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| TAHAR
BEN
JELLOUN
(
* 1944) |
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| 1944
Am 1. Dezember wird T.BJ. in Fes, Marokko,
geboren.
1940er
Besuch einer Koranschule.
1950er
Besuch einer zweisprachigen (marokk.-frz.) Grundschule
in Fes.
1955
Umzug der Familie nach Tanger, weiterhin Besuch der
Grundschule. |
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1956
Eintritt ins Gymnasium Ibn Al Khatibr, vorwiegend französischspr.
Unterricht. Nach Abschluss Wechsel ins französischspr. Gymnasium
Regnault. |
1963
Erfolgreicher Abiturabschluss. |
1960er
Studium der Philosophie an der Universität in Rabat. |
1965
Teilnahme an Studentenrevolte. |
Juli
1966
Unfreiwillige Unterbrechung des Studiums: Wegen des Verdachts,
die Demonstrationen vom März 1965 organisiert zu haben, gemeinsam
mit 94 anderen Studenten Zwangsversetzung in militärische
Straflager, zunächst nach El Hajeb, dann nach Ahermemou,
im Osten Marokkos. |
Januar
1968
Entlassung aus dem Militärlager, Wiederaufnahme des
Studiums.
Oktober
Beginn der Tätigkeit als Philosophielehrer am Gymnasium Charif
Idrissi in Tétouan.
L'Aube
des dalles, erste Veröffentlichung eines Gedichts (das
er heimlich in einem der Militärcamps verfasst hatte) im
Magazin Souffles. |
1970
Versetzung nach Casablanca, ans dortige Gymnasium Mohamed V.
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1971
verlässt er seine Heimat Marokko und geht nach Frankreich[1].
Hommes
sous linceul de silence (Menschen unter einem Leichentuch
des Schweigens), Gedichte. Casablanca. |
1972
Cicatrices du soleil (dt: Narben der Sonne), Gedichte.
Paris.
Technique
d'un viol (Die Technik einer Vergewaltigung), erste Veröffentlichung
in Le Monde des Livres. Eine Polemik gegen Paul
Bowles [2]. |
1973
Harrouda (dt: Harrouda, Übersetzung: Horst Lothar
Theweleit. Berlin, DDR 1985. Berlin 1990. Reinbek 1993.), Roman.
Paris
La
Réclusion solitaire (Einzelhaft), Roman. Paris. |
1974
Grains de peau. Asilah ... mémoire d'enfance (Körner
der Haut. Asilah ... Kindheitserinnerungen), Gedicht. Casablanca.
Arbeit
an einer Reportage über die Pilgerfahrt nach Mekka für
Le Monde, die als dreiteilige Serie im Januar des folg.
Jahres erscheint. |
1976
Les amandiers sont morts de leurs blessures (dt: Die Mandelbäume
sind verblutet. Übersetzung: Helmut T. Heinrich. Mainz
1996 u. Berlin, Weimar 1979) Gedichte. Paris.- Gedichte und Kurzprosa
zu den Schwerpunktthemen Liebe und Tod.
La
Mémoire future. Anthologie de la nouvelle poésie
du Maroc (Das zukünftige Gedächtnis. Anthologie
der neuen marokkanischen Poesie). Paris.
Chronique
d’une Solitude (Chronik einer Einsamkeit), Theaterstück.
Ausgezeichnet mit dem Prix de l'amitié Franco-Arabe.
|
1977
La Plus Haute des solitudes (dt: Die tiefste der Einsamkeiten,
Übersetzung: Dorothe Schnyder. Basel/Frankfurt/M 1986. Reinbek
1989.), Sozialpsychiatrische Studie. Paris. |
1978
Moha le fou, Moha le sage (dt: Der
Gedächtnisbaum, Übersetzung: Christiane
Kayser, Berlin 1989. Reinbek 1992), Roman. Paris.
Ausgezeichnet mit dem Prix de Bibliothécaires de France
et de Radio Monte-Carlo 1978 für Moha le Fou, Moha
le Sage. |
| 1979
Die Mandelbäume sind verblutet. Narben der Sonne.
