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Quelle:
Le
Jour, französischspr. guineische Tageszeitung (Le Jour,
Guinea)
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
** Hintergrund ist die massive Unterdrückung
des von den Gewerkschaften initierten Generalstreiks im Januar und
Februar 2007, der die Absetzung des umstrittenen Präsidenten General
Lansana Conté zum Ziel hatte. Mind. hundert Menschen sind bei den
Auseinandersetzungen erschossen worden.
***Vermutlich eine Anspielung auf den
Präsidenten Amadou Toumani Touré von → Mali,
der in dieser Region oft nur "(General) ATT" genannt wird. Er war
vor den Wahlen 2002 aus der Armee ausgetreten und zum Präsidenten
gewählt worden. (Wiederwahl im April 2007).
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem
Französischen: Janko Kozmus © |
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CHRONIK
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Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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· Die
MARABOUT-SEITE zitiert aus Guinea ·
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"Republik
& Patriotismus" |
| Unter
diesem Titel bringt die französischsprachige guineische
Tageszeitung Le Jour das "Billet
N° 3", den dritten Teil einer Reihe von Beiträgen
des einheimischen Schriftstellers Bali De Yeimbérein.
Vor dem Hintergrund der Geschehnisse in den
Vormonaten Januar
und Februar** hat sich
diese Streitschrift die nationalen Sicherheitskräfte,
insbesondere die Armee, zur Zielscheibe erkoren. |
| "Wir
wohnen einem für das guineische Volk traurigen Phänomen
bei", heißt es zu Beginn. "Es dreht
sich hierbei um die Einstellung seiner Armee. Ich
werde mir ohne Zweifel den Zorn eines Teils der 'großen
Stummen' einhandeln. Aber ich übernehme die volle
Verantwortung für das, was ich schreibe, wissend,
dass ich nur meinem Gewissen, meinem unverbrüchlichen
Festhalten an der Republik, meiner ewigen Französischsprachigkeit
und meiner Freiheit des Ausdrucks als Schriftsteller
verpflichtet bin'. |
| "Unsere
Armee", heißt es weiter, sich der extrem
ernsten Stunden bewusst, "die wir während
der Monate Januar und Februar 2007 hatten", habe
ihre Verantwortung nicht übernommen. |
| "Unsere
Armee, Akteurin der Ausschreitungen, des Gemetzels,
der Folter, der Inquisitionshandlungen, der Demütigungen,
der Barbareien und im Grunde ohne Zweifel der Ressentiments
und der Frustration, hat es vorgezogen, die Partei
der einfachen Seite zu übernehmen und vor der
Verantwortung zu flüchten." |
| "Unsere
Armee", schreibt Bali De Yeimbérein weiter, habe,
anstatt am schrecklichen Schicksal der Zivilisten
teilzunehmen, sich für die Wahl der Schande entschieden,
für "die blutige Rückkehr ins Mittelalter
und zu einem mittelalterlichen Verhalten". |
| "Unsere
Armee, anstatt sich von unseren Nachbarn wie ‚ATT'***
leiten zu lassen, hat Partei ergriffen für das Nachgeben
gegenüber dem Aufruf der Gier, der Käuflichkeit,
des Egoismus und der schäbigen und persönlichen
Interessen", indem sie nur an bescheidene Lohnerhöhungen
gedacht habe. "Ohne einen Zweifel daran zu verlieren,
dass sie andernfalls ein besseres Schicksal hätte
haben können, wenn → Guinea
in der NORMALITÄT lebte." |
| Dass
es besonders das Volk sei, das mittels eines "absoluten
Tages der Souveränität" (jenem der
Wahl), alle Ermessensspielräume habe, befände
man sich in einer wahren Demokratie, mit Hilfe einer
Urne, die politische Zukunft des Präsidenten
der Republik zu beschließen und viel mehr noch
der anderen Vertreter der Republik. |
| "In
zahlreichen Wiederaufnahmen wollte ich gegen einen
bestimmten... Jacques Chirac rebellieren, gegen diesen
Menschen, der uns vor langer Zeit den verletzenden
Satz ins Gesicht geschleudert hat: ‚Die Afrikaner
sind für die Demokratie nicht reif!'" |
|
"Gott,
wie hart es manchmal ist, schwach zu sein! Doch,
Gott, wie viel schlimmer ist es, unwissend zu sein!
Gute
Meditation!"
Bali
De Yeimbérein, Schriftsteller
·
(Le Jour, Guinea, ÜF:
J.K.)
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| Weitere
Artikel zum → Subsaharischen Afrika
in der Afrika-Chronik |
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