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Quelle:
The
Daily Nation, Kenya (Daily Nation)
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
** Ngugi wurde auf den christlichen Namen
James getauft; im Jahre 1976 nahm er den traditionellen Namen
an
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem
Englischen: Janko Kozmus © |
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CHRONIK
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Zur Sozial-
und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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· Die
MARABOUT-SEITE zitiert aus Kenia ·
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| Anlässlich
eines erneuten Besuchs geht Fred Mbugua für die englischsprachige
kenianische Tageszeitung Daily Nation in seinem Artikel
"Das Haus, das James** baute" auf
die Wirkungsstätte von →
Ngugi
wa Thiong'o in seiner Heimat
ein, das "Kamirithu home and theatre", eines der "bedeutendsten
zeitgenössischen kulturellen Wahrzeichen" des Landes. |
| Zunächst
gesteht der Autor, die einzigen Romane v. Ngugi wa Thiong'o,
die er gelesen habe, seien: The River Between (dt:
Der Fluß dazwischen) - "seziert als Schultext
in depremierenden Englische Literatur Unterrichtstunden"
- und Ngahika Ndeenda (dt: Ich heirate, wann ich
will). Er mag noch ins Vorwort von Detained
(dt: Kaltgestellt. Ein Gefängnistagebuch)
gesehen haben, aber nur um sich zu bestätigen,
dass er es nicht lesen wolle. "Ich kann mich deshalb mit
Schamesröte im Gesicht zu den vielen Kenianern zählen,
die versichern, über den Autor ist gut zu reden, aber
schlecht zu lesen." |
| Das
sei ungewöhnlich, schreibt der Autor weiter, wenn man
bedenkt, dass er selbst als Zwölfjähriger mit
einem eselsohrigen Exemplar von Ngahika Ndeenda unterrichtet
wurde in Kikuyu zu lesen und zu schreiben. |
| Das
Buch habe nach Erde und Kakaopulver gerochen und pergamentfarbene
Seiten gehabt. "Ich begann es zu lesen, teilweise, weil
ich gehört hatte, das Buch sei auf dem Index und teilweise,
weil es eines der wenigen Prosawerke war, das meine Eltern
besaßen. Nächtelang las ich wieder und wieder
die Parabel ithako ria ngerekano, nach staatsgefährdenden
Teilen und marxistischer Propaganda suchend." Stattdessen,
schreibt er, habe er einige der vergnüglichsten Passagen
gefunden, die je geschrieben wurden. |
| Brillant
sei der Monolog, in dem ein Schuhfabrikarbeiter sich über
Ausbeutung beschwere! Seine Ausgabe hatte verschiedene Fotos,
die während der 1977er Original-Produktion aufgenommen
worden seien. Hier sei seine Wahrnehmung der Kamirithu-Theatergemeinschaft
geformt worden. Das Freilichttheater sei wahrscheinlich
der einzige Ort, der die zeitgenössische kulturelle
Atmosphäre Kenias der 1970er bestens repräsentierte
habe. 1976 für 150.000 → Sh
erbaut, das Amphitheater mit Holzbänken und von einem
Bambuszaun umgeben, umfasste 3000 Sitze und zog Theaterbesucher
aus dem ganzen Land an. Die Polizei zerstörte es kurz
nach dem Verbot der Theateraktivitäten 1982 durch den
damaligen Zentralprovinzbeauftragten. |
| Ngugis
Stätte habe seinen Anteil an den Schwierigkeiten gehabt,
in die er wegen seiner politischen Ansichten geriet. Gebaut
war es auf einem 3 → Acre
großen Areal nahe des Kamirithu-Handelszentrums in
Limuru, das Familienheim bestand aus drei Rundhütten
mit Ziegeldach, das traditionellen Reetdächern ähnelt,
schreibt der Autor. Hier habe der afro-amerikanische Autor
Kamau Braithwaite (Geburtsname Edward Lawson) vor zwei
Dekaden eine Namenszeremonie gefeiert,
bei der ein Ziegenbock und ein Honiggebräu Verwendung
fanden. Der ugandische Dichter Okot p'Bitek und der sudanesische
Schriftsteller Taban lo Liyong waren als Zeugen des festlichen
Ereignisses unter den literarischen
Persönlichkeiten. |
| Die
glorreichen Tage der Heimstätte waren vorüber,
beschreibt Fred Mbugua, als Ngugi sie 1982 für ein
Leben im Selbstexil aufgegeben habe. Nach der Aufführung
von Ngahika Ndeenda sei Ngugi zwischen 1977 und 1978
ohne Verhandlung inhaftiert worden. Er habe →
Kenia
1982 verlassen, um nach England ins Exil zu gehen. Während
seiner Inhaftierung attackierten sechs Männer das Haus
und zerstörten die Fenster. Später seien sie arretiert