Die Rede des Kamels. (Les amandiers sont morts de leurs
blessures. Cicatrices du soleil. Le discours du chameau.).
Übersetzung: Helmut T. Heinrich. Berlin, DDR. Mainz 1996.
T.BJ.
interviewt Jean Genet für Le Monde (9.11) anlässlich
einer im Parlament eingebrachten Gesetzesvorlage, die die Rechte
von Immigranten beschneiden sollte. |
1980
A l'insu du souvenir (Im Unwissen der Erinnerung), Gedichte.
Paris. |
1981
La Prière de l'absent (dt: Das Gebet für den
Abwesenden, Übersetzung: Horst Lothar Theweleit. Berlin
1990. Zürich 1996), Roman. Paris. |
1982
Haut Atlas. L'exil de pieress (Hoher Atlas. Exil der Steine).
Mit Fots v. Philippe Lafond. Paris. |
1983
L'Ecrivain public (dt: Der öffentliche Schreiber,
Übersetzung: Horst Lothar Theweleit. Berlin DDR 1987.
Zürich 1995.), Roman. Paris.
Ausgezeichnet
als Chevalier des Arts et des Lettres. |
1984
La Fiancée de l'eau (Die Braut des Wassers), Theaterstück.
Entretien
avec M. Said Hammadi, ouvrier algérie (Gespräch
mit Monsieur Said Hammadi, algerischer Arbeiter), Theaterstück.
Hospitalité
francaise (Französische Gastfreundschaft), Essay. Paris.
- Ein Bericht über den Rassismus im Frankreich der Jahre
1980 bis 1990 und die Entwicklung des antirassistischen Kampfes. |
1985
L'Enfant de sable (dt: Sohn ihres Vaters, Übersetzung:
Christiane Kayser. Berlin 1986. Reinbek 1989),
Roman. Paris. - Die Protagonisten Zahra, die von ihrem Vater wie
ein Sohn erzogen wurde, bricht mit der Familie und macht sich
auf die Suche nach ihrer Weiblichkeit. |
1987
La Nuit sacrée (dt: Die Nacht der Unschuld,
Übersetzung: Eva Moldenhauer. Berlin 1988. Reinbek 1991),
Roman. Paris.
Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt für La Nuit
sacrée. |
Ausgezeichnet mit dem Ritterorden der frz. Ehrenlegion:
Chevalier de la Legion d'Honneur. |
1990
Jour de silence à Tanger (dt: Tag der Stille in Tanger,
Übersetzung: Uli Aumüller. Reinbek 1991), Kurzroman.
Paris. |
1991
La remontée des cendres (Das Wideraufsteigen der Gefallenen),
Frz.-arabische Gedichte. Paris.
Les
yeux baissés (dt: Mit gesenktem Blick, Übersetzung:
Uli Aumüller. Reinbek 1992. Reinbek 1994), Roman. Paris.
Ausgezeichnet mit dem Prix Hémisphéres für
Les yeux baissés.
AIberto
Giacometti & Tahab Ben Jelloun, Bildband. Texte: Ben Jelloun.
Paris. |
1992
L'Ange aveugle (dt: Der blinde Engel, Übersetzung:
Christiane Kayser. Reinbek 1994), Erzählungen[3].
Paris. |
1994
L'Homme rompu[4]
(dt: Der korrumpierte Mann, Übersetzung: Christiane
Kayser. Reinbek 1995, Reinbek 1996), Roman. Paris.
La
Soudure fraternelle (Die brüderliche Naht), Autobiographische
Texte. Paris.
Ausgezeichnet mit dem Prix Méditerraneée
für L'Homme rompu und La Soudure fraternelle.
Ausgezeichnet von der Fondation Noureddine-Aba mit dem
Grand Prix littéraire du Maghreb. |
1995
Le premier amour est toujours le dernier (dt: Die erste
Liebe ist immer die letzte, Übersetzung: Christiane Kayser.
Reinbek 1997. Berlin 2002), Erzählungen. Paris.
Poésie
complète (Sämtliche Gedichte). Paris.
