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Boualem Sansal:
Magreb -
Eine kleine Weltgeschichte

"... vergangene und kommende Geschichte sind miteinander verwoben, unentwirrbar, auf geheimnisvolle Weise,
in geradezu
inzestuöser Dialektik"
---




Valentin Herzog,
Geschichten aus Marokko




Bilder des marokkanischen Starfotografen Bruno Barbey aus über 30 Jahren, untermalt von poetischen Texten des Nobelpreisträgers Le Clézio und seiner Frau





Mohamed Choukri,
ins Englische übersetzt
v. Paul Bowles!




 

 

 

 
DRISS CHRAIBI
DIE ZIVILISATION, MUTTER!
 
 
INSPEKTOR ALI
IM TRINITY COLLEGE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

..
CHRONIK
 
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
MAROKKO
.Stand: 19.05.12
···············································································
24 (25?). Februar
1304
Ibn Battûta, der später als "Marco Polo des Islam" Berühmtheit erlangen wird, wird in Tanger geboren.
15. Juli
1926
 Driss Chraibi, späterer marokk. Schriftsteller frz. Sprache, wird in Mazagan - heute Al-Jadida - geboren.
1935
Der künftige Schriftsteller  Mohamed Choukri wird in Beni Chiker, im Rif-Gebirge geboren.
27. Dezember
1935
Mohammed Abed El Jabri, der spätere Philosoph, wird in Figuig, im Süden des Landes, in eine Berberfamilie hineingeboren, die, indem sie die monarchisch orientiert Istiqlal-Partei unterstützt, für die Unabhängigkeit Marokkos kämpft.
8. März
1936
In Tanger wird der künftige mündliche Erzähler und Maler Mohammed Mrabet geboren; er ist von berberischer Abstammung, sein Großvater war 1910 aus dem Rif-Gebirge eingewandert.
14. Mai
1938
Der spätere Literaturwissenschaftler und Schriftsteller arabischer Sprache Mohammed Barrada wird in Rabat geboren.
1942
Im Norden des Landes, vor allem im Rif-Gebirge, herrscht große Dürre. Viele Familien flüchten weiter in den Norden, an die Küste, in Städte wie Asilah und Tanger, darunter auch die Familie von  Mohamed Choukri; der künftige Schriftsteller ist sieben Jahre alt.
1. Dezember
1944
 Tahar Ben Jelloun, späterer Schriftsteller frz. Sprache, wird in der östlichsten der vier Königsstädte des Landes, in Fes geboren.
11. Oktober
1947
Im marokkanischen Oujda wird der spätere Schriftsteller, Verleger und militante Syndikalist Tewfik Allal geboren.
.
1959
In der südlichsten der vier Königsstädte des Landes, in Marrakesch, wird der künftige Schriftsteller und Maler Mahi Binebine geboren.
26. Februar
1960
Die südmarokkanische Stadt Agadir wird durch ein Erdbeben völlig zerstört. 12.000 Menschen kommen dabei um.
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M. Khaïr-Eddine
Ein Jahr später wird der zwanzigjährige  Mohammed Khaïr-Eddine sein Studium aufgeben und sich für zwei Jahre in der Stadt niederlassen, um im Auftrag der Regierung beim Wiederaufbau mitzuarbeiten. Seine Erfahrungen in den Zuständigkeiten für soziale Sicherheit und Betreuung der Überlebenden werden in den fünf Jahre später veröffentlichten Roman Agadir mit einfließen. Gleichzeitig wird Khaïr-Eddine von den konkreten Gegebenheiten abstrahieren und eine Parabel erschaffen, in der "die zerstörte Stadt für die Probleme im nachkolonialen Marokko" stehen wird. "Der namenlose Erzähler findet in einer kafkaesken Atmosphäre Stapel von Anträgen betroffener Anwohner auf Entschädigung vor. Seine Träume und Erinnerungen verfließen mit den Berichten von Überlebenden, die in den Trümmern nach Resten ihrer Existenz suchen. Leitmotivisch ist die Suche nach Identität." ***
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1964
Mohammed Mrabet lernt Paul Bowles kennen, der seit 1947 in Tanger lebt. Bowles wird Mrabets Geschichten auf Band aufnehmen, transkribieren und veröffentlichen.
31. Mai
1964
In der New York Times erscheint die Besprechung des Romans A Life Full of Holes [dt: Ein Leben voller Fallgruben. Nördlingen 1985] von Driss ben Hamed Charchadi [auch: Larbi Laryachi]. Aufgenommen in arabischem Dialekt und übersetzt von Paul Bowles. 310 S. New York: Grove Press. $5. Überschrieben ist die Rezension mit dem Titel:
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In Allahs Obhut
