DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 10. Oktober 2010

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Kenia ·  


"Meine Schüler haben so viel über das Rift Valley gelernt"

Dem Artikel für die kenianische Sunday Nation, Sonntagsausgabe der Tageszeitung Daily Nation, vorangestellt ist eine Illustration von Joseph Barasa, die zwei streitende Männer darstellt und folg. Kommantar trägt:
„Aufgrund der Perioden mörderischer Gewalt vor mehr als zwei Jahren, sind viele Nigerianer nicht gerade darauf aus, in Kenia ihre Ferien zu verbringen.


Der Bericht von Funke Osae-Brown aus Lagos fasst nigerianische Meinungen zusammen, die die Kenianer und ihr Land näher in Augenschein nehmen.
An einem sonnigen Samstag Nachmittag im September trifft der Berichterstatter Joseph Mwangi auf einer der großen Baustellen in Lagos.
Ingnieurswesen an einer angesehenen Universität im Vereinigten Königreich habe Mwangi studiert, bevor er bei der Top-Baufirma Julius Berger in Nigeria eine Anstellung bekommen habe.
„Nigeria war das letzte Land in der Welt, von dem ich geglaubt hätte, dass ich da arbeiten würde“, erzählt er dem Berichterstatter, während er den blauen Bauhelm am Kinn befestigt. „Ich dachte, ich würde im Vereinigten Königreich oder in einem anderen Teil Europas Arbeit finden. Nie hätte ich gedacht, so bald nach Afrika zurückzukehren, nicht mal nach Kenia.“
Mwangi sei einer von den wenigen Kenianern, die gegenwärtig in Nigeria leben, klärt Joseph Barasa den Leser auf. Nigeria, so der Bauingenieur, sei nicht das Land der ersten Wahl, aber das hohe Gehalt mache das wett.
Im Gegensatz zu Mwangis fehlendem Enthusiasmus für Nigeria betrachten viele Nigerianer Kenia als ein Topurlaubsziel in Afrika.
Vor ungefähr vier Jahren habe es die Liste der favorisierten Reiseziele in Afrika unter den Nigerianern angeführt, gemeinsam mit Südafrika. Aber aufgrund der Perioden mörderischer Gewalt vor mehr als zwei Jahren, seien viele Nigerianer nicht gerade darauf aus, in Kenia ihre Ferien zu verbringen.
„Ich habe Kenia immer für ein friedliches Land wie Ghana gehalten und war geschockt, als ich auf CNN die Bilder von Menschen sah, die während der Gewaltperiode getötet oder verstümmelt wurden“, zitiert der Berichterstatter den Marketingchef Tobi Adeolu.
„Eigentlich hatte ich für diesen Januar geplant, mit meiner Familie dort Urlaub zu machen. Unsere Tickets, die Hotelunterkunft waren bezahlt, als die Gewalt ausbrach. Wir mussten unsere Pläne aufgeben. Es war zu traurig.“
Auch der Schullehrer Chinedu Dike, dessen Schüler für eine Exkursion im berühmten Rift Valley angekündigt waren, werde den Vorfall nie vergessen. „Meine Schüler haben so viel über das Rift Valley in der Klasse gelernt. Und die Schulleitung dachte, es sei sinnvoll, sie im Dezember 2007 dorthin in die Ferien mitzunehmen, aber die Nachrichten von der Gewalt kamen dazwischen. Seitdem konnten wir die Eltern nicht überzeugen, ihre Mündel nach Kenia zu lassen.“
Jedoch scheinen die Ähnlichkeiten zwischen Kenia und Nigeria in den letzten paar Jahren noch größer zu werden. Zuerst die Sache mit der ethnischen Gewalt und dann die Korruption.
Korruption sei laut Karikaturist Etim Asukwo eine bekannte Angelegenheit in den meisten afrikanischen Ländern und Kenia sei keine Ausnahme. „In Nigeria werden riesige Geldmengen ins Ausland geschafft von Führern, die leere Versprechungen machen, bevor sie ein Amt übernehmen.“
Auch das letzte Wort überlässt der Verfasser dieses Artikels dem Karikaturisten:
„Korruption ist riesig in Nigeria, wie sie es auch in Kenia ist. Die meisten Kenianer leben in elender Armut, die Straßen sind schlecht, die Schulen sind nicht gut gebaut, die Infrastruktur zerfällt wie auch hier, in Nigeria. Das alles als Folge eines schlechten Führungsstils.“
· (Sunday Nation, ÜEK: J.K.)

Quelle:
The Sunday Nation, Kenya (Sunday Nation)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜEK: J.K. --> Aus dem Englischen übersetzt und kommentiert v. Janko Kozmus ©


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