DIE MARABOUT-SEITE
linie

linie
linie

Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 15. Juni 2010

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Somalia ·  


"Weltcup-Verbot: Somalische Militante exekutieren Fans",

ist ein Artikel von ALSHAHID überschrieben, einer Nachrichtengruppe, die sich online in drei Sprachen präsentiert, Somalisch, Englisch und Arabisch.

Mogadischu - (Alshahid) Eine somalische Rebellengruppe, die das Ansehen des Fußball-Weltcups in den von ihnen kontrollierten Gebieten verboten habe, heißt es im vorliegenden Bericht konkretisierend, "haben zwei somalische Fußballfans wegen des Anschauens des Spiels Nigeria gegen Argentinien in der Samstagnacht exekutiert".

Die scheußlichen Taten hätten sich im zentralen Somalia ereignet, das unter verworrenem („convoluted“) striktem Islamrecht stehe und jedermann in der Region verbiete, Weltcup-Spiele anzusehen, da dieses „Faulheit unterstützt, abgesehen davon, dass es sich um eine ausländische Aktivität der Ungläubigen handelt“.

Rebellenmilizen der Hizbul Islam arretierten zehn Fans, die ebenfalls zu der Gruppe gehörten, die das Nigeria-Argentinien-Spiel ansah.

„Bei anderer Gelegenheit arretierten Hisbul Islam-Parteigänger dreißig somalische Jungen wegen des Ansehens des Spiels von Australien gegen Deutschland in der darauf folgenden Nacht“, heißt es in dem Bericht weiter.

Sheikh Mohamed Abdi Aros, ein Sprecher der Rebellen wird mit folg. Aussage zitiert: “Wir warnen die Jugend Somalias, die Weltcup-Spiele anzusehen.“ Das Volk von Somalia, habe er weiter ausgeführt, sollte sich auf die Verfolgung des Jihad fokussieren und nicht „verrückten Männern beim Rauf- und Runterlaufen zusehen“.

Somalis, die beim Zusehen des Weltcups 2010 erwischt würden, würden mindestens mit dreißig Peitschenhieben in der Öffentlichkeit bestraft. Zum Hintergrund dieser drakonischen Strafen erklärt der namentlich nicht genannte Berichterstatter: „Die in Verbindung mit der Al-Qaida stehenden Gruppierungen Al-Shabaab und Hizbul Islam, die den Hauptanteil von Südsomalia sowie Teile von Mogadischu kontrollieren, haben die laufende Meisterschaft in Südafrika als 'unislamisch’ deklariert“.

Hizbul Islam, das im Vorfeld den internationalen Terroristen Osama bin Laden nach Somalia eingeladen habe, sei ein Rivale von Alshabab, einer mächtigeren mit Al-Qaida in Verbindung stehenden Rebellengruppe.

Die beiden Rebellengruppen kämpften darum, so die abschließende Einschätzung, „die international anerkannte Übergangsregierung Somalias unter Präsident Sheikh Sharif aus dem Amt zu vertreiben“. · (Alshahid, ÜEK: J.K.)

Quelle:
ALSHAHID- Online

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜEK: J.K. --> Aus dem Englischen übersetzt und kommentiert v. Janko Kozmus ©


linie
Weitere Artikel zu  Somalia in der Afrika-Chronik:
linie
linie