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Sahar Khalifa
SAHAR KHALIFA
(* 1941)
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Literarisches Portrait: Sahar Khalifa

DAS AKTUELLE BUCH
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HEIßER FRÜHLING
Beschreibung siehe unten

1941
wird Sahar Khalifa im palästinensischen Nablus geboren.

1959
High School-Abschluss am Rosary College in Amman, Jordanien.
Absatz Traditionelle Heirat.

1972
Scheidung und Beginn eines Studiums in den USA.

1974
Bibliografische Angabe Lam Na'ad Jawari Lakm (Wir sind nicht mehr eure Sklavinnen), Roman. Kairo 1974. -
Das Buch diente nach seinem Erscheinen als Grundlage für Radio- und Fernsehserien; das Manuskript wurde zuvor von den Israelis konfisziert.

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1975
Bibliografische Angabe Al Subbar (dt: Der Feigenkaktus; Übersetzung aus dem Arabischen und Nachwort: Hartmut Fähndrich. Zürich 1983), Roman.

1976
Bibliografische Angabe Der Roman Al Subbar (dt: Der Feigenkaktus) erscheint in Jerusalem bei Galileo in hebräischer Übersetzung[1].

1977
Der Roman Lam Na'ad Jawari Lakm (Wir sind nicht mehr eure Sklavinnen) geht als Radioproduktion bei The Middle East Broadcasting Service in Serie.

1978
Absatz Fertile Memory [2](Schöpferische/Fruchtbare Erinnerung), Film des Palästinensers Michel Khleifi über zwei unterschiedliche Frauen: Eine verwitwete Mutter und Großmutter und die Autorin Sahar Khalifa.

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1980
Bachelor of Arts (B.A.)-Abschluss in Englischer Literatur an der Bir Zeit University in Nablus, Westjordanland. Anschließend: M.A. (Magister) in Englischer Literatur an der Chapel -Hill University in North Carolina, USA
Absatz Stipendium der Fulbright-Stiftung, USA.
Bibliografische Angabe Abbad al-schams (dt: Die Sonnenblume; Übersetzung aus dem Arabischen: Hartmut Fähndrich u. Edward Badeen. Nachwort: Hartmut Fähndrich. Zürich 1986), Roman. Jerusalem 1980.
Absatz
Der Roman Lam Na'ad Jawari Lakm (Wir sind nicht mehr eure Sklavinnen) wird in Ägypten als TV-Serie herausgebracht. 

1982
Bibliografische Angabe Abbad al-schams
(Die Sonnenblume) erscheint in hebräischer Übersetzung (Mifras).

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MEMOIREN EINER UNREALISTISCHEN FRAU
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1986
Bibliografische Angabe Mudhakirat imra'at ghair waqi'iyya (dt: Memoiren einer unrealistischen Frau; Übersetzung: Leila Chammaa. Zürich 1992), Roman. Beirut 1986. [3] - Der Bericht einer Frau, die gefangen ist in einer Ehe ohne Liebe.

1988
Promotion (Ph.D, Dr. phil) in Women’s Studies and American literature from Iowa University, USA. Anschließend Lehrtätigkeit.
Absatz Rückkehr nach Palästina und Gründung eines Frauenzentrums (Women’s Affairs Center) in Nablus.

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1990
Bibliografische Angabe Bab as-saha (dt: Das Tor, Zürich 2002), Roman. Beirut 1990. - Der Roman ist wieder in Khalifas Heimatstadt Nablus angesiedelt. Er erzählt die Geschichte einiger Frauen - die junge Studentin, die ältere Hebamme und die Prostituierte - vor dem Hintergrund der Frage, was die Intifada ihnen gebracht hat.

1991
Das von Sahar Khalifa gegründete Frauenzentrum eröffnet eine Niederlassung in Ghaza City.

1993
Osloer Abkommen zwischen der PLO und Israel; wechselseitig Anerkennung und Autonomie für Teile von Gaza und Westjordanland. Danach wechselt S.K. ihren Aufenthalt zwischen Nablus und Amman. [4]

1994
Das von Sahar Khalifa gegründete Frauenzentrum eröffnet eine Niederlassung in Amman.

1996
Ausgezeichnet mit dem Alberto Moravia Preis für Internationale Belletristik.

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1997
Bibliografische Angabe Al Mirath (dt: Das Erbe, Zürich 2002), Roman, Beirut 1997. - Die junge Palästinenserin Sena ist in den USA aufgewachsen. Eines Tages erfährt sie vom Tod ihres Vater, sie soll sein Erbe in der Heimat antreten.

2000
Jurymitgliedschaft bei der Vergabe des IBN RUSHD-Preises für die Emanzipation der Frau in der Arabischen Welt durch den Ibn Rushd-Fund for Freedom of Thought
[5]

2002
Bibliografische Angabe Sura wa iquna wa ´ahd qadim (dt: Die Verheißung, Übersetzung aus dem Arabischen: Regina Karachouli. Zürich 2004), Beirut.- Die Geschichte von Ibrahim, des moslemischen Ich-Erzählers des Romans, der sich in die aus Brasilien stammende Christin Mariam verliebt. Die Erzählung beginnt in Jerusalem, führt ins Exil und bringt den inzwischen erfolgreichen Geschäftsmann Ibrahim wieder zurück in die Heimat[6].

2003
Im April wird der Roman Das Erbe für den LiBeraturpreis 2003 nominiert.

2004
Bibliografische Angabe Rabi harr. Rihlat as-sahr wa-s-sabbar[7] (dt: Heißer Frühling, Übersetzung aus dem Arabischen: Regina Karachouli. Zürich 2008; Taschenbuchausgabe: Zürich 2010), Roman. Kairo 2004..- Vor dem Hintergrund der Belagerung von Arafats Regierungssitz in Ramallah im Frühling 2002 wird die Geschichte der einfachen Menschen erzählt, allen voran die Brüder Madschid und Ahmed, von denen der letztere in seiner Verzweiflung keinen anderen Weg mehr sieht, als den der Gewalt.

