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Wole Soyinka
WOLE SOYINKA
( * 1934)
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OLUWOLE AKINWANDE SOYINKA (*1934)
1934
Am 13. Juli wird Wole Soyinka in Isara bei Abeokuta in Westnigeria als zweites von sieben Kindern einer christlichen Familie geboren; der Vater ist Schulrektor, die Mutter betreibt einen Kleinhandel. Woles voller Name lautet: Oluwole Akinwande Babatunde Oludeinde Isola Soyinka.

A day with Wole Soyinka (2007)

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BRICH AUF IN
FRÜHER DÄMMERUNG
Beschreibung s. unten
1938
Eintritt in die Volksschule in Abeokuta, an der sein Vater Rektor war.
1946
geht Wole Soyinka nach Ibadan, Eintritt ins Government College.

1947
protestieren vornehmlich Frauen in der sog. "Steuerrevolte" von
Abeokuta; ein Schlüsselerlebnis für die Politisierung Wole Soyinkas. [0]

1952
Eintritt in die University of Ibadan. Studium der Fächer Griechisch, Englisch und Geschichte.
1954
verlässt Wole Soyinka seine Heimat und geht nach Großbritannien, wo er Theater- und Literaturwissenschaften an der University of Leeds studiert.
1957
Akadem. Abschluss: Bachelor of Arts.
1958
Abbruch des Studiums vor Erlangung des Master of Arts, Wechsel nach London, im September erste Regie eines eigenen Theaterstücks: The Swamp Dweller (Die Sumpfbewohner), Uraufführung beim Annual University of London Drama Festival.
1958-60
Dramaturg und Schauspieler am Royal Court Theatre, London.
Absatz Heirat mit einer Engländerin und Scheidung; aus dieser Ehe geht Soyinkas erster Sohn Olaokun hervor.
1959,
21. Februar, Uraufführung von The Lion and the Jewel (dt: Der Löwe und die Perle) am Art Theatre Ibadan, Regie: Geoffrey Axworthy.
Absatz Uraufführung von A Dance of the African Forest und The Invention (Tanz der afrikanischen Wälder, Die Erfindung) am Royal Court Theatre London, Regie: Wole Soyinka
1960
Gemeinsam mit dem Sohn Rückkehr in die Heimat als Rockefeller Research Fellow, Forschungsgebiet: das traditionelle nigerianische Theater.
Absatz Übernahme der Herausgeberschaft des 1957 von Ulli Beier und Janheinz Jahn in Ibadan gegründeten Magazins Black Orpheus. A Journal of African and Afro-American Literature, gemeinsam mit Ezekiel Mpahlele.
Absatz Gründung der Theatergruppe The 1960 Masks.
Absatz Uraufführung von The Trials of Brother Jero (Die Anfechtungen des Bruder Jero) am Art Theatre, Ibadan, Regie: N. N.
Absatz Uraufführung von A Dance of the Forest (dt: Tanz der Wälder) in Ibadan am Tag der Unabhängigkeit Nigerias von Großbritannien, am 1. Oktober, Regie: Wole Soyinka.[1]
Absatz My Father's Burden (Meines Vaters Last), Fernsehspiel, Erstsendung
Nigeria im August.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Camwood on the Leaves (Rotholz auf den Blättern), Hörspiel, Erstsendung Nigeria im November, Regie: N. N.
1961
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The House of Banigegi (Banigegis Haus), Fernsehspiel, Erstsendung Nigeria.
Absatz Im Juli begründet Wole Soyinka gemeinsam mit anderen Schriftstellern und Künstlern den Mbari Club in Ibadan.
11. - 17. Juni 1962
Auf der von dem südafrikanischen Schriftsteller Ezekiel Mphahlele organisierten ersten African Writers Conference am Makarere College der Universität von Kampala, Uganda, fällt der später berühmt gewordene Begriff der Tigritude.[2]
1962-67
Lehraufträge an den Universitäten Ife, Ibadan und Lagos.
1963
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe A Dance of the Forest (dt: Tanz der Wälder, in: Stücke Afrikas. Hg. v. Joachim Fiebach, Berlin, DDR 1974), Drama, London, Ibadan.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Lion and the Jewel (dt: Der Löwe und die Perle, Berlin, DDR 1973), Drama, London, Ibadan.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Three Plays: The Swamp Dwellers, The Trials of Brother Jero, and The Strong Breed, (Drei Stücke: Die Sumpfbewohner, Die Anfechtungen des Bruder Jero, Das starke Geschlecht.), Ibadan; London 1969; New York 1974.

1964
Mitbegründer der Vereinigung Drama Association of Nigeria sowie der Theatergruppe Orsun Theatre, die politische Stücke spielte.
Absatz Zweite Heirat. Aus dieser Ehe entspringen 3 Töchter und 1 Sohn.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Five Plays: A Dance of the Forests, The Lion and the Jewel, The Swamp Dwellers, The Trials of Brother Jero and The Strong Breed, (Fünf Stücke: Tanz der Wälder, Der Löwe und die Perle, Die Sumpfbewohner, Die Anfechtungen des Bruder Jero, Das starke Geschlecht.), Dramen, London, Ibadan.

