DIE MARABOUT-SEITE
linie

linie
linie

Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 5. Januar 2008

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Kenia ·  


"Nahrungs- und Ölkrise droht infolge der gewalttätigen Proteste nach den Wahlen",

berichtet die kenianische Tageszeitung The Standard.

Die Gewalt nach den Wahlen habe eine humanitäre Krise in verschiedenen Städten im ganzen Lande ausgelöst.

Bewohner von Mombasa sähen sich einer akuten Nahrungsmittelknappheit ausgesetzt, während nicht entsorgter Müll Stadtgebiete verschandele.

In Nyanza litten über 3.000 infolge von Auseinandersetzungen vertriebene Menschen in verschiedenen "Flüchtlingscamps", geben hochrangige Rot-Kreuz-Offizielle an.

"In Koibatek gehen Tausende von Litern Milch verloren", weil die Farmer wegen der unsicheren Verhältnisse nicht zum Markt gelangten.

Auch die Müllentsorgung leide an diesen Verhältnissen.

Das Eastland-Gebiet, wo die Müllhalden überquellen, sei am meisten davon betroffen. Die nach Eastleigh führende Hauptstraße, die General Waruinge Street, sei teilweise von Müll versperrt.

"Gestern haben einige Stadtarbeiter den zentralen Geschäftsbezirk gereinigt", heißt es in dem Bericht der kenianischen Tageszeitung weiter.

Der Stadtangestellte John Gakuo habe gegenüber The Standard angegeben, dass Maßnahmen der Stadt durch randalierende Jugendliche behindert würden. Er habe hinzugefügt, die Stadt habe in der vergangenen Woche Millionen von  Shilling durch nicht eingesammelte Einkünfte verloren.

Nach Angaben von Lebensmittelhändlern in Mombasa seien verschiedene Lieferungen wichtiger Waren ausgefallen.

Drei Blätter der Sukumapflanze würden mit 20 Sh. gehandelt, während ein Ei zwischen 6 und 15 Sh. koste.

Eine Überprüfung des Saturday Standard vor Ort habe gezeigt, dass ein Laib Brot für 40 Sh. verkauft würde und Milch nicht zu haben sei.

Der Stadtrat von Mombasa bestatigte, dass die vorübergehende Schließung der Märkte in Kongowea und Majengo zu Verlusten geführte habe, die sich auf Tausende von Sh. beliefen.

(...)

Auch die Orte Kisauni, Kongowea, Maweni, Mishomoroni, Migandini sowie andere Gebiete würden vor Müll überquellen.

Ein Stadtangestellter von Mombasa habe den Einwohnern versichert, der Müll würde entsorgt.

"Die kenianische Industrie- und Handelskammer (The Kenya National Chamber of Commerce and Industry, KNCCI) drohte vor weitgehenden Konsequenzen, wenn die Produktion nicht bald aufgenommen würde.

Laut KNCCI-Vertreter Felix Mogaka sei die Lebensmittelkrise in Mombasa insofern besonders als die Insel von Lieferungen aus dem Landesinneren abhängig sei.

The Standard zitiert einen Verantwortlichen vom Roten Kreuz, Region Nyanza, namens John Odenyi: "Die Vertriebenen, in der Mehrheit Frauen und Kinder, die in verschiedenen Polizeistationen kampieren, bedürfen verzweifelt der Nahrung".

Die Äußerung sei während eines Treffens mit dem Privinzbeauftragten Paul Olando in dessen Büro getan worden. Er habe hinzugefügt:

"Die Situation in den Camps ist tragisch. Die Mehrheit hat seit mehr als einer Woche kein Essen mehr erhalten und sie könnten sterben wenn die Regierung (nicht) handelt".

Seinen Angaben zufolge würden humanitäre Organisationen wie das Rote Kreuz für medizinische Versorgung und Kleidung sorgen, jedoch nicht für Essen.

Odenyi habe Journalisten zu den Camps geführt, wo sie auf verzweifelte Frauen und Kinder getroffen seien, die um Essen bettelten.

Auch Nakuru sei von der Kürzung von wichtigen Nahrungsmitteln wie Gemüse, Milch und Mehl betroffen.

Eine Überprüfung des Saturday Standard vor Ort, auf dem Nakuru Großmarkt, habe ergeben, dass Gemüse und andere Nahrungsmittel knapp sind.

Preise für verfügbare Waren seien angestiegen und würden die Verbraucher zwingen, "tiefer in die Tasche zu greifen". Im South Rift würde das Geschäft von "'Außenseitern' geplündert". Die Sperrung der Hauptverkehrswege bedeutete dort, dass keine neue Warenlieferung nach Kericho gelange. · (The Standard Kenya, ÜEK: J.K.)

Quelle:
The Standard (englspr. kenianische Tageszeitung, The Standard Kenya)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜEK: J.K. --> Aus dem Englischen übersetzt und kommentiert: Janko Kozmus ©


linie
Weitere Artikel zu  Kenia in der Afrika-Chronik:
linie
linie