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1932
Am 4. März wird Ryszard K. in Pinsk in Ostpolen (heute
Weißrussland) geboren.
1945
zieht die Familie nach Warschau.
1949-55
Mitgliedschaft im Polnischen Jugendverband.
1952
Heirat
mit Alicja Mielczarek.
1952-56
Studium der Geschichte an der Universität Warschau
mit Magisterabschluss.
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1953-81
Mitgliedschaft in der der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei. |
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1956
Beginn der Mitarbeit an der Jugendzeitung Sztandar Mlodych.
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1956-57
Asienreise; Berichterstattung aus China. |
1957
Mitarbeit bei der Polnischen Nachrichtenagentur (PAP). |
1958
Ausgezeichnet mit dem Goldenen Verdienstorden Polens. |
1958-61
Mitarbeit in der Redaktion der polnischen Wochenzeitung Polityka
(Pendant zum dt. Spiegel). |
1959
Ausgezeichnet mit dem poln. Literaturpreis Julian Brun-Preis. |
1962
Busz po polsku. Historie przygodne. (Der polnische Busch.
Unvorhergesehene Geschichten) Warsaw: Czytelnik; Literarische
Reportagen[1]. |
1962-67
Auslandkorrespondent der Polnischen Nachrichtenagentur in Afrika
(PAP). |
1963
Czarne gwiazdy. (Schwarze Sterne) Warsaw: Czytelnik. Literarische
Reportagen[1]. |
1967
Monate dauernde Reisen durch die damalige Sowjetunion.
Verleihung
des Preises des polnischen Ministeriums für Kunst und Kultur
III. Klasse. |
1967-72
Auslandkorrespondent der Polnischen Nachrichtenagentur PAP
in Lateinamerika. |
1968
Kirgiz schodzi z konia. (Der Kirgise steigt vom Pferd) Warsaw:
Czytelnik, 1968. Literarische Reportagen[1].
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1969
Gdyby cala Afryka... (Wenn ganz Afrika...) Warsaw:
Czytelnik, 1968. Literarische Reportagen [1].
Silberner
Globus-Preis. |
1970
Dlaczego zginal Karl von Spreti. (Warum ist Karl von
Spreti ums Leben gekommen) Warsaw: Ksiazka i Wiedza. Publizistische
Skizze. |
1972-80
Reisen durch Afrika, Asien, Lateinamerika, Fachberater des polnischen
Monatsmagazins Kontynenty. |
1973-81
Mitarbeit bei der polnischen Wochenzeitung Kultura. |
1974
Gastprofessur in Bangalore, Indien.
Verleihung
des Ritterkreuzes des Erneuerten Polens. |
1975
Chrystus z karabinem na ramieniu. Warsaw: Czytelnik
(Christus mit einem Gewehr auf der Schulter). Literarische Reportagen.
Boleslaw
Prus-Preis, bedeutender polnischer Literaturpreis, benannt nach
einem der ganz großen polnischen Romanciers des 19. Jh's.
Preis
der angesehensten polnischen Monatsschrift für Literatur
Miesiecznik Literacki. |
1976
Jeszcze dzien zycia. Warsaw: Czytelnik, Literarische
Reportagen (engl: Another Day of Life, 1987; dt: Wieder
ein Tag Leben. Innenansichten eines Bürgerkriegs, Frankfurt/M.
Eichborn 1994). Über den angolanischen Bürgerkrieg.
Preis
der Internationalen Journalisten-Organisation, Helsinki.
Polnischer
Staatspreis II. Klasse. |
1978
Cesarz. Warsaw: Czytelnik, (engl. The Emperor, 1983;
dt: König der Könige. Eine Parabel der
Macht, Köln Kiepenheuer & Witsch 1984) Reportage
über den Fall des allmächtigen äthiopischen Kaisers
Haile Selassi. Mit diesem Buch erlangte R.K. endgültig internationale
Reputation.- "Drei Jahre später, Solidarnosc war verboten
und das Kriegsrecht proklamiert, dechiffrierten Autoren der polnischen
Untergrundpresse den Cesarz als Abrechnung mit dem polnischen
Kommunismus" (taz v. 16.02.94).
Wojna Futbolowa. Warsaw: Czytelnik, 1978. (engl: The
Soccer War; dt: Der Fußballkrieg. Berichte aus der
Dritten Welt, Frankfurt/M. Eichborn 1990) - Neben Afrika bilden
auch Asien u. Lateinamerika den Hintergrund für diese Reportagen.
