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Leseprobe:
Als
das Telefon klingelt, hebt die schlanke Frau sofort ab.
Nein, ihr Mann, Paul
Bowles, sei nicht im Hause, er sei überhaupt nicht in
der Stadt, sondern auf Reisen. Jetzt stellt sich der Anrufer
der Frau vor:
»Allen
Ginsberg, der Bop-Poet«. Jane, die Frau am Hörer,
ist irritiert. Sie hakt nach, was für ein Poet er sei. Der
Anrufer wiederholt dieses »Bop-Poet«.
Janes Irritation hat nur halb mit dem ihr unbekannten Anrufer
und dem ebenfalls unvertrauten Begriff »Bop«
zu tun. Seit Tagen schon steht sie irgendwie neben sich.
Sie versucht sich zu sammeln, zu erinnern. Doch bei aller
Konzentration, einen Menschen dieses Namens kennt sie bestimmt
nicht. Noch bevor sie sich wirklich gefangen hat, fängt
der Anrufer mit einem seltsamen »Kennen Sie«-Spiel
an:
»Kennen
Sie Philip Lamantia?« fragt er.
»Nein«, sagt Jane. Der Anrufer
spricht schon weiter, Lamantia sei ein Dichter und als solcher
sehr »hip«, seit er dreizehn war, habe er geschrieben,
»und er hatte gerade eine Peyotl-Vision in Mexiko«.
»Ah ja«, sagt Jane.
»Ehrlich, es war eine wirkliche Vision, und
nun ist er Katholik.«
»Ah ja«, sagt Jane.
»Kennen Sie Charles Henri Ford?«
»Ja, weil er alt ist«, sagt Jane.
»Gut, nehmen Sie nicht Tag und Nacht majoun*?«
»Ich hasse all das, und ich bin sicher, Sie
sollten mich nicht treffen.«
»Gut, was ist mit Zen?«
Jane denkt: 'Das muss die Zen-Buddhismus-Bebop-Jesus-Christus-Peyotl-Gruppe
sein' ...
*
majoun ist eine dicke Paste aus Haschisch, Datteln
und Honig.
Wörtliche Zitate (im Text kursiv) zitiert nach:
Morgan, Ted, Literary Outlaw. The Life and Times of William
S. Burroughs, New York 1988
2004
© by Johanna Cosma
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