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Er
genoss diesen Abend besonders, denn er liebte es zu sehr,
im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Wie ein König
sah er seine Gäste an und nickte diesem oder jenem zu. Unter
seinen Freunden war auch George Sand. Eine Frau, die sich
mit Männernamen ansprechen ließ und seit kurzem unter
diesem veröffentlichte! Sie trug sogar Anzug, Weste und
Stiefel wie ein Mann! Sie behauptete zwar, das aus finanzieller
Not zu tun, aber Balzac war sicher, dass sie damit kokettierte.
Das Spiel mit der fremden Identität musste spannend und
aufregend sein. Als Mann konnte sie kreuz und quer durch
Paris laufen, ohne dabei beachtet zu werden, was einer Frau
vollkommen unmöglich war.
Ein
gemeinsamer Freund hatte sie ihm vor ungefähr einem Jahr
vorgestellt. Als Mädchen vom Lande, wenngleich als talentiertes
hatte er sie bezeichnet. Balzac hatte diese Beschreibung
als äußerst unpassend empfunden. Er fühlte sich wie ein
unerfahrener Schulbengel in ihrer Nähe, obwohl er ein paar
Jahre älter war als sie. Immerhin war die Sand schon zweifache
Mutter und hatte bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich,
während er noch immer Junggeselle war.
In
Wirklichkeit hieß sie Aurore Dupin. Aurore, die aufgehende
Sonne. Balzac fand, wie die Sand selbst, dass George besser
zu ihr passte. An der Art, wie sie bei ihrer ersten Begegnung
auf ihn zugegangen war, hatte er bemerkt, wie sehr sie seine
Arbeit schätzte, obwohl er bis dahin nur wenig veröffentlicht
und noch nicht einen einzigen seiner Romane verkauft hatte.
- Wenn man von den Trivialgeschichten absah, die er unter
Pseudonym veröffentlicht hatte, um sich überhaupt über Wasser
halten zu können und von denen sie offensichtlich nichts
gewusst hatte. Zufrieden sah Balzac wie seine Gäste speisten.
Obwohl er selbst für sein Leben gerne aß, brachte er vor
Aufregung kaum einen Bissen herunter.
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2004
© by Katia Fox
Dieselbe Autorin hat einen weiteren interessanten Text für
die dritte Anthologie (8.-18. JH.) verfasst:
A
m H o f z u E i s e
n a c h i m J a h r e d
e s H e r r n 1 2 0 6
von K a t i a F o x
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