Literatur
DIE MARABOUT-SEITE
linie
AFRIKA-CHRONIK
   START
   REGISTER
linie
.


 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:
Le Quotidien, (senegales. Tageszeitung, Le Quotidien)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem Französischen: Janko Kozmus ©
.
CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
4. Mai 2009
.
···················································································
· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus dem Senegal ·  
Grabschändung eines mutmaßlichen Homosexuellen,
"Maguèye Diallo wurde zweimal ausgegraben, sein Körper seiner Familie zurückgegeben"
Thiès sei durch die Ausgrabung der sterblichen Überreste eines Mannes aufgerüttelt worden, heißt es in einem Artikel der französisch-sprachigen senegalesischen Tageszeitung Le Quotidien. Hintergrund des Vorfalls war der Verdacht der Bewohner des Viertels Darou Salam II, der Verstorbene sei ein Homosexueller gewesen.
Es sei nicht gut, schreibt Birane Gning, der Verfasser dieses Artikels, heutzutage verdächtigt zu werden, ein Homosexueller zu sein. Eine Familie, die im Viertel Darou Salam II, an der nordöstlichen Peripherie von Thiès wohnt, habe am Samstag mit ansehen müssen, wie einer der ihrigen zweimal in Folge von Jugendlichen des Viertels exhumiert wurde, einzig aus dem Grund, dass der Verstorbene homosexuell war. Als diejenigen, die mit der Aufgabe betraut waren, den Verstorbenen einer würdige Ruhestätte zu überlassen, den Ort verließen, sei eine Gruppe Jugendlicher am frischen Grab aufgetaucht und habe den Verstorbenen unter den Rufen, ein Homosexueller dürfe hier nicht begraben sein, ausgegraben.
Daraufhin seien Sicherheitskräfte alarmiert worden, die den Ort sicherten, so dass der Verstorbene durch seine Familie erneut begraben werden konnte. Aber, heißt es weiter, man habe nicht mit der Entschlossenheit der "Besessenen" gerechnet, die nicht akzeptieren wollten, dass Maguèye Diallo in diesem Friedhof begraben werden sollte.
Nach dem Abzug der Sicherheitskräfte gruben die Jugendlichen den Körper erneut aus, und das folgende Spektakel sei einfach entwürdigend gewesen. Unter den Schreien der Bevölkerung sei der Körper in einem zerrissenen Leichentuch mehrere hundert Meter geschleift und am Wohnsitz der Familie des Verstorbenen abgelegt worden. Diese hatte erneut die Verantwortung, den Verstorbenen unter die Erde zu bringen. "Und", heißt es düster prophezeiend zum Abschluss, "gemäß mehreren Zeugenaussagen wird dieser Vorfall nicht auf Thiès begrenzt bleiben, sondern sich auch anderswo an religiösen Orten des Landes ereignen". · (Le Quotidien, ÜF: J.K.)
Weitere Artikel zu Senegal in der Afrika-Chronik:
Afrika-Chronik Le Soleil, Proteste für mehr Sicherheit und öffentliche Beleuchtung nach einem Mord, 2007
Afrika-Chronik APS, Fatou Diome engiert sich für die Alphabetisierung, 2007
Afrika-Chronik Le Soleil, Die senegales. Zeitung berichtet über ein Treffen Ghadaffis mit senegales. Intellektuellen, 2006
Afrika-Chronik Daily Observer, Die gambische Tageszeitung berichtet vom mysteriösen Tod eines Marabouts aus dem Senegal, 2005
Afrika-Chronik Le Soleil, Die senegalesische Zeitung stellt die einheimische Autorin Aminata Sow Fall vor, 2002
Weitere Artikel zum Subsaharischen Afrika in der Afrika-Chronik

ZURCHRONIK
linie
[REZENSIONEN] [AUTORENPORTRAITS] [AFRIKA-CHRONIK] [BESTENLISTE]  [BESTENLISTE-FILM]  [GÄSTEBUCH] [LINKS] [EIGENETEXTE] [KONTAKT&KRITIK] [VERLAG] [IMPRESSUM] [HOME]