Rachid,
l'enfant de la télé, Jugendroman. |
1996
Les Raisins de la galère (dt: Die Früchte der
Wut[5];
Übersetzung: Christiane Kayser. Berlin 2007; Studienausgaben:
Les Raisins de la galère. Lernmaterialien,
Leipzig 1999 u. Lektüreschlüssel,
Leipzig 2006), Roman. Paris. - Die Wut, von der im Titel die Rede
ist, bezieht sich auf die Protagonistin, die mit ihrer Familie,
im Vorort Resteville lebend, stellvertretend für die Beurs
steht, wie die (nord-)afrikanischen Einwanderer in Frankreich
genannt werden. Nadia und ihre Schwester, die einem Jungen namens
Kader zur Frau gegeben wird, sind einer doppelten Unterdrückung
ausgesetzt. Einmal der "ganz normalen" Ausgrenzung im
Gastland, zum anderen der Unterdrückung in der eigenen Familie.
Nadia muss sich vor dieser rechtfertigen, da sie nicht bereit
ist, das traditionelle Kopftuch zu tragen und ihre Schwester wird
einer anderen Demütigung unterzogen: Nach der Hochzeitsnacht
wird das Bettlaken nach den Spuren ihrer vorehelichen Jungfernschaft
geprüft; die Blutflecken lassen den jungen Bräutigam
vor Stolz anschwellen.
L'être
et le néant (Das Sein und das Nichts), Erzählung,
in: Le temps des clans (S. 62-69). Paris.
L'imaginaire
dan les sociétés maghrébines (Das Imaginäre
in den maghrebinischen Gesellschaften), Essay, in: Maria Angels
Roque (Hg.): Les cultures du Maghreb (S. 133-146). Paris.
Voyage
au Maroc de Tahar Ben Jelloun. Mémoire d'en face (dt:
Reise ins Land des Tahar Ben Jelloun. Erinnerungen an daheim).
Fernsehfilm. Drehbuch: Tahar Ben Jelloun. Regie: Guy Saguez. Frankreich/Deutschland
1996. |
| 1997
Le Racisme expliqué à ma fille
(dt: Papa, was ist ein Fremder? Berlin 1999), Essay.
Paris.
La
Nuit de l'erreur (dt: Zina oder Die Nacht des Irrtums.
Reinbek 1999), Roman. Paris.
Längerer
Ägyptenaufenthalt. |
| 1999
L'Auberge
des pauvres (dt: Labyrinth der Gefühle, Berlin
2001), Roman. Paris. |
2000
Juror bei der Biennale, dem Filmfestival von Venedig. |
2001
Cette aveuglante absence de lumière (dt: Das Schweigen
des Lichts, Berlin 2001), Roman. - Beschrieben werden die
Zustände in dem - inzwischen geschlossenen - marokkanischen
Gefangenenlager Tazmamart. Dem Roman liegt eine wahre Geschichte
zugrunde [6].
Autopsie
d'un mensonge (Autopsie einer Lüge), Dokumentarfilm,
Regie: Jacques Tarnero, mit Tahar Ben Jelloun, Christophe Bourseiller,
Jean-Yves Camus. |
2002
L'Islam expliqué aux enfants (dt: Papa, was ist
der Islam?. Berlin 2002), Essay.
Die
Schule der Armen, Kinderbuch mit Illustrationen v. Charley
Case.- Über Kinderarbeit in einem kleinen afrikanischen Dorf. |
2003
Amours sorcières (Hexenlieben), Paris. - 20 Erzählungen
von der Liebe, in ihrer körperlichen, der leidenschaftlichen
und der verräterischen Form. |
| 2004
Le dernier ami (dt: Der letzte Freund, Übersetzung:
Christiane Kayser, Berlin 2004), Kurzroman.- Die Geschichte
einer lebenslangen Freundschaft. Als einer der Freunde an Krebs
erkrankt, verschweigt er dies dem anderen, um ihn damit nicht
zu belasten. Beide erzählen ihre Version der Geschichte.
Vom dramatischen Ende berichtet ihr gemeinsamer Freund Ramon.
Im
Juni erhält T.BJ. den mit 100 000 EURO dotierten irischen
Literaturpreis IMPAC für Das Schweigen des Lichts.