Preis der polnischen Wochenzeitung Kultura. |
1979
Gastprofessur in Caracas, Venezuela.
Verleihung
des Preises des polnischen Journalisten-Verbandes. |
1980
Verleihung des Ehrenpreises des Kulturklubs Kuznica. |
1981
Mitarbeit bei der Zeitschrift New Perspectives Quarterly
in Los Angeles[2].
Stellvertretender Vorsitz des Komitees Polen 2000 bei der
Polnischen Akademie der Wissenschaften. |
1982
Szachinszach. Warsaw: Czytelnik, 1982.(engl: Shah of
Shahs; dt: Schah-in-schah. Eine Reportage über
die Mechanismen der Macht, der Revolution und des Fundamentalismus,
Köln, Kiepenheuer & Witsch, 1986). |
1983
Zaproszenie do Gruzji (Eine Einladung nach Georgien,
zusammen mit W. Kubicki's Slodkie morze Bajkal). Warsaw: MAW,
1983. |
1986
Notes Gedichte. Warsaw: Czytelnik, 1986. |
1988
Gastprofessur in Philadelphia.
Aufnahme
in den polnischen PEN-Club. |
1989
Eintritt in die polnische Schriftstellervereinigung.
Ksawery
Pruszynski-Preis, poln. Literaturpreis. |
1989-92
unternimmt Ryszard Kapuscinski mehrere Reisen durch die damals
in Auflösung begriffene Sowjetunion und anschließend
durch Süd- und Ostafrika. |
1990
Lapidarium. Warsaw: Czytelnik, 1990. Epische Aufzeichnungen
aus den Jahren 1972-1989 (dt: Lapidarium, Frankfurt/M.Eichborn
1992). |
1991
Mitgliedschaft im Vorstand des polnischen PEN-Clubs. |
1993
Imperium. Warsaw: Czytelnik, 1993. Literarische Reportagen.(dt:
Imperium. Sowjetische Streifzüge, Frankfurt/M. Eichborn
1993), Bestandsaufnahme und pessimistische Prognose über
die Zukunft des ehemaligen Imperiums.
Mitgliedschaft
in der Academia Scientiarium et Artium Europea, Salzburg.
Mitgliedschaft
im polnischen Kulturrat. |
1994
Ausgezeichnet mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen
Verständigung. |
1994-95
Deutschlandaufenthalt als Stipendiat von DAAD. |
1995
Lapidarium
II.
Warsaw: Czytelnik, 1995. Epische Aufzeichnungen aus den Jahren
1989-1995.
Reise
durch Westafrika.
Verleihung
des Literaturpreises Prix de l'Astrolab, Frankreich.
Verleihung
des Preises der A. Jurzykowski-Stiftung, USA. |
1996
Ausgezeichnet mit dem Preis des polnischen PEN-Clubs.
Verleihung
des Preises der Turzanski-Stiftung, Kanada. |
1997
Lapidarium III. Warsaw: Czytelnik. Epische Aufzeichnungen.
Preis
der polnischen Kulturzeitschrift Odra. |
1998
Heban. Warsaw: Czytelnik (eng. The Shadow of the
Sun, dt. Afrikanisches Fieber.
Erfahrungen aus vierzig Jahren, Frankfurt/M., Eichborn 1999).
Literarische Reportagen. |
1999
Die Welt im Notizbuch, Literarische Reportagen (Lapidarium
II + III) "Die Welt im Notizbuch ist in
erster Linie nicht Beschreibung und Analyse der Fremde, nicht
Reportage, sondern Introspektion, also Selbsterforschung und Reflexion
alltäglicher Verläufe in der Fremde, verfasst in Form
von Tagebuchsplittern und Fragmenten..." (Hans-Jürgen
Heinrichs in der FR v. 1.03.2001).
Hanseatischer
Goethe-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung in Hamburg.
Ausgezeichnet
als Polnischer Journalist des Jahrhunderts, Wahl durch
die polnische Fachzeitschrift Press.
Ausgezeichnet mit dem Linde-Literatur-Preis,
gemeinsam mit Christa Wolf. |
2000
Z Afryki Fotoband. Bielsko-Biala: Buffi. "Der
Bildband AUS AFRIKA ist, ähnlich wie HEBAN (Afrikanisches
Fieber), sein persönliches Porträt von Afrika".
(Adam Mickiewicz Institut, Zentrum für Internationale Kulturelle
Zusammenarbeit).
Lapidarium
IV, Warsaw: Czytelnik Literarische Reportagen.
