DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik (1901-2016)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Tageschronik: 6. November 2012

 

· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Namibia ·  
The Namibian


"Lehrer harren aus"

überschreibt Selma Shipanga ihren Artikel in der englischsprachigen Zeitung The Namibian zum aktuellen Lehrerstreik im Lande.

"Streikende Lehrer, die gestern eine öffentliche Versammlung im Stadion Khomasdal abgehalten haben", heißt es zu Beginn, würden erst wieder zur Arbeit gehen, wenn sie mit dem Ergebnis der Gehaltsverhandlungen zwischen der Regierung und der Nationalen Namibischen Lehrergewerkschaft (Namibia National Teachers Union, Nantu) zufrieden sein würden.

Trotz eines Gerichtbeschlusses, der ihren Streik als illegal erklärt und sie an ihren Arbeitsplatz zurückbeordert habe, hätten die Lehrer beschlossen, ihren Streik fortzusetzen.

"Mehr als 300 Lehrer versammelten sich gestern Morgen im Khomaasdal Stadion. Sie bestanden darauf, dass sie nicht zur Schule zurückkehren würden, bis ihre Forderungen nach Gehaltserhöhungen, höheren Haus- und Transportzulagen und einem steuerfreien 13. Scheck erfüllt würden."

"Wir sind entschlossen, den Streik weiterzuführen, bis unsere Forderungen erfüllt sind, unabhängig von Drohungen seitens der Regierung, unabhängig von der Polizeipräsenz und unabhängig von den paar Feiglingen, die noch an den Schulen sind. Unser Kampf gilt der wirtschaftlichen Ungleichheit und Ungerechtigkeit, und wir machen keinen Rückzieher, und sind bereit für alles, was sich in unseren Weg stellt", habe Mahongora, der Präsident der Namibischen Lehrervereinigung (Teachers Union of Namibia,TUN) vor den jubelnden Lehrern erklärt.

"Die Lehrer sagten, sie seien verärgert, weil das Ergebnis der Gehaltsverhandlungen, die im letzten Oktober begonnen wurden, geheim gehalten wurde. Die Lehrer, die als Streikposten die gesamte letzte Woche vor dem Bildungsministeruim verbrachten, wurden von dem Gebäude vertrieben und treffen sich nun jeden Morgen im Khomasdal Stadion", heißt es in der Meldung wörtlich.

Sollten sie den Streik nach dem Gerichtsbeschluss weiterhin fortführen, fährt Selma Shipanga fort, drohe den Lehrern eine Bestrafung wegen Missachtung des Gerichts.

Der Staatssekretär im Bildungsministeruim, Alfred Ilukena, habe gestern gegenüber The Namibian geäußert, dass das Gesetz entscheiden würde.

"Es ist ihr demokratisches Recht, wenn sie fordern, dass sie nicht mehr in die Schule zurückgehen wollen. Wir befolgen die Rechtsverfahren, denen wir als Regierung unterliegen, und es liegt nun beim Gericht, was wir tun werden. Wir als Ministerium können ihre Gehälter nicht erhöhen, weil die unter die Public Service Comission fallen, die dem Mandat des Büros des Premierministers untersteht. Da gibt es nichts, was ein Ministeruim tun kann", wird Ilukena zitiert

Unterdessen habe der Premierminister Nahas Angula festgestellt, dass der anhaltende Streik nun eine Angelegenheit zwischen den Lehrern und der Polizei sei.

Bürger hätten das Gesetz zu respektieren. "Wir fordern von den Lehrern, das Ergebnis zwischen ihren Vertretern und der Regierung abzuwarten", wird dieser zitiert.

"Mehrere Organisatoren, darunter die Jugendliga der Swapo-Partei (Swapo Youth League Partei, SPYL) und die Namibia National Students Organisation (Nationale Namibische Studentenorganisation, Nanso), forderten von den Lehrern, Rücksicht auf die Schüler zu nehmen, die diese Woche ihre schriftlichen Prüfungen absolvieren müssen und in die Schulen zurückkehren sollen."

"Wir begrüßen die Position von Nanso in dieser Angelegenheit und fordern alle friedliebenden Namibier auf, das Interesse der namibischen Bildung über alles andere zu setzen. Wir sind zuversichtlich, dass das Ergebnis der Verhandlungen mit der Regierung im Interesse der Lehrer sein wird. Wir appellieren daher an alle, sich in Zurückhaltung und Geduld zu üben."

Die Regierung, vertreten durch Bundesminister Dr. Iyambo und den stellvertretenden Gesundheitsminister Dr. Namwandi, werde die Erzieher der namibischen Kinder nicht scheitern lassen, habe die Jugendliga der Swapopartei am Wochenende erklärt.

Ein Besuch am gestrigen Tag in einigen Schulen von Windhoek habe ergeben, dass nur wenige Kinder anwesend gewesen seien. Den Versuch einer Erklärung für diesen Umstand, den Selma Shipanga liefert, indem sie abschließend einen Schüler der elften Klasse der Kosmos High School in Khomasdal zu Wort kommen lässt, nimmt sich widersprüchlich aus:

"Die Lehrer sagten, dass sie uns nur dann unterrichten werden, wenn sie höhere Gehälter bekommen. Die Regierung sollte die Lehrer bezahlen, weil wir um unsere Prüfungen besorgt sind. Wir sind jeden Tag anwesend und hoffen, dass die Lehrer uns unterrichten, statt dessen aber passiert nichts." · (Namibian
, ÜEK: R.B./J.K.)

Quelle:
The Herald , Simbabwe (The Herald)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
ÜER.B/J.K. --> Übersetzung us dem Englischen: Ruth Bushart; Kommentier: Janko Kozmus©


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