DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 16. September 2003

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Kenia ·  
Daily Nation, Kenya


Die kenianische Tageszeitung Daily Nation berichtet von der gestrigen Parlamentssitzung, über der "Wut und Trauer hing, als die Delegierten sich mit dem Mord an Dr. Odhiambo Mbai vom Wochenende beschäftigten."

"Während ein Team von Ermittlungsbeamten unter der Leitung von Peter Kavila mit den Untersuchungen des Anschlags begann, fand in gespannter Atmosphäre eine Sitzung der Nationalen Verfassungsversammlung statt. "

Gleichzeitig gab ein Mitglied aus den Reihen des Ausschusses, den Dr. Mbai geführt hatte, bekannt, auch er habe Morddrohungen erhalten.

Unter der Leitung des Politveteranen Martin Shikuku gelobten die Versammlungs-Mitglieder, dass nichts sie davon abbringen würde, die Verfassung zu vollenden. Der Tod des Vorsitzenden des Ausschusses zur Dezentralisierung politischer Gewalt habe ihre Entschlossenheit noch verstärkt.

Die Zeitung berichtet von einer Beileidsbotschaft, die Präsident Kibaki an die Familie von Dr. Mbai gesandt habe, worin er versprach, der Mord würde untersucht und die Mörder zur Strecke gebracht werden.

"Ähnliche Versicherungen kamen auch vom Generalstaatsanwalt Amos Wako und von Justizminister Kiraitu Murungi."

Weiter heißt es, drei Männer seien am Samstagnachmittag in Dr. Mbais Wohnung nahe der Adams Arcade eingebrochen und hätten vier Mal auf den Zeitungslesenden geschossen. Ein Parlamentsmitglied habe Dr. Mbai gemeinsam mit anderen Nachbarn zum Nairobi Hospital gebracht, "doch während die Ärzte um ihn kämpften, starb Dr. Mbai."

"Der Anschlag wurde von Arbeits- und Wohnungsminister Raila Odinga ohne Umschweif als ‚Mord' bezeichnet ... Die Angreifer seien schnurstracks auf Dr. Mbai losgegangen, der auf dem Sofa lag und hätten nichts gestohlen. Einige Delegierte berichteten über Morddrohungen und Verfolgungen durch Fremde, sagte er. "

"Die Minister Charity Ngilu und Martha Karua hätten am gestrigen Tag Schwierigkeiten gehabt, die Anschuldigungen von wütenden Delegierten abzuwehren."

"‚Die Überarbeitung [der Verfassung] kann nicht durch Mord gestoppt werden. Wir fürchten uns nicht', sagte die Gesundheitsministerin Frau Ngilu. ‚Wir benötigen jedoch gründliche Untersuchungen. Wir sollten nicht auf Gerüchte hören.'"

"Angesichts der feindlich gesinnten Delegierten außerhalb der Halle sagte das Kitui Central-Parlamentsmitglied, die    Narc-Regierung könne nicht mit der Kanu verglichen werden, die Verbrechen unterstützt habe."

(...)

Der Bericht zitiert auf der einen Seite ausführlich mehrere Parlamentsmitglieder, die ein politisches Verbrechen unterstellen, das zum Ziel habe, die Mitglieder des Dezentralisierungsausschusses der Verfassungsversammlung einzuschüchtern und eine neue Verfassung letztlich zu verhindern. Auf der anderen Seite werden Regierungsmitglieder zitiert, die eine Regierungsbeteiligung bestreiten.

Der Bericht fährt fort:

"Herr Murungi wurde bejubelt als er sich erhob und eine persönliche Erklärung an die Delegierten richtete. Er sagte: ‚Lassen sie uns diesen Anlass nicht dazu benutzen, mit Fingern aufeinander zu zeigen. Es bedeutet Korruption, andere fälschlich anzuklagen, ohne Beweise vorlegen zu können.' "

(...)

Gegen Ende des Berichts wird noch einmal Herr Shikuku zitiert, der angedroht habe, wenn das Morden weiter ginge, würde es Auge um Auge, Zahn um Zahn vergolten werden. Unter Jubel fuhr er fort: ‚Wir sind bereit zu sterben. Wenn sie bereit sind zu töten, sollten sie wissen, dass sie auch getötet werden könnten.'

(...)

"Ohne Namen zu nennen, sagte Herr Shikuku, einige von denen, die eine Überarbeitung [der Verfassung] verhindern wollten, seien dafür bekannt, das sie aus dem Land flüchteten, wenn es brenzlig würde'." · (Daily Nation, ÜEK: J.K.)

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Quelle:
The Daily Nation, Kenya (Daily Nation)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜEK: J.K. --> Aus dem Englischen übersetzt und kommentiert: Janko Kozmus ©


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