Die
Erde ist ein gewalttätiges Paradies, Reportagen, Essays,
Interviews aus vierzig Jahren, Berlin (Eichborn). Auswahl aus
dem Gesamtwerk.
Premio
Viaregg, ital. Literaturpreis.
Medien
und Dritte Welt, Epilog zu Understanding Media, Ein
Sampler zur Geschichte der Medienreflexion v. Andreas Mertin. |
2001
Das organisierte Böse, Essay in Le Monde diplomatique
(v. 16. März)[3].
At play in the bush of ghosts. Tropical baroque, African reality
and the work of Ryszard Kapuscinski, Kritische Anmerkungen
zum Werk von R.K. von John Ryle[4]. |
2002
Am 4. März
wird R. K. 70 Jahre alt.
Lapidarium V, Warsaw: Czytelnik.
Ausgezeichnet
mit dem Prix Tropiques 2001 für Heban (Afrikanisches
Fieber) durch die französische Entwicklungsagentur l'Agence
française de développement. |
2003
18. Januar: Überreichung eines der bedeutendsten italienischen
Literaturpreise, des Premio Grinzane Cavour in Turin.
Premio
Principe de Asturias 2003, Communicación y Humanidades
(Prinz von Asturien-Preis für Kommunikation
und Humanität).
Ausgezeichnet mit dem Deutschen
Hörbuch Preis 2003:
Für "Beste Information: »König der Könige«
von Ryszard Kapuscinski. Die Auszeichnung erhalten Bearbeiterin
Gabriele Neumann und Regisseur Hans Drawe".
Autoportret Reportera (Selbstportrait eines Reporters),
Krakau: Wydawnictwo Znak. |
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2004
Im
Juni kehrt
R. K. von einer Reise aus Lateinamerika, Kolumbien, zurück.[5]
Ausgezeichnet
mit dem Bruno
Kreisky-Preis für das politische Buch für sein Gesamtwerk,
gemeinsam mit Alison Des Forges für das Buch Kein Zeuge
darf überleben - Der Genozid in Ruanda.
Podróze
z Herodotem, (dt: Meine Reisen mit Herodot[6],
Übersetzung: Martin Pollak. Ffm. 2005), Krakau: Wydawnictwo
Znak. |
2006
Prawa natury (Gesetze der Natur), Gedichte. Februar
2006.
Ten inny (dt: Der Andere; Übersetzung: Martin Pollack.
Ffm 2008), Vorlesungen - gehalten 2004 am Wiener Institut
für die Wissenschaften vom Menschen - . Reflexionen über
Begegnungen mit dem Anderen zu Beginn des 21. Jh's. 2006.
Lapidarium VI, Warsaw: Czytelnik. |
2007
Am 23. Januar stirbt Ryszard Kapuscinski in Warschau, er ist
74 Jahre alt geworden.
Notizen
eines Weltbürgers (enthält: Lapidarium
IV, 2000 und Lapidarium V,
2002).
Literarische Reportagen.
Ffm. Februar
2007.
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| "If
you want just the facts, you go elsewhere. There are a lot of
writers who can give you that. One goes to Ryszard Kapuscinski
to penetrate to something deeper and stronger." (Salman Rushdie,
Vanity Fair) |
| "Nun,
im Alter von 73 Jahren, den Körper geschwächt von Malaria-Schüben,
TBC, und mit sechs Bypässen geschlagen, rastlos wie eh, die
knappe Zeit als Luxus begreifend, offenbart er das Geheimnis seines
Lebens: Kapuscinski hatte einen Reisebegleiter namens Herodot."
(Andrea Seibel, Die Welt, v. 03.12.2005) |
| "Suppose
we were to launch a spacecraft with the intention of establishing
literary contact with the residents of some remote part of the
galaxy. If we had room for only one contemporary writer, whom
would we send? I'd vote for Ryszard Kapuscinski, because he has
given the truest, least partial, most comprehensive and vivid
account of what life is like on our planet." (Geoff Dyer,
Guardian Book Review v. 02.06.2001) |
| "Man
möchte Ryszard Kapuscinski seitenlang zitieren. Die Direktheit
und Unambitioniertheit seiner fast biblisch-elementaren Sprache,
das Unprätentiöse seiner präzisen Berichterstattung
erzeugt den magischen Sog aller fesselnden Reiseliteratur: Komm
mit mir, wenn du vom Fieber geschüttelt werden willst."
(Sabine Vogel, Berliner Zeitung v. 29.01.2000) |
| "Ryszard
Kapuscinski macht wahrlich nicht den Eindruck eines Reise-Rambos.
