DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 3. März 2012

 

Le Matin - Alger
· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Algerien ·  

"Der Film über Krim Belkacem vom Ministerium für Kriegsveteranen blockiert",

überschreibt Amir Akef seinen Artikel für die algerische Zeitung Le Matin, wobei er auch die frz. Le Monde als Quelle benennt.

Der Film über Zabana sei fertig, konstatiert er, aber der über Krim Belkacem sei noch immer durch das Ministerium Ministerium für Kriegsveteranen ("ministère des
Moudjahidine") verboten.

In Algerien gäbe es im Rahmen des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit immer noch gewisse Unsicherheiten bezüglich der Programmgestaltung und der Filmprojekte.
So seien fast 150 Drehbücher von dem Kulturministerium ausgewählt worden, deren Finanzierung jedoch wegen einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit der Abteilung des Ministeriums für Kriegsveteranen, die die Drehbücher bestätigen müsse, noch unsicher sei.

"Ein Film ist schon fertig, "Zabana", der Name eines der ersten beiden Kämpfer der Nationalen Befreiungsfront (Front de Libération Nationale, FLN), der während des Krieges in Algerien guillotiniert wurde, Regie Said Ould Khalifa." Der Film erzähle, fasst Amir Akef zusammen, den Weg des militanten Zabana Ahmed, der am 11. November1954 bei einem Gefecht verwundet wurde. Am 21. April 1954 sei er zum Tod verurteilt, und am 19. Juni unter dem Druck der Extremisten der Kolonisierung, exekutiert worden. Am Abend der Hinrichtung habe die FLN ein Flugblatt verteilt mit der Ankündigung :" Zabana und Ferradj werden gerächt."
"Das war - irgendwie - der Auslöser der Schlacht um Algier, die Massu und Bigeard belastet hat..." habe der Regisseur einer algerischen Zeitung erklärt, schreibt Amir Akef ohne auf die genannten Personen
Massu und Bigeard näher einzugehen.

Mohmed Lakhdar-Hamina, der mit der goldenen Palme des Filmfestivals von Cannes für die Chronik "Jahre der Glut" ausgezeichnet worden sei, beende derzeit "Le Crépuscule des hommes" (Die Dämmerung der Menschen/Männer). In dem Film werde zum ersten Mal die von den fränzisischen Soldaten benutze Formel "Holz sammeln" benutzt. Dieser Ausdruck beschreibe die Hinrichtung von Gefangenen, meist Zivilisten, die ihr eigenes Grab schaufeln mussten. Der Film, der auf einer wahren Begebenheit beruhe, erzähle von einem französischen Fallschirmjäger, der sich weigert, eine Widerstandskämpferin zu exekutieren und mit ihr nach Tunesien flieht.

Andere Filme über Gestalten der Revolution seien geplant, aber ihre Umsetzung noch ungewiss … aus bürokratischen Gründen im Allgemeinen, aber auch aus politischen. Ein Gesetz, das im Jahr 2010 verabschiedet wurde und dem Staat ein Mitspracherecht an den Filmen einräume, die er finanziere, insbesondere an denen mit Geschichtsbezug, schaffe viele Hindernisse. Dies sei der Fall bei dem Projekt Krim Belkacem, einem großer Führer der algerischen Revolution.

Der Produzent und Regisseur Derrais Bashir werfe dem Kriegsveteranen-Ministerium vor, das Projekt zu zensieren. „Als ob man Angst hätte, einen Film über Larbi Ben M'hidi zu sehen, der ihnen den Spiegel vorhalten würde.“ Auch diese abschließende Aussage wird vom Berichterstatter Amir Akef nicht gewertet, der Umgang bei der Bewältigung dieses immer noch brisanten Themas der algerischen Geschichte wird dem Leser allein überlassen.
  · (Le Matin, Algerie, ÜFR.B/J.K.)

Quelle:
Quotidien d'Oran (algerische Tageszeitung)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜFR.B./J.K. --> Übersetzung aus dem Französischen von Ruth Bushart, Kommentar: Janko Kozmus ©


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