La belle au bois dormant
(dt: Dornröschen, Übersetzung: Christiane Kaiser.
Berlin 2005). Märchen.[7]
Die
Araber in Frankfurt: Zirkus! Zirkus![8],
Artikel in der ZEIT v. 02.09.04, Übersetzung
aus dem Französischen von Christiane Kayser. |
2005
Papa, woher kommt der Hass?[9]
Kinderbuch mit Illustrationen v. Charley Case. Aus dem Französischen
v. Christiane Kayser. Berlin 2005. - Gespräch des Autors
mit seiner Tochter. |
2006
Partir (dt: Verlassen, Übersetzung: Christiane
Kayser, Berlin 2006), Roman. Paris 2006. - Vor dem Hintergrund
illegaler Einwanderung nach Europa wird die Geschichte des marokkanischen
Protagonisten Azel, der nach Barcelona ins Exil geht, erzählt. [10]
Beim Kulturfesival "Lazio zwischen Europa und dem Mediterranum"
wird Ben Jelloun mit dem Spezialpreis Dialog für
seine Leistungen im Dialog mit dem Islam ausgezeichnet
Ausgezeichnet
mit dem Premio Roma in der Sektion bester ausländischer
Roman für Mia madre, la mia bambina (Meine Mutter,
mein Kind). |
2008
Sur ma mère (Yemma - Meine Mutter, mein Kind; Übersetzung:
Christiane Kayser. Berlin 2007 [11])
— "... das bewegende Zeugnis der Liebe eines Sohnes,
der das unaufhaltsame geistige Verlöschen seiner Mutter bis zu
ihrem Tod begleitet. Und eine stille Erinnerung daran, dass ungeachtet
aller Forschungsbemühungen um die Alzheimer-Krankheit eines der
wichtigsten 'Heilmittel' bereits zur Verfügung steht: menschliche
Nähe.." (Verlagstext) |
2009
Au pays[12] ,
Roman. Paris 2009.- Der Roman erzählt die Geschichte von
Mohamed, der als junger Mann von Marokko nach Frankreich eingewandert
ist. Nach Jahrzehnten Arbeit geht er in Rente, aber was soll er
mit der neuen Freiheit, der vielen Zeit anfangen? Er entschließt
sich, nach Marokko zurückzugehen, um dort ein Haus zu bauen.
Ein großes Haus will er bauen, in dem jedes seiner fünf
Kinder sein eigenes Zimmer hat. Sie werden ihm nachfolgen und
mit ihm und ihrer Mutter in diesem Haus leben. Er wird sie an
der Schwelle des Hauses in einem alten Lehnstuhl erwarten und
sie werden nicht kommen. Er wird daran zerbrechen. |
| T.BJ.
ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Er lebt und arbeitet
in Paris und verweilt für jeweils mehrere Monate im Jahr
in seiner Heimat Marokko. |
| |
| "Gerade
hat Tahar Ben Jelloun die Schwelle übertreten: Er ist von
gewaltiger Statur und stellt einen grünen Filzhut zur Schau.
Ohne zu zögern kommt er auf meinen Tisch zu und setzt sich.
Der Blick ist durchdringend, der Händedruck fest und das
Lächeln, hinter einem kurzen weißen Bart versteckt,
gutmütig." - Prune Antoine, Paris, 28.01.2006 (anlässlich
eines Interviews im Pariser Café de Flore), Übersetzung:
Markus Quetsch, cafebabel.com. |
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| 1)
T.BJ. selbst gibt als Grund, seine Heimat zu verlassen, die
Verfügung des Innenministeriums an, im selben Jahr den
Philosophieunterricht an Gymnasien zu arabisieren. Da er dafür
nicht ausgebildet gewesen sei, habe er sich dazu entschlossen.
Am 11.9.71 sei er in Paris angekommen, habe in einem Studentenwohnheim
Aufnahme gefunden und durch eine karikative Organisation 500
Franc monatliche Unterstützung erhalten.
