Literatur
DIE MARABOUT-SEITE
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AFRIKA-CHRONIK
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Quelle:
The Arusha Times (tansanische Wochenzeitung, Arusha Times)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©

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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
5. Mai 2007
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Tansania ·  
"Mädchen (15) ist nach erzwungener Heirat mit einem 55jährigen, pensionierten Lehrer schwanger",
  heißt es auf der Titelseite der englischsprachigen, tansanischen Wochenzeitung The Arusha Times.
Ein 15jähriges Mädchen aus Arash im Distrikt Ngorongoro, das Edward Selasini, der Verfasser des Berichts, - anstelle ihres wirklichen Namens - Mary nennt, das im vergangenen Jahr die Primärbildung abgeschlossen habe, könne nicht mit der Sekundarbildung beginnen, da es hochschwanger sei, nachdem es gezwungen worden war, einen 55jährigen Mann zu heiraten.
"Nicht nur ist der Mann, den zu heiraten sie gezwungen wurde, 40 Jahre älter als sie, sondern gleichzeitig ein früherer Lehrer der Grundschule, die auch Mary besuchte."
Mary habe Jowika Kasunga, dem District Commissioner von Ngorongoro, in der vergangenen Woche während der Gedenkwoche Gobal Week for Action in Digo Digo erzählt, sie sei jetzt im fünften Monat schwanger, nachdem sie gezwungen worden war, den Mann zu heiraten und die "illegale und brutale Heirat" anschließend zu vollziehen.
Weinend habe Mary erzählt, sie sei eine von zwei SchülerInnen gewesen, die im vergangenen Jahr nach erfolgreicher Primärschulprüfung ausgewählt worden waren, die weiterführende Schule in Digo Digo zu besuchen, aber ihr Wunsch nach weiterer Bildung sei "vereitelt" worden, als sie verheiratet wurde. Mary sei nur sechs Tage bei dem alten Mann geblieben, aber das habe genügt, sie zu schwängern.
"Mein Traum ist es immer gewesen", wird Mary wörtlich zitiert, "eine gute Bildung zu erlangen, aber dies wurde durch meinen Vater zerstört, der mich gezwungen hat, diesen alten Mann zu heiraten".
Mary sei auf der Flucht vor ihrem zwangsverheirateten Mann seit zwei Tagen in der Wildnis gewesen, ohne Essen und den wilden Tieren trotzend, bis sie im Januar dieses Jahres Paulina Tipap, eine Menschenrechtsaktivistin, die in einer NGO namens Laramatak Development Organisation (LADO) arbeite, getroffen habe.
Nach der Rettung der völlig heruntergekommenen Mary sei diese in ein lokales Hospital gebracht worden, wo sie medizinisch betreut worden sei. "Die Sache hätte schlimmer stehen können, einzig die Tatsache, dass sie nicht mit dem fürchterlichen HIV-Virus infiziert worden ist, ist ermutigend."
Trotz der Schwangerschaft, so Mary zur Arusha Times, habe sie immer noch den Wunsch, ihre Bildung fortzusetzen, um sich in dem Kampf gegen veraltete Traditionen, wie der Verheiratung von Mädchen im frühen Alter, engagieren zu können.
Der District Commissioner, heißt es in dem Bericht weiter, prangere den Brauch an, jungen Massai-Mädchen ihre fundamentalen Menschenrechte zu verweigern und versprach an vorderster Front für Kinder- und Frauenrechte im Distrikt zu kämpfen. In einer von ihm organisierten Spendenaktion seien TSh 60.700 gesammelt worden, "um Mary zu helfen, deren Zukunft bereits gefährdet wurde". Es folgt ein Spendenaufruf, um Mary zu einem normalen Leben zu verhelfen.
Marys Vater, Ole Kaipai, befinde sich derzeit auf der Flucht und werde von der Polizei gejagt, während Uka, der Mary für sechs Tage eingesperrt gehalten hatte, verhaftet, vor dem Loliondo-Gericht angeklagt und auf Kaution frei gelassen worden sei.
"In den nomadisierenden Stämmen im Norden Tansanias sind Zwangsehen", stellt der Autor Edward Selasini abschließend fest, "trotz Anstrengungen von Regierung, NGO's und religiösen Einrichtungen, diese Praxis zu bekämpfen, immer noch Brauch". · (Arusha Times, ÜE: J.K.)
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