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AFRIKA-CHRONIK |
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LANDESCHRONIKEN |
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MAROKKO |
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Valentin Herzog,
Geschichten aus Marokko
Bilder des marokkanischen Starfotografen
Bruno Barbey aus über 30 Jahren, untermalt von poetischen
Texten des Nobelpreisträgers Le Clézio und seiner
Frau
Mohamed Choukri,
ins Englische übersetzt
v. Paul Bowles!
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DRISS CHRAIBI
DIE
ZIVILISATION, MUTTER!
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INSPEKTOR
ALI
IM TRINITY COLLEGE
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CHRONIK
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Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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MAROKKO
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···············································································
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24
(25?). Februar
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1304
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Ibn
Battûta, der später als "Marco Polo des Islam"
Berühmtheit erlangen wird, wird in Tanger geboren. |
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15.
Juli
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1926
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→ Driss
Chraibi, späterer marokk. Schriftsteller frz. Sprache,
wird in Mazagan - heute Al-Jadida - geboren. |
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25.
März
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1935
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Der künftige Schriftsteller → Mohamed
Choukri wird in Beni Chiker, im Rif-Gebirge geboren. |
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27.
Dezember
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1935
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→ Mohammed
Abed El Jabri,
der spätere Philosoph, wird in Figuig, im Süden des
Landes, in
eine Berberfamilie hinein geboren, die, indem sie die monarchisch
orientiert Istiqlal-Partei unterstützt, für die Unabhängigkeit
Marokkos kämpft. |
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8.
März
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1936
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In Tanger wird der künftige mündliche Erzähler
und Maler Mohammed Mrabet geboren; er ist von berberischer Abstammung,
sein Großvater war 1910 aus dem Rif-Gebirge eingewandert. |
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1938
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Der spätere Literaturwissenschaftler und Schriftsteller arabischer
Sprache Mohammed Barrada wird in Rabat geboren. |
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1942
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Im Norden des Landes, vor allem im Rif-Gebirge, herrscht große
Dürre. Viele Familien flüchten weiter in den Norden,
an die Küste, in Städte wie Asilah und Tanger, darunter
auch die Familie von → Mohamed
Choukri; der künftige Schriftsteller ist sieben Jahre
alt. |
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1.
Dezember
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1944
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→ Tahar Ben Jelloun,
späterer Schriftsteller frz. Sprache, wird in der östlichsten
der vier Königsstädte des Landes, in Fes geboren. |
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11.
Oktober
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1947
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Im marokkanischen Oujda wird der spätere Schriftsteller,
Verleger und militante Syndikalist Tewfik Allal geboren. |
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1959
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In der südlichsten der vier Königsstädte des Landes,
in Marrakesch, wird der künftige Schriftsteller und Maler
Mahi Binebine geboren. |
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1964
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Mohammed Mrabet lernt →
Paul Bowles kennen, der
seit 1947 in Tanger lebt. Bowles wird Mrabets Geschichten
auf Band aufnehmen, transkribieren und veröffentlichen. |
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1965
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In Rabats Zwillingsstadt Salé wird die künftige Schriftstellerin
Latifa Baqa geboren. |
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Anfang
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1966
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In Rabat erscheint die erste Nummer der frz.-sprachigen avangardistischen
Vierteljahresschrift Souffles (Atemzüge).
Herausgegeben wird sie von dem Lyriker Abdellatif Laâbi.
Neben seinen Gedichten stehen mehrere andere der Autoren Hamid El Houadri,
Mohammed Fatha, → Mohammed
Khaïr-Eddine und El Mostafa Nissaboury. Außerdem beinhaltet
die erste Nummer Auszüge einer Korrespondenz zwischen El Mostafa Nissaboury
und Mohammed Khaïr-Eddine sowie einen vom Herausgeber verfassten
Prolog. |
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April
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1966
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Schon die zweite Nummer der frz.-sprachigen Vierteljahresschrift
Souffles (Atemzüge) geht über den beabsichtigten
lyrischen Rahmen des Herausgebers Abdellatif Laâbi
hinaus.