Absatz Uraufführung von The (New) Republican (Der (neue) Republikaner) in Ibadan im März, Regie: Wole Soyinka
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe You in Your Small Corner (Ihr in eurer kleinen Ecke), Fernsehspiel, Erstsendung Nigeria.

1965  
Aktive Beteiligung Soyinkas gegen Vorwahl- und Wahlfälschungen in der Western Region; am Wahlabend überfällt er mit einer Pistole bewaffnet den lokalen Rundfunk, zwingt den Techniker die Siegesrede des Premiers Akintola durch ein Band mit dem "Aufruf an das Volk zum Aufstand" zu ersetzen. Nach der Rückkehr von einer zweiwöchigen, daran anschließenden "Dienstreise" wird er in Gewahrsam genommen und vor Gericht gestellt, aber freigesprochen.[3]
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Interpreters (Die Ausleger, Olten 1983, aus dem Englischen v. Inge Uffelmann), Roman, London; London 1967; London 1970 (AWS 76); New York 1971; London 1972; London 73. - Fünf junge Männer, die von ihrem Auslandsstudium ins unabhängig gewordene Nigeria zurückgekehrt sind, diskutieren die Lage im Lande. [4]
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Road (dt: Die Straße, in: Stücke Afrikas, Hg v. Joachim Fiebach, Berlin, DDR 1974), Drama, London, Ibadan.
Absatz Uraufführung von Before the Blackout (Vor dem Blackout) in Ibadan im April, Regie: Wole Soyinka
Absatz Uraufführung von Kongi's Harvest (Kongis Ernte) am National Theatre Lagos, im August, Regie: Wole Soyinka - Satire auf Kwame Nkrumah. Dem einst gefeierten Kämpfer für die Unabhängigkeit der "Goldküste" und ersten Präsidenten Ghanas, wurde immer deutlicher diktatorischer Führungsstil vorgeworfen. 1966 wurde er durch einen Armeeputsch gestürzt.
Absatz Uraufführung von The Road (Die Straße) am Theatre Royal Straford East im September, Regie: N. N.
Absatz The Detainee (dt: Der Häftling), Hörspiel, Erstsendung BBC London im September, Regie: Wole Soyinka, dt. Erstsendung WDR 1969, Regie: Heinz Wilhelm Schwarz.
1966
Verleihung des Literaturpreises: John Whiting Award.
1967
Erneute Verhaftung. Vorwurf, die Parteigänger für ein - mehrheitlich von christlichen Ibo bewohntes - unabhängiges Biafra unterstützt zu haben. Isolationshaft im Gefängnis von Kaduna, ohne je offiziell angeklagt worden zu sein (Aug. 1967 - Okt. '69
).[5]
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Idanre and Other Poems (Idanre und andere Gedichte), London.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Kongi's Harvest (Kongis Ernte), Drama, London, Ibadan, Nairobi; New York (1968).
Absatz Uraufführung von The Strong Breed (Das starke Geschlecht) am Greenwich Mews Theatre New York im November, Regie: N. N.
1968
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Forest of a Thousand Daemons: A Hunter's Saga (Der Wald der tausend Dämonen: Eine Jägersaga), freie Übersetzung von D. O. Fagunwas Ogboju Ode Ninu Igbo Irunmale aus dem Yoruba, London; London 1982; New York 1983.
Absatz "The New Statesman" Jock Campbell Award für Die Ausleger
1969
Im Oktober wird Wole Soyinka nach 29 Monaten aus der Haft entlassen.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Poems from Prison (Gedichte aus dem Gefängnis), London
Absatz Vorsitz am Department of Dramatic Art an der Universität von Ibadan.
1970
Uraufführung von Madmen and Specialist (dt: Die Verrückten und die Spezialisten) am Eugene O'Neill Theatre Centre Waterford im August, Regie: W. S.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Kongi's Harvest (Kongis Ernte), Film Nigeria, Text und Darsteller: Wole Soyinka, Regie: Ossie Davis.
1971
verlässt Wole Soyinka aus pol. Gründen Nigeria und geht nach Europa.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe A Shuttle in the Crypt (Ein Weberschiffchen in der Gruft), Gedichte, London; New York
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Madmen and Specialists (dt: Die Verrückten und die Spezialisten, in Wole Soyinka: Stücke, Berlin DDR 1987), Drama, London; New York 1971.
Absatz Uraufführung von Madmen and Specialist (dt: Die Verrückten und die Spezialisten), überarbeitete Fassung am University of Ibadan Theatre im März, Regie: Wole Soyinka.
1972
Herausgabe der Zeitschrift Transition in Ghana.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Before the Blackout (Vor dem Blackout), Ibadan; New York 1974.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Man Died: Prison Notes of Wole Soyinka (dt: Der Mann ist tot. Aufzeichnungen aus dem Gefängnis, Zürich 1979), London; New York 1973; Harmondsworth 1975.