Der kleine 68-jährige Mann mit dem offenen Gesicht, das zumeist
ein gutmütiges Lächeln umspielt, und den hellwachen
Augen, denen nichts zu entgehen scheint, wirkt eher bescheiden-schüchtern."
(Hans-Jürgen Wesener in Die Welt v. 22.09.2000, anlässlich
eines Vortrags im Haus der Kulturen der Welt in Berlin). |
| "Ich
bin ja der letzte Zeuge des Prozesses der Entkolonialisierung,
der letzte, der die Entwicklung des neuen Afrika von Anfang an
verfolgt hat. Alle Kollegen aus der Zeit der Befreiungskämpfe
sind entweder getötet worden oder haben den Beruf oder zumindest
die Sparte gewechselt." Kapuscinski über Kapuscinski
(taz v. 19.03.94) |
| "Wir
sind schon wie ein altes Ehepaar, sagte Ryszard bei unserer letzten
Begegnung und lachte. Er lachte so gern, und er besass ein wunderbares
Lachen." (Martin Pollack - Übersetzer aller in Deutsch
erschienen Werke Kapuscinskis kurz nach dessen Tod, in: WOZ,
Die Wochenzeitung v. 01.02.07) |
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1)
Gattungszuordnung entlehnt bei Georg Mrugalla zu R.K. in KLfG
2) Die Zeitschrift weist
ihn noch heute (09/2005) als Berater aus (aufgeführt im
Board
of Advisors, wo u.a. auch Carlos Fuentes zu finden ist!).
3) Aufsatz, der die Völkermorde
des 20. Jh's zum Inhalt hat. K. stemmt sich gegen die übliche
Praxis, Völkermorde als einzelnes Phänomen zu betrachten
und deren Ursachen gesondert zu untersuchen. Unter Berufung
auf verschiedene Politologen und Philosophen stellt er fest:
"Unsere heutige Zivilisation birgt in ihrem Charakter,
ihrem Wesen und ihrer Dynamik einzelne Züge, die unter
bestimmten Bedingungen und zu einem bestimmten Zeitpunkt einen
Völkermord hervorbringen können." Und dies geschehe
immer dann, wenn "ein Bruch zwischen der jeweiligen Kultur
und dem Transzendenten erfolgt, das heißt, wenn die spirituelle
Komponente einer Kultur geschwächt ist oder versagt...".
(Vgl. Das
organisierte Böse in: Le Monde diplomatique)
4) Einer der wenigen
Kritiker, der (in der Literaturbeilage der britischen Times,
Times Literary Supplement) den Wahrheitsgehalt der Literarischen
Reportagen von Kapuscinski anzweifelt. John Ryle ist Vorsitzender
des Rift Valley Institute; er schreibt: "Die Zweifel
an der Verlässlichkeit seiner Reportagen begannen mit dem
Buch König der Könige", in dem schon die
Redeweisen der als Zeugen präsentierten Mitglieder des
kaiserlichen Hofs von Haile Selassi an der Authentizität
des Inhalts zweifeln ließen. Das später von Interpreten
ins Feld geführte und von K. teilweise unterstützte
Argument, König der Könige müsse als Allegorie
auf die polnischen Verhältnisse der Gegenwart gelesen werden,
wird von John Ryle verworfen. Es gebe keinerlei Hinweise auf
eine solche Lesart. R.K. dazu: "Meine Kritik der autoritären
Strukturen der Macht drückte sich darin aus, daß
ich ihre Unzeitgemäßheit bloßlegte. Dabei ging
es zugleich darum, die Überholtheit unseres autoritären
Systems in Osteuropa darzustellen. Also las ich sorgfältig
die alte, feudale polnische Literatur des 16., 17. und 18. Jahrhunderts.
Ich fand wundervolle, vergessene Wörter, die plastisch
und farbenreich waren, und ich entwickelte daraus ein eigenes
Vokabular." (Vgl. Ryszard Kapuscinski
über sein Schreiben)
John Ryle verweist auf weitere Fehlinformation diesen historischen
und geographischen Bereich betreffend: In The Shadow of the
Sun (Afrikanisches Fieber) behaupte K., er habe in
Addis Abeba mit dem Buchladen der Universität den einzigen
Buchladen des Landes besucht, was nicht der Wahrheit entspräche.