Neben Gedichten von El Mostafa Nissaboury, Hamid el Houadri und
Abdelkébir Khatibi finden sich Prosatexte von → Mohammed Khaïr-Eddine
und Ahmed Bouânani, Besprechungen und Analysen von Mohammed Jabir,
Bernard Jakobiak und Abdellah Stouky, der vom ersten "Weltfestival
der Negerkünste" - → "le
festival mondial des arts nègres ou les nostalgiques de la
négritude (Das Weltfestival der Negerkünste oder die Nostalgie
der Négritude)" in Dakar, → Senegal,
berichtet. Daneben stehen Dossiers zum marokkanischen Film. Insgesamt
wird der Ton kritischer, die Rede ist unter anderem von einer
"Dekolonisation der Geschichte". |
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11.
September
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1971
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→ Tahar Ben Jelloun
kommt in Paris an. Er findet Aufnahme in einem Studentenwohnheim.
Zwei maßgebliche Gründe haben ihn bewogen, seine Heimatstadt
Tanger zu verlassen:
Zum
Einen die Verfügung des marokkanischen Innenministeriums,
im selben Jahr den Philosophieunterricht an Gymnasien, wo Ben
Jelloun unterrichtete, zu arabisieren. Da er dafür nicht
ausgebildet gewesen sei, habe er sich zur Emigration entschlossen.
Zum Anderen wollte er in Frankreich sein Psychologiestudium mit
einer Promotion krönen. |
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November
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1971
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Die Nummer 22 der frz.-sprachigen Vierteljahresschrift Souffles
(Atemzüge), hgg. von Abdellatif Laâbi, erscheint.
Neben den literarischen Beiträgen - von Abdellatif Laâbi
und Abdelwahab al Bayati (auch: → Abdel
Wahab al-Bayati) - gehören zum Inhalt auch rein politische
Themen, wie der palästinensische Befreiungskampf oder "Le
rôle des banques étrangères au Maroc" (Die Rolle ausländischer
Banken in Marokko v. Hassan Iqbal), "Dictature et démocratie
" (v. Abraham Serfaty) oder der klassenkämpferische
Beitrag v. Ahmed Tariq: "Le combat des mineurs de Khouribga"
(Der Kampf der Bergarbeiter von Khouribga). Dies wird die letzte
Ausgabe von Souffles sein, da sie bald darauf verboten
werden wird. |
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22.
Mai
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1973
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Der seit den 40er Jahren im marokkanischen Tanger lebende und
für seine Förderung einheimischer Schriftsteller bekannte
amerikanische Autor → Paul
Bowles schreibt an diesem Tag an seinen New Yorker Verleger:
"Danke für Deine Briefe ... Ich habe an die William
Morris-Agentur geschrieben und gebeten, Dir die Story Bachir
Alive and Dead von Choukri zu schicken. (...)" - Brief
aus Tanger an Daniel Halpern, Antaeus, New York, in: IN TOUCH,
The Letters of Paul Bowles, New York 1994, ÜE:
J.K.)
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31.
Juli
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1973
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Der 1935 in einfachen Verhältnissen geborene marokkanische
Schriftsteller Mohamed Choukri schreibt an diesem Tag zu einem
Treffen mit Tennessee Williams:
"Viertel nach fünf, nachmittags
Ich treffe ihn in der Nähe des Café de Paris. Er sieht
erschöpft aus. 'Vielleicht muß ich zum Arzt', sagt
er, 'seit zwei Tagen kann ich nicht richtig schlafen.'
Ich überreiche ihm die Nummer 10 der Zeitschrift Antaeus,
in der der erste Teil meines Tagebuchs Jean Genet in Tanger
erschienen ist." - Tagebucheintrag v. Mohamed Choukri, in:
Tennessee Williams in Tanger, Hamburg 1995 (Übersetzung
v. Doris Kilias). |
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9.
August
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1974
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"Ich
sitze mit meinem Freund Migido im Café Esquima. Plötzlich
sehe ich Genet vorbeigehen", schreibt der 39jährige
Mohamed Choukri in sein Tagebuch. Nach herzlicher Bergrüßung
sei er von Genet gefragt worden: "Was haben Sie aus Ihrem
Leben gemacht?" Voller Stolz habe er erwidert: "Ich
habe neue Bücher geschrieben. Einige sind ins Englische übersetzt
und veröffentlicht worden, andere noch nicht." (...)
