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Quelle:
The
Standard (englspr. kenianische Tageszeitung, The Standard
Kenya)
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Anmerkungen:
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inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem
Englischen: Janko Kozmus © |
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CHRONIK
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Zur Sozial- und
Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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· Die
MARABOUT-SEITE zitiert aus Kenia ·
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| "Sargmacher
lernt fliegen ohne aufzusetzen" |
| Unter
diesem Titel erzählt Anderson Ojwang' für
die kenianische Tageszeitung The Standard
die merkwürdige Geschichte des Sargmachers
Ondieki in der kenianischen Stadt Eldoret. |
| An
den Anfang seines Berichts setzt er ein literarisches
Zitat. In seinem gefeiertem Roman Things Fall
Apart (dt: Okonkwo oder das Alte stürzt)
habe → Chinua
Achebe geschrieben: "Seit der Mensch gelernt
hat zu schießen, ohne das Ziel zu verfehlen,
hat der Vogel Nke es gelernt zu fliegen ohne aufzusetzen." |
| Ähnlich
musste auch Elijah Ondieki, ein 45jähriger
Sargmacher in der Stadt Eldoret mit neuen Taktiken
aufwarten, schreibt der Autor weiter, um sich in
dem Geschäft über Wasser zu halten, das
mörderischen Wettbewerb und permanente Schikanen
durch den lokalen Verwaltungsrat zu verzeichnen
habe. |
| Trotz
all dieser Widerwärtigkeiten sei Ondieki, der
Polymer, eine Art Plastik, benutze, um seine Innereien
zusammenzuhalten, die von Schlägern mit einem
Schwert aufgerissen wurden, entschlossen das Beste
aus dieser abscheulichen Situation zu machen. |
| Der
in Grün drapierte Leichenwagen mit der Inschrift
"In diesem Wagen sind Särge zu verkaufen" sei
eine der größten Sehenswürdigkeiten
von Eldoret geworden. |
| Zum
Erstaunen vieler ziehe Ondieki mit erstaunlicher
Leichtigkeit umher und produziere Särge in
seinem Leichenwagen. |
| "Ich
muss leben und der Leichenwagen ist meine Werkstatt.
Ich kann das Fahrzeug außerhalb des Stadtzentrums
parken und meine Arbeit machen, mit kleinen Störungen
durch örtliche Askaris (Wachschutz)", wird
er zitiert. |
| Er
sagt, die permanenten Schikanen hätten ihn
gezwungen, ein Katz- und Mausspiel mit den Askaris
zu spielen. |
| Oft
sei er gezwungen, in Eile aufzubrechen, um dem Zorn
der Askaris zu entfliehen. Trotz einer gültigen
Lizenz genieße er nicht das Wohlwollen des
Stadtrats, den er beschuldigt, davon besessen zu
sein, ihn zu schikanieren. |
| "Ich
bin glücklich, dass ich trotz der Widerwärtigkeiten
wegen meiner guten Handwerksarbeit noch Kunden bekomme.
In meinen Gebeten, bitte ich darum, dass der Stadtrat
mir erlauben möge, mein Geschäft ohne
Trouble weiterzuführen", zitiert der Autor
den Sargmacher. |
| Ondieki
erklärt, wie sein Weg zum örtlichen Metzger
in seinem gegenwärtigen physischen Zustand
endete. |
| "Es
war am 12. Mai 2004 gegen 20 Uhr, als Ondieki, seine
Frau und ihre 12jährige Tochter an der örtlichen
Metzgerei in Langas Estat vorbeifuhren, um 1 Kilo
Fleisch zu kaufen. Es sah aus wie jeder andere Tag,
als er bei der Metzgerei anhalten wollte. Aber leider
hatte er sich tödlich geirrt. Eine Gang von
10 Männern hatte die Metzgerei überfallen
und Kunden ausgeraubt." |
| Ohne
den Angriff zu bemerken sei er in die Metzgerei
hineingegangen. Es sei ihm befohlen worden, sich
zu ergeben und sich neben die anderen Kunden auf
den Boden zu legen. |
| Er
habe versucht zu seinem Wagen zu fliehen, aber bevor
er diesen erreichen konnte, hätten ihn zwei
der Gauner umstellt. "Einer von ihnen stach auf
ihn ein, riss seinen Magen auf". |
| Dies
sei der Beginn einer Reihe von Widerwärtigkeiten
gewesen. Trotz seiner Begegnung mit dem Tod, sei
es sein Wunsch, am Leben zu bleiben. |
| Neben
der physischen Verletzung, die sie ihm zufügten,
beraubten sie ihn auch noch: →
Sh
19.000 und ein Handy im Wert von Sh 14.000. |
| "Wie
um seiner Verletzung noch eine Beleidigung hinzuzufügen,
benutzten sie sein Fahrzeug, um ihre Beute ins Unterholz
zu transportieren, ca. 24 km vom Stadtzentrum entfernt.