Der Autor dieses Buches, Driss ben Hamed Charchadi, beginnt der Rezensent Haskel Frankel, sei ein analphabetischer Diener in Tanger, Marokko. Trotz seiner Qualifikation für den "Preis des unwahrscheinlichsten Romanciers aller Zeiten," fährt er ironisch fort, habe er, dank Paul Bowles' Kassettenrecorder, den ersten Roman "geschrieben", der je in Maghrebinisch, einem arabischen Dialekt in Nordafrika, produziert wurde.
Die Geschichte des Ahmed ("der sich vielleicht als Charhadi selbst herausstellen würde, wären nur genügend Fakten über den Autor für einen Vergleich erhältlich") beginne mit dessen Erlebnissen im Überlebskampf als Achtjähriger. In der Folge verweist Frankel auf die Einfachheit des Erzählstils. Doch dauere es nicht lange und der Leser passe sich der "salzlosen Prosadiät" an und werde sich der "poetischen Einfachheit" bewusst, die sich "durch Sanftheit schlängele". "Charhadi (oder ist es Bowles?) schweift nie vom Hauptthema der Erzählung ab, Ahmeds täglichen Überlebenskampf." Nach einer Reflexion über den fiction/nonfiction-Gehalt dieses Buches, sagt Frankel abschließend, die Charhadi-Bowles-Zusammenarbeit möge auf den ersten Blick als Kunstgriff erscheinen, sei aber weit davon entfernt, der "Roman" beanspruche weit mehr Platz im Buchregal als so viele konventionelle Produkte lokaler Literaturarbeiter.
· (NYT, ÜE: J.K.
 ) 
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1965
In Rabats Zwillingsstadt Salé wird die künftige Schriftstellerin Latifa Baqa geboren.
Anfang
1966
In Rabat erscheint die erste Nummer der frz.-sprachigen avangardistischen Vierteljahresschrift Souffles (Atemzüge).
Herausgegeben wird sie von dem Lyriker Abdellatif Laâbi. Neben seinen Gedichten stehen mehrere andere der Autoren Hamid El Houadri, Mohammed Fatha,  Mohammed Khaïr-Eddine und El Mostafa Nissaboury. Außerdem beinhaltet die erste Nummer Auszüge einer Korrespondenz zwischen El Mostafa Nissaboury und Mohammed Khaïr-Eddine sowie einen vom Herausgeber verfassten Prolog.
April
1966
Schon die zweite Nummer der frz.-sprachigen Vierteljahresschrift Souffles (Atemzüge) geht über den beabsichtigten lyrischen Rahmen des Herausgebers Abdellatif Laâbi hinaus.
Neben Gedichten von El Mostafa Nissaboury, Hamid el Houadri und Abdelkébir Khatibi finden sich Prosatexte von  Mohammed Khaïr-Eddine und Ahmed Bouânani, Besprechungen und Analysen von Mohammed Jabir, Bernard Jakobiak und Abdellah Stouky, der vom ersten "Weltfestival der Negerkünste" -  "le festival mondial des arts nègres ou les nostalgiques de la négritude (Das Weltfestival der Negerkünste oder die Nostalgie der Négritude)" in Dakar,  Senegal, berichtet. Daneben stehen Dossiers zum marokkanischen Film. Insgesamt wird der Ton kritischer, die Rede ist unter anderem von einer "Dekolonisation der Geschichte".
11. September
1971
 Tahar Ben Jelloun kommt in Paris an. Er findet Aufnahme in einem Studentenwohnheim. Zwei maßgebliche Gründe haben ihn bewogen, seine Heimatstadt Tanger zu verlassen: Zum Einen die Verfügung des marokkanischen Innenministeriums, im selben Jahr den Philosophieunterricht an Gymnasien, wo Ben Jelloun unterrichtete, zu arabisieren. Da er dafür nicht ausgebildet gewesen sei, habe er sich zur Emigration entschlossen. Zum Anderen wollte er in Frankreich sein Psychologiestudium mit einer Promotion krönen.
November
1971
Die Nummer 22 der frz.-sprachigen Vierteljahresschrift Souffles (Atemzüge), hgg. von Abdellatif Laâbi, erscheint.
Neben den literarischen Beiträgen - von Abdellatif Laâbi und Abdelwahab al Bayati (auch:  Abdel Wahab al-Bayati) - gehören zum Inhalt auch rein politische Themen, wie der palästinensische Befreiungskampf oder "Le rôle des banques étrangères au Maroc" (Die Rolle ausländischer Banken in Marokko v. Hassan Iqbal), "Dictature et démocratie " (v. Abraham Serfaty) oder der klassenkämpferische Beitrag v. Ahmed Tariq: "Le combat des mineurs de Khouribga" (Der Kampf der Bergarbeiter von Khouribga). Dies wird die letzte Ausgabe von Souffles sein, da sie bald darauf verboten werden wird.
16. August
1972
Zweiter Putschversuch gegen den marokkanischen König Hassan II.
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Oufkir/Fitoussi:
Die Gefangene

