Literatur
DIE MARABOUT-SEITE
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AFRIKA-CHRONIK
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Quelle:
Quotidien d'Oran (algerische Tageszeitung)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem Französischen: Janko Kozmus ©

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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
6. Mai 2007
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Algerien ·  
"Familie seit über einem Monat auf der Straße",
heißt es in der französischsprachigen algerischen Tageszeitung Le Quotidien d'Oran. Über einen Monat nach ihrer Ausweisung aus der Wohnung, die sie einen Tag nach der Unabhängigkeit mit ihrem inzwischen verstorbenen Vater besetzt hatten, befinde sich die Familie Bouloum immer noch auf der Straße. Am Westeingang der Stadt lenkten die auf dem Bürgersteig gestapelten persönlichen Sachen der Familie die Aufmerksamkeit auch des zerstreutesten Besuchers auf sich. Und es zeige sich noch keine Lösung am Horizont für diese Familie, die nach über zehn Jahren Gerichtsschlacht obdachlos geworden sei.
Über das administrative Wirwarr hinaus, dass diese Affäre umgebe, bilde sie in dieser sehr frequentierten Verkehrsader einen erschütternden Rahmen in einem Moment, wo die politischen Parteien sich daran machten, eine konsternierte und gleichgültige Wählerschaft zu umwerben. "Die ausgewiesene Familie, die wir kontaktierten, bestätigte, dass ,seit sie auf die Straße gesetzt wurde', kein Verantwortlicher geruhte, sie zu sehen und sei es nur, um ihr Hoffnung auf eine eventuelle Lösung in Aussicht zu stellen". Der Gemeindevertreter und die gewählten Autoritäten ziehen sich nach Aussage unserer Gesprächspartner in ein schwer nachzuvollziehendes Schweigen zurück.
Gegenwärtig befinde sich die Familie in einer verzweifelten Situation ungeachtet der Solidarität der Nachbarn, die die Frauen und die Kinder in den Nächten und bei Schlechtwetter beherbergten, eine Solidarität, die in den Augen der "Vergessenen" brüchig werden könne, sagt man doch "die Geduld der guten Seelen hat Grenzen".
Als Unterstützung seien die ausgewiesenen Familien im Besitz einiger hundert Unterschriften von Bürgern, die "ihre Solidarität ausdrücken und zu einer dringenden Lösung aufrufen".
"Die Familienoberhäupter haben uns mitgeteilt", heißt es abschließend, "den dringlichen Wunsch zu haben, von den wahren Verantwortlichen des Bezirks angehört zu werden". · (Quotidien d'Oran, Algerie, ÜF: J.K.)
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