Literatur
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   und Migration
 
AUTOREN
BUCHTITEL 
Alaa al-Aswani - Ägypten / USA
Tahar Ben Jelloun - Marokko / Frankreich
Amma Darko - Ghana / Deutschland
Fatou Diome - Senegal / Frankreich
Tarek Eltayeb - Sudan / Österreich
Abbas Khider - Irak / Deutschlandi
Tajjib Salich - Sudan / England
Hamid Skif - Algerien / Deutschland

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2008

Bibliografische Angabe Abbas Khider: Der falsche Inder, Roman. Hamburg 2008. -
Absatz Der Roman erzählt die Geschichte eines jungen Irakers, der sich nach politischer Haft als Illegaler durch Nordafrika und Europa auf der Flucht befindet. Dieser konkrete Inhalt wird eingefasst von einem quasi mystischen Rahmen: Im ICE-Zug Berlin-München findet sich ein Manuskript, das dem Entdecker seine eigene Geschichte in acht Versionen enthüllt.

2007
Bibliografische Angabe
Alaa al-Aswani: Shikaju : riwayah (dt: Chicago; aus dem Arabischen v. Hartmut Fähndrich; Basel 2008). Roman. Kairo 2007 -
Absatz Am histologischen Institut der Chicagoer Universität treffen sich Studenten und Dozenten, Amerikaner und Ägypter und ein Ägypter der amerikanischer sein möchte als die Amerikaner selbst. Er, Professor am bewussten Institut, steht im Mittelpunkt dieses Romans, der Privates und Politisches miteinander verknüpft, der arabische und amerikanische Identitäten aufeinanderprallen lässt.

2006
Bibliografische Angabe
Tarek Eltayeb: Bayt An-Nakhil (dt: Das Palmenhaus; Übersetzung aus dem Arabischen: Ursula Eltayeb. Berlin 2007), Roman. Kairo 2006. -
Absatz Protagonist des Romans Das Palmenhausist der Sudanese Hamza, bekannt aus "Städte ohne Dattelpalmen". Nach Jahren der Tristesse, der Billigjobs, des Überlebens mehr als des Lebens in der österreichischen Hauptstadt lernt er Sandra kennen. Sie erzählt ihm von dem Palmenhaus und führt ihn anlässlich seines Geburtstags dorthin. Die Gerüche und die Wärme umfangen Hamza, sodass er sich augenblicklich wohl zu fühlen beginnt, ein Stück Heimat mitten in Europa. Von nun an wird er immer wieder herkommen und sich seinen Erinnerungen hingeben.

2006
Bibliografische Angabe Hamid Skif:
La géographie du danger (dt: Geografie der Angst. Aus dem Französischen: Andreas Münzner. Hamburg 2007), Roman. Paris 2006. Der Roman erzählt die beklemmende Geschichte eines illegalen Einwanderers, der sich seit Monaten bei dem homosexuellen Studenten Michel versteckt, der in diesen verliebt ist. Gefahr zieht auf, als Michel entdecken muss, dass sich der "Illegale" für die Tochter eines Nachbarn interessiert.
Absatz Rezension: Die letzte Station
Michel, Student und "ein Sympathisant einer verlorenen Sache", wie der illegale Einwanderer und Ich-Erzähler ihn nennt, mietete unter falschen Namen eine Unterkunft für ihn. Weil die Polizei verschärft nach seinesgleichen sucht, traut er sich irgendwann nicht mehr auf die Straße. Von den letzten Reserven lebend, beginnt sein Eremitendasein. Er scheint die letzte Station innerhalb der Geografie der Angst erreicht zu haben. Wie vom Schlepper instruiert, hatte er all die typischen Orte dieser Geografie gemieden: "Bahnhöfe, Einwanderergettos, Metrostationen, heiße Viertel, Bars, Eingänge von Kaufhäusern, Stadien oder zwielichtige Dancings". Nun ist diese Warnung überflüssig geworden, er ist eingeschlossen und lässt den Leser an seinem äußerlich begrenzten, doch von Erinnerungen und Phantasien reichen Leben teilhaben.
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2003
Bibliografische Angabe
Fatou Diome: Le Ventre de l’Atlantique (dt: Der Bauch des Ozeans; Übersetzung: Brigitte Große. Zürich 2004), Roman. Paris 2003. -
Absatz Der Bauch des Ozeans ist ein stark autobiografisch eingefärbter Roman, in dessen Mittelpunkt das Geschwisterpaar Madické und Salie steht. Die große Schwester Salie, die wie die Autorin, einen frz. Entwicklungshelfer heiratet und in Frankreich landet, verabredet sich mit Salie zu den im Fernsehen übertragenen Fußballspielen, weil sie so ihrem kleinen Bruder nahe sein kann. Der leidenschaftliche Kicker Madické träumt von einer Fußballerkarriere in Europa. Die inzwischen desillusionierte Salie, die Ich-Erzählerin des Romans, erzählt ihm die Wahrheit über die Migranten in Frankreich, die, zurück in der Heimat, alles Leiden verschweigen und die Rolle vom erfolgreichen Rückkehrer mimen. Auch von Moussa berichtet sie, dem großen Fußballtalent, der den vielversprechenden Anfang in Frankreich schaffte, dann aber in die Hände jener Leute geriet, die den schwachen rechtlichen Status der Einwanderer auszunützen wissen ...
1996
Bibliografische Angabe
Tahar Ben Jelloun: Les Raisins de la galère (dt: Die Früchte der Wut; Übersetzung: Christiane Kayser. Berlin 2007; Studienausgaben: Les Raisins de la galère. Lernmaterialien, Leipzig 1999 u. Lektüreschlüssel, Leipzig 2006), Roman. Paris. -
Absatz Die Wut, von der im Titel die Rede ist, bezieht sich auf die Protagonistin, die mit ihrer Familie, im Pariser Vorort Resteville lebend, stellvertretend für die Beurs steht, wie die (nord-)afrikanischen Einwanderer in Frankreich genannt werden. Nadia und ihre Schwester, die einem Jungen namens Kader zur Frau gegeben wird, sind einer doppelten Unterdrückung ausgesetzt. Einmal der "ganz normalen" Ausgrenzung im Gastland, zum anderen der Unterdrückung in der eigenen Familie. Nadia muss sich vor dieser rechtfertigen, da sie nicht bereit ist, das traditionelle Kopftuch zu tragen und ihre Schwester wird einer anderen Demütigung unterzogen: Nach der Hochzeitsnacht wird das Bettlaken nach den Spuren ihrer vorehelichen Jungfernschaft geprüft; die Blutflecken lassen den jungen Bräutigam vor Stolz anschwellen.
 

