|
|
|
.
|
|
CHRONIK
|
|
2
0 0 7_1 . Q u a r t a l
|
| |
Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
|
|
von
innen und außen
|
| |
|
|
mit
aktuellen Hinweisen zum Literaturbetrieb |
|
|
Stand:
30.06.09
|
| . |
|
|
|
···············································································
|
|
|
| . |
2007 |
Januar
bis März |
| |
2007 |
"Wir
wurden des Landes beraubt"
titelt Luqman Cloete in der Rubrik Lokalnachrichten der englischsprachigen
Tageszeitung The Namibian:
Vor zwei Wochen wurde beim hunderjährigen Festival in Heriaxabes
aus dem Bondelswarts-Klan, einem Zweig des Stamms der Nama im
Süden des Landes, der Vorwurf laut, den Vorfahren des Klans
sei in der Umgegend Land in einer Größenordnung von 180.000
ha gestohlen worden; gleichzeitig wurde die Rückgabe gefordert.
→
mehr
dazu
· (Namibian,
ÜE:
J.K.) |
| |
2007 |
Aus Hargeisa, der Hauptstadt des quasi unabhängigen → Somaliland
innerhalb der Republik →
Somalia
berichtet die dortige Times in eigener Sache von der Arretierung
zweier Redakteure.
→ mehr dazu
·
(Somaliland Times,
ÜE:
J.K.)
|
| |
2007 |
Theater in →
Tunesien
inszeniert Rilkes Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
"Das
Universum des R. M. Rilke in Arabisch und in Französisch",
heißt es in der Ankündigung des Stücks in der französischspr.
tunesischen Tageszeitung La Presse. Das Theater l'Etoile
du nord in Tunis feiere zu Beginn des Jahres den deutschen
Schriftsteller Rainer Maria Rilke. Die Aufzeichnungen des Malte
Laurids Brigge, ein Werk, das sich auf tatsächlich Erlebtes
des Dichters stütze, sei mittels einer Korrespondenz zwischen
1903 und 1910 umgesetzt worden. Sonia Zarag Ayouna habe sich
doppelt verdient gemacht, einmal indem sie das Werk in Dialektarabisch
übersetzte und zum Anderen indem sie es für das Theater
inszenierte. Eine Herausforderung die sie angenommen und bewältigt
habe.
Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge rufen das
Paris des ausgehenden 19. Jh's wach sowie die Begegnung von
Rilke mit Rodin, "der einen großen Einfluss auf den Dichter
ausübte durch Themen, die ihm wertvoll waren und die man
in seinem gesamten uvre wiederfinden wird: der Tod, das
Elend und die Angst". Als bezeugender Zuschauer habe Rodin sich
das Vertrauen des jungen Rilke verdient, "eine unerlässliche
Präsenz, um Rilkes Wort zu übermitteln, sodass es uns erreichen
konnte". In der Übersetzung und Inszenierung von Sonia Zarg
Ayouna und mit dem Bühnenbild von Noureddine El Ati werde
das Stück im Theater l'Etoile du nord aufgeführt,
in Dialektarabisch am 8., 9., 10., 22., 23. und 24. Januar und
am 15., 16., 17., 29., 30. und 31. Januar in Französisch. ·
(LaPresse, Tun, ÜF:
J.K.)
40. Geburtstag des Schriftstellers und Juristen Benjamin Kwakye
aus →
Ghana.
Im vergangenen Jahr erhielt er bereits den zweiten Commonwealth
Writers Prize. Prämiert wurde sein 2005 erschienener
Roman The Sun by Night (Die Sonne in der Nacht) in der
Region Afrika. Bereits 1999 wurde er für sein Romandebut
The Clothes of Nakedness (Die Kleidung der Nacktheit)
mit dem Commonwealth Writers Prize für das beste
Erstlingswerk in der Region Afrika ausgezeichnet. |
| |
|
75.
Geburtstag des in Conakry geborenen guineischen Schriftstellers
und Historikers Djibril Tamsir Niane.
Als Historiker widmete er sich der Geschichte der Mande-Ethnie,
insbesondere dem Reich Mali.
Mitarbeit an der von der UNESCO herausgegebenen großen afrikanischen
Geschichte Histoire générale de l'Afrique, gemeinsam
mit Joseph Ki-Zerbo aus → Burkina
Faso.
Biblio:
Soundjata ou l'épopée mandingue (1960; Soundjata. Ein Mandingo-Epos.
Leipzig 1987).