und bevor sie entlassen wurden zu einer Geldstrafe von je
1000 Sh verurteilt worden.
|
| 1990
attackierten bewaffnete Gangster die Familie erneut, heißt
es in dem Artikel weiter, sie verletzten seine erste Frau
Nyambura und machten sich mit Eigentum im Wert von fast
500.000 → Sh
davon. Ngugi habe mit seinen gemeinsamen
Kindern mit Nyambura - Thiong'o, Nduchu, Mukoma, Wanjiku,
Njoki sowie der adoptierten Ngina - das Heim danach verlassen;
die Kinder seien ihren eigenen Weg gegangen oder Ngugi in
die USA gefolgt. Nur Kimunya, das zweite Kind, blieb an
Ort und Stelle und würde immer noch mit seiner Familie
dort leben. Sogar Ngugis geschiedene Frau habe sich gezwungen
gesehen zu gehen. Sie habe in einem Pflegeheim in Nairobi
gelebt, und sei bald darauf im Alter von 56 Jahren nach
langer Krankheit verstorben. Ngugi sei nicht zur Beerdigung
erschienen, "auch wenn dieses Mal, anders als 1985 beim
Tod seiner Mutter, keine unmittelbare Bedrohung bei seiner
Rückkehr bestanden hätte". |
| In
ihren letzten Jahren habe Ngugis Frau, Nyambura, einen guten
Teil der ursprünglichen Rollenverteilung des kontroversen
Dramas Ngahika Ndeenda wiederhergestellt, es habe
jedoch erneut Probleme mit der Regierung gegeben. Das Theater,
in dem das Ursprungsstück aufgeführt wurde, ist
seit langem verschwunden, stellt der Autor sachlich fest,
ersetzt sei es durch das Kamirithu Village Polytechnic
and Adult Classes Centre. Das Heim sei nun "eine gewöhnliche,
wenn auch ungewöhnlich aussehende Heimstätte".
Beide Plätze seien immer noch Wahrzeichen von Kamirithu
... |
| Der
61-jährige Professor selbst habe gegenwärtig die
Erich Maria Remarque Professor für Sprachen und Vergleichende
Literatur an der New York University (NYU) inne. Er unterrichte
ebenfalls Theaterforschung ["Performance Studies"]
und lebe mit seiner zweiten Frau Njeeri wa Ngugi und seinen
vier Kindern zusammen: Lashambi, Nducu, Mumbi-Wanjiku und
Njoki, seiner Tochter aus erster Ehe. Sieben Jahre nachdem
er →
Kenia
verlassen habe, um nach Großbritannien zu gehen, sei
er in die USA übergesiedelt und habe an verschiedenen
Universitäten unterrichtet, inklusive des Elitekollegs
der Yale University bevor er zur NYU gekommen sei. (...) |
Abschließend
bemerkt der Autor: Ngugi, dessen Werke in mehr als zwanzig
Sprachen übersetzt worden seien - herausragend die
Tatsache, dass er als Einziger in Kikuyu schreibe - bedeute
für ihn immer die Stimme von Ngahika Ndeenda.
"Bedauerlicherweise ist dies die Stimme eines literarischen
verlorenen Sohnes, die zuletzt vor langer Zeit in seinem
Heimatland gehört wurde."
(Daily
Nation, ÜE:
J.K.)
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| Weitere
Artikel zu Kenia in der Afrika-Chronik |
The Standard, Versorgungskrise infolge der gewalttätigen Auseinandersetzungen
nach den Wahlen, 2008 |
The Standard, Verschiebung des Lehrbetriebs an Universitäten
infolge gewalttätiger Auseinandersetzungen nach den Wahlen,
2008 |
Kenya Times, Todesopfer nach Zusammenstößen rivalisierender
Gemeinden, 2007 |
Kenya Times, Statistische Befragung von 2.400 Frauen zum Thema Sexualität,
2007 |
KBC, Todesurteil wegen Raub und Misshandlung im Fall Ngugi wa Thiong'o
und Ehefrau, 2006 |
The Standard, Über die Leiden eines kenianischen Sargmachers,
2006 |
The Standard, Über den niedrigen Entwicklungsstand Kenias,
2006 |
The Standard, Über die korrupteste Institution in Kenia, 2005 |
Kenya Times, Friedensnobelpreis 2004 für die Kenianerin Wangari
Maathai |
Kenya Times, Über die Attacke auf den kenianischen Schriftsteller
Ngugi wa Thiong'o und seine Frau |
Kenya Times, Über Ngugis Mundarttheorie |
Daily Nation, Über illegale Handlungen der Studenten an Kenias
Hochschulen |
Daily Nation, Reaktion auf den Mord an Ausschussvorsitzenden |
Daily Nation, Über das Analphabetentum in Kenia |
Daily Nation, Über die Prügelstrafe an Kenias Schulen |
The East African, Über die Moi-Biographie v. Andrew Morton |
Daily Nation, Publikations- und Verbotsgeschicht des Romans Matigari
v. Ngugi wa Thiong'o, 1998 |
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| Weitere
Artikel zu → Schwarzafrika
in der Afrika-Chronik |
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