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AFRIKA-CHRONIK
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Quelle:
The Standard, englischspr. simbabwische Sonntagszeitung
 (Standard Simbabwe)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
** Die nach der umstrittenen Landreform, in deren Folge die weißen Farmer des Landes enteignet wurden, eingesetzten Farmer.
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©

 

 

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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
5. Februar 2006
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Simbabwe ·  
Die englischsprachige simbabwische Sonntagszeitung The Standard meldet:
         "Verzweifelte Farmer nehmen Zuflucht zu Kinderarbeit"
Der Arbeitskräftemangel bringe  Simbabwes Landwirtschaftsbereich in Bedrängnis und schüre lt. Arbeitsexperten die Beschäftigung von Kindern auf Farmen, schreibt Caiphas Chimhete, der Verfasser dieses Artikels. Tausende von Kindern würden durch hohe Löhne und die sog. Sanierungspraxis ("Clean up exercise") aus den Schulen getrieben und bildeten nun den Großteil der Farmarbeiter im Lande.
Kinder unter 16 Jahren würden nun gedrängt für viele Stunden pro Tag in "kaum ventilierten Tabakscheunen zu arbeiten", um mit den geringen Löhnen, die sie erhielten, die schwindenden Familieneinkommen zu ergänzen.
Im Bezirk Chipinge werden Kinder, die ihre Schulgebühren nicht bezahlen können, heißt es weiter, in "Verdiene und Lerne"-Schulen geschickt. Die Schulen böten kostenfreie Bildung, aber zunächst müssten die Kinder auf Tee- oder Baumwollfarmen arbeiten.
In der Folge zitiert Caiphas Chimhete hohe Gewerkschaftsfunktionäre zur Problematik. Die Generalsekretärin der Landwirtschaftgewerkschaft GAPWUZ ("General Agriculture and Plantation Workers' Union") Getrude Hamira, sagt beispielsweise: die Kinderarbeit habe aufgrund des Arbeitskräftemangels auf den Farmen zugenommen.
Das Problem rühre daher, dass viele Kinder, die durch die sog. Sanierungspraxis der Regierung abgelöst und aus der Schule geworfen würden nun auf den Farmen arbeiteten.
Gertrude Hambira weiter: Wegen der zunehmenden ökonomischen Krise würden die neuen Farmer** es versäumen, festgesetzte Löhne zu bezahlen und, als ein Ergebnis davon, sich entscheiden, verzweifelte Kinder zu beschäftigen. Ein Farmarbeiter verdiene ca. $640 000 im Monat.
Sie gibt an, dass von den geschätzten 200.000 Farmarbeitern im Lande ca. 10 % Kinder unter 16 Jahren seien.
"Es gab schon immer Kinderarbeit, aber nun entgleitet uns das Problem. Es gibt mehr als 20.000 Kinder, die auf Farmen arbeiten", wird die Generalsekretärin zitiert, deren Organisation die Interessen von Farmarbeitern landesweit vertritt.
Wellington Chibebe, der Generalsekretär des Dachverbandes der Simbabwischen Gewerkschaften (ZCTU, Zimbabwe Congress of Trade Unions ), spreche gar von "versklavten" Kindern.
Die niedrigen Löhne, wird er weiter zitiert, die die neuen Farmer anböten, schürten die Beschäftigung von Kindern. "Es gibt Sklaverei auf den Farmen. Man beachtet es nur nicht. Sie breitet sich aus."
Raymond Majongwe, der Generalsekretär der Lehrergewerkschaft PTUZ ("Progressive Teachers' Union of Zimbabwe") wird mit folgender Aussage zitiert: Das Problem der Kinderarbeit auf den Tee- und Nutzholzplantagen weite sich aus:
"Es ist scheußlich für diese Farmer diese Kinder zu belasten. Es ist beunruhigend, weil die Anwesenheit dieser Kinder am Unterricht nur noch sporadisch erfolgt."
Er macht die sog. Sanierungsoperation der Regierung dafür verantwortlich, weil sie "in hohem Maße zur steigenden Kinderarbeit beiträgt", weil die meisten Kinder aus der Schule ausscheiden.
Einige von ihnen, so Majongwe weiter, arbeiteten unter gefährlichen Bedingungen; sie würden nicht nur Tabakpflanzen räuchern und ihnen Chemikalien beigeben, sondern dabei auch potentiell gefährliche Chemikalien benutzen, so geschehen im Östlichen und Zentralen Mashonaland.
Doch Davison Mugabe, der Präsident der Simbabwischen Farmergewerkschaft (ZCFU, Zimbabwe Commercial Farmers' Union), so Caiphas Chimhete, spiele das Problem der Kinderarbeit herunter.
"Das ist zu weit hergeholt. Es hat nicht zugenommen. Tatsächlich stellen neue Farmer Kinder an, um ihnen zu ermöglichen, ihr Einkommen zu ihrem eigenen Wohl zu steigern". Davison Mugabes Organisation vertritt die Interessen der neuen kommerziellen Farmer.
Abschließend wird nochmals Wellington Chibebe, Generalsekretär des Dachverbandes der Simbabwischen Gewerkschaften, ausführlich zitiert:
"Trotz der Tatsache, dass Simbabwe die UN-Kinderrechtskonvention von 1990 sowie die Konvention 182 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) unterzeichnete, die zu einem sofortigen Verbot und zur Eliminierung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit aufruft, weitet sich die Kinderarbeit im Lande weiter aus."
Wenn die Regierung weiterhin wegsehe, wenn es um Kinderarbeit geht, würde der Gewerkschaftsdachverband Simbabwe bei der Internationalen Arbeitsorganisation melden.
Im schlimmsten Fall würde Simbabwe auf einen "Speziellen Paragraphen" gesetzt, das hieße, es würde unter die "Schurkenstaaten" eingereiht und die internationale Gemeinschaft würde die Farmprodukte dieses Landes boykottieren: "Dies wird die Regierung zum Handeln zwingen." · (Standard Simbabwe, ÜE: J.K.)
Weitere Artikel zu Simbabwe in der Afrika-Chronik:
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