Der
52-jährige Autor Chenjerai Hove beobachtet die Wahlen in
seiner Heimat →Simbabwe
2.
April
2008
"Nigerias
Unmoral besteht aus Heuchelei nicht aus Miniröcken",
schreibt
die zwischen den USA und ihrer Heimat pendelnde Schriftstellerin
→ Chimamanda Ngozi Adichie.
In dem Artikel, der zwei Tage zuvor
bereits im britischen Guardian erschienen ist, wendet
sich die nigerianische Schriftstellerin gegen ein
Gesetz, das "unanständige" Kleidung in der Öffentlichkeit
unter Strafe stellen soll. Danach darf der Ausschnitt von den
Schultern abwärts höchstens zwei Zoll (ca. 5 cm) betragen
und die Taille einer Frau, die älter als 14 Jahre ist, dürfe
nicht zu sehen sein. Ein Gesetz, das sich nach Ansicht der Autorin
eindeutig gegen Frauen wende. Und wie immer würden geschlechtsspezifische
Angelegenheiten durch die Zugehörigkeit zur Unterschicht
kompliziert. Dieses Gesetz betreffe in einem weiteren Sinne Gesellschaften,
für die Frauen sichere Sündenböcke darstellten
und → Nigeria
sei nur ein Beispiel dafür. [...] Abschließend stellt
Chimamanda
Ngozi Adiche fest: "Dieses Gesetz hat viele
Unterstützer, die sicher wissen, dass die moralische Dekadenz
in unserer Gesellschaft nicht daher kommt, dass Frauen Miniröcke
tragen, sondern von Männern und Frauen, die stehlen und öffentlich
Gott danken, nachdem sie gestohlen haben, weil die Fähigkeit
sich ehrlich auszudrücken kompromittiert wird von einem buchstäblichen
und symbolischen Hunger, weil wir die Kultur der Heuchelei begrüßt
und festgeschrieben haben. Und es ist diese Kultur der Scheinheiligkeit,
die dieses Gesetz bewahren wird". ·
(This Day, Nigeria, ÜE:
J.K.)
3.
April
2008
80. Geburtstag des senegalesischen Politikers und Romanciers Cheikh Hamidou Kane.
Cheikh
Hamidou Kane
Nach der gymnasialen Ausbildung hatte Kane in Paris studiert und
war nach dem Abschluss in Recht und Philosophie in seine Heimat
zurückgekehrt, wo er 1960 als Gouverneur der Region Thiès
seine politische Laufbahn begann.
Große
Anerkennung errang Kane mit seinem 1961 erschienenen Roman L'Aventure
ambiguë (engl.: Ambiguous Adventure; dt: → Der Zwiespalt
des Samba Diallo; Übersetzung: János Riesz
u. Alfred Prédhumeau), der im darauf folgenden Jahr mit
dem Grand prix littéraire d'Afrique noire ausgezeichnet
wurde.
CH.
HAMIDOU KANE
Ambiguous Adventure
(in engl. Übers.)
Anschließend
folgte eine Jahrzehnte anhaltende literarische Abstinenz, erst
1995 veröffentlichte Cheikh
Hamidou Kane einen zweiten Roman, eine Fortsetzung der "ungewissen
Abenteuer" des Samba Diallo. Während der erste Roman
von der Entfremdung des Protagonisten erzählt, der seine
islamisch-afrikanische Welt verlässt, um durch Ausbildung
und das Leben im Westen geprägt zu werden, beruht der zweite
Roman inhaltlich auf einem Konflikt der senegalesischen Politiker
Mamadou Dia und Léopold Sédar Senghor. Ersterer
war der erste Ministerpräsident des Senegal. Ihm wurde vorgeworfen,
einen Militärputsch gegen seinen Präsidenten Senghor
geplant zu haben.
zeit
los
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
11.
April
2008
Italienischer
"Mittelmeerpreis der Poesie" an Fuad Rifka.
Der in →
Syrien
geborene
und im →
Libanon
aufgewachsene Lyriker nimmt den mit 10.000 € dotierten Preis
heute in Treviso entgegen. Geehrt wird er für sein Gesamtwerk,
mit dem er einen zentralen Bezug zu dieser Region herstellt.