Histoire de l'Afrique occidentale (1961), gemeinsam mit Jean Suret-Canale.
|
| |
2007 |
"Bagdad
ist in Dunkelheit gehüllt"
Unter diesem Titel berichtet Ali al-Mawsawi für die irakische
Tageszeitung Az-Zaman von andauernden Stromausfällen
im → Irak.
"Es gibt keine Elektrizität in Bagdad", stellt der Autor fest
"und die Stadt von nahezu 6 Mio. Einwohnern verbringt ihre Nächte
in totaler Finsternis."
Der Minister für Elektrizität führe den Stromausfall
auf Sabotageakte zurück, die nach Bagdad führende
Stromleitungen beschädigten.
Nahezu vier Jahre nach der US-Invasion, heißt es nahezu hämisch
in dem Bericht weiter, habe das Land "immer noch weniger Elektrizität
als unter dem vormaligen Führer Saddam Hussein, der im
letzten Monat exekutiert wurde.
Nicht nur Bagdad sei in Dunkelheit gehüllt, das nationale
Versorgungsnetz sei so "wackelig, dass keine Provinz des Landes
eine ununterbrochene Versorgung genießt".
Laut einer Quelle des Ministeriums seien die nach Bagdad führenden
Elektrizitätsleitungen sabotiert worden und Techniker bemühten
sich, den Schaden zu beheben.
"Aber unter normalen Umständen", heißt es in dem Bericht weiter,
sei das Stromnetz in Bagdad 20 Stunden täglich außer Funktion.
Der Stromausfall ereigne sich während von U.S.-Truppen unterstützte
irakische Streitkräfte gegen anti-U.S.-Rebellen in den Straßen
vorgingen, "nur einen Steinwurf entfernt von der schwer bewachten
Grünen Zone, wo sich die Hauptquartiere der Amerikaner
und der irakischen Regierung befinden". ·
(AzZaman,
ÜE:
J.K.) |
| |
2007 |
"Kinder
bei Childline sexuell missbraucht?",
überschreibt Reuben Pitse seinen Artikel für die englischspr.
Wochenzeitung The Botswana Gazette.
Eine Gruppe von Kindern, die im Childline-Zentrum in Gaborone
untergebracht waren, so der Autor, sei ins Hospital gebracht worden,
wo sie, nachdem sie angeblich sexuell missbraucht worden waren,
psychologisch
betreut wurden.
→ mehr dazu
·
(
→
Botswana
Gazette, ÜE:
J.K.)
|
| |
2007 |
"Häuptling beschuldigt Illovo, Überschwemmung verursacht
zu haben"
→
"Paramount
Chief" Lundu vom Shire Valley-Bezirk, Chikwawa, konkretisieren
die beiden Autoren Jacob Jimu und Rabecca Theu für die malawische
Tageszeitung The Nation, habe am Freitag die Zucker-Gesellschaft
Illovo beschuldigt für die Überschwemmungen, die sich fast
in jeder Regenzeit ereigneten, verantwortlich zu sein.
→ mehr dazu
·(→
Malawi
Nation, ÜE:
J.K.) |
| |
2007 |
"Das
FXI im Widerspruch zum SABC"
Die
englischsprachige südafrikanische Tageszeitung Mail & Guardian
bezieht sich in ihrer Meldung über die Vorwürfe des Instituts
für freie Meinungsäußerung (The Freedom of Expression
Institute, FXI) gegen die nationale Rundfunkgesellschaft SABC
(South African Broadcasting Corporation) auf die Nachrichtenagentur
SAPA (South African Press Association's).
Bei einem Protestzug zu den Büros der Rundfunkgesellschaft
SABC hätten die Mitglieder des FXI-Instituts Transparenz und Verantwortlichkeit
von dieser gefordert.
→ mehr dazu
· (Mail
& Guardian, ÜE:
J.K.)
|
zeit
|
los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
|
| |
2007 |
Vom
"Ende
der Ruhe" berichtet
Mohamed El-Sayed für die englischsprachige Wochenzeitung Al-Ahram
Weekly, vornehmlich aus Shebin Al-Kom, aber auch aus anderen
Gegenden → Ägyptens.
Eine
Welle "von beispiellosen Streiks durch aufgebrachte Arbeiter"
sei in der vergangenen Woche über das Land geschwappt.
→ mehr dazu
· (Al-Ahram,
ÜE:
J.K.) |
| |
2007 |
In
der englischsprachigen Tageszeitung Kenya Times stellt
Mwangi Muiruri die Frage:
"Haben
Sie je Sex gehabt?"