In dessen Folge wird General Mohammed Oufkir hingerichtet und seine Familie, darunter die Tochter Malika Oufkir, wird Jahre lang unter Hausarrest gestellt und anschließend in ein berüchtigtes Gefangenenlager in der Sahara verbracht werden. Erst 1987 wird sie nach Marokko zurückkehren dürfen, nachdem sie zusammen mit ihrem Bruder geflüchtet sein und die Öffentlichkeit informieren wird. Sie wird unter Hausarrest bleiben müssen. Erst 1991 wird sie endgültig freikommen. 1999 wird Malika Oufkir zusammen mit der tunesischen Schriftstellerin Michèle Fitoussi das Buch La prisonnière (dt.: Die Gefangene. München 2001) veröffentlichen. - Vgl. "Malika Oufkir", auf: bladi.net und "Malika Oufkir: the American Making of a Moroccan Star", auf wafin.com
22. Mai
1973
Der seit den 40er Jahren im marokkanischen Tanger lebende und für seine Förderung einheimischer Schriftsteller bekannte amerikanische Autor  Paul Bowles schreibt an diesem Tag an seinen New Yorker Verleger: "Danke für Deine Briefe ... Ich habe an die William Morris-Agentur geschrieben und gebeten, Dir die Story Bachir Alive and Dead von Choukri zu schicken. (...)" - Brief aus Tanger an Daniel Halpern, Antaeus, New York, in: IN TOUCH, The Letters of Paul Bowles, New York 1994, ÜE: J.K.)
31. Juli
1973
Der 1935 in einfachen Verhältnissen geborene marokkanische Schriftsteller Mohamed Choukri schreibt an diesem Tag zu einem Treffen mit Tennessee Williams:
"Viertel nach fünf, nachmittags
Ich treffe ihn in der Nähe des Café de Paris. Er sieht erschöpft aus. 'Vielleicht muß ich zum Arzt', sagt er, 'seit zwei Tagen kann ich nicht richtig schlafen.'
Ich überreiche ihm die Nummer 10 der Zeitschrift Antaeus, in der der erste Teil meines Tagebuchs Jean Genet in Tanger erschienen ist." - Tagebucheintrag v. Mohamed Choukri, in: Tennessee Williams in Tanger, Hamburg 1995 (Übersetzung v. Doris Kilias).
9. August
1974
"Ich sitze mit meinem Freund Migido im Café Esquima. Plötzlich sehe ich Genet vorbeigehen", schreibt der 39jährige Mohamed Choukri in sein Tagebuch. Nach herzlicher Bergrüßung sei er von Genet gefragt worden: "Was haben Sie aus Ihrem Leben gemacht?" Voller Stolz habe er erwidert: "Ich habe neue Bücher geschrieben. Einige sind ins Englische übersetzt und veröffentlicht worden, andere noch nicht." (...) "Ich habe ein kleines Büchlein über Sie geschrieben. Es ist auf Englisch in New York erschienen, sage ich.'" - Tagebucheintrag v. Mohamed Choukri, der erst im Alter von 21 Jahren im Gefängnis von Tanger schreiben und lesen gelernt hat, in: Jean Genet in Tanger, Hamburg 1995 (Übersetzung v. Doris Kilias).
26. Juni
In einem Artikel für die NEW YORK TIMES berichtet Carol Ardman von dem in Marokko lebenden Autor  Paul Bowles, der nach fast 30 Jahren wieder das erste Mal seine Heimat besucht:
Mitte Mai habe er Atlanta wegen einer medizinischen Untersuchung aufgesucht. "Er willigte ein, das Land, in dem er geboren wurde, zu besuchen unter der Bedingung, dass er New York umgehen würde. 'Ich liebte es. Es war eine wundervolle Stadt in den 20ern.'" (...) · (NYT, ÜE: J.K.
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22.. November
Foto - Khair-Eddine
Khair-Eddine
Der marokkanische Dichter und Romancier frz. Sprache  Mohammed Khaïr-Eddine ist am 18. November in Rabat an den Folgen einer Krebserkrankung im Alter von 54 Jahren gestorben. Dies berichtet die frz. Tageszeitung Le Monde. Khaïr-Eddine war 1993 endgültig nach Marokko zurückgekehrt, "als hätte er die Schwere seiner Krankheit begriffen". Klein und untersetzt, sei der Schriftsteller gewesen, so der Bericht, "sein Handgriff so sicher wie sein Wort, in seinem Blick hatte er permanent eine herausfordernde Haltung, als würde er seinen Gesprächspartner abmessen, aber er konnte sich auch, eine Zigarette in einer Hand, ein Glas Wein in der anderen, hitzig zeigen." 1941 in Tafraout geboren, absolvierte er das Gymnasium in Casablanca, arbeitete eine Zeitlang in öffentlicher Funktion, aber sehr bald war er wie besessen vom Dämon des Schreibens. "Den lässigen Stil und die Armseligkeit des Ausdrucks gewisser Schriftsteller" habe er nicht genug geißeln können. "Es ist wahr, dass ‚le Khaïr', wie seine Freunde ihn nannten, selbst über einen unerhörten Reichtum an Vokabular verfügte". (...) · (Le Monde, ÜF: J.K.)
zeit

