DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 27. Juni 1986

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Großbritannien ·  

 

In dem offenen Brief an Präsident Botha unterstellt → André Brink diesem Augenwischerei. Zunächst habe er mit seiner "anmaßenden Art, ihrer Unnachgiebigkeit und ihren planmäßigen Kampagnen des Terrors gegen die Unterdrückten genau die Umstände" geschaffen, "um den Ausnahmezustand ausrufen zu können".

Dies wie auch die Verschärfung von Versammlungsverbot und Pressezensur stehe im krassen Gegensatz zur Modifikation der Apartheidgesetze, die angeblich zu ihrer allmählichen Aufhebung führen sollen. Damit versuche Botha "leichtgläubige westliche Politiker wie Reagan und Thatcher davon zu überzeugen, daß Sie in Wirklichkeit ein ‚großer' Reformer sind". Er hebe das Verbot gemischtrassiger Ehen auf, verwehre dann aber den Eheleuten verschiedener Rassenzugehörigkeit das Recht "an einem Ort ihrer Wahl zusammenzuleben". Oder er hebe die Passgesetze auf und lasse dann zahlreiche Schwarze wegen "unbefugten Betretens" verhaften.

(...)

Gegen Ende des offenen Briefs stellt André Brink klar, dass er sich "keine falschen Vorstellungen" mache von dem "was ein Schriftsteller physisch bewirken kann". Aber auch Botha solle sich "keinen falschen Vorstellungen von der Ohnmacht eines Schriftstellers hingeben." Es folgt ein Appell "an die Schriftsteller meines Landes, Zeugnis abzulegen".

(...)

André Brink schließt mit der Feststellung, "daß sich gewisse historische Gesetzmäßigkeiten eben doch wiederholen. Nicht nur die Finsternisse, auch das Licht. Nürnberg könnte tatsächlich wiederkehren. Sieg Heil!" · (Guardian)

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Quelle:
The Guardian, UK (Guardian),
zitiert nach André Brink: Stein des Anstosses, Goldmann Verlag 1989

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum


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