DIE MARABOUT-SEITE
linie

linie
linie

Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 15. Juni 1997

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Mosambik ·  


"Gefängnis als Schlachthaus verurteilt",

meldet die offizielle Nachrichtenagentur  Mosambiks  AIM.

Maputos Top-Sicherheitsgefängnis (bekannt als das "B.O." abgeleitet von den portug. Abkürzung für "Operationale Brigade") "ist ein Schlachthaus", wird Alice Mabota, die Vorsitzende der Mosambikanischen Liga für Menschenrechte (Liga Mocambicana dos Direitos Humanos, LDH) zitiert.

In der letzten Ausgabe der Wochenzeitung Savana sei Mabota mit der Aussage zitiert worden, dass die in diesem Gefängnis eingekerkerten Bürger immer noch gefoltert würden und einige davon in der Folge stürben. Sie beschuldigte die Polizei, die Haft eigenmächtig fortzusetzen.

Diese Äußerungen habe Mabota bei einem Treffen zwischen Vertretern von Menschenrechtsgruppen, Justizminister Jose Abudo und Offiziellen seines Ministeriums gemacht.

Abudo habe zugegeben, dass "Unregelmäßigkeiten und Missbrauch" in Gefängnissen des Landes stattfänden. Während seiner eigenen Gefängnisbesuche, habe er herausgefunden, dass die Polizei minderjährige und sogar geistig kranke Bürger gefangenhalte.

"Etwas muss getan werden, um diese Situation zu beenden", habe der Minister eingestanden, "weil wir alle wollen, dass die Menschenrechte respektiert werden".

Mabota, die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit täglich in Kontakt mit der Polizei komme, habe geäußert, dass "die Dinge haben sich seit der Ablösung von Manuel Antonio durch Almerino Manhenje als Innenminister im November verbessert, aber es gibt noch immer Polizisten, die die Bürgerrechte verletzen und nicht den legalen Kriterien zur Freiheitsbeschränkung von Bürgern folgen".

Sie habe gewarnt, sollten nicht dringend Maßnahmen ergriffen werden, würde "die Polizei in das zurückschlüpfen, was sie in der Vergangenheit gewesen war". Sie habe einen Fall von 14 und 15 Jahre alten Jungen zitiert, die in einem Kampf ein anderes Kind getötet hatten. Diese Minderjährigen würden im "B.O." gefangen gehalten.

Mabota wisse von einem Fall, in dem zwei Menschen wegen persönlicher Schulden in Zellen des 13. Reviers Maputos gefangen gehalten würden. "Seit wann werden Leute wegen Schulden inhaftiert?" habe sie gefragt.

"Mabota lobte das Justizministerium für seine Versuche, die Rechte der Gefangenen unter ihrer Rechtssprechung, trotz der Kürzungen, denen sich das Ministerium gegenüber sehe, zu schützen." · (AIM, Mosambik, ÜEK: J.K.)

linie

Quelle:
Agência de Informação de Moçambique, portugisisch u. englischspr. offizielle Nachrichtenagentur (AIM, Mosambik)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜEK: J.K. --> Aus dem Englischen übersetzt und kommentiert: Janko Kozmus ©


linie
Weitere Artikel zu  Mosambik in der Afrika-Chronik:
linie
linie