los
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
19. November

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Foto - Paul Bowles
Paul Bowles
Das marokkanische Wochenblatt Maroc Hebdo International meldet den Tod des amerikanischen Romanciers  Paul Bowles, der "am Donnerstag, den 28. November** morgens um 10.30 Uhr im italienischen Krankenhaus Duc de Tobar in Tanger an Herzstillstand gestorben ist. Paul Bowles, der im nächsten Monat 89 Jahre alt geworden wäre und infolge einer Herzstörung ins Koma gefallen war, ist am Montag ins Krankenhaus eingeliefert worden" ... Paul Bowles habe an verschiedenen Krankheiten gelitten, er habe nicht mehr gesehen und nicht mehr gesprochen. "Der Name Paul Bowles ist untrennbar mit Tanger und mit seinem berühmten Roman Himmel über der Wüste, der von Bernardo Bertolucci auf die Leinwand gebracht wurde, verbunden." Paul Bowles Leichnam wird in seine Heimat, die Vereinigten Staaten, überführt. · (Maroc Hebdo, ÜF:J.K.)
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14. Juli
chrAbs Vor 2 Monaten habe der marokkanische Schriftsteller frz. Sprache Abdelhak Serhane Casablanca verlassen, um mit Montréal das kanadische Exil anzusteuern. Dies meldet die französischsprachge Wochenzeitung Maroc Hebdo.
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MESSAUDA
Abdelhak Serhane
Begleitet von seiner Familie habe der Autor von Messauda (Roman 1983, dt. 1987), Marokko verlassen, nachdem alle Formalitäten erledigt waren. "Abdelhak Serhane beabsichtigt, eine neue Phase in seiner Romanschriftstellerkarriere zu beginnen. Er verspricht uns ein neues Buch über Marokko". Befreiter als Le Soleil des obscures (1992, dt: Sonne der Finsternis, Mainz 1995) und Le deuil de chiens würde dieses sein. "Geboren im Jahre 1950 hat Abdelhak Serhane an der Universität Ibn Tofaïl in Kenitra an den Fakultäten Literatur- und Sozialwissenschaften gelehrt. Er besitzt zwei Doktortitel, in Psychologie und in französischer Literatur.". · (Maroc Hebdo, ÜF:J.K.)
19. Dezember
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Unter dem Titel
        "Ibn Chalduns Auferstehung"
berichtet die ägypt. Wochenzeitung Al-Ahram vom diesjährigen Gewinn der
 Nagib Machfus-Medaille für Literatur, die von der Amerikanischen Universität Kairo gestiftet wird. Der Preis geht an den marokkan. Romancier Bensalem Himmich für seinen Roman Al-Allama (The Polymath), der im Original 1997 in Beirut und 2001 in Rabat veröffentlicht worden ist. "Al-Allama ist die fiktive Biographie Ibn Chalduns, des berühmten Gelehrten des 14. Jahrhunderts; sie rekonstruiert dessen persönliches und intellektuelles Universum, fokussiert auf die in Ägypten und  Syrien verbrachten Jahre." ... · (Al-Ahram, ÜE: J.K.)
17. November
chrAbs Le Monde zum Tod von Mohamed Choukri:
Der marokkan. Schrifsteller arab. Sprache Mohamed Choukri, Autor von Pain nu (dt: Das nackte Brot) ist am Samstag den 15. November im Militärhospital von Rabat an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. "Eine der großen literarischen Gestalten von Tanger, fast eine Legende dieser Stadt, ist verschieden." (...) (Le Monde, ÜF: J.K.)
25. Februar
chrAbs Der 1915 in Fes geborene Schriftsteller und Museumskurator - er gründete das Al Batha-Museum in Fes - Ahmed Sefrioui stirbt. Sein wohl berühmtestes Werk ist der 1954 erschienene Roman La Boîte à merveilles (dt: Das marokkanische Wunderkästlein, 1955).
19. Juni
2004

