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CHRONIK
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0 0 7_4 . Q u a r t a l
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Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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mit
aktuellen Hinweisen zum Literaturbetrieb |
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Stand:
22.02.08
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2007 |
Oktober - Dezember |
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Oktober |
2007 |
In
Brüssel wird der im →
Kongo (Brazzaville)
geborene und in Berlin lebende Schriftsteller Wilfried N'Sondé
der mit € 10.000 dotierte Prix des cinq continents de la Francophonie
2007 für seinen Romanerstling Le Coeur des enfants léopards
(Das Herz der Leopardenjungen) überreicht. |
| 13.
Oktober |
2007 |
Der in Kafanchan,
→ Nigeria,
geborene Autor Biyi Bandele-Thomas wird 40 Jahre alt.
Das vielseitige Talent veröffentlichte zahlreiche Bücher
- Theaterstücke, Romane sowie Lyrik - . In Deutschland bekannt
geworden ist der Autor mit seinen beiden Romanen Bozo David
Hurensohn und Kerosin Mangos, wovon der letztere als
das reifere Werk gilt. Zuletzt erschien mit The Street,
1999, sein dritter Roman, "ein surrealer und pikaresker Fischzug
durch die sonderbaren und wundervollen Straßen von Brixton"
und im selben Jahr eine Adaption des Romans Oroonoko v.
Aphra Behn (1640-1689), der von einem Sklaven in Suriname handelt.
Im brit. Independent hieß es dazu: Bandele-Thomas'
Oroonoko enthält "politische Empörung, aber
auch einen erfrischenden Mangel an politischer Korrektheit." |
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2007 |
In Berlin stirbt der Dichter, Erzähler und Übersetzer
Sargon Boulus.
1944 am See Al-Habbaniya, in der Nähe von Bagdad geboren, ging
der Sohn einer assyrisch-christlichen Familie
Ende der 60er Jahre ins Exil nach Beirut und Damaskus. Später
landete er in New York und San Francisco, wo er sich den Dichtern
der Beat-Generation um Allen Ginsberg anschloss, deren Werke er
zum Teil ins Arabische übertrug.
"Die arabische Sprache hat tatsächlich diese Magie,
sagte er einst der Interviewerin Margaret Obank für das Magazin
Banipal, "und hat sie sich dir einmal offenbart, bist
du gefangen". Margaret Obank beschreibt ihn in ihrem
Nachruf als einen von der Dichtung geradezu Besessenen.
Zuletzt lebte Sargon Boulus in San Francisco, →
Marokko
und Berlin.
Von seinen diversen Gedichtsammlungen erschien als zweisprachige
Ausgabe:
Zeugen am Ufer (deutsch/arabisch).
Ebenfalls zweisprachig seine Erzählungen:
Ein unbewohnter Raum (deutsch/arabisch). |
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2007 |
"Eine
neue Gedichtsammlung von Jean-Baptist Tati Loutard",
kündigt ein nicht genannter Autor in der frz.-sprachigen
kongolesischen Zeitung Les dépêches de Brazzaville an.
→
mehr
dazu
·
(Les dépêches de Brazzaville, ÜF:
J.K.) |
| 30.
Oktober |
2007 |
"Nach
der Ermordung einer Gymnasiastin: Die Bevölkerung von Ngane
Saër und Ngane Alassane ging auf die Straße",
heißt es in einem Artikel von M. Sagne für die frz.-sprachige
senegalesische Tageszeitung Le Soleil. →
mehr
dazu
·
(Le Soleil, ÜF:
J.K.) |
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2007 |
"Angelegenheiten
des Urteilsvermögens",
überschreibt Mona El-Nahhas ihren Artikel für die halbamtliche
ägyptische Zeitung Al-Ahram. Mit seiner letzten Fatwa,
die immer noch im Fokus der Kontroverse stehe, scheine der Scheich
der Al-Azhar-Universität entschlossen, damit fortzufahren, die
Öffentlichkeit zu schockieren ...
→ mehr dazu
· (Al-Ahram,
ÜE:
J.K.)
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| 4.
November |
2007 |
Im
Alter von 86 Jahren stirbt der nigerianische Schriftsteller Cyprian
Ekwensi in Enugu.
Ekwensi hat über 40 Bücher veröffentlicht, Romane,
Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher. Mit der Erzählung
When Love Whispers, die er in kleinen Heftchen auf dem
Onitsha Markt vertrieb, begründete er 1947 die sog. Onitsha
Market Literature. Sein bekanntestes Buch ist der 1961 veröffentlichte
Roman Jagua Nana. |
zeit
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los |
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
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| 7.-14.