Es
herrsche zügellose Promiskuität, beginnt Muiruri seinen Bericht,
nachdem er mit seiner provokanten Frage die Aufmerksamkeit der
Leser erregt hat, dies zeige eine kürzlich veröffentlichte Erhebung.
→
mehr
dazu · (Kenya Times,
ÜE:
J.K.) |
| 13.
Februar |
2007 |
Die aktuelle Ausgabe des wöchentlich - auch im Internet -
publizierten, burundischen Regierungbulletins Bulletin d'informations
des Institutions Nr. 010 trägt - wie üblich - Staatsflagge-
und wappen - Löwenkopf, dahinter drei Speere darunter der
geschwungene Schriftzug "Einheit ·
Arbeit · Fortschritt"
- und ist überschrieben mit "Burundi. pas à pas"
(→ Burundi.
Schritt für Schritt).
Seitlich des Titelfotos prangt der senkrechte Schriftzug "Sommaire"
(Zusammenfassung). Das große seitenbreite Foto zeigt auf
einem Feld arbeitende Uniformierte, zwei in grün gekleidete
Soldaten und zwei blau uniformierte Polizisten, letztere tragen
Waffen auf dem Rücken. Darunter in weißer Schrift auf
kräftig-grünem Grund: "Der Krieg ist vorbei. Die
Militärs und die Polizisten sind in die Entwicklungsarbeit
eingespannt. Auf dem Foto sieht man Polizisten und Militärs
beim Pflanzen von Bäumen in der Provinz Ngozi".
Darunter sind kleinere Fotos zu sehen, u. a. der Präsident
der Republik, gekleidet in einem Trainingsanzug einer bekannten
Marke, gestützt auf eine Harke, darunter die rhetorische
Frage "Die Gemeinschaftsarbeit aufgeben?".
Auf der zweiten Seite wird diese Frage beantwortet: Neben einem
vergrößerten Foto, das den Präsidenten wie oben
zeigt, steht zu lesen:
"Die Gemeinschaftsarbeiten sind ein großes Sprungbrett
in Richtung nationale Versöhnung. Wenn mehrere Personen von
unterschiedlichem Rang sich angesichts wechselnder Aufgaben jede
Woche wiedertreffen, dann hilft das bestimmten Verkrampfungen
Einhalt zu gebieten (...) [Auslassung im Original, J.K.]. Ich
selbst finde mich jeden Samstag unter alten Kameraden wieder und
ich gewinne neue Freunde".·
(Vgl.
Burundi. Bulletin
d'informations des Institutions, ÜF:
J.K.) |
| |
2007 |
"Republik
& Patriotismus"
Unter diesem Titel bringt die französischsprachige guineische
Tageszeitung Le Jour das "Billet N° 3",
den dritten Teil einer Reihe von Beiträgen des einheimischen
Schriftstellers Bali De Yeimbérein. Vor dem Hintergrund
der Geschehnisse in den Vormonaten Januar und Februar****
hat sich diese Streitschrift die nationalen Sicherheitskräfte,
insbesondere die Armee, zur Zielscheibe erkoren.
→
mehr
dazu · (Le
Jour, Guinea,
ÜF:
J.K.) |
|
12. März |
2007 |
The New Times aus →
Ruanda berichtet:
"50.000 Sparbirnen kommen
diese Woche an"
Die Verteilung von kostenlosen Energiesparlampen sei nach der
Ankunft einer ersten Lieferung von ca. 50.000 Stück für diese
Woche angesetzt.
→
mehr
dazu · (New
Times, Rwanda,
ÜE:
J.K.) |
| 16.
März |
2007 |
Die frz.-sprachige malische Tageszeitung Les Echos gedenkt
des 18. Jahrestags ihrer Gründung sowie des 27. Todestags
des Studentenführers Abdoul Karim Camara, bekannt als Cabral,
Generalsekretär der l’Union nationale des élèves et étudiants
du Mali (Nationale Union der Schüler und Studenten Malis,
UNEEM), der am 17. März 1980 ermordet worden war.
"Wir werden niemals ermüden, es zu wiederholen: Die
Wahl dieses (Gründungs-)Datums beruht auf der Übereinstimmung
der Ideale unserer Zeitung mit denen von Cabral und seiner Gefährten."
Die Zeitung, schreibt der mit dem Kürzel "A.K."
zeichnende Autor weiter, habe diesen Tag gewählt, um gegen
Ungerechtigkeit, Schikanen und Veruntreuung zu kämpfen. "Gegen
alle Diktaturen, jene von gestern und von heute, für die Förderung
der Grundrechte des Menschen, für ein solidarisches →
Mali, die Zeitung Les Echos
kämpft."
