DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 8. Januar 2008

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Sierra Leone ·  


"Straßenkinder der Ausbeutung ausgesetzt",

überschreibt Ibrahim Tarawallie seinen Bericht für die englischsprachige Concord Times aus Sierra Leones Hauptstadt.

Eine Kinderrechtsorganisation in Freetown enthüllte am Montag, dass Hunderte von Straßenkindern in einem Land mit ansteigender Analphabetismusrate dem Risiko ausgesetzt seien, ausgebeutet und missbraucht zu werden.

Der Direktor der Organisation für Angelegenheiten von Kindern und Jugendlichen ("Concern for Children and Youth Organization", CCYO) George Freeman habe Journalisten in Freetown gegenüber geäußert, dass Kinder und Teenager aufgrund von Armut und fehlender familiärer Unterstützung Opfer von Drogenindustriellen, Menschenhändlern und Prostituierten geworden seien.

"Zehn Jahre Rebellenkrieg", habe er weiter gesagt, "führten im hohen Grade zu den Umständen, die heute zum Stigma unserer Gesellschaft geworden sind. Die Verletzbarkeit von Straßenkindern im Lande hat zu der Flut von Gewalt in all ihren Facetten in der Gesellschaft geführt."

Tausende von Straßenkindern benötigten laut Freeman Schutz und Fürsorge, die aber nicht greifbar seien.

Er habe angemerkt, wollte man die Millenium-Entwicklungsziele erreichen, müssten die Kinder ausgebildet werden, denn "sie sind die größte Investition, die den sozioökonomischen Status Sierra Leones zu vergrößern imstande ist".

Ohne Überleitung führt der Autor weitere Personen ein, die die Ernsthaftigkeit der Situation unterstreichen. Zunächst wird der Direktor von Amnesty International, Brima A. Sheriff, mit der Äußerung zitiert, die Probleme der Straßenkinder müssten dringend in Angriff genommen werden, "die Regierung muss wissen, dass es viele Kinder gibt, die in den Straßen leiden und man muss sich um sie kümmern."

Memunatu Turay, die seit zwei Jahren auf der Straße lebt, habe bei ihrem Onkel in Allen Town gewohnt, der sie jedoch nicht anständig behandelt habe.

"Ich war sehr enttäuscht, weil die Kinder meines Onkels zur Schule gingen und andere Vergünstigungen erhielten, während ich zu Hause saß. Ich habe nun entschieden, auf der Straße zu leben, wo ich mehr Frieden habe", bekannte sie. · (Concord Times, ÜEK: J.K.)

Quelle:
Concord Times, Sierra Leone, englischspr. Tageszeitung (Concord Times)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜEK: J.K. --> Aus dem Englischen übersetzt und kommentiert: Janko Kozmus ©


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