2) T.BJ. spricht
sich gegen die von P. Bowles (der schon seit den den 40er Jahren
in T.BJ.'s zweiter Heimatstadt Tanger lebt) protokollierte und
veröffentlichte mündlich überlieferte Literatur
des Landes aus. Sein Angriff gegen Bowles gipfelt in dem Verdacht,
dieser würde die unter dem Namen Mohammed Mrabet veröffentlichten
Geschichten selbst schreiben, da der Analphabet Mrabet nicht
in der Lage sein könne, solche Literatur zu verfassen.
- Dies ist der erste Artikel v. T.BJ, den er in der angesehenen
Tageszeitung Le Monde veröffentlicht, es folgen
Dutzende von anderen bis in die Gegenwart hinein. Er kommentiert
Neuerscheinungen aus der arabischen Buchwelt und wird zu einem
Literaturpapst für arab. Literatur - vergleichbar mit Reich-Ranicki
hierzulande - hochstilisiert. Seine Artikel werden in vielen
europ. Tageszeitungen u. Periodika, wie auch in der ZEIT
übernommen. Zudem äußert er sich zu verschiedenen
kulturellen u. politischen Ereignissen, die den islamischen
Kulturraum betreffen. Zuletzt wurde er beispielsweise im Spiegel
(13/2004) über den Anschlag v. 11.3.2004 in Spanien befragt.
3) Grundlage
der Erzählungen ist eine zwei Monate währende Reise
des Autors zusammen mit seinem italienischen Übersetzer
Egi Volterrani durch den Süden Italiens auf den Spuren
der Mafia und der Camorra in Neapel und in Kalabrien. Gespräche
mit den Menschen auf der Straße, Prozeßakten und
die Lektüre regionaler Zeitungen verdichteten sich zu diesen
15 Erzählungen.
4) Der Autor
selbst äußerte sich anlässlich der Verleihung
des Prix Méditerranée für den Roman folgendermaßen:
"Das ist ein Roman in der Form einer Chronik, der von Mousard,
einem armen und intergren Mann handelt, der schließlich
akzeptieren wird, in die Sippschaft derjenigen einzutreten,
die zu den ‚Umschlägen' greifen. Das ist das konkrete und
reale Leben und beinhaltet dieses Mal sehr wenig an Lyrik und
Traum". Vgl. "Le prix Méditerranée mérite
bien son nom", in: l'Humanité v. 15.04.94
5) Erst jetzt
- 2007 - erscheint die dt. Übersetzung, Das Original Les
Raisins de la galère erschien bereits 1996, eine
Studienausgabe in Französisch mit Erklärungen der
schwierigsten Vokabeln gab Reclam 1999 heraus.
6) 1971 nach
dem gescheiterten Militärputsch gegen König Hassan
II wurden die beteiligten Offiziere 18 Jahre lang im Wüstenlager
Tazmamart eingekerkert. Unter den 28 Überlebenden nach
Schließung des Lagers war auch Aziz Binebine. Dessen Bruder,
der Schriftsteller Mahi Binebine, hat diese Geschichte dem befreundeten
T.BJ. erzählt, der sie als Grundlage für diesen Roman
verwendete. Obwohl Mahi Binebine den Roman für gelungen
hielt, ist die Freundschaft zwischen den beiden infolge der
Kontroverse um das Buch zerbrochen.
Zudem wurde T.BJ. von Überlebenden vorgeworfen, er habe,
als das Lager noch existierte, zu den Verhältnissen geschwiegen.
Einer derjenigen, der diesen Vorwurf erhob, Ahmed Marzouki,
ebenfalls Überlebender des Lagers Tazmamart, veröffentlichte
selbst ein Buch zu diesem Thema: Tazmamart cellule 10
(Tazmamart Zelle 10). (Vgl. Le Monde v. 05.01.2001 u.
11.01.2001)
7) Eines der
bekanntesten Märchen v. Ben Jelloun auf Orientalisch erzählt.
8) Schwerpunktthema
der diesjährigen Frankfurter Buchmesse ist die arabische
Welt - 5 Länder, Algerien, Marokko,
der Irak,
Kuwait und Libyen, haben ihre Teilnahme aus unterschiedlichen
Gründen abgesagt -. Die arabische Welt als Ganzes stelle
ein Problem dar, so Ben Jelloun, denn die "arabische Welt
existiert gar nicht, zumindest nicht als homogenes Ganzes".