chrAbs Der marokkanische Schriftsteller französischer Sprache  Tahar Ben Jelloun erhält mit seinem Roman  Das Schweigen des Lichts den mit 100 000 EURO dotierten Literaturpreis IMPAC 2004. In der engeren Auswahl war neben Paul Auster und anderen auch der libanesische Autor Amin Maalouf mit seinem Roman Die Reisen des Herrn Baldassare.
Die Tageszeitung Die Welt betitelt ihren Artikel zu diesem Ereignis mit "Der Araber als guter Europäer". Eine Anspielung auf die westliche Orientierung des seit Jahrzehnten in Frankreich lebenden Autors.

18. Oktober
2004
chrAbs "Ein Aktionsplan für den Kampf gegen die Bettelei in Rabat: Die Hauptstadt zu einer Stadt ohne Bettler machen"
Jihane Gattioui berichtet für die französischsprachige marokkanische Tageszeitung Le Matin "von dem wichtigsten Vorhaben des Ministeriums für Soziale Entwicklung, Familie und Solidarität seit seiner Schaffung".
mehr dazu ·
(Le Matin, Marokko, ÜF: J.K.)
7. Mai
chrAbs Für die englischspr. Morocco Times stellt Houda Filali-Ansary ein Kinderbuch von Jocelyne Laâbi vor: "Pourquoi le Rossignol chante la nuit et autres contes" (Warum die Nachtigall in der Nacht singt und andere Erzählungen); neun Tiergeschichten, die allesamt in typisch marokkanischer Landschaft spielen. Alle enden mit einer kleinen Moral, schreibt Filali-Ansary, "afrikanischen Fabeln nicht unähnlich".
Illustriert wurde das auch für Erwachsene nie langweilig werdende Kinderbuch von dem italienischen Maler Ruggero Giangiacomi, der gegenwärtig im marokkan. Essaouira lebt. "Was Jocelyn Laâbi angeht", schreibt der Autor des Artikels, "seien Sie nicht überrascht, sollte Ihnen der Namen bekannt vorkommen: Sie ist die Frau des berühmten Dichters und Schriftstellers Abdellatif Laâbi, aber hier enden die Ähnlichkeiten schon, denn ihr Stil ist vollkommen anders als seiner."
Die Autorin verschiedener Kinderbücher sei auch bekannt für ihren autobiographischen Roman "La Liqueur d'aloès" (Der Aloe-Likör), der ihre Kindheit in Marokko beschreibt sowie die Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen hatte, als ihr Mann während Marokkos "schwarzen Jahren" ins Gefängnis geworfen wurde.
· (Morocco Times, ÜE: J.K.)
27. Juli
chrAbs "Cannabis. Zweite Vernichtungskampagne beginnt im August",
heißt es in der englischsprachigen Morocco Times.
Nach dem Erfolg der ersten Vernichtungskampagne gegen den Cannabisanbau, wollen die Behörden der Provinz Taounate im August eine zweite in Chefchaouen und Al Hoceima starten, schreibt Houcine Ait Mhand für die marokkanische Tageszeitung.
Laut einem Kommuniqué der Präfektur der Provinz Chefchaouen werde die neue Vernichtungskampagne auf den bewässerten Cannabisanbau abzielen, entlang von Flüssen und in Tälern, wo die Pflanze noch gedeiht; in Ghafsai und in Städten bei Ketama.
