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Literarisches Portrait: Syl Cheney-Coker
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"Chenjerai Hove ist ein außergewöhnlich humorvoller, geistreicher und lebenslustiger Mann. Sein Charme weiß stets die Besucher seiner Lesungen zu betören." - Trjanow/Ripken, in: Afrikanissimo. | |||||||||||||||||||
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1) "Wir haben nicht viel unterrichtet", sagt Chenjerai Hove in einem Interview, "weil es der Höhepunkt des Krieges war und wir immer in den Bergen waren, um Essen zu bringen oder Nachrichten von einer Guerilla-Gruppe zur anderen zu überbringen und solche Sachen". - Vgl. Zimbabwe: Mugabe Held at Gunpoint. | |||||||||||||||||||
2) Im besagten Interview erzählt Hove, warum er den Lehrerdienst quittiert hat: Die schwarzen Lehrer verdienten immer noch weit weniger als die weißen Kollegen und streikten. Gleichzeitig streikten auch die Krankenschwestern für mehr Lohn. In einem Fernsehauftritt tat Robert Mugabe diesen Streik mit der Bemerkung ab, diese Berufsgruppen hätten ja nichts für die Revolution getan. Während seiner Dienstzeit auf dem Lande habe es einen Monat gegeben, in dem ihm nur einige Cents seines Gehalts geblieben waren, weil das Meiste für Schuhe und Kleidung für die Kämpfer ausgegeben habe. Die Äußerung habe ihn so geärgert, dass er den Dienst quittiert habe. - Vgl. Zimbabwe: Mugabe Held at Gunpoint. | |||||||||||||||||||
3) Die Gedicht-Anthologie erschien anlässlich der Unabhängigkeit Simbabwes verspätet im darauf folgenden Jahr 1981. | |||||||||||||||||||
4) Chenjerai Hove schreibt sowohl in Englisch als auch in Schona, der Sprache des größten Volkes in Simbabwe. | |||||||||||||||||||
5) Die Gedichte von Hove, schreibt der simbabwische Kritiker Maurice Vambe, können als "Wellen der Opposition der sich verändernden Zustände von Ungerechtigkeit" gelesen werden.- Vgl. "Where is Chenjerai Hove’s Resistance?" v. Maurice Vambe | |||||||||||||||||||
6) Auf Initiative der Zimbabwe International Book Fair wird im Jahre 2002 eine Liste mit "Africa's 100 best books of the 20th Century" veröffentlicht. Chenjerai Hoves Roman Knochen wurde in diesen Kanon aufgenommen. Nach einem Vorschlag von Professor Ali Mazrui wurde in jahrelanger Arbeit auf internationaler Basis eine Liste erstellt. Aus 1521 Titeln wurde eine Shortlist von 500 erarbeitet. Schließlich wurden aus der veröffentlichten Liste im Februar 2002 unter dem Vorsitz des südafrikanischen Autors und Literaturwissenschaftlers Njabulo S. Ndebele die besten 100 Werke ausgewählt. | |||||||||||||||||||
6a) Vgl. Zimbabwe: Mugabe Held at Gunpoint. | |||||||||||||||||||
7) In Stadtgeflüster, wie die Shebeen Tales in der deutschen Übersetzung heißen, wird, indem der Autor auch einen Besuch auf dem Lande beschreibt, der immense Stadt-Land-Widerspruch in Simbabwe deutlich. | |||||||||||||||||||
8) "Als Thatcher, im Versuch die Bergarbeitergewerkschaft zu schwächen, die Bergwerke schließen ließ, gab es viel Arbeitslosigkeit", erzählt Hove. "Die Leute saßen nur so herum und ich versuchte, ihre Fähigkeiten , Gedichte oder Kurzgeschichten oder Aufsätze und solche Sachen zu schreiben, zu entwickeln". - Die ungenaue Formulierung des Autors erweckt den Eindruck, Thatcher hätte die Bergwerke in den 90er Jahren schließen lassen. Tatsächlich war sie nur bis 1990 als Premierministerin im Amt. Im großen Bergarbeiterkampf Mitte der 80er Jahre beschloss ihre Regierung die Schließungen, die teilweise aber erst zehn Jahre später realisiert wurden. Den Kern der Aussage betrifft diese Ungenauigkeit jedoch nicht.- Vgl. Zimbabwe: Mugabe Held at Gunpoint. | |||||||||||||||||||
9) Ancestors untersuche "die immer noch vitalen Verbindungen zwischen dem Volk und dessen präkolonialen Ahnen, eine Versöhnung zwischen Schona-Traditionen und dem modernen Leben propagierend", schreibt Katrin Berndt. Die drei Romane - Ancestors, Bones und Shadows - "formen eine metahistorische Trilogie, in welcher Hove versucht den lyrischen Ton und die dichte Sprache der Schona-Lyrik in den geschriebenen englischsprachigen Roman einfließen zu lassen". Vgl. Berndt, Katrin: Female Identity a.a.O. S. 43. | |||||||||||||||||||
