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AFRIKA-CHRONIK |
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LANDESCHRONIKEN |
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ALGERIEN II |
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CHRONIK
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Zur Sozial- und Literaturgeschichte
Afrikas* |
| von
innen und außen |
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| ALGERIEN(Teil
II: 2001 bis heute) |
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Februar
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In Frankreich erscheint La sale guerre (dt: Schmutziger
Krieg in Algerien). Ein Buch, in dem der algerische
Unterleutnant Habib Souaïdia von Massakern der algerischen
Armee an der unschuldigen Dorfbevölkerung berichtet.
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| 7.
Februar |
2002 |
→
Yasmina
Khadra
in einem Interview der englischspr. alger. Monatsschrift Interface
über Terrorismus in seiner Heimat und internationalen Fundamentalismus
Auf die Frage, wie er sich am 11. September gefühlt habe,
entgegnet Khadra: "Wie jeder anständige Mensch, tief
geschockt. Tief." Aber dann habe er daran gedacht, aus
einem Land zu kommen, "das Schlimmeres durchgemacht habe.
Und nicht nur für 30 Minuten, sondern für 12 Jahre."
· (Interface,
ÜE:
J.K.) |
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Oktober |
2002 |
Der
algerische Autor →
Yasmina
Khadra
in einem Interview der Literaturbeilage der Zeit über
Islamismus und das Bild des Menschen in Algerien:
Während die Kommissar Llob-Reihe mit dem Protagonisten
den angepassten Durchschnittsbürger mit seiner Angst
vor Vorgesetzten darstelle, entwerfe der Roman →
Wovon
die Wölfe träumen das Bild des enttäuschten,
(oft) jungen Menschen, der der Ideologie des Islamismus erliege.
Khadra sagt, es sei ein Glück, dass Algerien die GIA
(Groupe islamique armé, gegründet 1989, gilt als
die aggressivste islamistische Gruppe Algeriens) bekämpfe.
"Wenn die Islamisten in Algerien Erfolg gehabt hätten,
dann, das versichere ich Ihnen, könnte Europa nie mehr
in Frieden leben ..." Er selbst habe - nach knapp einem Jahr
im französischen Exil - keine Angst. Denn Angst sei der
"Lebensraum des Terrorismus". · (Literaturbeilage
der Zeit) |
zeit
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los |
Arabische Sprüche und Weisheiten:
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| 27.
November |
2002 |
Mohammed Moulessehoul alias →
Yasmina
Khadra finde für den Horror des algerischen Bürgerkriegs
blumige Worte, schreibt Peter Münder in der Frankfurter
Rundschau:
"Ich habe meinen ersten Mann am Mittwoch, dem 12. Januar
1994, getötet", berichte der junge Ich-Erzähler
Nafa Walid. Er erschießt einen Anwalt, der verurteilte
Terroristen zu lax verteidigt haben soll. Nach anfänglichen
Skrupeln habe er "die nächsten Auftragsmorde fast
schon reflexartig, ohne große Bedenken" ausgeführt. →
"Wovon
die Wölfe träumen liefert als modernes Stationendrama",
so Peter Münder, "einen Einblick in die Killer-Karriere
eines sensiblen Jugendlichen, dem ein verrottetes Gesellschaftssystem
keine Chancen bietet. Nach vielen Demütigungen erlebt Walid
bei den Fundamentalisten zum ersten Mal so etwas wie ein intaktes
Selbstwertgefühl, weil diese ihn ernst nehmen ..."
Während seiner Dienstzeit als Major in der algerischen
Armee hat der Autor Mohammed Moulessehoul Romane und in erster
Linie Krimis (→
Morituri,
→
Doppelweiß,
→
Herbst
der Chimären) unter dem weiblichen Pseudonym Yasmina
Khadra veröffentlicht. Um die für Militärs obligatorische
Vorzensur zu unterlaufen, benutzte er die Vornamen seiner Frau.
Inzwischen ist seine wahre Identität bekannt, der Autor
lebt in Südfrankreich ..." · (Peter
Münder, FR Online) |
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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung beginnt mit dem
Vorabdruck des Romans →
Die Schwalben von Kabul von → Yasmina
Khadra, "die eigentlich Mohammed Moulessehoul heißt
und als Offizier in der algerischen Armee diente." (FAZ)
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2003 |
Mohammed Dib, algerischer Romancier und Dichter frz. Sprache,
stirbt im Alter von 82 Jahren in seinem Haus in La Celle-Saint-Cloud,
Frankreich.
Der Autor, der in verschiedenen Berufen, hauptsächlich
aber als Lehrer tätig war, wurde 1959 wegen seines Engagements
für die Unabhängigkeitsbewegung von der frz. Kolonialmacht
aus Algerien ausgewiesen.
Als Schriftsteller erlangte Mohammed Dib internationalen Ruhm
mit seiner in zahlreiche Sprachen übersetzten Algerien-Trilogie,
die zwischen 1952 und 1957 erschien:
La grande maison, 1952; dt: Das große Haus,
1956
L'incendie, 1954; dt: Der Brand, 1956
Le métier à tisser, 1957; dt: Der Webstuhl, 1959
Auch Dibs letzter Roman, L' infante maure (1994) erschien
in dt. Übersetzung: Die maurische Infantin (1997).
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| 27.
Mai |
2003 |
Wie
die alger. Tageszeitung El Moudjahid meldet,
hat die Jury der alger. literarischen Vereinigung Aslia
(littéraires de l’Association des libraires algériens)
beschlossen, "den großen Literaturpreis dem algerischen
Schriftsteller →
Yasmina
Khadra für sein Gesamtwerk zuzusprechen." Der
Literaturpreis ist dotiert mit 100.000 DA [alger. Dinar]. Die
Preisverleihung wird Ende Juni stattfinden. (El Moudjahid,
ÜF:
J.K.) |
| 23.
