|
Quelle:
Zambia
Daily Mail, engl.-spr. Tageszeitung, Sambia (Zambia Daily
Mail)
|
Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
ÜE:
J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus
©
|
|
| . |
|
CHRONIK
|
| |
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
|
|
von
innen und außen
|
| |
|
|
| |
|
|
| . |
|
|
|
···················································································
|
|
· Die
MARABOUT-SEITE zitiert aus Sambia ·
|
|
|
|
"Lobola
abschaffen, um die Vergewaltigung in der Ehe zu stoppen",
heißt es in einem Artikel von Kelvin Chongo für die
englischspr. sambische Tageszeitung Daily Mail.
Der Autor zitiert mit dieser Aussage die Archivarin des
Arbeitsgerichts Ms. Bibian Kearns, die auch die Funktion
einer Amtsrichterin ausübe. Die meisten Ehemänner,
die "lobola" (Brautpreis) zahlten, wird die Amtsrichterin
weiter zitiert, übten auch geschlechtsspezifische Gewalt
in der Ehe aus. |
Ms.
Kearns sprach während eines dreitägigen Workshops,
der die Entwicklung einer Gesetzgebung zur geschlechtsspezifischen
Gewalt in →
Sambia
zum Inhalt hatte; dieser fand in der Palmwood Lodge in
Lusaka statt.
Würde "lobola" abgeschafft, wird Ms Kearns
- wie auch in der Folge kommentarlos - weiter zitiert,
wäre eine Gleichbehandlung von Männern und Frauen
gegeben, und die Männer würden ihre Ehefrauen
respektieren. Während Frauen sich ihren Männern
unterordnen müssten, sollten die Männer ihre
Ehefrauen lieben. "Dies würde sicherstellen,
dass Laster wie eheliche Gewalt abgeschafft und die Paare
glücklich als Partner leben würden." |
| Ms.
Kearns, heißt es weiter, stimme mit einigen Urteilen, bei
denen Verdächtige beschuldigt werden, Kinder geschändet
zu haben, nicht überein. |
"Es
ist unfair, einen Mann zu verurteilen, der verdächtigt
wird, ein junges Mädchen sexuell missbraucht zu haben,
das er in einem Nachtklub oder einer Kneipe nach Mitternacht
angetroffen hat."
Ms. Kearns argumentierte, ein solcher Fall könne nicht
als Vergewaltigung betrachtet werden, weil die Tatsache,
dass ein Mädchen zu solcher Zeit in einem Nachtlokal
angetroffen werde, viel über dieses aussage. Gerichte
müssten die Entscheidungsgewalt über Haftstrafen
für Schändung und Vergewaltigung innehaben, anstatt
die Urteile auf das Strafgesetz beschränken zu müssen.
|
| Die
Mindeststrafe für Schändung betrage im Moment
fünfzehn Jahre, das Maximum sei lebenslänglich.
|
| "Bei
jungen Mädchen, die nachts in Nachtlokalen, anzutreffen
sind, könne man davon ausgehen, dass sie für ihre
Handlungen verantwortlich sind und Verdächtige unter
solchen Umständen zu verurteilen, wäre unfair",
sagte die Amtsrichterin. Und fügte hinzu: die Notwendigkeit,
die den Beamten der Strafverfolgung aufgebürdet werde,
erhärtende Beweise bei Opfern von Vergewaltigung und
Schändung vorzuweisen, müsse ebenfalls wegfallen.
|
Den
Hintergrund für diese Argumentation, sieht Ms Kearns
mit der Tatsache gegeben, dass viele Vergewaltigungen und
Schändungen in ländlichen Gegenden stattfinden,
wo die Gesundheitseinrichtungen weit entfernt von den Dörfern
liegen. Bis die Opfer dorthin oder zur nächsten Polizeistation
gelangten, werde es schwierig, solche Beweise zu erbringen.
Beinhalte ein Gesetz Klauseln, die es den Menschen schwierig
machten, dieses anzuerkennen, sei es zu nichts nutze. |
| Abschließend
stellt sie fest, dass manche Opfer durch die große Entfernung
zu den Gesundheitszentren entmutigt würden, einen solchen
Fall überhaupt zu melden, insbesondere Opfer von Schändungen,
die gezwungen worden waren, sich selbst zu reinigen, sodass
kein Beweis gegen den Verdächtigen mehr vorläge.
·
(Zambia Daily Mail, ÜE:
J.K.) |
|
|
|
Weiterer
Artikel zu Sambia:
Times
of Zambia: JCTR fordert den Staat in
puncto Armut heraus
Weitere Artikel zu → Schwarzafrika
in der Afrika-Chronik |
|
|
|
|
|