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Quelle:
Al-Ahram, ägypt. Wochenzeitung in arab. u. engl. Sprache (Al-Ahram)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
24. März 2005
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Ägypten ·  
"Echos ‚Vom Land' - Polizei sieht sich neuen Foltervorwürfen in der Ortschaft Sarandu gegenüber".
Unter diesem Titel berichtet Mustafa El-Menshawy für die englischsprachige Online-Wochenausgabe der halbamtlichen ägyptischen Zeitung Al-Ahram.
Zu Beginn wird der 9-jährige Mohamed Fathi zitiert, der mitangesehen habe, wie am Sonntag Abend die Polizei ins Haus gestürmt sei und seine Mutter, die sich gerade zum Gebet vorbereitete, verhaftet habe. Sie sei am Montag freigelassen worden und am Dienstag verstorben.
Die 38-jährige Nafissa Zakaria starb am 15. März, schreibt Mustafa El-Menshawy, in einem öffentlichen Hospital von Damanhour - 150 km nordöstlich von Kairo -, weniger als zwei Tage nachdem sie in ein provisorisches Gefängnis in Saradu gesteckt worden sei.
Das Dorf bildet den Hintergrund für einen anhaltenden Disput zwischen Kleinbauern und dem Grundbesitzer Salah Nawwar. Die Dörfler sagen, sie hätten einen legalen Titel auf 25  Feddan Land, welches sie über Generationen kultivierten, während Nawwar behaupte, das Land sei sein Eigentum.
Die Bauern geben an, Nawwar hätte sie einzuschüchtern versucht, um sie mit Gewalt vom umstrittenen Land zu vertreiben; sie sollten ein Dokument unterzeichnen, in dem sie auf die 25 Feddan verzichteten. Menschenrechtsorganisationen - inkl. Human Rights Watch - berichten, die Dorfbewohner hätten sowohl unter Nawwar wie den Sicherheitskräften von Damanhour gelitten.
Am Morgen des 10. März, so bezeugen die Bauern, sei Nawwar mit 50 Bewaffneten ins Dorf gekommen. Drei Stunden später sei, lt. Angaben von Menschenrechtsgruppen, die Polizei ins Dorf gestürmt und habe groß angelegte Verhaftungen durchgeführt. Unter den Verhafteten befanden sich 13 Frauen und 5 Kinder zwischen 2 und 9 Jahren alt.
Mohammed Ammar, dem Leiter der Untersuchungsbehörde von Damanhour, werde von Human Rights Watch vorgeworfen, heißt es in dem Artikel weiter, er habe willkürliche Untersuchungshaft, falsche Anschuldigungen sowie Einschüchterung eingesetzt, um die Nawwar-Familie in ihrem Bestreben zu unterstützen, die Dorfbewohner vom umstrittenen Land zu vertreiben.
Ammar bestritt diese Anschuldigungen, verweigert aber jeden weiteren Kommentar.
Die in Washington ansässige Menschenrechtsgruppe sandte einen Brief an den Innenminister Habib El-Adli und den Generalstaatsanwalt Maher Abdel-Wahed und bat um Untersuchung der Vorwürfe. Angehörige der verhafteten Dorfbewohner sowie Menschenrechtsaktivisten nahmen an einer Demonstration am 17. März teil, um gegen den Tod von Zakaria zu protestieren.
Während Abdel-Wahed anfänglich einer Untersuchung zustimmte, kündigte er am Sonntag an, es gebe nichts zu untersuchen, weil niemand sich in Haft befinde. Er fügte hinzu, die Frau sei gemäß Angaben der Verwandten und des Damanhour Hospitals eines natürlichen Todes gestorben. Die Verwandten hätten eine Autopsie abgelehnt.
Menschenrechtsgruppen kritisierten Abdel-Waheds Aussagen als ungenau.
(...)
Die im Zusammenhang mit dem Protest festgehaltenen Dorfbewohner gaben gegenüber Al-Ahram an, sie seien von der Polizei instruiert worden, nicht mit der Presse zu sprechen.
"Mit einer Gruppe anderer Frauen vom Dorf war ich für 16 Tage inhaftiert", sagte eine Frau, "Frauen wurden vor meinen Augen geschlagen und mit Stromschlägen getötet."
Diejenigen, die zu sprechen bereit sind, erzählen alle dieselbe Geschichte, so der Autor des Artikels. Die Polizei sei ins Haus eingedrungen und habe auf der Suche nach einem männlichen Familienmitglied Frauen und Kinder als Geiseln genommen.
Menschenrechtsaktivisten geben an, dass der Leiter der Untersuchungsbehörde von Damanhour, Mohammed Ammar, auf seinem Posten verbleiben würde, obwohl gegen ihn wegen des Vorwurfs, eine schwangere Frau geschlagen zu haben, eine Untersuchung im Gange sei.
Al-Ahram zitiert einen Bericht des Landzentrums für Menschenrechte: Demzufolge sind 49 Bauern getötet worden, 328 verletzt und 429 verhaftet im Zusammenhang von Gewalt wegen Landstreitigkeiten seit eines im Jahre 1997 in Kraft getretenen Gesetzes, das die landwirtschaftliche Pacht regele.
Der Bericht schließt mit dem Hinweis auf den berühmten ägyptischen Regisseurs Youssef Chahine, der schon 1960 die Repressionen der Polizei gegen Pachtbauern in seinem Film "The Land" verewigt habe. (Al-Ahram, ÜE: J.K.).
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