1973
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Bacchae of Euripides: A Communion Rite (dt: Die Bakchen des Euripides, in: Wole Soyinka: Stücke, Berlin DDR 1987), Drama, London; New York 1974.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Season of Anomy (dt: Zeit der Gesetzlosigkeit, Berlin, DDR 1977; Die Plage der tollwütigen Hunde, Feiburg 1979), Roman, London; New York 1974. - Der Roman stellt eine freie Adaption des Orpheusmythos dar. Der Sänger Orpheus ist hier der Werbefachmann Ofeyi, der nach seiner von einem Kartell entführten Iriyise sucht.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Camwood on the Leaves (Rotholz auf den Blättern), Drama, London; New York (1974).
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Jero Plays (Die Jero-Stücke) mit: The Trials of Brother Jero (Die Anfechtungen des Bruder Jero), Jero's Metamorphosis (Jeros Metamorphose), London.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Collected Plays 1 (Gesammelte Stücke 1), mit: A Dance of the Forests (dt: Tanz der Wälder), The Swamp Dweller (Die Sumpfbewohner), The Strong Breed (Das starke Geschlecht), The Road (dt: Die Straße), The Bacchae of Euripides (dt: Die Bakchen des Euripides), London.
Absatz Ehrendoktor der Universität Leeds, Großbritannien.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Bacchae of Euripides (dt: Die Bakchen des Euripides), aufgeführt am National Theatre London im August, Regie: Roland Joffé.