Im Versteckspiel mit den Behörden, so der Autor, benutzten die Bauern in haschproduzierenden Regionen verrückte Wege, um den Cannabisanbau vor offiziellen Blicken zu verbergen.
Zum Beispiel bauten sie Gemüse an, welches sie als Tarnung benutzten, um den Sprühaktionen zu entgehen, die den Ertrag vernichten sollen. Als Folge davon beabsichtigten die Behörden ihre Anstrengungen zu steigern, indem sie eine zweite Kampagne zur Bekämpfung des Anbaus in Gang setzten.
Die erste Kampagne sei erfolgreich gewesen, geben die Behörden an. Die Größe des vernichteten Anbaus stieg auf ca. 97790 ha, 82% davon seien in der Gemeinde Ghafsai zerstört worden, in der Nähe von Ketama und Chechcaouen.
Außerdem seien acht Bauern arretiert worden, berichtet die Morocco Times und für 771 andere, die des Cannabisanbaus beschuldigt werden, sei Haftbefehl erlassen worden. Die Polizei beschlagnahmte zudem 24 Wasserpumpen und mehr als 450 Schläuche, die zur Bewässerung der Cannabisfelder benutzt wurden und zusätzlich 20,8 kg Cannabissamen.
Lt. Kommuniqué, heißt es schließlich, riefen die Vernichtungsoperationen gegen die verbotene Pflanze "positive Reaktionen in der Öffentlichkeit" hervor.
·
(Morocco Times, ÜE: J.K.)
1. April

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Im Alter von 80 Jahren stirbt in Frankreich der marokkanische Schriftsteller frz. Sprache Driss Chraibi.
Foto - Driss Chraibi
Driss Chraibi
(2000)
Der im heutigen El Jadida geborene Autor ging nach dem Abitur 1945 nach Frankreich, um Chemie und Medizin zu studieren, brach jedoch 1952 das Studium ab, um sich ganz der Literatur zu widmen.
1954 erschien mit Le passé simple sein erster Roman, eine Kritik an der traditionellen Gesellschaft, die Aufsehen erregte. In Deutschland wurde er mit dem originellen, 1982 in Übersetzung erschienen Roman Die Zivilisation, Mutter! (La civilation, ma mère!, 1972) bekannt. Populär wurde er außerdem mit der Figur des Inspektors Ali, dem Protagonisten einer Krimiserie.
26. Februar
50. Jahrestag der völligen Zerstörung der südmarokkanischen Stadt Agadir durch ein Erdbeben. 12.000 Menschen waren dabei umgekommen. - Siehe oben.
3. Mai
2010
Im Alter von 75 Jahren stirbt in Casablanca der marokkanische Philosoph Mohammed Abed El-Jabri.
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AL-JABRI
Kritik der arabischen Vernunft. Einführung.

Noch an diesem Tag ergeht ein Kondolenzschreiben von König Mohammed VI. an die Familie des Verstorbenen, in welchem er seine "lebhaften Beileidsbezeugungen" für "einen der großen Denker Marokkos" ausdrückt.