"Ich habe ein kleines Büchlein über Sie geschrieben.
Es ist auf Englisch in New York erschienen, sage ich.'" -
Tagebucheintrag v. Mohamed Choukri, der erst im Alter von 21 Jahren
im Gefängnis von Tanger schreiben und lesen gelernt hat,
in: Jean Genet in Tanger, Hamburg 1995 (Übersetzung
v. Doris Kilias). |
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26.
Juni
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In
einem Artikel für die NEW YORK TIMES berichtet Carol Ardman
von dem in Marokko lebenden Autor → Paul Bowles,
der nach fast 30 Jahren wieder das erste Mal seine Heimat besucht:
Mitte Mai habe er Atlanta wegen einer medizinischen Untersuchung
aufgesucht. "Er willigte ein, das Land, in dem er geboren
wurde, zu besuchen unter der Bedingung, dass er New York
umgehen würde. 'Ich liebte es. Es war eine wundervolle Stadt
in den 20ern.'" (...) · (NYT,
ÜE:
J.K.) |
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22..
November
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Der marokkanische Dichter und Romancier frz. Sprache → Mohammed
Khaïr-Eddine ist am 18. November in Rabat an den Folgen
einer Krebserkrankung im Alter von 54 Jahren gestorben. Dies
berichtet die frz. Tageszeitung Le Monde. Khaïr-Eddine
war 1993 endgültig nach Marokko zurückgekehrt, "als
hätte er die Schwere seiner Krankheit begriffen". Klein
und untersetzt, sei der Schriftsteller gewesen, so der Bericht,
"sein Handgriff so sicher wie sein Wort, in seinem Blick hatte
er permanent eine herausfordernde Haltung, als würde er
seinen Gesprächspartner abmessen, aber er konnte sich auch,
eine Zigarette in einer Hand, ein Glas Wein in der anderen,
hitzig zeigen." 1941 in Tafraout geboren, absolvierte er das
Gymnasium in Casablanca, arbeitete eine Zeitlang in öffentlicher
Funktion, aber sehr bald war er wie besessen vom Dämon
des Schreibens. "Den lässigen Stil und die Armseligkeit
des Ausdrucks gewisser Schriftsteller" habe er nicht genug geißeln
können. "Es ist wahr, dass ‚le Khaïr', wie seine Freunde
ihn nannten, selbst über einen unerhörten Reichtum
an Vokabular verfügte". (...)
· (Le Monde, ÜF:
J.K.) |
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zeit
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los
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Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
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19.
November
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Das marokkanische Wochenblatt Maroc Hebdo International
meldet den Tod des amerikanischen Romanciers → Paul
Bowles, der "am Donnerstag, den 28. November**
morgens um 10.30 Uhr im italienischen
Krankenhaus Duc de Tobar in Tanger an Herzstillstand gestorben
ist. Paul Bowles, der im nächsten Monat 89 Jahre alt geworden
wäre und infolge einer Herzstörung ins Koma gefallen
war, ist am Montag ins Krankenhaus eingeliefert worden" ...
Paul Bowles habe an verschiedenen Krankheiten gelitten, er habe
nicht mehr gesehen und nicht mehr gesprochen. "Der Name Paul
Bowles ist untrennbar mit Tanger und mit seinem berühmten
Roman Himmel über der Wüste, der von Bernardo
Bertolucci auf die Leinwand gebracht wurde, verbunden." Paul
Bowles Leichnam wird in seine Heimat, die Vereinigten Staaten,
überführt. · (Maroc
Hebdo, ÜF:J.K.) |
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14.
Juli
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Vor 2 Monaten habe der marokkanische Schriftsteller frz. Sprache
Abdelhak Serhane Casablanca verlassen, um mit Montréal das kanadische
Exil anzusteuern. Dies meldet die französischsprachge Wochenzeitung
Maroc Hebdo. Begleitet von seiner Familie habe der Autor
von Messouda (Roman 1983, dt. 1987), Marokko verlassen,
nachdem alle Formalitäten erledigt waren. "Abdelhak
Serhane beabsichtigt, eine neue Phase in seiner Romanschriftstellerkarriere
zu beginnen. Er verspricht uns ein neues Buch über Marokko".