Die Monologe von gestern und von heute seien ebenfalls im Visier.
Der Tag repräsentiere die Verteidigung der Grundsätze der
Werte der Republik, der Demokratie und der Gründerideale vom 26.
März**. Dieser Kampf
richte sich gegen bestimmte Praktiken und Regelverstöße,
nicht gegen Personen. Er begründe die Zeitung.
Für diesen Kampf werde Jamana***
und darüber hinaus die Zeitung Les Echos den Preis
zahlen, dessen es bedarf. "Weder werden wir uns durch Drohungen,
noch durch Einschüchterungen, Ausschlüsse oder Erpressungen verleiten
lassen, auf unsere Daseinsberechtigung zu verzichten. Denn, um
den Weisen Kocc Barma aus →
Senegal zu paraphrasieren:
"Man tötet uns, aber man bringt uns nicht dazu, uns zu verleugnen".
· (Les Echos, ÜF:
J.K.) |
| 21.
März |
2007 |
Der
in Ksour Essef, →
Tunesien, geborene Autor
Youssef Rzouga wird 50 Jahre alt. Zu dem Werk des v.a. als Lyriker
bekannt gewordenen Rzouga zählen auch die Romane L'archipel
(1986) und Un monde à part.
Als Lyriker, der sowohl in arabischer als auch in französischer
Sprache schreibt, gilt er als Wegbereiter eines "occirientalen
Rhythmus", der Einführung der arabischen Metrik in die
französische Poesie. |
| |
2007 |
"Sambischer
Schriftsteller präsentiert Buch mit dem Titel African
folk stories",
wird ein Kurzbericht im englischsprachigen Online-Service von
Xinhua überschrieben, der Nachrichtenagentur der
Volksrepublik China, die aus Lusaka berichet.
Ein sambischer Schriftsteller habe am Mittwoch sein jüngst
veröffentlichtes Buch präsentiert, Nomads: Tales
from Africa, welches Volksgeschichten erzähle, die in
den ländlichen Gegenden
→
Sambias
weithin bekannt seien.
Morgan Chipopu, Autor des Buches, gab während der Präsentation
an, das Buch beschreibe "den wahren Geist der Afrikaner im
Allgemeinen und der Sambier im Besonderen".
Die Erzählungen im Buch seien nicht nur unterhaltend, sondern
deuteten auf eine allgemeine, menschliche Kulturlandschaft, die
sämtliche globale Erfahrung transzendiere.
Der Autor hoffe, dass die Veröffentlichung des 66-seitigen
Buches dazu beitragen könne, die Lesekultur des Landes, welche
sich am Rande des Aussterbens befinde, wiederzubeleben.
Einstweilen appelliere Chipopu an die Regierung, den einheimischen
Schriftstellern mehr Unterstützung zukommen zu lassen, damit
sie mehr Werke für die sambischen Leser schaffen könnten.
· (Xinhua,
ÜE:
J.K.). |
| 29.
März |
2007 |
60. Geburtstag des algerischen Lyrikers und Schriftstellers Habib
Tengour.
Gegenwärtig beschäftigt sich der Soziologe Tengour mit
dem Thema alternder Migranten und weilt als Stipendiat der Villa
Waldberta für zwei Monate am Starnberger See. Dem deutschsprachigen
Publikum ist er durch seinen im Jahre 2004 veröffentlichten
Roman Der Fisch des Moses bekannt geworden, in dem es um
drei junge Algerier geht, die in Afghanistan gegen die Sowjets
gekämpft haben und anschließend getrennte Wege gehen, wie
auch ihre Motive für den Kampf völlig unterschiedlich
waren. |
| . |
. |
|
| . |
. |
Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
** Am 26. März im Jahre 1991 wurde
nach Unruhen das Regime des Moussa Traoré gestürzt, seitdem
wird dieses Tages als "Tag der Märtyrer" gedacht.
*** kulturelle Dachorganisation
**** Hintergrund ist die massive Unterdrückung
des von den Gewerkschaften initierten Generalstreiks im Januar
und Februar 2007, der die Absetzung des umstrittenen Präsidenten
General Lansana Conté zum Ziel hatte. Mind. hundert Menschen
sind bei den Auseinandersetzungen erschossen worden.
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
| . |
. |
Quellen
|
| . |
. |
Sach-
und Personenregister |
| |
|
···············································································
|
|
|
|