DIE MARABOUT-SEITE
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CHRONIK
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas

RUANDA

Stand: 03.12.12


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15. Mai
1912
Alexis Kagame, der künftige ruandische Priester und Dichter, wird in dem Gebiet geboren, das nach der Berliner Afrika-Konferenz von 1884/85 vom Deutschen Reich seinem "Schutzgebiet" Deutsch-Ostafrika [heute: Ruanda] hinzugefügt wurde.
2. Dezember
Der ruandische Priester, Dichter und Philosoph Abbé Alexis Kagame stirbt. Das Erscheinen seines bedeutendsten Werks, La philosophie Bantu-Rwandaise de l’Être (Brüssel; dt: Sprache und Sein. Eine Ontologie der Bantu Zentralafrikas. Heidelberg 1985), markiert im Jahre 1956 den Beginn der afrikanischen Ethnophilosophie.
6. April
Gegen halb elf Uhr abends, habe er sich schlafen legen wollen, als er einen Telefonanruf seines Bruders Joseph aus Toronto erhalten und von ihm erfahren habe, Ruandas Präsident Habyarimana sei soeben bei einem Flugzeugunfall ums Leben gekommen.
Der in Paris lebende ruandische Schriftsteller Benjamin Sehene erzählt in seinem Buch Le piège ethnique (Die ethnische Falle) wie er den Beginn des blutigen Bürgerkriegs in seiner Heimat erlebte.
In diesem Moment, erzählt er weiter, sei Ruanda, das bisher tief vergraben lag in den Erinnerungen seiner Kindheit, plötzlich wieder emporgetaucht. ... "Ruanda würde das einzige Thema meines Schreibens sein."
13. März

chrAbs Letzten Montag plädierte der 49 jährige Popstar Simon Bikindi aus Ruanda vor dem in Arusha, Tansania, stattfindenden UN-Tribunal auf Nicht Schuldig der Anklage des Genozids und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
mehr dazu · (Arusha Times, ÜE: J.K.)

16. Mai
chrAbs The New Times aus Ruanda berichtet:
"Regierung belegt traditionelle HIV/Aids-‚Heiler' mit Verbot"
mehr dazu · (New Times, Rwanda, ÜE: J.K.) 
8. Juni
2005
chrAbs Aus Ruanda berichtet die englischsprachige Tageszeitung New Times in der Rubrik National News von einem Mann, der verdächtigt wird, versucht zu haben, seinen Sohn zu ersticken. Es heißt der Mann aus dem Ort Mutura habe Hände und Füße seines Sohnes gefesselt, bevor er ihn in einen Sack steckte und diesen zuband.
Der Sohn war von seinem Vater beschuldigt worden auf dem Weg getrödelt und mit dem Rasierer gespielt zu haben, den er bei einem Nachbarn leihen sollte. Der Sohn steckte mehrere Stunden in dem Sack, bevor ihn Nachbarn befreiten. Der Vater ist gegenwärtig in Polizeigewahrsam.