Auf dem Weg lachten die Gauner ob ihres erfolgreichen
Überfalls und dankten Gott für seine ‚Großzügigkeit'". |
| Erst
nach 1 Uhr nachts sei die Familie befreit worden. |
| "Wir
sahen ein schwaches Licht, dass von einem nahe gelegenen
Haus herüberdrang und näher kam, um Beistand
zu leisten. Meine Angst war, wie würde ich
ins Hospital kommen", wird Ondieki zitiert. |
| Der
Hauseigentümer, ein Priester, sei sehr hilfsbereit
gewesen, als er seine blutdurchtränkte Kleidung
bemerkt habe. Er habe unverzüglich die Polizei
gerufen und Erste Hilfe geleistet, um die starke
Blutung der frischen Wunde zu stoppen. |
| Die
Polizei sei umgehend eingetroffen und habe veranlasst,
dass er zum Moi Teaching and Referral Hospital gebracht
wurde, wo er für einen Monat einer intensiven
Behandlung unterzogen worden sei. |
| Die
10 Monate nach seiner Entlassung, erinnere sich
Ondieki, gehörten zu den peinigendsten Momenten
seines Lebens. Die Operation schien falsch gelaufen
zu sein und sein Magen sei angeschwollen. "Er musste
Kleidung in Übergröße kaufen, um
den vorstehenden Bauch zu verhüllen". |
| Wie
das Schicksal so spiele, sei eines Tages ein Arzt
aus den USA, der zu Besuch war, an seiner Werkstatt
vorbeigekommen und habe angehalten, um Aufnahmen
von den Särgen zu machen. |
| Der
Arzt habe den eigenartig angeschwollenen Unterleib
bemerkt und sich nach der Ursache erkundigt. |
| Der
Mann habe sich als Dr. Mathews, Chirurg an der Indiana
University, vorgestellt und habe versprochen, eine
Korrekturoperation an ihm vorzunehmen. |
| Er
habe sein Wort gehalten, sei im vergangenen Mai
ins Land zurückgekommen und habe die Operation
durchgeführt, indem er ein Plastikteil in seinen
Unterleib eingesetzt habe, um die Schwellung zu
stoppen. |
| "Ich
war außer mir vor Glück. Es war wie ein
Wunder, und ich konnte es nicht fassen, als der
Arzt zurückkehrte, um die Korrekturoperation
im Moi Referral Hospital vorzunehmen. Es war ein
Erfolg", wird Ondieki abermals zitiert. |
| Der
Arzt habe Polymer in seinen Bauch eingesetzt, um
die Schwellung zu reduzieren, erzählt er und
er fühle sich besser. Aber er müsse mit
einigen Schmerzen kämpfen und lebe mit Schmerzmitteln. |
| Das
Leben mit dem Plastik in seinem Bauch sei weniger
schmerzvoll, als die beständigen Schikanen
durch die städtischen Askaris. |
| Seit
22 Jahren sei er im Sargmachergeschäft und
er wolle trotz der sich ihm entgegen stellenden
Widerstände nicht aufgeben. |
| Der
Standard-Autor beschließt seinen Bericht
mit der lakonischen anmutenden und unkommentierten
Feststellung:"Dreimal dieses Jahr haben die Askaris
seine Werkstatt demoliert und sein Eigentum konfisziert."
·
(The
Standard Kenya, ÜE:
J.K.) |
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| Weitere
Artikel zu Kenia in der Afrika-Chronik |
The Standard, Versorgungskrise infolge der gewalttätigen
Auseinandersetzungen nach den Wahlen, 2008 |
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infolge gewalttätiger Auseinandersetzungen nach den
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Kenya Times, Todesopfer nach Zusammenstößen rivalisierender
Gemeinden, 2007 |
Kenya Times, Statistische Befragung von 2.400 Frauen zum
Thema Sexualität, 2007 |
KBC, Todesurteil wegen Raub und Misshandlung im Fall Ngugi
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The Standard, Über den niedrigen Entwicklungsstand
Kenias, 2006 |
The Standard, Über die korrupteste Institution in Kenia,
2005 |
Kenya Times, Über die Attacke auf den kenianischen
Schriftsteller Ngugi wa Thiong'o und seine Frau, 2004 |
Kenya Times, Friedensnobelpreis 2004 für Wangari Maathai,
2004 |
Kenya Times, Über Ngugis Mundarttheorie, 2004 |
Daily Nation, Über illegale Handlungen der Studenten
an Kenias Hochschulen, 2003 |
Daily Nation, Reaktion auf den Mord an Ausschussvorsitzenden,
2003 |
Daily Nation, Über das Analphabetentum in Kenia, 2003 |
Daily Nation, Über die Prügelstrafe an Kenias
Schulen, 2001 |
The East African, Über die Moi-Biographie v. Andrew
Morton, 1999 |
Daily Nation, Über Ngugi wa Thiong'os Kamirithu-Theatergemeinschaft,
1999 |
Daily Nation, Publikations- und Verbotsgeschicht des Romans
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Artikel zu → Schwarzafrika
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