September |
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Die UNESCO gibt die Verleihung des 1998 eingerichteten Prix
Sharjah für arabische Kultur an at-Tahir Wattar (auch:
Tahar Ouettar) (gemeinsam mit dem frz. Pater Français Michel
Lagarde) bekannt. Der Preis ist mit $ 25.000 dotiert.
Der 82-jährige** Wattar sei einer
der herausragenden arabischsprachigen Journalisten und Schriftsteller,
heißt es in der Begründung. Zu seinen Romanen zählen:
Al Laz (Algier 1974; Das As); Al Zilzal (Beirut
19974; Das Erdbeben); Ars baghl (Beirut 1983; dt: Maultierhochzeit,
1991); Al cham`aa wa Al Dahaliz (Die Kerze und die Höhlen).
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| 7.
Februar |
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100. Geburtstag des algerischen Dichters Jean Amrouche, der
1962 im Alter von 56 Jahren in Paris verstarb. In seinen Dichtungen
über den Befreiungskampf schuf er die Gestalt des ewigen
Jughurta. Besonderer Verdienst kommt ihm zu bei der Erhaltung
oraler Berberliteratur, die er teilweise gemeinsam mit seiner
Schwester Taos Amrouche und seiner Mutter Fadhma Aït Mansour
Amrouche übertrug. |
| 21.
März
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2006 |
In Paris wird →
Yasmina
Khadra
im Rahmen des 26. Pariser Buchmarktes der mit 5.000 € dotierte
Literaturpreis Prix Tropiques der Agence française
de développement (AFD) für seinen Roman L'attentat
verliehen. |
| 30.
Juni |
2006 |
Die in der Hafenstadt Cherchell geborene algerische Schriftstellerin
frz. Sprache → Assia
Djebar wird 70 Jahre alt. Als erste arabische Schriftstellerin
erhielt sie 2000 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
und als erste Persönlichkeit Nordafrikas wurde sie 2005
von den 40 "Unsterblichen" in die Academie francaise
gewählt. |
| 29.
März |
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60. Geburtstag des algerischen Lyrikers und Schriftstellers
Habib Tengour.
Gegenwärtig beschäftigt sich der Soziologe Tengour
mit dem Thema alternder Migranten und weilt als Stipendiat der
Villa Waldberta für zwei Monate am Starnberger See. Dem
deutschsprachigen Publikum ist er durch seinen im Jahre 2004
veröffentlichten Roman Der Fisch des Moses bekannt
geworden, in dem es um drei junge Algerier geht, die in Afghanistan
gegen die Sowjets gekämpft haben und anschließend getrennte
Wege gehen, wie auch ihre Motive für den Kampf völlig
unterschiedlich waren. |
| 6.
Mai |
2007 |
"Familie
seit über einem Monat auf der Straße",
heißt es in der französischsprachigen algerischen Tageszeitung
Le Quotidien d'Oran. Über einen Monat nach ihrer Ausweisung
aus der Wohnung, die sie einen Tag nach der Unabhängigkeit mit
ihrem inzwischen verstorbenen Vater besetzt hatte, befinde sich
die Familie Bouloum immer noch auf der Straße.
→
mehr
dazu ·
(Quotidien d'Oran, Algerie, ÜF:
J.K.) |
7.
November |
2008 |
Le
Prix France Télévisions für Yasmina
Khadra
Der in Frankreich lebende und in Französisch schreibende
algerische Autor erhält einen der wichtigsten, wenn nicht
den bedeutendsten Leserpreis Frankreichs für
seinen Roman Ce Que le Jour Doit a la Nuit (dt: Die
Schuld des Tages an die Nacht).
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| Yasmina
Khadra
Die Schuld des Tages an die Nacht |
Die Handlung des Romans umspannt mehrere Jahrzehnte und endet
mit den letzten Kämpfen um die Unabhängigkeit Algeriens
im Jahre 1962. Die Geschichte beginnt mit dem neunjährigen
Younes, der von seinem verschuldeten Vater in die Obhut dessen
Bruders gegeben wird. Der Junge wächst nun bei Onkel und
Tante in einem kleinen Dorf bei Oran auf und wird auf den Namen
Jonas christlich getauft. Mit der Zeit entwickelt er eine tiefe
Freundschaft zu den Kindern der ansässigen französischen
Kolonisten. Als 1954 der Konflikt zwischen den Kolonisten und
den Einheimischen eskaliert, weigert sich Younes/Jonas seine
Freundschaft zu den sog. Pied-noir, den Algerienfranzosen, aufzugeben,
und er kämpft um seine Liebe zu Émilie. |
| März
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Bei Sedia, einer algerischen Verlagstochter des frz. Medienriesen
Hachette, erscheint die 2007 in Frankreich verlegte autobiografische
Erzählung Nulle part dans la maison de mon père (dt:
Nirgends im Haus meines Vaters. Ffm 2009) der in Frankreich
lebenden algerischen Schriftstellerin → Assia
Djebar. |
18.
März |
2011 |
Wenige
Tage vor seinem 60. Geburtstag, stirbt der algerische Schriftsteller
→
Hamid
Skif
nach langer Krankheit. Bis zu seinem Tod lebte er mit seiner
Frau und seinen vier Kindern in Hamburg, wohin sich der Exilant
im Jahre 1997 rettete, da er in seiner Heimat der ständigen
Bedrohung durch einen islamistischen Anschlag ausgesetzt war. |
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
** Hier scheint es sich um eine fehlerhafte
Angabe zu handeln. Auf der zweisprachigen alger. Wattar-Seite
(http://www.wattar.cv.dz/) findet sich als Geburtsjahr 1936.
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus © |
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |
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