| |
|
1944
Am 8. Dezember wird Alia Mamduch [1].
als Tochter eines irakischen Vaters und einer syrischen
Mutter în Bagdad geboren. Die Mutter stirbt als
Alia 3 Jahre alt ist [2].
1964
verlässt Alia Mamduch ihre Heimat, um im Libanon
zu heiraten.[3]
1968
Rückkehr in die Heimat. Beginn des Studiums der Psychologie.
1971
Abschluss in Psychologie an der Universität von Mastansariyya,
Irak
. |
|
|
1970er
Lebt und arbeitet redaktionell zu Beginn dieses Jahrzehnts in
Beirut. Sie schreibt Artikel für die unterschiedlichsten
Blätter[4].
|
1970-82
Tätigkeit als Chefredakteurin beim irakischen Magazin Al-Rasid.
|
1973
Iftitahyya
li-l-Dahik (Eine Ouvertüre des Lachens), Kurzgeschichten,
Beirut. |
1978
Hawamish
ila al-Sayyida B (Grenzen/Spielräume für Frau B),
Kurzgeschichten, Beirut. |
1980er
Zweijährige Redaktionstätigkeit beim libanesischen Magazin
Al-Fikr al Mu’asir. |
1981
Layla
wa al-Dhi’b[5](Layla
und der Wolf), Roman, Beirut. |
1982
verlässt Alia Mamduch den Irak[6].
|
1983-1990
lebt Alia Mamduch in Marokko
und arbeitet redaktionell bei verschiedenen Zeitungen. |
1986
Habat
al-Naftalin [7](dt:
Mottenkugeln, Aus dem Arabischen von Regina Karachouli,
Basel 1998), Roman. - Die Geschichte der Initiation und Revolte
des 9-jährigen Mädchens Huda in der irakischen Hauptstadt
der 50er Jahre. Den Hintergrund bildet die Zeit des politischen
Umbruchs, in dessen Folge die Monarchie gestürzt wird. |
1995
Al-Wala
(dt: Die Leidenschaft; Übersetzung
aus dem Arabischen v. Regina Karachouli, Nachwort v. Hartmut Fähndrich,
Basel Herbst 2004), Roman. - Vier Exil-Iraker treffen sich in
einer Art geschlossenen Gesellschaft in einem Haus im walisischen
Cardiff. Ihre Beziehungen, ihre Abhängigkeiten und Unabhängigkeiten
werden neu definiert. |
1998
Creatures
of Arab Fear, in: In the House of Silence: Autobiographical
Essays by Arab Women Writers, Hg: Fadia Faqir, Einführung:
Fadia Faquir, Übersetzung: Shirley Eber. |
2001
Al-Gulama
(Das Sklavenmädchen; frz. Übersetzung angekündigt
für Februar 2012 unter dem Titel: La Garçonne.)[8]
Roman. - Zeitlicher Hintergrund der in Bagdad spielenden Handlung
sind die 60er und 70er sowie im Rückblick die 30er Jahre.
Neben Huda, der schon in Die Leidenschaft und Mottenkugeln
eine tragende Rolle zufiel, ist die lebensfrohe, auch sexuelle
Tabus nicht akzeptierende Sabîha.
Baghdad: These Cities Dying in our Arms (Bagdad: Diese
Städte sterben in unseren Armen), Essay, in: Autodafe
2, Herbst 2001.
Im Herbst findet A.M. für ein Jahr
Aufnahme im Centre Pompidou in Paris, das zum Netzwerk der Asyl-Städte
gehört.[9] |
2003
Al-Mahboubat
(Die Liebenden [feminin, Plural]; engl.: The Loved Ones;
Übersetzung: Marilyn Booth. Kairo 2006), Roman, London und
Beirut. - Der in Kanada lebende Nadir ist nach Paris ans Krankenbett
seiner irakischen Mutter geeilt, die nach einem Schlaganfall im
Koma liegt. Er erzählt von den Freunden seiner Mutter die
das Bett umrunden und in Bruchstücken der Erinnerung wird
seine Kindheit in der irakischen Heimat wieder wach. Im zweiten
Teil, der chronologisch vor dem ersten steht, übernimmt seine
Mutter, Suhaila, die Funktion der Erzählerin.[10] |
2004
Ausgezeichnet mit der Nagib Machfus-Medaille für Litertaur
für den Roman Al-Mahboubat (engl.: The Loved Ones). |
| Alia
Mamduch lebt gegenwärtig in Paris. |
| |
|
(Noch nicht aufgenommen) |
| |
| 1)
Auch
"Alia Mamdouh" in der frz. Umschreibung oder (
z.
Teil ) im
Englischen: "Aliya Mamduh".
|
| 2)
Dies berichtet A.M. in einem Interview von Iñaqui Gutiérrez
(in der Folge als Gutiérrez-Interview bezeichnet), das
in Madrid gehalten worden ist. Eine Zeitangabe ist nicht vermerkt.
Der Hinweis auf die kürzliche Übersetzung ihres Romans
Habat
al-Naftalin ins Englische (Mothballs) deutet auf das
Jahr 1997.