1973/74
Overseas Fellow des Churchill College in Cambridge und parallel Gastprofessur an der Universität von Sheffield.
1974
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Collected Plays 2 (Gesammelte Stücke 2), mit: The Lion and the Jewel (dt: Der Löwe und die Perle), Kongi's Harvest (Kongis Ernte), The Trials of Brother Jero (Die Anfechtungen des Bruders Jero), Jero's Metamorphosis (Jeros Metamorphose), Madmen and Specialists (dt: Die Verrückten und die Spezialisten), London.
Absatz Ehrendoktor der Yale-University, New Haven.
Absatz nominiert für den Neustadt-Literaturpreis der University of Oklahoma.
1975
kehrt Wole Soyinka nach
Nigeria zurück.
Absatz Ernennung zum Generalsekretär der Union of Writers of African Peoples.[6]
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Death and the King's Horseman (Der Tod und der Reitergeneral des Königs), Drama, London; New York 1975.
1976
Lehrstuhl an der Universität Ile-Ife.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Myth, Literature and the African World (Mythos, Literatur und die afrikanische Welt), Studie, London; London 1978.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Ogun Abibiman (dt: Ogun Abibiman. Übersetzung: Melanie Walz und Hans Dieter Schäfer; Illustrationen von Thomas Rug. Signierte Ausgabe. Neumarkt 2007), Gedichtzyklus, London.
Absatz Uraufführung von Death and the King's Horseman (Der Tod und der Reitergeneral des Königs) am University Theatre Ife im Dezember, Regie: W. S.
Absatz nominiert für den Neustadt-Literaturpreis der University of Oklahoma.
1977
Maßgebliche Beteiligung am Panafrikanischen Kulturfestival FESTAC.
Absatz Uraufführung der Opera Wonyosi (Die Wonyosi-Oper), eine Adaption von Brechts Dreigroschenoper, am University of Ibadan Theatre im Dezember, Regie: Wole Soyinka.
1981
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Aké. The Years of Childhood (dt: Aké. Jahre der Kindheit. Aus dem Englischen v. Inge Uffelmann), Autobiographie, London; New York 1982.- Erstaunlich, mit welcher Klarheit Wole Soyinka im Alter von knapp fünfzig Jahren die Bilder seiner Kindheit erstehen lässt. Weniger erstaunlich ist die Zärtlichkeit, in die er die Portraits seiner liebevollen Eltern und Geschwister einhüllt, ohne jemals ins Sentimentale oder gar Rührhafte abzurutschen. Ein liebes Kerlchen wird dem Leser vorgestellt, das schon früh Persönlichkeit zu entwickeln beginnt. Trotz großer Wissbegierde - er konnte es kaum abwarten, eingeschult zu werden und schaffte es auch, vor der Zeit angenommen zu werden - war Wole auch ein ganz normaler Lausejunge, der jedoch immer seine Lauscher aufstellte. So wurde er bald für die Nöte der Menschen sensibilisiert, auf die er traf. Wenn er beispielsweise Kurierdienste für die Marktfrauen von Abeokuta, zu denen auch seine Mutter zählte, erledigte, schärfte deren Widerstand gegen geplante Steuererhöhungen nicht nur seinen Sinn für Gerechtigkeit, sondern auch das Bewusstsein für die Möglichkeit und Notwendigkeit, dagegen vorzugehen, wo immer diese verletzt wurde.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Opera Wonyosi (Die Wonyosi-Oper [7]), Drama, London, USA 1981.
Absatz Uraufführung von Jero's Metamorphosis (Jeros Metamorphose) am National Theatre Lagos im März, Regie: Wole Soyinka.
1982
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Die Still, Rev. Dr. Godspeak! (Sterben Sie in Frieden, Rev. Dr. Gottsprich!), Erstsendung: BBC African Theatre London, im Dezember.
1982/83
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Requiem for a Futurologist (Requiem für einen Futurologisten), Regie: Wole Soyinka.
1983
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Unlimited Liability Company (Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung), Schallplatte, Texte und Musik von Wole Soyinka. [8]
1984
Aufgabe der Professur an der Universität Ile-Ife wegen Repressalien.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe A Play of Giants (Ein Spiel der Giganten), Drama.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Six Plays (Sechs Stücke), mit: The Trials of Brother Jero (Die Anfechtungen des Bruder Jero), Jero's Metamorphosis (Jeros Metamorphose), Camwood on the Leaves (Rotholz auf den Blättern), Death and the King's Horseman (Der Tod und der Reitergeneral des Königs), Madmen and Specialists (dt: Die Verrückten und die Spezialisten), Opera Wonyosi (Die Wonyosi-Oper), London.
Absatz Uraufführung von A Play of Giants (Spiel der Giganten) am Yale Repertory Theatre, New Haven im November, Regie: Wole Soyinka.
1984-85
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Blues for a Prodigal (Blues für einen verlorenen Sohn) Film Nigeria, Text und Regie: Wole Soyinka.
1984-88
Präsidentschaft am Internationalen Theater Institut in Paris.
1985
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Ten Years After (The Man Died: Prison Notes of Wole Soyinka, Mit einem Vorwort des Verfassers), New York.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Requiem for a Futurologist (dt: Requiem für einen Futurologisten, in Wole Soyinka: Stücke, Berlin DDR 1987), Drama, London.
Absatz Ehrendoktor der Universität Paul-Valéry-Montpellier III.
1986
wird er für den Neustadt-Literaturpreis der University of Oklahoma nominiert.
Absatz Am 8. Dezember nimmt Wole Soyinka als erster Afrikaner den Nobelpreis für Literatur entgegen. Seine Preisrede, die Nelson Mandela gewidmet ist, trägt den Titel:
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe This Past Must Address Its Present
(dt: Diese Vergangenheit muß sich ihrer Gegenwart stellen, aus dem Englischen v. Inge Uffelmann. Zürich 1988), Nobelvorlesung.
1987-90
Gastprofessur an der Cornell University, Ithaca, New York.
Absatz Vorsitz der Road Safety Commission in Nigeria
1988
Rückkehr nach Nigeria, lebt als freier Schriftsteller in Abeokuta.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Mandela's Earth and Other Poems (Mandelas Erde und andere Gedichte), New York.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Art, Dialogue and Outrage. A Collection of Essays (Kunst, Dialog und Wut. Eine Aufsatzsammlung). Ibadan.
1989
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Isara. A Voyage Around Essay [9](dt: Isara. Eine Reise um Essay, Zürich 1991, aus dem Englischen v. Inge Uffelmann), New York; Taschenbuchausgabe: Ffm 2002.
Absatz ausgezeichnet mit dem nigerianischen Ehrentitel: Akoogun of Isara.
1990
Dritte Heirat.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Continuity and Amnesia. A Collection of Essys (Kontinuität und Amnesie. Eine Aufsatzsammlung), Abeokuta.
Absatz Nigerianische Auszeichnung zum Kommandeur des Ordens der Ehrenlegion.
1991
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Credo of Being and Nothingness, Studie über Religion in Nigeria.
1992
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe From Zia, With Love, Drama.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe A Scourge of Hyacinths, Drama.
1993
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Blackman and the Veil - Beyond the Berlin Wall.
1994
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Ibadan: The Penkelemes Years, A Memoir: 1946-1965 (dt: Ibadan, Streunerjahre. 1946-1965. Erinnerungen, Zürich 1998, aus dem Englischen von Irmgard Hölscher, Gerd Meuer und Ilse Strasmann), Autobiographie. Ibadan 1994 - Sehr frisch zu lesende Erlebnisse des Jugendlichen und des jungen Mannes Wole Soyinka. Sein Sinn für Gerechtigkeit - so ist für den Leser zu erspüren - führt ihn fast beiläufig und gleichzeitig zwangsläufig hin zu einer Politisierung, die im Nigeria der 1960er bei entsprechendem praktischem Engagement, dem der Ich-Erzähler niemals aus dem Weg geht, erhebliche Gefahren in sich birgt. Wiewohl die Lebenslust des Wole Soyinka diese nahezu ausblendet und ihr Vorhandensein eher in Genuss einmünden lässt, was an den jugendlichen Streuner, ja Abenteurer gemahnt, der nichtsdestoweniger ein strebsamer Schüler war. Spannend und mit Humor erzählt, präsentiert sich Wole Soyinka nicht unbescheiden, gleichzeitig weit entfernt von jeglicher Prahlerei, ein Typ, den man gern zum Freund gehabt hätte.
Absatz Ernennung zum UNESCO Goodwill Ambassador.