2005
Ausgezeichnet mit dem Preis für Kreativität und literarisches Schaffen der Petra Universität von Amman, Jordanien.

Dezember 2006
Absatz Ausgezeichnet mit der von der American University in Cairo Press gestifteten Nagib-Machfus-Medaille - 2006 - für ihren Roman Sura wa iquna wa ´ahd qadim (dt.: Die Verheißung).

2009
Sahar Khalifa wird für die frz. Übersetzung des Romans Rabi harr. Rihlat as-sahr wa-s-sabbar (dt: Heißer Frühling) mit dem frz. Simone de Beauvoir-Preis ausgezeichnet. Mit ihr gemeinsam soll auch der israelische Schriftsteller Tzvia Greenfield geehrt werden. Khalifa verweigert die Annahme des Preises mit der Begründung, dies würde gleichbedeutend sein mit der Anerkennung der zionistischen Existenz ("l'entité sioniste").[8]

2010
Bibliografische Angabe Hubbi al-awwal (Meine erste Liebe).

2011
Bibliografische Angabe Fikrun wa fann (dt: Wer steckt hinter der Burqa? Übersetzung: Larissa Bender. Januar 2011. Goethe Institut), Essay.

Sahar Khalifa lebt in Jordanien und in den Palästinensischen Autonomiegebieten und pendelt zwischen den Städten Amman und Nablus; sie ist Mutter von zwei Töchtern.

STIMMEN:
"The one Arab novelist who has written one novel after another to show the inseparability of feminist issues form social and political concern is the Palestinian novelist Sahar Khalifeh, whom I consider the best Arab woman novelist in the twentieth century." - Dr. Bouthaina Shaaban, professor of literature at Damscus University, Syria, 1999.
"Sie lacht viel, wird bald leise und nachdenklich, dann wieder laut, empört, streng. Drei Journalisten gibt sie Auskunft, das Gespräch springt hin und her zwischen Englisch und Arabisch, immer wieder mischen sich englische Wörter in ihr palästinensisches Arabisch und arabische in ihr fließendes Englisch. Ihre sprühende Energie überträgt sich auf die Gesprächspartner, und am liebsten würde man so den ganzen Abend verplaudern." - Stefan Weidner, NZZ
"Ich bin Feministin. Zwischen mir und den Islamisten gibt es eigentlich nur Streit. Aber zur selben Zeit gibt es einen Konflikt zwischen mir und den Israelis" - Khalifa über Khalifa, in einem Interview mit der Zeit v. 28.02.2002
ANMERKUNGEN:
1) Die erste Übersetzung eines Buches von Sahar Khalifa überhaupt. In einem Kurzinterview gibt die Autorin an, dies sei "unter Mithilfe israelischer Freunde" geschehen. "Danach interessierten sich auch andere Verlage für meine Bücher." draußen! Stadtmagazin, Münster, 5/2002
2) Nähere Information zu dem Film Fertile Memory
3) “Since I published the Memoirs of an unrealistic woman in 1986, I am now a professional feminist”, she says jokingly. She explained how had she arrived at such an unusual title: “Every time myself or other dreamers want to change the reality, we are told by our friends and family to “be realistic”. So, the women who dont accept the status quo are “unrealistic”. (The Middle East magazine, September 1997)
4) Sahar Khalifa gab im Sept. 1997 im Middle East magazine die Begründung hierfür: "Before (the Oslo agreement), I could take all the harassment because I had hope. After Oslo, after witnessing how our Authority is directing its responsability, I felt my hope was fading."

5) 1998 durch mehrheitlich in Deutschland lebende Araber in Berlin gegründeter Verein.

6) "Die Gassen des Jerusalemer Markts, die Geburtskirche, in deren labyrinthische Räume Mariam den Geliebten erstmals führt, die goldene Kuppel der Al-Aksa-Moschee sind dem Leser plötzlich nicht mehr nur Spielort der Historie und einer unseligen Gegenwartsgeschichte, sondern Lebensraum; Raum auch für die 'gewöhnlichen' Menschen... " (Angela Schader in ihrer Rezension: "Die Blindheit des Künstlers. Sahar Khalifa durchleuchtet die Einbildungen der Liebe", in: NZZ v. 21.09.04 )
7) Nach Angaben des Schweizer Verlags, der die dt. Übersetzung besorgte, verwendete Sahar Khalifa die Tagebuchaufzeichnungen eines Presseberaters von Jassir Arafat. Entstanden seien diese während der Belagerung von Arafats Regierungssitz. Zudem habe die Autorin viele Gespräche mit Frauen aus der Altstadt von Nablus geführt.
8) Vgl. die Nachricht vom 3.11.2009 der Nachrichtenagentur SANA (L'Agence Arabe Syrienne d'informations): "Une femme de lettres palestinienne refuse de partager le prix "Simon de Beauvoir" avec une autre écrivaine israélienne" .
LINKS:
CONTRIBUTION, eine Würdigung arab. Frauenliteratur durch Dr. Bouthaina Shaaban, Professor für Literatur an der Damscus University, Syria, 1999.
Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought
Sahar Khalifas deutschspr. Verlag: Unionsverlag
Sindibad Films
Wer steckt hinter der Burqa? Übersetzung: Larissa Bender. Januar 2011. Goethe Institut, Essay.
2003 - 2012 © by Janko Kozmus
REZENSIONEN


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