(Vgl. Interview von Iñaqui
Gutiérrez, in:
Mémoires de la Méditerranée, European
Cultural Foundation ©
) |
| 3)
Sie wurde die zweite Ehefrau eines Mannes, der wegen seiner Mitgliedschaft
zur BaathPartei gezwungen, war das Land zu verlassen. Die Rückkehr
in die Heimat erfolgt nachdem die Baath-Partei 1968 an die Macht
gelangt war. |
|
4)Nach eigenen
Angaben in einem Interview mit Mona Chollet (in der Folge als
Chollet-Interview
bezeichnet) schrieb Alia Mamduch für Zeitungen und Magazine
des gesamten politischen Spektrums: Vom
"rechtflügeligen An Nahar" bis zu "Al-Tarîq,
dem Rezensionsblatt der Kommunistischen Partei".
(Vgl. Interview von Mona Chollet,
in:
Autodafe, Journal des Internationalen Schriftsteller-Parlaments,
→ IPW
im August 2002) |
| 5)
Ganze
Seiten dieses (ersten) Romans wurden zensiert. Dies gibt die Autorin
im Chollet-Interview
an. (Vgl. Interview von Mona Chollet,
ebd.)
|
|
6)
Auf die Frage, welche Umstände sie gezwungen hätten,
das Land zu verlassen, antwortet Alia
Mamduch
im Chollet-Interview, niemand habe sie gewzungen zu gehen. "Ich
wollte verhindern, dass mein einziger Sohn an die Front geschickt
würde, wo er an einen militärischen Sommertraining hätte
teilnehmen müssen, welches die einzige Möglichkeit für
einen Jungen war, zu vermeiden nach der High School Soldat werden
zu müssen." - Anschließend seien sie von Hauptstadt
zu Hauptstadt gezogen. (Vgl.
Interview von Mona Chollet, ebd.)
|
|
7)
Im Gutiérrez-Interview
bezeichnet Iñaqui Gutiérrez diesen Roman als ersten
Teil einer Trilogie, deren zweiter Teil der Roman Al-Wala
(Die Leidenschaft) sei und Al-Gulama
(Das Sklavenmädchen) bilde den letzten Teil. (Vgl. Interview
von Mona Chollet, ebd.) |
|
8)
Im Chollet-Interview
sagt Alia
Mamduch,
sie habe die "Beziehungen zwischen den Angestellten einer
Zeitung beschrieben, wo ich einige Jahre in Bagdad gearbeitet
habe sowie die Intellektuellen, die ich im kulturellen Bereich
kennen gelernt habe. Ich wartete mehr als zwanzig Jahre, um meine
Vision eines Intellektuellen, wie ich sie entdeckt habe, in diese
Erzählung." (Vgl.
Interview von Mona Chollet, ebd.)
|
| 9)
Das
Netzwerk der Asyl-Städte für
verfolgte Journalisten und Schriftsteller
wurde
vom Internationalen
Schriftsteller-Parlament (
→ IPW)
im Jahr 1994 errichtet. |
| 10)
Der
Roman ist der frz.-algerischen Dozentin Hélène Cixous
gewidmet, die Alia Mamduch augenscheinlich als Vorlage für
die Figur der Kritikerin und Dramatikerin Tessa Hayden gedient
hat. (Vgl. Survival and Bonding v. Ferial J Ghazoul, in Al-Ahram
Weekly Online v. 02.08.04). |
| Wichtigste
Quellen:
Das sog. Gutiérrez-Interview sowie
das sog. Chollet-Interview
|
| |
|
"Eine
Geheimsprache hat sich innerhalb der arabischen Sprache gebildet",
Gespräch mit Mona Chollet. - in: Autodafe (in engl. Sprache) |
| Interview
v. Iñaqui
Gutiérrez (in engl. Sprache),
in: Mémoires
de la Méditerranée,
European Cultural Foundation.
|
| Mamduchs
deutschsprachiger Verlag: Lenos
Verlag in der Schweiz. |
| Survival
and Bonding v. Ferial J Ghazoul, in: Al-Ahram
v. 02.09.04 |
| 2004-2011
© by Janko Kozmus |
| |
Topographie der Empfindungen (zu: Die Leidenschaft) |
| |
|
Abbas Khider, Irak/Deutschland
|
Najem Wali, Irak/Deutschland |
Alaa al Aswani, Ägypten |
Tahar Ben Jelloun, Marokko |
|
Assia Djebar, Algerien
|
Tarek Eltayeb, Sudan |
Gamal al-Ghitani, Ägypten |
|
Khalil Gibran, Libanon
|
|
Yasmina Khadra, Algerien
|
Mohammed Khaïr-Eddine, Marokko |
Sahar Khalifa, Palästina |
|
Elias Khoury, Libanon
|
|
Ibrahim al-Koni, Libyen
|
|
Amin Maalouf, Libanon
|
|
Nagib Machfus, Ägypten
|
|
Nawal El Saadawi, Ägypten
|
Boualem Sansal, Algerien |
|
Rafik Schami, Syrien/Deutschland
|
Hamid Skif, Algerien |
Ahdaf Soueif, Ägypten |
|
Miral al-Tahawi, Ägypten
|
|
Mustafa Zikri, Ägypten
|
| |