Absatz Nachdem er wiederholt von der Militärregierung des Sani Abacha, der seit kurzem an der Macht ist, an der Ausreise gehindert wurde, flieht Soyinka im November über Benin[9a] nach Paris.
1995
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Beatification of Area Boy (Die Seligsprechung des Area-Jungen), Drama. - Ein Stück über die verbliebene Hoffnung der Area Boys, der Slum-Kinder.
1996
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Open Score of a Continent:A Personal Narrative of the Nigerian Crisis, New York. - Der Inhalt dieses Buchs kreist um ein Datum, den 23. Juni 1993. An diesem Tag ließ der nigerian. Militärdiktator General Sani Abacha die 2 Wochen früher statt gefundenen freien Wahlen annulieren und den Sieger Moshood Abiola inhaftieren.
2. Oktober
Absatz Deutschlandpremiere von The Beatification of Area Boy, als Gastspiel einer internationalen Produktion, aufgeführt vom West Yorkshire Playhouse aus Leeds mit nigerian. Schauspielern.
Absatz Ehrendoktor der Emory University in Atlanta
.
1997
Gastprofessur an der Harvard University, Cambridge, Mass., USA.
Absatz Robert W. Woodruff Professor of the Arts an der Emory University in Atlanta, USA.
1998
Gastprofessur an der Stanford University, Kalifornien.
Absatz Nach dem Tod des Staatchefs Sani Abacha hebt sein Nachfolger Abubakar die Urteile gegen Oppositionelle auf, darunter die Hochverratsklage gegen Soyinka, der im Oktober, begrüßt von Tausenden von Oppositionsanhängern, für einen Kurzbesuch in Lagos eintrifft.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Early Poems (new ed. 1998, Frühe Gedichte, Neuauflage).
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe The Burden of Memory, The Muse of Forgiveness (dt: Die Last des Erinnerns,
Aus dem Englischen von Gerd Meuer. Düsseldorf 2001).
2000
ausgezeichnet mit dem Fonlon-Nichols Award.
[10]
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Meeting Mumia, in Autodafé, Journal der Internationalen Schriftstellervereinigung PEN, Herbst 2000. [11]
2001
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe King Baabu, Drama. Uraufführung: Lagos' National Arts Theatre. 2001. - Politische Satire auf die autokratische Herrschaft General Abachas in Nigeria.
2003
Lehrstuhl für Vergleichende Literaturwissenschaften an der Emory University in Atlanta[12].
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Samarkand and Other Markets I have known, Poetry (dt: Samarkand und andere Märkte, Gedichte, engl. u. deutsch, Übersetzung: Klaus Laabs, Zürich 2004). - Reisegedichte von den Märkten der Welt, die sich nicht darauf beschränken, romantische Bilder vom Orient zu evozieren, sondern auch andere Plätze - wie beispielsweise die Börse - mit einschließen, an denen sich unterschiedlichste Menschen begegnen.
2004
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Salutation to the Gut (Gruß an den Magen), Essay, Nigeria. - Eine Zelebration der Yoruba-Kultur, insbesondere der Kochkunst.
Absatz Am 03. Februar tritt Wole Soyinka als Gastreder neben Richard von Weizsäcker in Berlin auf. Anlass ist die Eröffnungsveranstaltung zur Africome 2004-2006, einem dreijährigen Afrika-Schwerpunkt der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)[13].
Absatz Im Juni präsentiert W. S. persönlich seinen Zyklus Samarkand und andere Märkte in Berlin.[14]    
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Climate of Fear: The BBC Reith Lectures (dt: Klima der Angst, Übersetzung: Gerd Meuer, Zürich 2005), Politische Essays.[15]
2005
Absage einer Ausstralien-Reise aus Protest gegen altersdiskriminierende Visa-Bestimmungen.[16]
Absatz Am 20 Juli eröffnet Wole Soyinka das XV. Poesie-Festival im kolumbischen Medellin. [17]
2006
Ausgezeichnet mit dem Weilheimer Literaturpreis.[18]
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe You Must Set Forth at Dawn: A Memoir (dt: Brich auf in früher Dämmerung: Erinnerungen; Übersetzung: Inge Uffelmann. Zürich 2008), Autobiographie. New York 2006. - Soyinka knüpft an seine autobiographischen Werke an, die seine Kindheit und Jugend beschreiben. Beginnend mit der Rückkehr in seine Heimat im Jahre 1998 nach dem Tode des Diktators Sani Abacha springt Soyinka vorwärts und rückwärts in seinen Erinnerungen und reflektiert seine Rolle als Schriftsteller und politischer Aktivist in Nigeria und in der Welt. Doch der Nabel, der Mittelpunkt - das spürt der Leser auf jeder Seite - das ist die Heimat des Nigerianers und in der Verlängerung des Elternhauses sind das die Freunde und Landsleute. Die Familie des Autors, Angehörige der Bildungsschicht, kannte, so jedenfalls der Eindruck, der entsteht, jedermann und jedefrau, die ein gewichtiges Wort im Lande mitzureden hatten. Der Ich-Erzähler erwehrt sich jedoch jeglicher Umarmungsversuche, sei es Bevormundung in der Familie, was seine Partnerinnenwahl angeht oder seine politische Kritik an Menschen, die im Elternhaus ein- und ausgingen. So kann der Leser mit dem Autor großen Persönlichkeiten begegnen, wie z.B. Nelson Mandela, dem Wole Soyinka seine Nobelpreisrede widmete.[21]
2007
Am 29. April erscheint in der nigerianischen Tageszeitung The Guardian ein politischer Forderungskatalog von Wole Soyinka, der die Annulierung der Gouverneurswahlen vom 14. April und der Päsidentschafts- und Parlamentswahlen vom 21. April beinhaltet. Weiterhin fordert Soyinka den Gewinner Umar Yar'Adua auf, das "falsche" Präsidentschaftsmandat abzulehnen und der Generalinspektor der Polizei Ehindero müsse seine Männer im Zaum halten. An erster Stelle aber steht die Forderung: "Asari Dokubo darf nicht in Haft sterben".[19]
Absatz Am 1.-2. Juni findet an der Berliner Akademie der Künste eine Diskussion zum Thema „Perspektive Europa“ statt, an der u.a. Wole Soyinka teilnimmt. [20]
2008
Wole Soyinka wird mit dem ersten Markgräfin-Wilhelmine-Preis der Stadt Bayreuth für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt ausgezeichnet. Der mit 10.000 € dotierte Preis wurde ihm am 17. Oktober in Bayreuth verliehen.
2009
Ausgezeichnet mit dem Plate Award der us-amerikanischen Academy of Achievement Golden.
Bibliografische (oder andere Werks-)Angabe Das erste Exil. The First Exile, Essay, Englisch und Deutsch (Übersetzung: Gerd Meuer). Offsetlithographien Jürgen Brodwolf. Neumarkt 2009.
Absatz Am 13. Juli wird Wole Soyinka 75 Jahre alt.
Wole Soyinka lebt derzeit in den USA und hat die Elias Ghanem Professur für Kreatives Schreiben an der University of Nevada in Las Vegas inne.
STIMMEN:
"Der Hausherr schnattert wie eine Ente durch das Wohnzimmer seines Hauses auf dem weitläufigen Campus der University of Ile-Ife in West-Nigeria. Es ist seine Art, das Geplapper einer überaus lebendigen Kinderschar zu imitieren. Die tollen wild herum, froh, endlich der Enge und dem Dreck der nigerianischen Hauptstadt Lagos entflohen zu sein. Es sind die Neffen und Nichten des wohl bekanntesten, kreativsten und ganz sicher politisch mutigsten afrikanischen Schriftstellers, des Nigerianers Wole Soyinka; eine seiner Schwestern war mit ihrem halben Dutzend Plagen für ein langes Wochenende bei ‚Onkel Wole' auf dem idyllischen Campus eingebrochen." Gerd Meuer, Übersetzer und früher Wegbegleiter Soyinkas, Juli 1977.
"I am always surprised when I look at my father and know that he has spent so many years on earth. He looks so young, so energetic. Wole Soyinka is just going on and on ..." Dr. Olaokun Soyinka, Wole Soyinkas Sohn, anlässlich eines Interviews zum 70. Geburtstag seines Vaters.
"We suddenly have one of the great adventurers and discoverers of the twentieth century here on campus. He's very much like Vaclav Havel in Eastern Europe. He's one of those statesmen-artists who clears away the distress of history and forces us both aesthetically and morally to come to terms with what we believe the twenty-first century should be." Vincent Murphy, Künstlerischer Direktor des Emory Universitäts-Theaters
"Wole Soyinka ist kein Exote, sondern ganz klar ein Dramatiker, der die Gegenwart universal verstehbar darstellt und zwar anhand von Yorubagöttern, Bettlern und Verrückten." Joachim Fiebach, Soyinka-Übersetzer, Professor in Berlin
"Some people think the Nobel Prize makes you bulletproof. I never had that illusion." Soyinka über Soyinka
ANMERKUNGEN:

