopf kauft das Wonyosituch.
8) Agitprop
zu den 1983 anstehenden Wahlen, bei denen Präsident Shagari
knapp wiedergewählt wurde. Korruptionsvorwürfe lösten
aber noch im selben Jahr einen Militärputsch aus.
9) Essay, engl.
S.A, die Initialen des Vornamens des Vaters und sein Spitzname.
9a) Der Benin,
das frühere Dahomey, ist Wole Soyinka seit langem bekannt.
In seinen "Streunerjahren" beschreibt
er es als eine Art Zuflucht, wo er sich am Wochenende vom Tagesstress
erholen kann. Bei einer Gelegenheit in den 60er Jahren wird
er von Polizisten zunächst an der Ausreise gehindert. Eine
reine Repressalie mit politischem Hintergrund. Schließlich
darf er die Grenze doch passieren.
10) 1992 erstmalig
vergebener Preis zu Ehren von BERNARD FONLON and LEE NICHOLS
für besondere Leistungen hinsichtlich Afrikanischer Literatur
und Freier Meinungsäußerung.
11) Bericht
über Soyinkas Treffen mit Mumia, dessen voller Name lautet:
Mumia Abu-Jamal. Der Journalist aus Pennsylvania sitzt seit
über 20 Jahren in der Todeszelle. Anklage: Polizistenmord.
Die strittige Beweislage führte zu einer internationalen
Solidaritätsbewegung; 2003 erhielt M. Abu-Jamal die Ehrenbürgerschaft
der Stadt Paris. Ein Link zur dt. Übersetzung
des Textes Meeting Mumia findet sich unten.
12) In einem
Interview mit der linken Tageszeitung Junge Welt v. 23.08.2003
gibt W. S. auf die Frage, wo er derzeit lebe, zur Antwort: "Ich
lebe in Kalifornien, ich unterrichte in Atlanta, und ich bin
dabei, nach Nigeria zurückzuziehen. Ein Drittel meiner
Zeit verbringe ich in den USA, ein Drittel in Nigeria – und
ein Drittel im Flugzeug".
13) Im Pressetext
des Bundeszentrale für politische Bildung heißt
es: "Gastredner Prof. Wole Soyinka, erster Literaturnobelpreisträger
Afrikas, hob in seinem politisch-literarischen Vortrag vor rund
600 Gästen 'die afrikanischen Perspektiven im dritten Jahrtausend
und Deutschlands Rolle dabei' hervor. ".
14) Inszenierung
für den Eröffnungsabend des InTransit-Festivals,
einem Treffen von Schauspielern, Tänzern und Performance-Künstlern
im Berliner Haus der Kulturen der Welt mit Schwerpunktthema
Afrika.
15) "Als
Gastdozent eingeladen, seine Sicht auf den Zustand der Welt
darzustellen und neue Perspektiven daraus zu entwickeln, hielt
Soyinka 2004 die in der angelsächsischen Welt mit hohem
Ansehen belegten Reith-Lectures der BBC, deren erster Dozent
kein Geringerer als Betrand Russell war. 'Ich habe recht, du
bist tot!' – Diese offensichtlich weltweit verbreitete Formel
verabscheuungswürdiger Machthaber, mit denen immer noch
Geschäfte und Politik gemacht werden, stellt Soyinka in
seiner Vortragsreihe schonungslos an den Pranger." (Verlagstext).
16) Dies meldet
der österreichische Standard (v. 24.10.2005)). "Soyinka
sollte in dieser Woche in Melbourne und Sydney die renommierte
PEN-Vorlesung halten. Wegen des Ärgers mit den Visa-Bestimmungen
wurde der Vortrag abgesagt..." Soyinka sollte für
die Einreise ein spezielles Gesundheitszeugnis für Menschen
über 70 ausfüllen, was er verweigerte. "Lieber
sehe ich zu, wie meine Finger abfallen, als das ich so ein diskriminierendes
Dokument abliefere", wird Soyinka vom Standard zitiert,
der sich seinerseits auf die austral. Zeitung Sydney Morning
Herald beruft.