Der emeritierte Professor der Philosophie an der Amerikanischen
Universität Beirut hat sich als Neuerer der arabischen Lyrik und
als Übersetzer - insbesondere deutscher Dichtung - verdient
gemacht.
3.
Mai
2008
"Kenianischer
Dramatiker Ngugi wa Mirii gestorben",
berichtet die simbabwische Wochenzeitung The Standard.
→
mehr dazu,
· (Standard Simbabwe, ÜE:
J.K.)
8.
Mai
2008
"Herausgeber
von The Standard verhaftet",
titelt die private englischsprachige Wochenzeitung in eigener
Sache und konkretisiert, die Polizei habe diesen wegen der Veröffentlichung
der Meinung eines führenden Oppositionspolitikers festgenommen.
→
mehr dazu,
· (Standard Simbabwe, ÜE:
J.K.)
16.
Mai
2008
"Der
ägyptische Autor Alaa al-Aswani wird mit dem ersten Coburger Rückert-Preis
ausgezeichnet",
meldet die Coburger Zeitung Neue Presse.
Die Stadt ehre mit → Alaa
al-Aswani „einen der meistgelesenen arabischen Autoren unserer
Zeit, einen Querdenker, der in humorvoller und tiefgründiger Weise
den Blick auf die zahlreichen Facetten der ägyptischen Gesellschaft
und der arabischen Welt lenkt“, heiße es in der Verleihungsurkunde.
Der mit 7.500 € dotierte Rückert-Preis verstehe sich, so
der Coburger Bürgermeister Norbert Tessmer, "als
Brücke zwischen Orient und Okzident, aber auch als Ehrung des
Dichters und Orientalisten Friedrich Rückert". (vgl. Neue
Presse v. 17.05.2008)
25.
Mai
2008
In einem Interview von Esther Kogelboom wird der südafrikanische
Schriftsteller →
Ivan
Vladislavić,
der derzeit als Stipendiat auf Sylt weilt, zu der Situation in
Johannesburg befragt. Was in ihm vorgehe, wenn er die Bilder aus
seiner Heimatstadt sehe, wo "eine tödliche Jagd auf Flüchtlinge
aus anderen afrikanischen Ländern" stattfinde. Ivan Vladislavić
antwortet:
"Das ist eine furchtbare Angelegenheit. Polizei und Militär
sollten hart durchgreifen. Es ist ihre Pflicht, die Verbrecher
zu fassen. Dann muss ihnen ein Prozess gemacht werden, sie gehören
bestraft. Das Wichtigste ist, dass die Menschen begreifen, dass
der Staat weder Morde, Vergewaltigungen noch Hetzjagden auf Ausländer
oder sonst wen toleriert. Sobald ein anderer Eindruck entsteht,
bringt das nur weiteres Unheil." - Vgl. In den Straßen
von Johannesburg, Interview von Esther Kogelboom mit Ivan Vladislavić,
in: Der Tagesspiegel v. 25.05.2008.
28.
Juni
2008
"Das
Monster Mugabe haben viele erschaffen",
schreibt der südafrikanische Schriftsteller →
Zakes
Mda und zählt die Liste der Vergehen des simbabwischen
Regierungschefs auf, bis hin zu den ethnischen Säuberungen
in den 80er Jahren. Der Westen aber hätte weggesehen und
erst zu protestieren begonnen, "als Mugabes sogenannte
Kriegsveteranen die Farmen weißer Simbabwer besetzten".
Eine Lösung der Situation im Nachbarland →
Südafrikas
sieht Mda in umfassenden Sanktionen. Der Einwand, dass durch
Sanktionen die Armen in →
Simbabwe
am meisten getroffen würden, verfange nicht, "denn
die Armen leiden bereits jetzt. Millionen Menschen strömen in
die Nachbarländer." Aus diesem Grunde würden schon
bald weitere Länder der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft
(SADC) →
Botsuanas
Beispiel folgen und Mugabe anprangern. Erst wenn die Generäle
nicht länger in Luxus schwelgen könnten, würden
sie sich an den Verhandlungstisch setzen und nach Erlangung
von "Immunität gegen Strafverfolgung" Neuwahlen und
der Entsendung einer SADC-Friedenstruppe zustimmen. - Vgl. Welt-Online
v. 28.06.2008; Aus dem Englischen v. Daniel Eckert.