10) Chenjerai Hove war damals Kolumnist der Zeitung The [Zimbabwe] Standard. Als solcher kritisierte er die Mugabe-Regierung anlässlich der steigenden Gewalt nach den Parlamentswahlen des Jahres 2000. Einige Leute wie Mugabe, schrieb er, seien so machthungrig, dass es sie nicht kümmerte, wenn Menschen niedergemetzelt würden. Die Situation wurde mit den Präsidentschaftswahlen von 2002 verschärft. Hove blieb bei seiner Kritik und wurde von Freunden in der Sicherheitspolizei gewarnt. Er würde sicher nicht verhaftet werden, um keine internationale Aufmerksamkeit zu erregen, aber ein "Unfall" könnte ihm widerfahren. Persönliche Freunde im Ausland, wie Wole Soyinka, übten Druck auf ihn aus. Ob er vorhabe, ein zweiter Ken Saro-Wiwa zu werden. Er müsse das Land verlassen. Schließlich entschied er sich für diesen Schritt und rief Wole Soyinka und den amerikan. Schriftsteller Russell Banks an und erkundigte sich, wohin er sich wenden könne. Sie vermittelten ihm die Zuflucht über das International Parliament of Writers.- Vgl. Zimbabwe: Mugabe Held at Gunpoint. | |||||||||||||||||||
Wichtigste
Quellen: Afrikanissimo, Afrikan. Lesebuch; Hg.: Ilija Trojanow/Peter Ripken, Wuppertal 1992 LIBRARY OF CONGRESS ONLINE CATALOG Zimbabwe: Mugabe Held at Gunpoint, Says Exiled Writer, Interview mit Chenjerai Hove v. Charles Cobb, Jr., auf: allAfrica.com. vom 7. Mai 2008 Berndt, Katrin: Female Identity in Contemporary Zimbabwean Fiction, Bayreuth African Studies 73. Bayreuth 2005 Wikipedia als Quelle? Sicher ist bei der Zusammenstellung v.a. der Bibliografie auch das größte Lexikon der Menschheit vertreten, aber niemals ohne zumindest einen Quervergleich vorzunehmen mit den unterschiedlichen nationalen Versionen, in diesem Fall der englischen und deutschen. Treten wie in diesem Fall Widersprüche auf, hilft die oben gelistete Online-Ausgabe des Katalogs der Washingtoner Nationalbibliothek. |
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Poesie-Festival von Medellin | |||||||||||||||||||
"Where is Chenjerai Hove’s Resistance?" v. Maurice Vambe, auf Zimbabwe Poetry International Web | |||||||||||||||||||
"Macht nichts, Schwester, das ist unser Zuhause", Auszug aus Stadtgeflüster. (Inzwischen entfernt, 02/2016!) | |||||||||||||||||||
2008-2016 © by Janko Kozmus |
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(noch nicht aufgenommen) | |||||||||||||||||||
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Shimmer Chinodya | |||||||||||||||||||
Yvonne Vera | |||||||||||||||||||
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The Herald berichtet über Wellingtone Kusemas Gedichtband Lazarusse und Divas, 2012 | |||||||||||||||||||
Financial Gazette, Des Landes kollektives Gedächtnis, gemeinsam konserviertes Gewissen, 2012 | |||||||||||||||||||
NewsDay, Zeitungsverkäufer bedroht, 2011 | |||||||||||||||||||
The Standard, Herausgeber von The Standard verhaftet, 2008 | |||||||||||||||||||
The Standard, Ngugi Wa Mirii stirbt im simbabwischen Exil, 2008 | |||||||||||||||||||
The Herald berichtet von der Vergabe des simbabwischen Verlegerpreises 2007 | |||||||||||||||||||
The Standard, 150 Simbabwer suchen Asyl in Botsuana, 2007 | |||||||||||||||||||
The Standard, Mordenthüllung an Befreiungshelden in Buchform angekündigt, 2006 | |||||||||||||||||||
The Standard über die Kinderarbeit auf den neuen kommerziellen Farmen, 2006 | |||||||||||||||||||
Chronicle, Über Entschädigungsforderungen zwangsumgesiedelter Menschen am Lake Kariba, 2005 | |||||||||||||||||||
Chronicle, Über den Schwarzmarkthandel in Victoria Falls, 2005 | |||||||||||||||||||
The Herald, Simbabwe, Polizeieinsatz gegen illegalen Wohnungsbau, 2005 | |||||||||||||||||||
The Standard über die Folgen der Säuberungskampagne an den Schulen, 2005 | |||||||||||||||||||
The Herald berichtet von einem Mann, der wegen Sodomie vor Gericht steht, 2005 | |||||||||||||||||||
The Herald berichtet über illegales Goldschürfen in Simbabwe, 2004 | |||||||||||||||||||
The Standard, Über Unterernährung in Simbabwe, 2004 | |||||||||||||||||||
Die Allgemeine Zeitung aus Namibia über den Ertstlingsroman der simbabwischen Autorin Alexandra Fuller, 2002 | |||||||||||||||||||
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