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DIE MARABOUT-SEITE
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AFRIKA-CHRONIK
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Quelle:
The Arusha Times (tansanische Wochenzeitung, Arusha Times)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
13. März 2004
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Tansania ·  
The Arusha Times, Tanzania
Letzten Montag plädierte der 49 jährige ruandische Popstar Simon Bikindi vor dem in Arusha stattfindenden UN-Tribunal auf Nicht Schuldig der Anklage des Genozids und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, nachdem alle Anklagen durch den Vorsitzenden Richter Lloyd George Williams verlesen waren.
Gemäß der Anklage, heißt es in dem Bericht weiter, habe Bikindi mit dem ruandischen Staatschef Juvenal Habyarimana und hohen Offizieren kollaboriert, um Hutu-Jugendliche mit Anti-Tutsi-Slogans in seinen Musikkompositionen und bei Live-Auftritten zu indoktrinieren. Habyarimana ist bei einem Flugzeugabsturz nahe Kigali am 6. April 1994 getötet worden.
Bikindis Songs wurden durch die verhasste Radio- und Fernsehstation Radio-Television des Milles Collines (RTLM) gesendet, berichtet die Wochenzeitung. Seine Musik sei nach dem Genozid von 1994 in Ruanda, der mehr als 500.000 Tutsis und gemäßigten Hutus das Leben gekostet hatte, auf den Index gesetzt worden.
"Simon Bikindis Songtexte manipulierten die Politik und Geschichte Ruandas, um Hutu-Solidarität zu fördern", zitiert Arusha Times die Anklage.
Im Folgenden geht die tansanische Wochenzeitung auf das bisherige Verfahren ein: Bikindi habe sich im April 2002 das erste Mal vor dem Gericht verantworten müssen, und müsse dies erneut, nachdem die Anklage neue Beweise fand, so der Un-Gerichtssprecher Roland Amoussouga.
Bikindi sagte vor Gericht: "Die Wahrheit wird über die Lügen siegen und die Liebe über den Hass."
Der Musiker wurde am 12. Juli 2001 auf Forderung des Chefanklägers des UN-Tribunals in Leiden durch niederländische Behörden arretiert. Er habe die Inhaftierung angefochten, aber verloren und sei am 28. März 2002 in das UN-Spezialgefängnis in Arusha verbracht worden.
Während des Genozids 1994 habe Bikindi das Ministerium für Jugend und Sport vertreten und sei Mitglied der herrschenden pro-Hutu Partei gewesen.
Das UN-Tribunal wurde 1994 durch den UN-Sicherheitsrat gegründet, beschließt die Wochenzeitung ihren Bericht, um die Haupttäter zur Verantwortung zu ziehen. Bis heute seien 21 Urteile ergangen; 18 Schuld- und drei Feisprüche. 56 Gefangene säßen in Arusha ein.
(Arusha Times, ÜE: J.K.)
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