1995
Bibliografische Angabe
Amma Darko: Beyond the Horizon (dt: Der verkaufte Traum. Übersetzung: Carmen Baerens. Stuttgart 1991), Roman. Oxford 1995. -
Absatz Die Geschichte der jungen Ghanaerin Mara, die ihre Kinder bei Verwandten lässt und ihrem Mann nach Deutschland folgt. Der hat inzwischen, um ein Bleiberecht zu erhalten, eine Deutsche geheiratet und zwingt Mara, sich zu prostituieren.

1992
Bibliografische Angabe
Tarek Eltayeb: Mudun Bila Nakhil (dt: Städte ohne Dattelpalmen; Übersetzung aus dem Arabischen: Ursula Eltayeb. Wien 2000), Roman, Köln 1992; Neuauflagen: Kairo 1994 und 2006. -
Absatz Protagonist ist der junge Hamza, der in einem sudanesischen Dorf gemeinsam mit der Mutter und seinen beiden Schwestern lebt, der Vater ist abwesend und so fühlt sich Hamza verantwortlich für die Familie. Auf der Suche nach Arbeit geht er zunächst in eine nahe gelegene Stadt, dann nach Kairo, schließlich findet er sich als Illegaler in Europa wieder, nur um irgendwann desillusioniert in seine Heimat zurückzukehren.

1966
Bibliografische Angabe
Tayyib Salih (Tajjib Salich): Mawsim al-Hijra ila al-Shamal (dt: Zeit der Nordwanderung; Übersetzung aus dem Arabischen: Regina Karachouli. Basel 1998; Sonderausgabe: Basel 2010), Roman, Beirut 1966. -
Absatz In dem kleinen sudanesischen Dorf, in das sich Mustafa Said, der Protagonist des Romans, zurückzieht, ahnt zunächst niemand von seiner vorangegangenen Odyssee. In betrunkenem Zustand verrät er sich fast und der Ich-Erzähler, ein junger Mann, der gerade sein Studium in England beendet hat, beginnt ihn zu hinterfragen. Um Schlimmerem vorzubeugen, erzählt Mustafa Said diesem seine Geschichte, von der Wanderung in den Norden, seinen wissenschaftlichen Erfolgen in Europa und bei dessen Frauen, die er mit orientalischer Schlitzohrigkeit zu gewinnen versteht, nur um sie wieder zu verlieren. - Zeit der Nordwanderung gilt seit langer Zeit als Klassiker der Begegnung, realistischer ausgedrückt: des Aufeinanderprallens von afrikanischer Tradition mit der westlichen Moderne. Der Roman wurde von der Jury des internationalen Buchfestivals in Harare/Simbabwe zu einem der 100 besten afrikanischen Bücher des 20. Jahrhunderts gewählt. Nach einem Vorschlag von Professor Ali Mazrui wurde im Jahr 2000 begonnen, auf internationaler Basis eine Liste zu erstellen. Aus ca. 1700 Titeln wurde eine Shortlist von ca. 500 erarbeitet. Schließlich wurden aus der veröffentlichten Liste im Februar 2002 unter dem Vorsitz des südafrikanischen Autors und Literaturwissenschaftlers Njabulo S. Ndebele die besten Bücher ausgewählt, die nun als die 100 besten Werke afrikanischer Literatur des 20. Jh.s gelten.