El Jabri war einer der letzten arabischen Linken, die nicht zum politischen Islam übergelaufen sind. Sein Hauptwerk Naqd al-caql al-carabi (Kritik der arabischen Vernunft) erschien in vier Bänden von 1984 bis 2001 und löste von Marokko über  Ägypten bis nach  Syrien heftigste Diskussionen aus. In Deutsch erschien bisher der Einführungsband: Kritik der arabischen Vernunft. Eine Einführung.
14. Mai

chrAbs Die französischsprachige marokkanische Tageszeitung L’opinion verweist auf eine Veranstaltung mit dem Schriftsteller Kébir Mustapha Ammi, die sie mit einer Kurzvita inkl. Werksangaben verbindet.
„Kébir Ammi ist der maghrebinische Schriftsteller par excellence, hinsichtlich Herkunft und hinsichtlich des Universums seiner Romane.“ Er sei für Samstag zu einem Literarische Treffen eingeladen, das von Abdellah Baida initiiert und vom Institut français in Rabat und der Association Marocaine des Enseignants de Français (AMEF) organisiert wurde.
Die Diversität seiner Identität, geboren 1952 in Taza, der Vater Algerier, die Mutter Marokkanerin, habe Kébir Ammi mit dem Studium der englischen Literatur und der Philosophie in England und den Vereinigten Staaten bereichert, bevor er sich in Paris niedergelassen habe; der Autor eines Werks mit verschiedenen Facetten: Romane, Theaterstücke, Essays.
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Les Vertus immorales
Kebir M. Ammi

Werke [Liste redaktionell vervollständigt]:
Le Partage du monde, 1999.
Thagaste, Saint Augustin en Algérie. Ed. de L’Aube, 1999
Sur les pas de saint Augustin, 2001
La Fille du vent, 2002
La fille du vent. Ed. de l’Aube, 2002
Les Terres contrariées, 2003.
Alger la blanche, Theaterstück, 2003
Feuille de verre. Gallimard jeunesse, 2004
Abd el-Kader, 2004.
Apulée, mon éditrice et moi. Ed. de l’Aube, 2006
Le ciel sans détours. Gallimard, 2007
Les vertus immorales. Gallimard, 2009
Kebir Ammi sei kürzlich mit dem Prix des écrivains de langue française ausgezeichnet worden. Er habe ein Werk mit einem „reichen, urwüchsigen Stil“ vorzuweisen, mit einem „oft erstaunlichem Universum“, das einen Besuch wert sei.
Die Literarische Veranstaltung werde am kommenden Samstag im Institut français in Rabat stattfinden.

·
(L'opinion, Marokko, ÜF: J.K.)

14. März
2011
Dem marokkanischen Autor Mohammed Achaari wird für seinen Roman The Arch and the Butterfly gemeinsam mit der saudischen Autorin Raja Alem für The Doves’ Necklace der International Prize for Arabic Fiction zugesprochen. Der Internationale Arabische Belletristik-Preis wird in diesem Jahr erstmalig gesplittet.
15. April
2012
"Interview mit der Schriftstellerin Zahra El Basri Naqrachi",
Die französischsprachige marokkanische Zeitung Le Matin bringt ein Interview von Afaf Razouki mit der Schriftstellerin Zahra El Basri Naqrachi und stellt diesem ein Zitat der Interviewten voran:

"Ich widme meinen dritten Roman Ifrane, das mir so viel gebracht hat" ·  mehr dazu · (Le Matin, Marokko, ÜFK: J.K.)

15. Mai
2012
"21.213 Schüler eingeschult und 77.399 Erwachsene alphabetisiert"
überschreibt Hakim Bahechar seinen Bericht für die französischsprachige Tageszeitung Aujourd'hui Le Maroc.

Die Zakoura-Stiftung habe, stellt
Hakim Bahechar einleitend fest, ihr Engagement ausgeweitet, um den zusätzlichen Bedürfnissen der Menschen in Sachen Bildung und Erwachsenen-Alphabetisierung gerecht zu werden. ·  mehr dazu · (Aujourd'hui Le Maroc, ÜF R.B/J.K.)
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Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
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 Hierbei handelt es sich um einen Druckfehler: Paul Bowles starb am 18.11, der Maroc Hebdo erschien am 19.11. (J.K.)
*** Heiler, Susanne: Der maghrebinische Roman, S. 146.
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem Französischen: Janko Kozmus ©

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Quellen

.. . Sach- und Personenregister
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