chrAbs
Ebenfalls in der Rubrik National News ein kurioser Artikel der New Times mit dem Titel:
      "Frau ‚quetschte' Ehemann"
Ein Drama entfaltete sich in der Mutara-Provinz, als "eine Ehefrau die Hoden ihres Mannes quetschte", nachdem sie ihn mit einer anderen Frau überraschte. "Anstelle die Dorfschönheit zu attackieren, ging Mukeshimana auf das los, was Sibomana veranlasste, in der Gegend herumzuschlafen und quetschte es so hart, bis ihr Ehemann weinte und um Hilfe bettelte. Inmitten der Rauferei griff die Ehefrau nach den privatesten Teilen ihres Mannes und biss hinein als eine Lektion, sie zu betrügen." Das Mädchen, das bei dem Mann gefunden worden war, schlich davon. Von offizieller Seite hieß es, dass die Betrogene sich zur Scheidung von ihrem Mann entschlossen habe, "der offensichtlich unter furchtbaren Schmerzen litt und die Tat seiner Frau unbarmherzig und unmenschlich nannte". Der Bericht schließt mit der Bemerkung, dass die Ehefrau sich weigerte, den Bitten ihres Mannes um Vergebung nachzukommen.
· (New Times, Rwanda, ÜE: J.K.) 
Juli
2005
chrAbs Im frz.-ruandischen Kulturzentrum Centre d’Echanges Culturels Franco-Rwandais de Kigali wird zum ersten Mal in Ruanda das Stück Essuie tes larmes et tiens-toi debout! (Wisch deine Tränen weg und steh auf!; Uraufführung: Kairo 2003) aufgeführt. Von der ruandischen Autorin - Jean-Marie V. Rurangwa - erschien im Jahre 2000 der Essayband Le Génocide des Tutsi expliqué à un étranger (Der Genozid an den Tutsi einem Fremden erklärt). 
21. Juli
2005
chrAbs  Unter dem Titel
    "Gacaca lädt Ntihinyurwa vor"
berichtet Edwin Musoni für die ruandische Tageszeitung The New Times von der im Zusammenhang mit dem Völkermord von 1994 stehenden Anklage gegen den römisch-katholischen Erzbischof Thadée Ntihinyurwa.
mehr dazu · (New Times, Rwanda, ÜE: J.K.) 
29. Juli
2005
chrAbs  Unter dem Titel
"36.000 des Völkermords Verdächtige freigelassen"
schreibt James Munyaneza für die englischsprachige Tageszeitung The New Times vom Versuch der juristischen Bewältigung des Völkermords des Jahres 1994 in
Ruanda.
mehr dazu · (New Times, Rwanda, ÜE: J.K.) 
7. September
2005
chrAbs Zehn Tage nachdem der ruandische Journalist Jean-Léonard Rugambage in der 14-tägig in Kigali erscheinenden unabhängigen Zeitung Umuco Gacaca-Richter der Korruption beschuldigt und kritisiert hatte, die Gacaca-Laiengerichte würden auch zur Begleichung persönlicher Rechnungen benutzt, wird er wegen Beleidung des Gerichts verhaftet. · (Vgl. rsf v. 01.08.2006 u. Le Monde diplomatique, Deutsche Ausgabe v. 11.08.2006)
zeit
los
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
20. Februar
Reporters sans frontières (RSF, Reporter ohne Grenzen) appelliert an Abdou Diouf, den Generalsekretär der Organisation internationale de la Francophonie (OIF, Internationale Organisation frankophoner Länder) anlässlich seines anstehenden offiziellen Besuchs Ruandas bei Paul Kagame zugunsten von drei "zu Unrecht inhaftierten" Reportern zu intervenieren.
Dabei handele es sich um Jean-Léonard Rugambage, Tatiana Mukakibibi and Dominique Makeli. "Keinem von ihnen wurde das Recht auf eine Gerichtsverhandlung eingeräumt und die gegen sie vorgebrachten Beschuldigungen sind wage und ändern sich ständig", habe die Organisation in einem Brief, der ebenfalls die gebräuchlichsten Formen der Verletzungen der Pressefreiheit in Ruanda enthalte, an Abdou Diouf vorgebracht.
· (rsf, ÜE: J.K.)
28. Juli
2006
Nach knapp einem Jahr Haft wird der ruandische Reporter Jean-Léonard Rugambage auf freien Fuß gesetzt. Ein    Gacaca-Appellationsgericht hat die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe der Beleidung des Gerichts als "falsch" bewertet, folglich sei die Verhaftung "willkürlich" erfolgt. · (Vgl. rsf v. 01.08.2006 u. Le Monde diplomatique, Deutsche Ausgabe v. 11.08.2006)
21. September
2006

chrAbs "Ugandischer Studentenbesuch zum Genozid",
überschreibt Charles Kazooba in Kampala seinen Artikel für die ruandische Tageszeitung The New Times. Ungefähr 70 ugandische Studentenführer seien an diesem Donnerstag nach Ruanda gereist, um sich über den "Genozid von 1994, der nahezu eine Million Leben forderte", zu informieren.
mehr dazu · (New Times, Rwanda, ÜE: J.K.)