17) Neben Wole
Soyinka sind bei dem Poesie-Festival von 2005 besonders viele
afrikanische Dichter zugegen: Koulsy Lamko (Tschad), Quentin
Ben Mongaryas (Gabón), Idris Tayeb (Libyen), Dorian Haarhoff
(Namibia),
Antjie Krog und Breyten Breytenbach (Südafrika)
sowie Timothy
Wangusa (Uganda).
18) Dieser Literaturpreis
wird von Schülern vergeben. Für die im Juni stattfindende
Verleihung sind Wole Soyinka sowie Bundespräsident Köhler
angekündigt. Der Bundespräsident, der die "Partnerschaft
mit Afrika" ins Leben gerufen hat, wird die Laudatio halten.
Die Schüler-Jury geht in ihrer Begründung auf den
Kontext ein: Die Bücher des Nobelpreisträgers "bauen
Brücken zwischen Kontinenten, Kulturen und Menschen und
bilden deshalb auch einen Beitrag zu der von Bundespräsident
Köhler ins Leben gerufenen Initiative 'Partnerschaft mit
Afrika'". - Zitiert nach BR-Online.
19) Bei Mujahid
Asari Dokubo handelt es sich um einen Rebellenführer aus
dem Ijaw-Volk, der in den Erdölfördergebieten die
Freiwilligenarmee NDPVF (Niger Delta People's Volunteer Force)
rekrutierte und großen Anklang mit seinem Kampf gegen
den Erdölraubbau der Regierung fand. Asari Dokubo ist seit
über einem Jahr in Haft, ihm wird Hochverrat vorgeworfen,
worauf in Nigeria die Todesstrafe steht.
20) Neben Wole
Soyinka sind vertreten Assia
Djebar aus Algerien,
Elias
Khoury aus dem Libanon,
der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk, der deutsch-bulgarische
Schriftsteller Ilija Trojanow, der ungarische Schriftsteller
György Konrad, der chinesische Sozialwissenschaftler Wang Hui
u.a .
Praktisch die gesamte dt. Presse berichtet am 3. + 4. Juni auf
den Kulturseiten darüber. Und wie bei diesem m. E. nebulösen
Titel nicht anders zu erwarten, musste das Ganze "zu einer
zweieinhalbstündigen Abstraktion über Identitätsfragen ausufern;
der im Programm versprochene 'Blick von außen' auf Europa wurde
nicht annähernd deutlich", schreibt denn auch Brigitte
Preissler in der Berliner Zeitung. Ähnlich äußert
sich auch Andreas Schäfer vom Berliner Tagesspiegel und schließt:
"Als die Europäer mit poststrukturalistischer Freude Europa
fast zum Verschwinden gebracht haben, ist es dann Aufgabe von
Wole Soyinka, die Scherben wieder einzusammeln. In einem Gespräch
mit Wim Wenders sagt er: 'Natürlich kann man eigentlich nicht
von Europa sprechen, genauso wenig, wie man von einem Afrika
sprechen kann. Wir müssen es trotzdem tun. Denn sonst könnten
wir überhaupt nicht miteinander reden.'"
21) Das Buch
ist von einer solchen Fülle und Vielfalt, dass ein Rezensionsvorhaben
daran (und am Alltagskampf) bisher gescheitert ist. Nur so viel
kann schon vorab gesagt werden: Es birgt jede Menge Überraschungen,
in jedem Bereich; ob im persönlichen Rahmen, wie z. B.
die amüsante Jagd nach der Riesenschlange oder die Affäre
in Kuba mit der frz. Journalistin, die vorab schon "die
Ehre hatte", das Bett mit Fidel Castro zu teilen oder im
Feld des politischen Engagements, wo er sein Lebenlang nicht
nachließ (und nicht nachlässt), sich einzumischen.
Selbst wer in der nigerianischen Politik beschlagen ist, wird
noch mit der ein oder anderen Überraschung beglückt
werden.- J.K. AWS = African Writers Series, Heinemann
London Ibadan Nairobi; weltweit größte englischsprachige
Edition afrikanischer Literatur.
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Wichtigste Quellen neben dem Internet:
Wole Soyinka v. Inge Uffelmann, in: KLfG
(Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur,
edition text+kritik)
Literatur Schwarzafrikas, Die (H.Ehling/P.Ripken,Hrsg., Beck'sche
Reihe München 1997)