DIE MARABOUT-SEITE
linie

linie
linie

Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 10. Oktober 2003

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Südafrika · 
Mail & Guardian, South Africa


"Mandela begrüßt die Aids-Entschließung",

stellt die südafrikanische Sunday Times in einem Bericht von Jessica Bezuidenhout, S'Thembiso Msomi und Claire Keeton fest.

Das Kabinett gebe dem Gesundheitsminister zwei Monate Zeit, einen Plan für die Medikamentenauslieferung zu erstellen.

Der frühere Präsident Nelson Mandela habe Tausende von Menschen angelockt, als er gestern die Wende in der Haltung der Regierung begrüßte, nun doch antiretrovirale Medikamente auszuliefern.

Mandela hatte die Regierung für deren Verschleppung bei der Versorgung mit Medikamenten kritisiert. Mandela und Vertreter seiner Stiftung seien "überglücklich" über die Regierungsankündigung, sagte gestern der Vorsitzende der Stiftung.

Die Regierung gab an diesem Wochenende bekannt, dass sie der Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang bis Ende September Zeit gegeben habe, einen detaillierten Operationsplan zur Auslieferung der antiretroviralen Medikamente zu entwickeln.

Nach einer ganztägigen Sondersitzung des Kabinetts am Freitag ließ die Regierung in einer Stellungnahme verlauten "sie teile die Ungeduld vieler", die es als notwendig erachteten, die Anstrengungen im Kampf gegen Aids zu verstärken ...

In der Folge zitiert der Bericht mehrere Stimmen, die sämtlich die Kabinettsentscheidung begrüßen. Es heißt weiter:

"Die Kabinettsentscheidung, die Empfehlungen der Gemeinsamen Gesundheits- und Finanzgruppe anzunehmen, dass antiretrovirale Medikamente in öffentlichen Hospitälern für jedermann, der sie benötigt, erhältlich sein sollten, fiel nach einer Woche des Fortschritts im Kampf gegen Aids."

Das Kabinett ließ am Freitag verlautbaren, es billige die Erklärung der Sonderaufgabengruppe, die erklärte, die größte Herausforderung der Regierung bestehe darin "sicherzustellen, dass die 40 Mio. Südafrikaner, die nicht mit dem HIV-Virus infiziert seien, gesund blieben, und solche, die bereits infiziert seien, sich jedoch noch nicht im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit befänden, durch geeignete Nahrung ein normal Leben führen könnten".

Der Report der Regierung besagt: "Die Einführung der antiretroviralen Therapie würde einen bedeutenden Einfluss auf die Aids-Sterblichkeit haben, die Anzahl der Aids-Toten in der nächsten Dekade würde beträchtlich reduziert.

Einen jeden, der es benötigte, mit den geeigneten Medikamenten zu versorgen, würde zur Folge haben, dass der Tod von 1,7 Mio. Menschen auf die Periode nach 2010 verschoben würde, sagt der Report.

Die Demokratische Allianz (DA) und die Inkatha Freiheitspartei, beides vehemente Kritiker der Aidspolitik der Regierung, äußerten "vorsichtige" Begrüßung der Regierungsankündigung, warnten aber, sie würden die Aktionen der Regierung aufmerksam beobachten.

Der Bericht zitiert den DA-Sprecher, der sein Bedauern darüber äußert, dass eine positive Reaktion der Regierung so lange ausgeblieben sei und die Regierungsentscheidung in Zusammenhang mit den Wahlen des nächsten Jahres stellt.

Der Regierungssprecher Joel Netshitenzhe wies die Bemerkungen der DA als "unsinnig" ab. (SundayTimes SA, ÜE: J.K.)

linie

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©

Abkürzungen:
OAU: Organization of African Unity (Organisation der Afrikanischen Einheit)

Quelle:
Sunday Times, South Africa (SundayTimes SA)


linie
Weitere Artikel zu  Südafrika in der Afrika-Chronik:
linie
linie