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Ratte
und Schaf
Zusammen
mit einem Partner und Freund unterhält der Ich-Erzähler
ein Übersetzungs- und Werbebüro in Tokyo und hat damit
Erfolg, der ihm aber nicht wichtig erscheint. Überhaupt scheint
ihm wenig wichtig zu sein. Womöglich liebt er die Musik,
jedenfalls plaudert er gern darüber. Ob er seine Ehefrau
liebt, ist schon weniger gewiß. Als die ihn verläßt,
lernt er bald die mit den Ohren kennen. Die scheint er zu lieben,
die Ohren. Die Sexualität vielleicht auch, insgesamt erscheint
er motivationslos in einem Grad, der bis an die Schmerzgrenze
reicht. Und doch macht er sich auf in seine Heimatgegend, als
sein Freund ihn um einen Gefallen bittet und später, als
er erpreßt wird vom schwarzen Sekretär, der damit droht,
sein Partner und er würden in der Branche keinen Fuß
mehr auf den Boden bekommen, wenn er ein ganz bestimmtes Schaf,
ein Tier, das es in ganz Japan gar nicht geben dürfte, nicht
fände. Damit beginnt die von Haruki Murakami völlig
unaufgeregt inszenierte Wilde Schafsjagd, die bis in den
hohen Norden, die Kältezone Japans führt.
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Was
zunächst wie ein zwar äußerst humoriges, aber
zielloses Plaudern wirkt, erweist sich spätestens gegen Ende
des Romans als ein eng geknüpftes, logisch-stringentes Handlungnetz.
Dieses steht nie in Widerspruch zur Symbolik des Schafs, das einzelne
Menschen in Besitz nimmt. Nur der Ich-Erzähler läßt
sich treiben und einsetzen, wenn nicht, letztlich, benutzen. Eingespannt
zwischen die Verzweiflung seines alten Freundes Ratte und die
Interessen des schwarzen Sekretärs droht er zu zerbrechen.
(Originaltitel:
»Hitsuji o meguru boken«)
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Und
hier eine kleine Kostprobe aus »A Wild Sheep Chase«,
der englischen Übersetzung:
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To
put it in numerical terms, sheep figured in approximately
eighty percent of his hallucinations, or in four out of five
hallucinations. And not just any sheep. It was this chestnut-colored
sheep with the star on its back.
"So it was the Boss came to use this sheep, that is engraved
on the lighter, as his own personal rest from 1936 on. I believe
you will have noticed that this sheep is one and the same
as the sheep in the medical records. Which is again the same
as the one in your photograph. Most curious, do you not think?"
"Mere coincidence," I tossed out. I had meant to
sound cool, but it didn't quite come off.
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Haruki
Murakamis deutscher Verlag: DuMont
Literatur und Kunst Verlag
(Unter >Autoren >M >Murakami ist eine ausführliche
Biographie einzusehen!)
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