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Quelle:
Financial Gazette , Simbabwe (FinGazetteSim)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜEK: J.K. --> Aus dem Englischen übersetzt und kommentiert von Janko Kozmus ©
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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
13. Januar 2012
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Simbabwe ·  
"Des Landes kollektives Gedächtnis, gemeinsam konserviertes Gewissen",

titelt Diana Rodriguez für die englischsprachige Financial Gazette aus Simbabwes Hauptstadt Harare.

Moderne afrikanische Schriftsteller und Dichter, wie die Griots oder Lobdichter, beginnt sie, hätten in früheren Zeiten einen besonderen Platz in der Gesellschaft innegehabt.

Während es die Aufgabe des Lobdichters gewesen sei, die traditionellen Häuptlinge des Stammes gemäß seiner wichtigen Position zu preisen, war der Griot in der Lage, eine angemessene Kritik einzubringen, ohne zur Sache gerufen zu werden.

Die heutigen afrikanischen Schriftsteller hätten eine ähnliche Funktion: "Indem sie sagen, wie es ist, sind sie in der Lage, die Erinnerung der Nation zu bewahren, während sie zugleich als ein kollektives Gewissen fungieren".

Diana Rodriguez zufolge seien Julius Chingono und John Eppel - Vertreter geburtenstarker Jahrgänge - solche Schriftsteller. "Beide verbrachten ihre ersten Jahre in Rhodesien, überlebten den Befreiungskrieg und genossen die berauschenden ersten Jahre eines unabhängigen Simbabwe." Die Geschichten, die sie in Together erzählten, einer gemeinsamen Publikation ihrer Gedichte und Geschichten bei amaBooks Publishers, stammten zumeist aus dem Jahr 2000 "lebhaft ans verlorene Jahrzehnt des Landes erinnernd".

"In diesen unruhigen Jahren", berichtet Diana Rodriguez weiter, "vertrieb die Landreform fast eine Million Landarbeiter und deren Angehörige, Spareinlagen wurden für immer verloren, und eine alternde Bevölkerung, deren Kinder auf der Suche nach Arbeit in die Diaspora flohen, überließ man sich selbst in einem Land ohne Ernährungssicherheit oder Recht und Ordnung.

"2012 funktionierten medizinische Hilfsorganisationen wieder, und Supermärkte lagerten Vorräte jeder Art von Lebensmittel."

"Erinnerungen an vergangene Entbehrungen würden aber beim Leser wieder dunkel heraufbeschworen, stoße er auf John Eppels The Pact. Vier ältere Witwen, Jean, Mavis, Harriet und Dorothy, verknüpften ihre Quellen in Dorothys großem, weitläufigem Haus in Burnside."

Als ein großer Topf Suppe, den die Damen für dreißig Straßenkinder zubereiten, durch Störenfriede umgeworfen wird, wird Mavis schwer verbrannt. Nicht in der Lage, medizinische Hilfe leisten zu können, behandeln ihre Freundinnen die Verbrennungen mit im Garten geschnittener Aloe Vera. Ihre Pflege schlägt fehl und bevor Mavis stirbt, bekräftigen die Damen den beschlossenen Pakt: Sollte das Leben für eine von ihnen zu einer zu großen Belastung werden, würden alle vier zusammen sterben, indem sie einen von Harriets Milchkuchen mit einem chinesischen Rattengift versetzen würden.

Was wie eine lustige Erzählung von vier guten Freunden begänne, die in ihrem "Gekritzel Club" spielten, Schriftsteller zu werden, gute Taten zu tun und gut durchzukommen, ende in Massenselbstmord und Tragik.

The Dread Gentleman von Julius Chingono erinnere an 2005, ein Jahr der Wahlen und der Gewalt, und die berüchtigte "Operation Murambatsvina", als Tausende von vertriebenen Städtern ihre Existenzgrundlage verloren und die durchschnittliche Lebenserwartung für simbabwische Frauen auf 34 Jahre fiel.

Der Held der Geschichte, stellt Diana Rodriguez den Inhalt vor, sei ein Geschäftsmann mit Dreadlocks, der in dem "Tsunami" von Murambatsvina ein Geschäft verloren habe.

Er erfahre eine Läuterung durch drei Vapostori [Angehörige einer apostolischen Glaubensgemeinschaft/Sekte J.K.] in makellos weißen Roben, die Gesichter sauber rasiert und glänzend durch reichliche Anwendung von Vaseline." Laut über Sungura-Musik redend, die aus einer nahe gelegenen Jukebox schmettert, schütteten die Apostel Weihwasser auf den Bürgersteig und eine nahe gelegenene Mauer und erklärten, dass der Herr seine zukünftigen Unternehmen segnen werde, und dass die Öffentlichkeit das Gute in den Waren sehen werde, die hier verkauft würden."

Chingonos Leichtigkeit und Humor machten ihn zu einem guten Begleiter für jeden eifrigen Leser, meint die Kritikerin. Als Mann des Volkes, mache er uns die Schwierigkeiten des Überlebens in Simbabwe bewusst, aber er bringe auch das Leben und Lachen der Townships und die Schlagfertigkeit von Gesprächen während langer Fahrten in unsere unmittelbare Erfahrung.

Beizeiten wiege die elegante und stilvolle Prosa John Eppels uns in einem falschen Gefühl von Sicherheit. "Schöne Bilder in seinen Gedichten evozieren den Duft von Buddleja, Nachtjasmin und Fliederblüten."

Aber bevor man Euphorbia pulcherrima (Weihnachtsstern) sagen könne, zeige er uns Berge von Hausmüll, entlang unserer öffentlichen Wege abgeladen, "klagend, dass unsere Häuser nach Armut, Angst. ... sogar Terror stinke.

"Ob Chingono und Eppel als Aktivisten, Schriftsteller oder Dichter beurteilt werden, beendet Diana Rodriguez ihren Bericht, werde vom Leser abhängen. Leider verstarb Julius Chingono 2011, aber John Eppel sei gerade erst in Schwung gekommen. "Richten Sie ein wachsames Auge auf die 'amaBooks Bulawayo' wegen künftiger Angebote." · (Financial Gazette, Sim, ÜEK: J.K.)

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