Unterschiedliche politische Systeme und kulturelle Vielfalt
haben die Einheit der arabischen Völker in der Vergangenheit
verhindert. Auch im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse behinderten
Konflikte zwischen den arabischen Ländern, "die hinter
den Kulissen brodeln", ein einheitliches Auftreten. Viele
Länder würden nur ihre sog. "Hofdichter"
zur Buchmesse entsenden. Ben Jelloun fordert deshalb: "Die
Messe sollte den zahlreichen Exilierten einen Platz einräumen."
(...) (Vgl. DIE ZEIT v. 02.09.2004)
9) Das Buch
Papa, woher kommt der Hass? ist eine Fortführung
des ersten Gesprächs des Autors mit seiner Tochter, erschienen
als Le Racisme expliqué à ma fille (1997,
dt: Papa, was ist ein Fremder? 1999), in dem er mit ihr
über Rassismus spricht. Das neue Buch berücksichtigt
die veränderte Lage nach den Anschlägen v. 11.09.2001
in New York. Es scheint auf eine Initiative des Rowohlt Verlags
zurückzugehen, zumindest ist weder auf der offiziellen
(frz.) Tahar Ben Jelloun-Seite noch bei amazon.fr ein
Original zu entdecken. Dafür spricht auch die Tatsache,
dass in dem Buch im Zusammenhang mit der Frage der Integration
der zweiten Generation der Einwanderer viel von Berliner Verhältnissen
die Rede ist, wo "Bürger nicht deutscher Herkunft
besser integriert" seien als in Frankreich, wie die Rezensentin
der Berliner Morgenpost (v. 11.11.2005) Bettina Göcmener
schreibt. - Apropos Berliner Morgenpost, sie hält
sich strikt an die alte Rechtschreibung; selbst der Buchtitel
Papa, woher kommt der Hass? wird umgewandelt: Papa,
woher kommt der Haß?
10) "In
40 kleinen Kapiteln", schreibt Romain Leick in der SPIEGEL-Rezension,
"hat Ben Jelloun ein nüchternes und genaues Mosaik
der Verlassenheit zusammengefügt. ... das Exil, erträumt
als paradiesischer Ort der Befreiung, ist lediglich das Spiegelbild
des heimischen Gefängnisses, aus dem Azel floh".
11) Dieses Buch
erschien zunächst in der dt. Übersetzung (und auch
in italienischer Übersetzung), dann erst im frz. Original.
12)
Dieses Buch ist die Fortsetzung des 1977 erschienenen Essays
La plus haute des solitudes (Die
tiefste der Einsamkeiten) als Roman.
Wichtigste Quelle im Internet: Die offizielle Tahar
Ben Jelloun-Seite .
Wichtigste Quelle neben dem Internet: KLfG
(Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur,
edition text+kritik) |
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Die
offizielle Tahar Ben Jelloun-Seite (in frz. Sprache).
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| Interview
v. Martina Meister in der Frankfurter Rundschau v. 24.10.2001. |
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KLfG
(Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition
text+kritik) |
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| 2004-2009
© by Janko Kozmus |
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Moha der Verrückte, Moha der Weise (zu:
Der
Gedächtnisbaum) |
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Mohammed Khaïr-Eddine, Marokko |
Alaa al Aswani, Ägypten |
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Assia Djebar, Algerien
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Tarek Eltayeb, Sudan |
Gamal al-Ghitani, Ägypten |
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Khalil Gibran, Libanon
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Yasmina Khadra, Algerien |
Sahar Khalifa, Palästina |
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Elias Khoury, Libanon
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Ibrahim al-Koni, Libyen
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Amin Maalouf, Libanon
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Nagib Machfus, Ägypten
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Alia Mamduch, Irak
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Rafik Schami, Syrien/Deutschland
|
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Nawal El Saadawi, Ägypten
|
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Miral al-Tahawi, Ägypten
|
Boualem Sansal, Algerien |
Hamid Skif, Algerien |
Najem Wali, Irak |
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Mustafa Zikri, Ägypten
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