Befreiter als Le Soleil des obscures (1992, dt: Sonne
der Finsternis, Mainz 1995) und Le deuil de chiens
würde dieses sein. "Geboren im Jahre 1950 hat Abdelhak
Serhane an der Universität Ibn Tofaïl in Kenitra an den Fakultäten
Literatur- und Sozialwissenschaften gelehrt. Er besitzt zwei Doktortitel,
in Psychologie und in französischer Literatur.".
· (Maroc
Hebdo, ÜF:J.K.) |
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19.
Dezember
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Unter dem Titel
"Ibn
Chalduns Auferstehung"
berichtet die ägypt. Wochenzeitung Al-Ahram vom diesjährigen
Gewinn der → Nagib
Machfus-Medaille
für Literatur, die von der Amerikanischen Universität
Kairo gestiftet wird. Der Preis geht an den marokkan. Romancier
Bensalem Himmich für seinen Roman Al-Allama (The Polymath),
der im Original 1997 in Beirut und 2001 in Rabat veröffentlicht
worden ist. "Al-Allama ist die fiktive Biographie
→
Ibn
Chalduns, des berühmten Gelehrten des 14. Jahrhunderts;
sie rekonstruiert dessen persönliches und intellektuelles
Universum, fokussiert auf die in →
Ägypten
und → Syrien
verbrachten Jahre." ... · (Al-Ahram,
ÜE:
J.K.) |
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Le Monde zum Tod von Mohamed Choukri:
Der
marokkan. Schrifsteller arab. Sprache Mohamed Choukri, Autor von
Pain nu (dt: Das nackte Brot) ist am Samstag den
15. November im Militärhospital von Rabat an den Folgen
einer Krebserkrankung gestorben. "Eine der großen literarischen
Gestalten von Tanger, fast eine Legende dieser Stadt, ist verschieden."
(...) (Le
Monde, ÜF:
J.K.) |
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25.
Februar
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Der 1915 in Fes geborene Schriftsteller und Museumskurator - er
gründete das Al Batha-Museum in Fes - Ahmed Sefrioui stirbt.
Sein wohl berühmtestes Werk ist der 1954 erschienene Roman
La Boîte à merveilles (dt: Das marokkanische Wunderkästlein,
1955). |
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2004
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Der
marokkanische Schriftsteller französischer Sprache
→ Tahar Ben Jelloun
erhält mit seinem Roman
→ Das
Schweigen des Lichts den mit 100 000 EURO dotierten
Literaturpreis IMPAC 2004. In der engeren Auswahl war neben
Paul Auster und anderen auch der libanesische Autor
→
Amin
Maalouf mit seinem Roman Die Reisen des Herrn Baldassare.
Die Tageszeitung Die Welt betitelt ihren Artikel zu diesem
Ereignis mit "Der Araber als guter Europäer".
Eine Anspielung auf die westliche Orientierung des seit Jahrzehnten
in Frankreich lebenden Autors.
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18.
Oktober
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2004
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"Ein
Aktionsplan für den Kampf gegen die Bettelei in Rabat: Die
Hauptstadt zu einer Stadt ohne Bettler machen"
Jihane Gattioui berichtet für die französischsprachige
marokkanische Tageszeitung Le Matin "von dem wichtigsten
Vorhaben des Ministeriums für Soziale Entwicklung, Familie
und Solidarität seit seiner Schaffung".
→
mehr dazu ·
(Le
Matin,
Marokko,
ÜF:
J.K.) |
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7. Mai
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Für die englischspr. Morocco Times stellt Houda Filali-Ansary
ein Kinderbuch von Jocelyne Laâbi vor: "Pourquoi le Rossignol
chante la nuit et autres contes" (Warum die Nachtigall in der
Nacht singt und andere Erzählungen); neun Tiergeschichten,
die allesamt in typisch marokkanischer Landschaft spielen. Alle
enden mit einer kleinen Moral, schreibt Filali-Ansary, "afrikanischen
Fabeln nicht unähnlich".