0) In Aké. Jahre der Kindheit sagt Wole Soyinka, die Steuerrevolte sei "das erste Ereignis, an das ich mich erinnere, bei dem ich von einer Woge von Aktivismus getragen wurde und die implizierten Prinzipien begriff."
Die nigerian. Historikerin Judith Byfield sagt über das Ereignis: "Die 1947er Revolte in Abeokuta war nicht der erste von Frauen geführte Steuerprotest, aber er beinhaltete einen weiten Querschnitt von Frauen mit den verschiedenesten Hintergründen, insbesondere aus ländlichen Gegenden. Die Frauen hatten auch ein viel weiteres Engagement im politischen System als dies in der Vergangenheit der Fall war." Sie fügt hinzu: Als ein Resultat des Erfolgs der Revolte hätten Frauen aus anderen Teilen des Landes oft Rat bei den Führerinnen der Revolte gesucht, um ihre eigenen politischen Bewegungen zu organisieren. - Übertragen v. J.K. Der Originaltext v. Judith Byfield ist zu finden auf der Online-Seite des Dartmouth College.

1) Soyinka hat das Stück A Dance of the Forest eigens für die Unabhängigkeitsfeiern verfasst, jedoch alle Erwartungshaltungen frustriert, da er nicht eine romantisierte, präkoloniale Ära offeriert, sondern auch diese als eine fortwährende Verkettung von Unterdrückung und Herrschaft entlarvt.

2) Ein Tiger laufe ja auch nicht herum und verkünde seine Tigritude, er springt, soll Wole Soyinka geäußert haben, als Replik auf den von Lépold Senghor geschaffenen Begriff der Négritude. In der Essaysammlung Myth, Literature and the African World (1976) hat sich Wole Soyinka ausführlich mit der Idee der Négritude auseinandergesetzt: "Die Vision der Négritude sollte in keinem Fall unterschätzt oder herabgesetzt werden. Was mit ihr falsch lief ..." (zitiert nach Inge Uffelmann zu W. S. in: KLfG)- Siehe auch den Eintrag zur ersten African Writers Conference in der Afrika-Chronik>>.