(Vgl. At
play in the bush of ghosts v. John Ryle)
5) "Gerade komme
ich aus Kolumbien, da gibt es seit 40 Jahren Krieg". Diese
Äußerung ist Teil einer Antwort, die R. K. in einem
Interview von ROBERT MISIK (taz v. 05.06.04) auf die
Frage gibt, ob er immer noch sein Leben riskiere. Er habe nie
nach der Front gestrebt, aber als "Korrespondent musste
ich auch in die Gefahrenzonen. Doch die Strukturen kriegerischer
Auseinandersetzungen ähneln sich, ich fand sie daher nach
einiger Zeit uninteressant. Ich bin mehr an den Tiefenströmungen
von Gesellschaften interessiert. Aber ich werde Gefahren auch
nicht aus dem Weg gehen."
Ausgehend von R.K.'s profunder Kenntnis der Verhältnisse
in Afrika und der sog. Dritten Welt insgesamt, kommt der Interviewer
auf die dringendsten Fragen im Verhältnis Erste und Dritte
Welt zu sprechen. Interessant erscheint in diesem Zusammenhang
R.K.'s Einschätzung des militanten Isalmismus, der sich
"gar nicht in erster Linie" gegen den Westen richte,
sondern gegen "die große Mehrzahl der aufgeklärten
Muslime und ihre eigenen, eher weltlichen Regierungen."
6) 1954 kommt R. K.
mit Herodot und dessen Werk in Berührung und fortan, heißt
es, begleitet ihn der - wie Kapuscinski ihn sieht: Reporter,
Anthropologe, Ethnograph und Schriftsteller - auf seinen Reisen.
Vom Geschichtsschreiber des 5. vorchristlichen Jahrhunderts
aber lernt er wie die Überlieferung menschlicher Geschichte
funktioniert. -
Eine der ersten Rezensionen des Buches Meine Reisen mit Herodot
erscheint in der WELT von Andrea Seibel. Dass diese vom Autor
und Reisenden Kapuscinski beeindruckt ist, drückt sie bereits
in Titel und Untertitel aus, sie schreibt: "Herodot und
Er. Wer den großen Reporter Ryszard Kapuscinski ein Leben
lang begleitete und wie man ein Staunender bleibt." Ihrem
Bericht ist zu entnehmen, dass die Lektüre des Buches eine
Annäherung an die Person des Autors erlaubt, der seinerseits
den Menschen Herodot "imaginiert". Kapuscinski sei
ein [Reise-]"Süchtiger geworden, obwohl er wahrscheinlich
ein ängstlicher Mensch war und ist", bei dem selbst
nachdem er bedroht und beraubt wird keine Wut aufkomme: "Kapuscinski
ist eben kein System- oder Gesellschaftskritiker, sondern Sammler:
von Bildern, Eindrücken, Situationen, die zu Allegorien
und Parabeln werden." Die Reisen mit Herodot wurden Kapuscinski
durch dessen Chefin, Frau Tarlowska, ermöglicht, die ihm
Herodots Historien mit den Worten "Das ist von mir, für
unterwegs" überreicht habe, "welch kluge Vorgesetzte!",
fügt die Rezensentin hinzu. Kapuscinski habe schon in Indien
mit der Lektüre dieses Buches begonnen und sei Herodot
bis an die Ränder seiner Welt gefolgt. Die letzte im Buch
beschriebene Station sei Halikarnassos, die Geburtsstadt Herodots,
das heutige, in der Türkei gelegene Bodrum, wo sich Kapuscinski
Herodot als Kind vorstelle.
Wichtigste Quelle neben dem Internet: KLfG
(Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur,
edition text+kritik)
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| Die
weissen Besserwisser, ein Gespräch mit R.K., geführt
von Peter Haffner am 6. Mai 1997 in NZZ Folio |
| Zeuge
der Zukunft, ein
Gespräch mit R.K. unter dem Stichwort Sichtbare und unsichtbare
Demarkationslinien einer gespaltenen Welt, zusammengefasst
und dokumentiert von der Süddeutschen Zeitung. |
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Ryszard
Kapuscinski über sein Schreiben auf der Online-Seite
der Botschaft der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland
(keine reine Lobeshymne, sondern eine vergleichsweise differenzierte
Kurzdarstellung von Leben und Werk des R.K.) |
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KLfG
(Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur, edition
text+kritik) |
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Premios
Principe de Asturias |
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Ein Ort, den es nicht gibt (zu: Afrikanisches Fieber) |
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| Besonderer
Dank gilt Ewa Bielska für
das Sichten und Übersetzen der polnischspr. Quellen zur Biographie! |
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2003-2009
© by Janko Kozmus
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