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AFRIKA-CHRONIK
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Quelle:
Mail & Guardian, Südafrika (englischspr. Wochenzeitung, Mail & Guardian)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
30. November 2001
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Südafrika ·  
Mail & Guardian, South Africa
"Worte der Verzweiflung"
Jo Nel stellt den Gedichtband Anatomy of dark. Collected poems von Arthur Nortje vor.
Zu Beginn zitiert Jo Nel den im Exil lebenden südafrikanischen Kritiker Lewis Nkosi, der 1972 in The Will to Die schrieb: "Zeit, Frustration und Verzweiflung, mit ihren Begleitdrogen - Alkohol und Suizid - fordern ihren Zoll von südafrikanischen Schriftstellern. Nat Nakasa. Ingrid Jonker. Nun Can Themba ... Ihre Tode sind nicht einfach natürliche Tode, selbst wenn sie technisch solche sind ... ihre Ängste beziehen sich in mancher Weise auf die Ängste der Menschen in  Südafrika".
Nkosi hätte genauso gut den Namen Arthur Kenneth Nortje hinzufügen können, schreibt Jo Nel, Arthur Kenneth Nortje, der 1942 in Oudtshoorn geboren wurde, der im Dezember 1970 an einer Überdosis gestorben sei, "ein Opfer seiner eigenen Ängste und Depressionen". ...
Das Bestreben des Herausgebers Kloppers - eine überfällige Initiative, so Jo Nel - war es, die Werke des Dichters Nortje einem breitem Publikum zu eröffnen. Der Name des Dichters sei oft eingekeilt zwischen anderen seiner Generation wie  Lewis Nkosi, Dennis Brutus, Bloke Modisane, Mafika Gwala u.a.
Die Sammlung ist chronologisch in vier Abteilungen eingeteilt: Südafrika 1960 bis 1965; England 1965 bis 1967; Kanada 1967 bis 1970; und England 1970. Doch gleichgültig welche Periode der Leser auch heraussuche, das allgemeine Gefühl der Entfremdung und Einsamkeit sei vorherrschend, so Jo Nel.
Die Brutalität des Apartheid-Systems rufe in vielen Schriftstellern ein Gefühl der Geringschätzung und des Verlusts der Identität hervor. In Autopsie schreibt Nortje "Die leuchtende/klare Zunge in der Schwarzen Welt/ hat nicht länger unendliche Möglichkeiten". In dieser Hinsicht dachte Nortje vielleicht von seinem Heimatland als "eine weite Gefängniszelle, seine Seele eingekerkert von den Beschränkungen der Apartheid" ....
Nortjes Werk könne dem prüfenden Blick der Kritik nicht entgehen, der die fesselnde Natur seiner Lyrik einräume, der aber auch einige Mängel erkenne. Häufig habe man ein ähnliches Gefühl, wie es Michael Chapman formulierte, als er sagte, Nortjes Lyrik tendiere zu Allgemeinplätzen, während das sprechende Bild überwältigt würde von überflüssigen Attributen und obszönen Verweisen ...
Am Ende jedoch bleibe der Leser mit dem Eindruck zurück, Nortje habe versucht mit einer größeren Welt zu kommunizieren, habe aber erkennen müssen, dieser Versuch würde zunichte gemacht von der erstickenden Natur einer Gesellschaft, die bevölkert ist von Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Ideologien, in der jedes Individuum - wie der Poet - eingebunden ist in einen Kokon oder in sein eigenes Lager, manchmal auftauchend, manchmal verschwindend ...
(Mail & Guardian, ÜE: J.K.)
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