3) Angaben nach Soyinkas Erinnerungen: Ibadan. Streunerjahre. Diese enden allerdings am Vorabend des Urteilsspruch. Siehe dazu auch den spannenden Bericht von Gerd Meuer, dem deutschen Übersetzer und zeitweiligen Wegbegleiter Soyinkas Die ›penkelemes years‹ in Ibadan.

4) Die Kritik warf dem Theatermann Wole Soyinka Dialoglastigkeit vor, das KLfG weiss zu berichten: "... weniger als zehn der insgesamt 250 Seiten enthalten völlig dialogfreie Erzählpassagen".

5) Beschrieben in den Gefängniserinnerungen: The Man Died

6) Als Generalsekretär der Union der Schriftsteller erreichte Wole Soyinka die Durchsetzung eines obersten Ziels: die Übersetzung der Werke ihrer Mitglieder in Ki-Swahili. Siehe hierzu auch den Text von Gerd Meuer.

7) In Yoruba bedeutet der Titel: Der Dummkopf kauft das Wonyosituch.

8) Agitprop zu den 1983 anstehenden Wahlen, bei denen Präsident Shagari knapp wiedergewählt wurde. Korruptionsvorwürfe lösten aber noch im selben Jahr einen Militärputsch aus.

9) Essay, engl. S.A, die Initialen des Vornamens des Vaters und sein Spitzname.

9a) Der Benin, das frühere Dahomey, ist Wole Soyinka seit langem bekannt. In seinen "Streunerjahren" beschreibt er es als eine Art Zuflucht, wo er sich am Wochenende vom Tagesstress erholen kann. Bei einer Gelegenheit in den 60er Jahren wird er von Polizisten zunächst an der Ausreise gehindert. Eine reine Repressalie mit politischem Hintergrund. Schließlich darf er die Grenze doch passieren.

10) 1992 erstmalig vergebener Preis zu Ehren von BERNARD FONLON and LEE NICHOLS für besondere Leistungen hinsichtlich Afrikanischer Literatur und Freier Meinungsäußerung.

11) Bericht über Soyinkas Treffen mit Mumia, dessen voller Name lautet: Mumia Abu-Jamal. Der Journalist aus Pennsylvania sitzt seit über 20 Jahren in der Todeszelle. Anklage: Polizistenmord. Die strittige Beweislage führte zu einer internationalen Solidaritätsbewegung; 2003 erhielt M. Abu-Jamal die Ehrenbürgerschaft der Stadt Paris. Ein Link zur dt. Übersetzung des Textes Meeting Mumia findet sich unten.

12) In einem Interview mit der linken Tageszeitung Junge Welt v. 23.08.2003 gibt W. S. auf die Frage, wo er derzeit lebe, zur Antwort: "Ich lebe in Kalifornien, ich unterrichte in Atlanta, und ich bin dabei, nach Nigeria zurückzuziehen. Ein Drittel meiner Zeit verbringe ich in den USA, ein Drittel in Nigeria – und ein Drittel im Flugzeug".

13) Im Pressetext des Bundeszentrale für politische Bildung heißt es: "Gastredner Prof. Wole Soyinka, erster Literaturnobelpreisträger Afrikas, hob in seinem politisch-literarischen Vortrag vor rund 600 Gästen 'die afrikanischen Perspektiven im dritten Jahrtausend und Deutschlands Rolle dabei' hervor. ".

14) Inszenierung für den Eröffnungsabend des InTransit-Festivals, einem Treffen von Schauspielern, Tänzern und Performance-Künstlern im Berliner Haus der Kulturen der Welt mit Schwerpunktthema Afrika.

15) "Als Gastdozent eingeladen, seine Sicht auf den Zustand der Welt darzustellen und neue Perspektiven daraus zu entwickeln, hielt Soyinka 2004 die in der angelsächsischen Welt mit hohem Ansehen belegten Reith-Lectures der BBC, deren erster Dozent kein Geringerer als Betrand Russell war. 'Ich habe recht, du bist tot!' – Diese offensichtlich weltweit verbreitete Formel verabscheuungswürdiger Machthaber, mit denen immer noch Geschäfte und Politik gemacht werden, stellt Soyinka in seiner Vortragsreihe schonungslos an den Pranger." (Verlagstext).

16) Dies meldet der österreichische Standard (v. 24.10.2005)). "Soyinka sollte in dieser Woche in Melbourne und Sydney die renommierte PEN-Vorlesung halten. Wegen des Ärgers mit den Visa-Bestimmungen wurde der Vortrag abgesagt..." Soyinka sollte für die Einreise ein spezielles Gesundheitszeugnis für Menschen über 70 ausfüllen, was er verweigerte. "Lieber sehe ich zu, wie meine Finger abfallen, als das ich so ein diskriminierendes Dokument abliefere", wird Soyinka vom Standard zitiert, der sich seinerseits auf die austral. Zeitung Sydney Morning Herald beruft.

17) Neben Wole Soyinka sind bei dem Poesie-Festival von 2005 besonders viele afrikanische Dichter zugegen: Koulsy Lamko (Tschad), Quentin Ben Mongaryas (Gabón), Idris Tayeb (Libyen), Dorian Haarhoff (Namibia), Antjie Krog und Breyten Breytenbach (Südafrika) sowie Timothy Wangusa (Uganda).