25. September
2006
"Marihuana-Felder im Nyungwe Forst"
Unter diesem Titel berichtet Robert Mukombozi für die Tageszeitung The New Times über den Anbau der Droge in den Wäldern des Nyungwe National Park in
Ruanda. mehr dazu· (New Times, Rwanda, ÜE: J.K.).
12. März
chrAbs The New Times aus Ruanda berichtet:
"50.000 Sparbirnen kommen diese Woche an"
Die Verteilung von kostenlosen Energiesparlampen sei nach der Ankunft einer ersten Lieferung von ca. 50.000 Stück für diese Woche angesetzt.
mehr dazu · (New Times, Rwanda, ÜE: J.K.)
25. März

"Frauen zeichneten sich aus, als über 300 an der SFB graduierten",

überschreibt Charles Kwizera seinen Bericht für die englischsprachige ruandische Tageszeitung New Times.

Kigali - Die Hochschule für Finanzen und Bankwesen (SFB) habe gestern ihre dritte Graduierungszeremonie abgehalten und 335 akademische Grade in verschiedenen Disziplinen und Stufen vergeben. mehr dazu, · (New Times, Rwanda, ÜE: J.K.)

10. Oktober
Sunday Nation, die Sonntagsausgabe der englischsprachigen Tageszeitung Daily Nation in Kenia präsentiert online eine Reihe von Berichten, die zeigen, wie das Land und das kenianische Volk von seinen afrikanischen Nachbarn wahrgenommen und gesehen wird. Aus Kigali kommt zum Thema folgender Bericht:
"So frech, dass sie unsere Gesellschaft irgendwie aufpeppen"
Erst vor einigen Wochen hätten sich über hundert Kenianer in einem Hotel namens Laico Umubano in Kigali versammelt. Die Zusammenkunft sei keine gewöhnliche gewesen. Man habe sich versammelt, um die Verkündung der neuen kenianischen Verfassung zu feiern.
mehr dazu · (
Sunday Nation, Kenya, ÜE: J.K.)
  
3. März
2012
"Stadtzerstörungen und die Weisheit des Kaukasischen Kreidekreises",
überschreibt Paul Ntambara seine Stellungnahme in der Rubrik Opinion der englischsprachigen Tageszeitung The New Times und erweckt die Neugier des Lesers ob der zu erwartenden Verknüpfung von Themen die augenscheinlich nicht weiter voneinander entfernt liegen könnten. Nichts währe so lange, führt Paul Ntambara ein, wie die Liebe einer Mutter, sage man, "aber ich muss hinzufügen: Nichts währt so lange wie ein gutes Buch. In dieser Woche veranlasste mich das Lesen Bertolt Brechts Der kaukasische Kreidekreis (zum x-ten Mal) zum Nachdenken über die laufenden Zerstörungen in der Stadt Kigali, die Applaus und Aufruhr erregt haben."  mehr dazu ·
(New Times, Ruanda, ÜEK: J.K.)  
7. November
2012

"Ruandische Autorin gewinnt renommierten französischen Literaturpreis",

überschreibt der namentlich nicht benannte Berichterstatter des englischsprachigen Rwanda Focus die folgende Meldung:
"
Scholastique Mukasonga, eine ruandische Autorin, die in Frankreich lebt, gewann den diesjährigen Renaudot Preis für ihren Roman Notre-Dame du Nil". Die Auszeichnung sei eine große Überraschung gewesen, da sie zunächst nicht einmal nominiert gewesen sei. ·  mehr dazu · (Rwanda Focus , ÜER.B/J.K.)

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Anmerkungen:
Quellen allgemein, siehe  Chronik-Startseite
* inkl. arabischer Raum
ÜEK: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus dem Französischen: Janko Kozmus ©

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Quellen

.. . Sach- und Personenregister