November |
2007 |
In
der südkoreanischen Stadt Jeonju findet das Asia Africa
Literature Festival (AALF) statt.
Vom Veranstalter als Teilnehmer werden u.a. genannt: aus → Ghana
der Lyriker Kofi Anyidoho, der ruandisch-kanadische Autor Benjamin
Sehene, der kongolesische Schriftsteller Emmanuel B. Dongala,
der togoische Autor und Regisseur Kangni Alem, die ivorischen
Autorinnen Fatou Keïta und Veronique Tadjo, der nigerianische
Schriftsteller und Dramatiker Femi Osofisan, aus →
Sierra
Leone →
Syl
Cheney-Coker,
→
Lewis
Nkosi aus →
Südafrika,
der guinesische Schriftsteller Tierno Monenembo, die senegalesische
Autorin Ken Bugul, der chinesische Romancier Mo Yan, → Nawal El Saadawi,
Salwa Bakr und Sonallah Ibrahim aus → Ägypten,
der irakische Romancier Ali Bader, der palästinensische Lyriker
→ Mahmoud Darwish
sowie der jordanische Journalist und Schriftsteller Fakhri Saleh,
der nach dem Ereignis einen zusammenfassenden Bericht vorlegen
wird:
Nach dem Hinweis auf eine Vorkonfernz, die im September statt
gefunden hatte, schreibt er weiter: "Nun sollen dem literarischen
Austausch zwischen Afrika und Asien neue Horizonte geöffnet werden.
Dieser Aufbruchsgeist kam in der 'Erklärung von Jeonju' klar zum
Ausdruck, die von über dreihundert Schriftstellerinnen und Schriftstellern
aus verschiedenen Kulturkreisen anlässlich des im November abgehaltenen
Literaturfestivals aufgesetzt und unterzeichnet wurde. Die Teilnehmer
strichen die Bedeutung einer 'direkten Zusammenarbeit zwischen
asiatischen und afrikanischen Schriftstellern ohne westliche Mediation
und Intervention' hervor". Vgl. Fakhri Saleh: Asien trifft
Afrika – eine neue «kulturelle Weltordnung»?, in: NZZ v. 07.01.08 |
| 23.
November |
2007 |
Vor
50 Jahren starb in New York City der libanesische Dichter und
Journalist Ilija Abu Madi. Er lebte vorwiegend in den
USA; 1929 gründete er die Zeitschrift As-Samir (Der
abendländische Gesprächspartner). |
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4. Dezember |
2007 |
In zahlreichen Tageszeitungen in Afrika und Europa erscheint ein
von prominenten afrikanischen und europäischen Autoren unterzeichneter
Offener Brief, in dem es heißt:
"In einigen Tagen werden sich Staatschefs aus Afrika und
Europa in Portugal treffen, um Angelegenheiten zu besprechen,
die die beiden Kontinente verbinden, deren Geschichten, ob gut
oder schlecht, seit Jahrhunderten verwoben sind. Dies stellt eine
historische Gelegenheit dar, eine neue Ära einzuläuten,
die sich auf gemeinsame Werte gründet, und eine ehrliche
Freundschaft zu beginnen, in der man einander unterstützt
und voneinander lernt.
Dieses aber wird unmöglich, wenn das Gipfeltreffen davor
zurückscheut, zwei der schlimmsten humanitären Krisen dieser
Welt zu thematisieren: →
Simbabwe
und Darfur. Trotz der gemeinsamen Verantwortung Europas und Afrikas,
solche Krisen anzugehen, steht keine von beiden auf der Tagesordnung.
Es wurde keine Zeit für die formelle oder informelle Diskussion
dieser Themen eingeplant.
Was kann man zu dieser politischen Feigheit sagen? ..."
Unterzeichnet ist der Offene Brief von
→
Chimamanda
Ngozi Adichie, →
John
M. Coetzee,
Mia Couto, Roddy Doyle, Dario Fo, José Gil, →
Nadine
Gordimer,
Günter Grass, Jürgen Habermas, Václav Havel, Goretti Kyomuhendo,
→ Ben
Okri, Franca Rame, Tom Stoppard, →
Gillian
Slovo, → Wole Soyinka,
Colm Toibin. |
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2007 |
"Gefangener
Junge in Selbstmordgefahr"
Für die englischsprachige namibische Tageszeitung The
Namibian berichtet Werner Menges vom derzeit jüngsten
Gefangenen in "Namibias Gefangenensystem". Er stehe nun unter
medizinischer Beobachtung, nachdem er am vergangenen Donnerstag
einen Selbstmordversuch unternommen habe. → mehr dazu
· (The
Namibian,
ÜE:
J.K.) |
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |
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