18) Dieser Literaturpreis wird von Schülern vergeben. Für die im Juni stattfindende Verleihung sind Wole Soyinka sowie Bundespräsident Köhler angekündigt. Der Bundespräsident, der die "Partnerschaft mit Afrika" ins Leben gerufen hat, wird die Laudatio halten. Die Schüler-Jury geht in ihrer Begründung auf den Kontext ein: Die Bücher des Nobelpreisträgers "bauen Brücken zwischen Kontinenten, Kulturen und Menschen und bilden deshalb auch einen Beitrag zu der von Bundespräsident Köhler ins Leben gerufenen Initiative 'Partnerschaft mit Afrika'". - Zitiert nach BR-Online.

19) Bei Mujahid Asari Dokubo handelt es sich um einen Rebellenführer aus dem Ijaw-Volk, der in den Erdölfördergebieten die Freiwilligenarmee NDPVF (Niger Delta People's Volunteer Force) rekrutierte und großen Anklang mit seinem Kampf gegen den Erdölraubbau der Regierung fand. Asari Dokubo ist seit über einem Jahr in Haft, ihm wird Hochverrat vorgeworfen, worauf in Nigeria die Todesstrafe steht.

20) Neben Wole Soyinka sind vertreten Assia Djebar aus Algerien, Elias Khoury aus dem Libanon, der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk, der deutsch-bulgarische Schriftsteller Ilija Trojanow, der ungarische Schriftsteller György Konrad, der chinesische Sozialwissenschaftler Wang Hui u.a .
Praktisch die gesamte dt. Presse berichtet am 3. + 4. Juni auf den Kulturseiten darüber. Und wie bei diesem m. E. nebulösen Titel nicht anders zu erwarten, musste das Ganze "zu einer zweieinhalbstündigen Abstraktion über Identitätsfragen ausufern; der im Programm versprochene 'Blick von außen' auf Europa wurde nicht annähernd deutlich", schreibt denn auch Brigitte Preissler in der Berliner Zeitung. Ähnlich äußert sich auch Andreas Schäfer vom Berliner Tagesspiegel und schließt: "Als die Europäer mit poststrukturalistischer Freude Europa fast zum Verschwinden gebracht haben, ist es dann Aufgabe von Wole Soyinka, die Scherben wieder einzusammeln. In einem Gespräch mit Wim Wenders sagt er: 'Natürlich kann man eigentlich nicht von Europa sprechen, genauso wenig, wie man von einem Afrika sprechen kann. Wir müssen es trotzdem tun. Denn sonst könnten wir überhaupt nicht miteinander reden.'"

21) Das Buch ist von einer solchen Fülle und Vielfalt, dass ein Rezensionsvorhaben daran (und am Alltagskampf) bisher gescheitert ist. Nur so viel kann schon vorab gesagt werden: Es birgt jede Menge Überraschungen, in jedem Bereich; ob im persönlichen Rahmen, wie z. B. die amüsante Jagd nach der Riesenschlange oder die Affäre in Kuba mit der frz. Journalistin, die vorab schon "die Ehre hatte", das Bett mit Fidel Castro zu teilen oder im Feld des politischen Engagements, wo er sein Lebenlang nicht nachließ (und nicht nachlässt), sich einzumischen. Selbst wer in der nigerianischen Politik beschlagen ist, wird noch mit der ein oder anderen Überraschung beglückt werden.- J.K.
AWS = African Writers Series, Heinemann London Ibadan Nairobi; weltweit größte englischsprachige Edition afrikanischer Literatur.

*** Der Link für das Buch OGUN - ABIBIMAN führt zu amazon, wo das Buch von einem Drittverkäufer angeboten wird. Dabei handelt es sich, wie beschrieben, um eine signierte Auflage- Ausgabe A - von 100 Stck zum Preis v. 95 €. Preiswertere Ausgaben - B und C - gibt es beim Verlag Thomas Reche, Neumarkt, direkt zu bestellen!

Wichtigste Quellen neben dem Internet:
Wole Soyinka v. Inge Uffelmann, in: KLfG (Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition text+kritik)
Literatur Schwarzafrikas, Die (H.Ehling/P.Ripken,Hrsg., Beck'sche Reihe München 1997)

LINKS:
Die ›penkelemes years‹ in Ibadan von Gerd Meuer
Afrikas Schriftsteller organisieren sich (Auszug) von Gerd Meuer
Das Emory-Magazin der Universität von Atlanta stellt den Robert W. Woodruff Professor of the Arts W. S. vor.
Stanford University, Kalifornien (Vorstellung des Gastdozenten W. S.)
”GLAUB’S MIR, ICH HAB SPASS” W.S's. Begegnung mit Mumia Abu Jamal. (Hier finden sich auch Links zu Unterschriftensammlungen: "Freiheit für Mumia").
This Past Must Address Its Present, Nobelvorlesung im engl. Original.
KLfG (Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition text+kritik)
2003-2011 © by Janko Kozmus
REZENSION(EN)
zurRezension Schuld und Sühne (zu: Die Last des Erinnerns)
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Nigerianische Themen in der   Afrika-Chronik der Marabout-Seite
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