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Kritik
der arabischen Vernunft
Die
Einführung
Seit
über vierzig Jahren arbeitet der marokkanische Philosoph
Mohammed Abed Al-Jabri an der umfassenden und kritischen Reflexion
des Niedergangs der arabischen Kultur. Sein Hauptwerk Naqd al-caql
al-carabi, zu Deutsch: Kritik der arabischen Vernunft, erschien
in vier Bänden von 1984 bis 2001 und löste von Marokko
über Ägypten
bis nach Syrien
heftigste Diskussionen
aus. Die Einführung zur Kritik der arabischen Vernunft
ist das Resultat der Zusammenarbeit des Philosophen mit seinem
französischen Übersetzer Ahmed Mahfoud und geht der
Übersetzung des vierbändigen Gesamtwerkes voraus,
das ab Herbst 2009 erscheint
Nun
gab es viele Bücher, die sich in der Nachfolge Immanuel
Kants mit dem Titel Kritik schmückten, doch selten war
diese Anmaßung so berechtigt wie bei Al-Jabris profunder
und hochgradig origineller Fundamentalanalyse der arabischen
Kultur. Al-Jabri will zeigen, dass und wie das arabische Denken
mit seiner spezifischen Wissensproduktion die Grenzen seiner
legitimen Ansprüche überschritten und sich in eine
Kultur der "schlechten Universalismen" verwandelt
hat. Al-Jabris Wiederanknüpfen an die erste arabische Aufklärung
im 12. Jahrhundert zielt auf die Neubegründung des arabischen
Rationalismus.
Mohammed
Abed Al-Jabri, geboren 1935, ist in einer Berberfamilie
im Süden Marokkos aufgewachsen. Nach der Koranschule absolvierte
er eine Schneiderlehre, wurde Volksschullehrer und begann 1958
ein Philosophiestudium in Damaskus. 1970 wurde er mit einer
Dissertation über Ibn Khaldun (1332-1406) promoviert. Heute
ist er Professor emeritus für Philosophie und islamisches
Denken an der Universität Mohammed V. in Rabat/Marokko.
Al Jabri ist einer der letzten arabischen Linken, die nicht
zum politischen Islam übergelaufen sind. Im Dezember 2008
erhielt er den Preis für Freies Denken der Ibn Rushd Stiftung
in Karlsruhe.
Am
3. Mai verstirbt Al-Jabri in Casablanca. Noch am selben Tag
ergeht ein Kondolenzschreiben von König Mohammed VI. von
Marokko an Al-Jabris Familie
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