Illustriert wurde das auch für Erwachsene nie langweilig
werdende Kinderbuch von dem italienischen Maler Ruggero Giangiacomi,
der gegenwärtig im marokkan. Essaouira lebt. "Was Jocelyn
Laâbi angeht", schreibt der Autor des Artikels, "seien Sie nicht
überrascht, sollte Ihnen der Namen bekannt vorkommen: Sie
ist die Frau des berühmten Dichters und Schriftstellers Abdellatif
Laâbi, aber hier enden die Ähnlichkeiten schon, denn ihr
Stil ist vollkommen anders als seiner."
Die Autorin verschiedener Kinderbücher sei auch bekannt für
ihren autobiographischen Roman "La Liqueur d'aloès" (Der
Aloe-Likör), der ihre Kindheit in Marokko beschreibt sowie
die Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen hatte, als ihr
Mann während Marokkos "schwarzen Jahren" ins Gefängnis
geworfen wurde.
· (Morocco Times, ÜE:
J.K.) |
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"Cannabis.
Zweite Vernichtungskampagne beginnt im August",
heißt es in der englischsprachigen Morocco Times.
Nach dem Erfolg der ersten Vernichtungskampagne gegen den Cannabisanbau,
wollen die Behörden der Provinz Taounate im August eine zweite
in Chefchaouen und Al Hoceima starten, schreibt Houcine Ait Mhand
für die marokkanische Tageszeitung.
Laut einem Kommuniqué der Präfektur der Provinz Chefchaouen
werde die neue Vernichtungskampagne auf den bewässerten Cannabisanbau
abzielen, entlang von Flüssen und in Tälern, wo die
Pflanze noch gedeiht; in Ghafsai und in Städten bei Ketama.
Im Versteckspiel mit den Behörden, so der Autor, benutzten
die Bauern in haschproduzierenden Regionen verrückte Wege,
um den Cannabisanbau vor offiziellen Blicken zu verbergen.
Zum Beispiel bauten sie Gemüse an, welches sie als Tarnung
benutzten, um den Sprühaktionen zu entgehen, die den Ertrag
vernichten sollen. Als Folge davon beabsichtigten die Behörden
ihre Anstrengungen zu steigern, indem sie eine zweite Kampagne
zur Bekämpfung des Anbaus in Gang setzten.
Die erste Kampagne sei erfolgreich gewesen, geben die Behörden
an. Die Größe des vernichteten Anbaus stieg auf ca.
97790 ha, 82% davon seien in der Gemeinde Ghafsai zerstört
worden, in der Nähe von Ketama und Chechcaouen.
Außerdem seien acht Bauern arretiert worden, berichtet die
Morocco Times und für 771 andere, die des Cannabisanbaus
beschuldigt werden, sei Haftbefehl erlassen worden. Die Polizei
beschlagnahmte zudem 24 Wasserpumpen und mehr als 450 Schläuche,
die zur Bewässerung der Cannabisfelder benutzt wurden und
zusätzlich 20,8 kg Cannabissamen.
Lt. Kommuniqué, heißt es schließlich, riefen
die Vernichtungsoperationen gegen die verbotene Pflanze "positive
Reaktionen in der Öffentlichkeit" hervor.
·
(Morocco Times, ÜE:
J.K.) |
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Im
Alter von 80 Jahren stirbt in Frankreich der marokkanische Schriftsteller
frz. Sprache Driss Chraibi.
Der
im heutigen El Jadida geborene Autor ging nach dem Abitur 1945
nach Frankreich, um Chemie und Medizin zu studieren, brach jedoch
1952 das Studium ab, um sich ganz der Literatur zu widmen.
1954 erschien mit Le passé simple sein erster Roman,
eine Kritik an der traditionellen Gesellschaft, die Aufsehen
erregte. In Deutschland wurde er mit dem originellen, 1982 in
Übersetzung erschienen Roman Die Zivilisation, Mutter!
(La civilation, ma mère!, 1972) bekannt. Populär
wurde er außerdem mit der Figur des Inspektors Ali, dem
Protagonisten einer Krimiserie. |
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
** Hierbei
handelt es sich um einen Druckfehler: Paul Bowles starb am 18.11,
der Maroc Hebdo erschien am 19.11. (J.K.)
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus ©
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |
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